• Saint-Malo

    August 10 in France ⋅ ☀️ 21 °C

    In Saint-Malo angekommen – und das Hotel war schon mal genial: direkt am Strand. Kurz eingecheckt, Sachen ins Zimmer und dann zu Fuß am Wasser entlang Richtung Altstadt.

    Die Altstadt von Saint-Malo, Intra-Muros, liegt komplett hinter einer mächtigen Stadtmauer. Wir sind durch die alten Gassen gelaufen, oben und entlang der Befestigungen, mit Blick auf den Hafen und das Meer. Im Hafen lagen einige richtig große Schiffe und alte Fregatten – passt perfekt zu einer Stadt, deren Geschichte praktisch komplett mit dem Meer verbunden ist.

    Saint-Malo war über Jahrhunderte eine der bedeutendsten Hafenstädte der Bretagne. Berühmt wurde die Stadt vor allem durch ihre Korsaren. Das waren keine gewöhnlichen Piraten, sondern Seeleute, die mit offizieller Erlaubnis des französischen Königs feindliche Handelsschiffe kapern durften. Einer der bekanntesten war Robert Surcouf, der Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts von Saint-Malo aus operierte. Die Stadt wurde dadurch reich und entwickelte ein enormes Selbstbewusstsein – zeitweise bezeichneten sich die Einwohner angeblich lieber als Malouins denn als Franzosen oder Bretonen.

    Auch Entdecker starteten von hier. Jacques Cartier, der im 16. Jahrhundert den Sankt-Lorenz-Strom erkundete und damit den Weg für die französische Kolonisierung Kanadas bereitete, wurde in Saint-Malo geboren und brach von hier zu seinen Reisen auf.

    Was heute wie eine perfekt erhaltene mittelalterliche Stadt aussieht, ist allerdings teilweise eine gewaltige Rekonstruktion. Im Zweiten Weltkrieg wurde Saint-Malo 1944 bei den Kämpfen um die von deutschen Truppen besetzte Festung zu großen Teilen zerstört. Danach baute man die Altstadt über viele Jahre sehr originalgetreu wieder auf. Deshalb wirkt Intra-Muros heute trotzdem wie aus einem Guss.

    Am Abend natürlich Fisch. Wenn man schon direkt am Atlantik sitzt, gehört das einfach dazu. Der Hummer hätte zwar auch noch gut ins Programm gepasst, aber den haben wir uns dann doch nicht gegönnt.

    Danach ging es zu Fuß zurück zum Hotel. Noch einmal die Abendstimmung am langen Strand genossen, das Licht über dem Meer, die befestigte Altstadt im Hintergrund und langsam Ruhe an der Promenade. Saint-Malo hat uns wirklich gut gefallen – maritim, historisch und gleichzeitig ein klassischer französischer Badeort.

    Allzu spät durfte es allerdings nicht werden. Am nächsten Morgen stand schon das nächste Highlight an: Mont-Saint-Michel. Und natürlich bedeutete das wieder einmal: früh raus. Urlaub eben.
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