• Kunsthandwerk und Draufgänger auf zwei Rädern

    September 15 in Rwanda ⋅ ☁️ 20 °C

    Zwischen dem Museum vom Dian-Fossey-Gorilla-Fund und unserer Lodge lag noch ein kleiner Umweg über einen Craft Shop – eigentlich nicht groß geplant, aber offenbar Teil des Programms. War ganz OK.

    Drinnen saßen mehrere Frauen und junge Männer auf kleinen Holzhockern und haben live gezeigt, wie ihr Kunsthandwerk entsteht. Manche flochten aus getrockneten Grashalmen die typischen runden Ruanda-Körbe – die kennt man ja von Fotos, aber live zuzusehen, wie geschickt die Finger da arbeiten, ist nochmal was anderes. Andere saßen an einer uralten Tretnähmaschine und nähten aus bunten Kitenge-Stoffen kleine Taschen und Accessoires zusammen – wirklich schön anzusehen, wie aus einzelnen Stoffresten am Ende ein fertiges Stück wird. Wieder andere fädelten winzige Perlen zu Ketten und Schmuck auf, in kleinen Plastikschüsseln lagen die Perlen nach Farben sortiert bereit.

    Zum Abschluss mussten sie dann noch für uns singen und tanzen – klar, das gehört zu solchen Besuchen ja irgendwie dazu, auch wenn's ein bisschen inszeniert wirkt. Wir haben am Ende eine Kleinigkeit gekauft und noch was zu trinken bekommen. Alles in allem eine nette Sache – aber ehrlich gesagt nicht der Höhepunkt des Nachmittags.

    Viel spannender war nämlich der Weg zurück zur Lodge zu Fuß. Da kamen uns nämlich wieder diese Radfahrer entgegen – schwer beladen, mit halsbrecherischem Tempo den Berg runter. Und das Verrückte: Die meisten Fahrräder hier haben offenbar gar keine richtig funktionierenden Bremsen. Stattdessen haben sich die Fahrer ein Stück von einem alten Fahrradschlauch um den Fuß gewickelt und schleifen damit bei Bedarf über den Asphalt, um überhaupt zum Stehen zu kommen. Fuß runter, Schlauch auf den Boden, Funken sprühen fast – wirklich abenteuerlich anzuschauen, und man fragt sich automatisch, wie oft das schiefgeht.

    Zurück in der Da Vinci Lodge gab's dann noch einen schönen Ausklang: Am Abend loderte ein Kohlefeuer unter einem schmiedeeisernen Grilldach neben unserem Tisch.
    Zum Essen gab's dann noch echtes ruandisches Hausmannskost-Feeling: kleine Portionen Ugali (der feste Maisbrei, hier oft aus Maniok- oder Bananenmehl gemacht) dazu Isombe, eine würzige Sauce aus zerstampften Maniokblättern – kräftig grün, leicht erdig im Geschmack, typisch für die Region.
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