• Von Calas de Reis bis O Sisto

    December 27, 2025 in Spain ⋅ ☀️ 12 °C

    Dann Klimaanlage schlummert ich bei 29° so vor mich hin. Ich liebe das, wenn die Bude warm ist. Schlafen konnte ich allerdings erst mal nicht, lag aber auch am Mittagsschläfli…. So erwarte ich relativ zeitig nahm noch einen Kaffee zu mir und war gegen neun in der Spur. Wie weit mich die Füße heute tragen, musste ich zum damaligen Zeitpunkt tatsächlich noch nicht. Alles was ich heute laufe, fällt dann morgen Früh nämlich weg. Es war ganz schön frostig. Und ich war auch richtig froh über meine warmen Handschuhe. Das Pärchen aus Deutschland. Von gestern traf ich heute tatsächlich auch wieder. Mit Chris verabredete ich mich dann zu einem späteren Zeitpunkt der musste erst mal auf die Reparatur von seinem Telefon warten. Zügig ging es voran und mit mehreren kleinen Kaffeestopps fand ich mich dann wieder gegen Mittag am Ziel der ersten Tagesetappe der hübschen Stadt Padron. Aber ich hab ja gelernt, dass Mittagsschlaf nicht allzu sinnvoll ist und auch niemand meiner sonstigen Weggefährten befand sich in greifbarer Nähe. So könnte ich mir einen fulminanten Lunch und war dann auch schon wieder in der Spur Also beschloss ich einfach weiter zu laufen, nämlich genauso weit, wie mich meine Füße heute tragen.

    Irgendwann unterwegs führte mein Kopf mit mir. Selbstgespräche schaffe ich es heute bis Santiago oder nicht. Immerhin wären das dann 44 km gewesen. Dann sind der Kopf und der Geist und die Füße keine guten Freunde. Also buche ich relativ spontan ein günstiges Zimmer. Wenn ich allerdings gewusst hätte, was das für eine schäbige Bude ist, wäre ich auch mit Stirnlampe durchgelaufen bis Santiago.

    Der Besitzer zum einen recht unfreundlich, und zum anderen war das Zimmer nur ein kleiner Verschlag, direkt an der äußerst stark frequentierten Hauptstraße. Zusätzlich eiskalt. Da half auch ein in die Jahre gekommener. Heizkörper nicht. Das Etablissement blieb einfach schäbig. Auch das angepriesen Restaurant sowie die Bar hatten zu und er entschuldigte sich mit der Ausrede, dass es ja immerhin außerhalb jeglicher Saison. Na dann soll er seine Scheißbude aber auch nicht anbieten.
    Auf Nachfrage ob es denn sonst irgendetwas hier im Ort geben würde, wo man möglicherweise sich erwärmen könnte beziehungsweise vielleicht auch noch kulinarisch etwas konsumieren könnte kam keine sinnvolle Antwort. Also pilgerte ich erst mal zur Tankstelle und deckte mich ein, mit diversenungesunden sachen.

    Bei meiner Rückkehr erwischte ich gerade noch den Besitzer und bat umgehend um ein anderes Zimmer welches er mir äußerst wieder willig zur Verfügung stellte.

    Nach erfolgreicher Körperpflege, sah ich das Licht der geschlossenen Bar die Straße hinunter, munter leuchten. Also zog ich alles an, was ich hatte, und machte mich wieder auf dem Weg. Hier traf ich eine sehr charmante Besitzerin, eine offene Tür und ein warmes Herz. Auch kam mich relativ schnell mit Nicolas ins Gespräch, der eigentlich aus Argentinien kommt und heute eine ähnlich lange Etappe gelaufen ist wie ich. Was für ein netter und gebildeter Mensch. Und so ging der Abend mit guten Wein. Hervorragenden Essen und einer großen Herzlichkeit. Jetzt hoffe ich, dass in meiner Abwesenheit die Bude wenigstens einigermaßen warm ist und ich nicht noch die Daunenjacke anziehen muss und die Mütze auf den Kopf stülpe🤣🤣🤣

    Die nette Bar hat übrigens morgen Früh auch wieder auf und serviert mir dann ein Frühstück das habe ich schlau wie ich bin gleich noch bestellt.

    Morgen laufe ich in Santiago ein und ich freu mich drauf hab schon eine Bude gebucht mit einer Whirlpool Badewanne. Nur das Schaumbad muss ich noch besorgen. 😍
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