• Sonnenaufgang am Pointe du Raz

    August 10 in France ⋅ 🌙 18 °C

    Sonnenaufgang war heute für 7:05 Uhr vorhergesagt – also hieß es um 6 Uhr aufstehen. Mein Ziel: Pointe du Raz, einer der spektakulärsten Punkte der bretonischen Küste. Die Landspitze ragt ganz im Westen des Cap Sizun in den Atlantik hinaus. Vor ihr liegt der berüchtigte Raz de Sein, eine Meerenge mit starken Strömungen, Untiefen und ordentlich Seegang. Genau deshalb stehen hier draußen gleich mehrere Leuchttürme.

    Gegen 6:30 Uhr war ich am Parkplatz – praktisch ganz allein. Von dort waren es noch rund 20 Minuten zu Fuß bis hinaus an die Steilküste. Schon auf dem Weg wurde langsam klar, dass sich das frühe Aufstehen gelohnt hatte. Die Aussicht war spektakulär: bis zu rund 70 Meter hohe Felsen, der offene Atlantik und draußen im Meer die Leuchttürme.

    Besonders markant ist der Phare de la Vieille, der seit Ende des 19. Jahrhunderts direkt auf einem Felsen vor der Pointe du Raz steht. Gleich daneben sitzt der kleinere Tourelle de la Plate, wegen seiner Form auch „Petite Vieille“ genannt. Noch weiter draußen erkennt man den Phare de Tévennec, einsam auf einer winzigen Felseninsel im Raz de Sein. Und bei klarer Sicht reicht der Blick sogar bis zur Île de Sein und ihrem Leuchtturm. Diese ganze Kette von Leuchtfeuern zeigt ziemlich eindrucksvoll, wie schwierig die Schifffahrt hier früher gewesen sein muss.

    Also Drohne gestartet und raus aufs Meer. Die Pointe du Raz von oben, die Felsen und die Leuchttürme im warmen Morgenlicht – richtig schöne Stimmung und genau die Bilder, die ich mir vorgestellt hatte. Von oben sieht man erst richtig, wie schmal und zerklüftet die Landspitze ist und wie die Felsen draußen wie eine Verlängerung der Bretagne im Atlantik liegen.

    Auf dem Rückflug dann allerdings eine kleine Schrecksekunde: Der Akku ging schneller zur Neige als gedacht. Noch rund 800 Meter bis zu mir und die Drohne wollte bereits zur automatischen Notlandung ansetzen. Mit den letzten Prozent hat sie es dann tatsächlich noch zurückgeschafft. Knapp, aber gut gegangen – und die Fotos natürlich gleich gesichert.

    Zurück bin ich über einen anderen Weg direkt an der Steilküste entlanggelaufen. Fast noch schöner als auf dem Hinweg: Morgenlicht über dem Atlantik, Vögel überall und zwischendrin erstaunlich große Spinnen. Die Pointe du Raz gehört zum Grand Site de France und ist heute weitgehend als wilde Küstenlandschaft geschützt. Eine herrliche Gegend – und zu dieser frühen Stunde fast menschenleer.

    Pünktlich um 9 Uhr war ich wieder zurück. Tamara hatte die Zeit für eine Runde Schwimmen genutzt – das Wasser war wohl eher auf der schattigen Seite. Wieder getroffen haben wir uns im Hotel. Und nach drei Stunden Morgenprogramm gibt es jetzt erst einmal Frühstück.
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