• Auf dem Pamir Highway bis nach Qalai Khumb

    Jul 31 – Aug 5 in Tajikistan ☀️ 20 °C

    Der Auftakt aus Duschanbe heraus hat es bei brütender Hitze von über 40 Grad und dichtem, stressigem Stadtverkehr direkt in sich. Doch mit jedem Kilometer bergauf weicht der Trubel langsam der immer imposanteren Bergwelt.
    Ich folge von hier an der M41, besser bekannt als Pamir Highway. Er gilt als eine der spektakulärsten und höchstgelegenen Fernstraßen der Welt und verbindet Duschanbe quer durch das Hochgebirge mit dem kirgisischen Osch.
    Um diese Region überhaupt bereisen zu dürfen, führt kein Weg an der autonomen Provinz Gorno-Badakhshan vorbei, die den gesamten Osten Tadschikistans einnimmt. Bereits in Duschanbe habe ich daher die bürokratischen Hürden genommen, um mir das zwingend erforderliche GBAO-Permit sowie die offizielle Registrierung zu beschaffen. Unterwegs passiere ich immer wieder Militär-Checkpoints, an denen Reisepass, Registrierung und Permit genau kontrolliert werden.

    Um nach Qalai Khumb zu gelangen, stehen zwei Routen zur Auswahl. Die flachere Südroute und die anspruchsvollere, aber landschaftlich bedeutend reizvollere Nordroute. Ich entscheide mich ohne Zögern für den Norden.
    Ab Obigarm nutze ich dann die neu gebaute Ausweichstrecke, die wie viele dieser massiven Infrastrukturprojekte in der Region von China finanziert und realisiert wird. Sie ersetzt die alte M41, auf der mehrere Brücken zerstört wurden und beschwerliche Flussdurchquerungen nötig gewesen wären.
    Auf glattem Asphalt, durch drei gut beleuchtete Tunnel und mit tollen Ausblicken komme ich sehr gut voran. Dabei treffe ich zwei andere Radreisende aus Deutschland und den USA, mit denen ich immer wieder ein paar Kilometer und einige Pausen verbringe. Abends genieße ich auf einer Klippe mit Blick ins Flusstal nicht nur die Stille, sondern auch ein langes, schönes Gespräch mit einem deutschen Pärchen, das mit seinem Offroad-Camper unterwegs ist.

    Wenig später biege ich wieder auf die alte M41 und das Khingov-Tal ab. Der Komfort des Asphalts endet abrupt und es folgt eine extrem holprige Piste aus festgefahrenem Grobschotter, tiefem Staub und löchrigem Belag, die jede Kurbelumdrehung erschwert. Gleich zu beginne lasse ich etwas Luft aus den Reifen, um den Fahrkomfort und die Bodenhaftung zu erhöhen.
    Doch die Anstrengung lohnt sich, als der Aufstieg zum Khaburabot-Pass beginnt. Hier wird der Schotter spürbar feiner und lässt sich überraschend gut fahren. Genau an dieser Stelle komme ich auch geografisch im Pamirgebirge an. Bei bedecktem Himmel und angenehm kühlen Temperaturen erklimme ich die Passhöhe von 3.252 Metern erstaunlich entspannt und oben angekommen ist es sogar so kühl, dass ich mir seit Langem mal wieder etwas Wärmeres überziehen muss, bevor eine der spektakulärsten Abfahrten meiner bisherigen Reise folgt. Enge Schluchten öffnen sich zu riesigen, weiten Tälern, während die Piste teilweise ausgesetzt verläuft. Auf der einen Seite ragt die steile Felswand empor, auf der anderen geht es direkt neben der schmalen Fahrbahn tief hinunter zum Fluss. Ein gewaltiges Panorama und ein echter Adrenalinkick, bevor ich schließlich unten im Tal den Ort Qalai Khumb erreiche.
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