• 旅行の開始
    2025年4月4日

    Isartor München zum Kloster Schäftlarn

    2025年4月4日, ドイツ ⋅ ☀️ 18 °C

    Heute morgen sagte ich zu meinem Mann, was hab ich mir da angetan. Die Woche war beruflich so anstrengend und an meinem freien Tag, soll ich um 04:30 Uhr aufstehen, damit ich um 06:23 Uhr mit der S-Bahn von Wolfratshausen nach München gelange. Vom spirituellen Zentrum St. Martin soll es losgehen, nachdem wir uns als kleine Pilgergruppe an der Haltestelle Isartor treffen. Die Entscheidung ist gefallen, Pilgerrucksack ist gepackt, ich wollte in die Wechseljahre pilgern, jetzt gibt es kein zurück mehr, sondern nur ein Weg nach vorne. Am 03.April 25 ist es ein Jahr her seit der letzten Regelblutung, die Menopause möchte ich mit dem Pilgern einläuten.

    Mein Ehemann fährt mich mit dem Auto zur S-Bahnhaltestelle. In 45 min bin ich in München am Isartor. Genau diese Strecke pilgern wir in zwei Etappen mit Zwischenhalt Kloster Schäftlarn. An der Haltestelle Isartor treffe ich Gerald und Ulrike unsere Pilgerführer und meine Pilgerschwestern-und Brüder. Wir sind insgesamt 8 Pilger die sich auf dem Weg machen und unsere erste Station ist das spirutuelle Zentrum Sankt Martin. Dort erwartet uns Michael der uns einen Pilgersegen auf den Weg geben möchte. Herzlichst werden wir von Michael empfangen und wir lassen uns in einem Stuhlkreis nieder. Jeder darf sagen, was er auf dem Weg mitnehmen möchte an Themen. Gerda hat noch nie gepilgert und war einfach neugierig was sich hinter der Pilgerei verbirgt Ob die Hüfte das mitmacht war ihre größte Sorge. Christine eine sichtbare Rentnerin ist eine routinierte Bergsteigerin und will sich auch aufmachen, bei ihr sind es die Kniee die ihr Mühe bereiten. Michael ist auch ein Ersteinsteiger und kann mit dem ganzen spirituellem nichts anfangen, er will diesen Weg nutzten, um sich auf die Spur zu kommen. Caroline ist Schauspielerin und ist selbst Begleiterin beim Trauerpilgern, sie gibt uns den Slogan "Folge der Freude" mit auf den Weg. Michael gibt jedem einen persönlichen Segen, einen Pilgerpass direkt von Santiago de Compostela und eine Feder mit, die wir auf dem Weg lassen können, wenn es leicht wird.

    Gestärkt im Vertrauen auf Gott ziehen wir los. Wir kommen an der wunderschönen Isar vorbei und sollen uns dort einen Stein suchen mit dem wir uns innerlich verbinden können. Es fällt nicht jedem leicht in der Gruppe und zuerst meinte Gerda zu mir nimm doch den Stein oder schau der Stein ist auch hübsch. Anfangs habe ich mich auf Gerda eingelassen und tatsächlich einer ihrer vorgeschlagenen Steine genommen, doch beim Weiterlaufen entdeckte ich einen passenden Stein zu mir und ich warf die vorher gewählten Steine ins Wasser. In einer Schweigezeit sind wir mit dem Stein unterwegs und gelangen zur Marienklause. Wir tauschen uns aus in der Pilgerfamilie was und dazu gebracht hat, genau diesen Stein ausgewählt zu haben. Mein Stein sieht aus wie ein Herz mit einer Kerbe. Christines Stein ist lang und glatt, ihr Traum auf Juist zu reisen soll es widerspiegeln. Manche haben Steine die sind auf der einen Seite hell und auf der anderen Seite dunkel. Licht und Schattenseiten des Lebens soll der Stein ausdrücken.

    Wir pilgern weiter bis Pullach, dort gibt es eine ordentliche Rast. In einem Cafe bestelle ich mir einen Espresso und nutze die Toilette. Kurz vor unserem Aufbruch suche ich meine Sonnenbrille wie eine Wahnsinnige. Plötzlich kommt Michael aus dem Cafe und fragt sucht jemand seine Sonnenbrille. Wie dankbar bin ich die Sonnenbrille wieder zu haben, denn die Sonne und Wärme zeigt sich von der besten Seite. Der Weg sorgt für mich und auch die Pilgergeschwister.

    Wir bekommen den Impuls: Danke, dass ich bitte sagen kann mit auf den Weg. Es entsteht ein guter Austausch zwischen uns Pilgern und jeder einzelne öffnet sich mehr. Gerda die verzweifelt über ein Portal einen Partner sucht und nicht glücklich wird, Michael der an seine körperlichen und mentalen Grenzen gekommen ist und sein Beruf aufgegeben hat. Verzweifelt zweimal am Theologiestudium gescheitert ist und letztendlich ein gebrochener Mann geworden ist.

    Jeder bringt seine Geschichte mit auf den Weg und wir pilgern weiter. Gerda bekommt plötzlich Schwierigkeiten mit ihrer Hüfte und Caroline bietet ihr an die Rucksäcke zu tauschen. Caroline ist nur einen Tag dabei und ihr Gepäck ist dadurch etwas leichter. Caroline lernt gerade norwegisch und sagte mir, weißt du was Oma auf norwegisch heißt? Ich sage nein. Es heißt "bestmur" -beste Mutter. Es lässt mich immer mehr aussöhnen zu wissen meine Fruchtbarkeit endet und meine Enkeltochter ist ein Zeichen der Fortsetzung der Fruchtbarkeit meiner Kinder. Es geht weiter und immer weiter.

    Es ist nicht mehr weit bis Kloster Schäftlarn und wir sprechen uns für die letzten Kilometer einander Mut zu. "Wir schaffen noch die letzten Kilometer". Wir kommen kurz vor 17:00 Uhr an im Kloster Schäftlarn und holen uns den verdienten Pilgerstempel. Der Klosterladen ist kurz vor der Schließung und doch lässt uns die Dame noch in das Geschäft. Dort kaufe ich meiner Enkeltochter Noemi ein Armband mit Engelsflügel.

    Wir kommen im Klosterbraustüberl an und quartieren uns in unsere Mehrbettzimmer für das Pilgerfeeling ein. Mit meiner Mitpilgerin Bianka habe ich eine ideale Zimmergesellin. Bianka schläft im Einzelbett und ich im Doppelbett, Jesus wacht als großes Bild über mir. Duschen, Ausruhen und Umziehen und schon treffen wir uns im Gasthaus zum Speisen. Nach einer kurzen Reflexionsrunde bestellen wir unser Essen und bei mir gibt es Zander mit Linsen-Kartoffel-Gmias. Gerald schmeißt noch eine Runde Klosterschnaps und wir haben rund um einen unterhaltsamen geselligen Abend. Michael erzählt wie gekonnt Witze und Gerda und ich amüsieren uns als wären wir auf Klassenfahrt. Ich weiß nicht wann ich so ein Lachflash zuletzt hatte wie mit Gerda.

    Müde flogen wir alle ins Bett, denn am nächsten Tag geht die Pilgerei weiter. Bianka und ich datteln noch ein wenig auf dem Handy und es fühlt sich so an als wäre meine große Schwester da. Meine ältere Schwester heißt Bianca, obwohl sie sich die ganze Kindheit mit k geschrieben hat, also Bianka. Kürzlich sagte meine Schwester zu mir, du warst mir in allem voraus im Heiraten, beim Kinderkriegen, beim Oma werden. Doch nicht in allem, Bianca war mir beim Pilgern voraus. Ihre Pilgerberichte findet ihr hier unter Pilgerbiene https://findpenguins.com/4qtqnpue9njap
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  • Kloster Schäftlarn nach Wolfratshausen

    2025年4月5日, ドイツ ⋅ ⛅ 19 °C

    Durch die Kirchenglocke von der Klosterkirche Schäftlarn erwachen Bianka und ich. Guten Morgen Pilgerschwester begrüßt mich meine Zimmergenossin und ruck zuck sind wir in einem richtigen tiefen Gespräch verwickelt. Schnell unter die Dusche gehopst, denn die anderen 6 Pilger warten schon auf uns. Am Frühstückstisch ist das nötigste gedeckt Brötchen, Müsli, Milch, Wurst und Käse und natürlich Marmelade und Co. Um 9:00 Uhr treffen wir uns am Kloster es geht weiter mit dem Pilgern. Dazugekommen ist Margit die Ehefrau von Michael, sie hat starke Arthrose und wollte deswegen nur Tag 2 mitmachen. Wir befinden uns heute auf dem Jakobsweg "Isar-Loisach-Leutascher-Ache-Inn.

    Eine ganze Strecke gehe ich ganz alleine, bis wir an die Isar kommen. Dort werden wir wieder auf einen Schweigemarsch mit dem Psalm 23 los gesendet. Dort nehme ich den Auszug aus dem Psalm mit : er (Gott der Herr) führt mich gerecht durchs Leben.

    Wir machen Pause bei der Fischzucht Aumühle und Gerald kauft sich zwei Brötchen mit geräucherter Forelle. Mutig gehe ich auf die Suche nach einer Toilette und tatsächlich hinter einer braunen Tür soll sich ein WC verbergen. Bloß auf diesem Gelände gibt es x braune Türen. Als ich plötzlich halb im Fischladen stand, war klar die Verkäuferin meinte deutlich, es wäre das andere Haus mit der braunen Tür. Wie dankbar waren Gerda, Christine und all die anderen, dass dort eine nutzbare Toilette war. Michael hat sich auf dem Spielplatz niedergelassen und meinte ganz trocken, der kleine Michael kann vom Småland abgeholt werden. Was war das denn, hat Michael sein inneres Kind entdeckt.

    Wir pilgern durch die Pupplinger Au und es kommt ein Fahrradfahrer nach dem anderen. Es ist eine reine Teerstraße und nicht so angenehm zu laufen, wie halt im wirklichen Leben. Nicht immer sind unsere Wege angenehm. Doch angenehm wird der Weg als mich Gerald von seinem Fischbrötchen abbeißen lässt. Unser Ziel ist die St. Nantwein Kirche in Wolfratshausen. Nachdem wir die Pupplinger Au durchpilgert haben gibt es erstmal eine Rast im Gasthaus Aujäger. Dort bestellt die Hälfte unserer Pilgerfamilie ein Helles, denn bei 17 Grad hatten wir traumhaftes Wetter und das Bedürfnis unseren Durst zu löschen. An der Stelle verabschiedetet sich Michael, da er starke Rückenschmerzen hatte.

    Die Kirche St.Nantwein liegt auf dem Friedhof in Wolfratshausen, dort haben wir eine Abschlussrunde und Gerald überreicht jedem Pilger eine Muschelkette. Wir sind von Herzen dankbar diese zwei Tage in der Pilgerfamilie miteinander verlebt zu haben und gehen mit dem Motto: Folge der Freude! weiter...
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  • Seefeld -Hechendorf nach Grafrath

    2025年6月1日, ドイツ ⋅ ☁️ 25 °C

    Pilgern bringt mich weiter in meinen inneren Prozessen. Das Unterwegssein mit beiden Beinen mal ein Schritt mit dem rechten Fuß und dann mit dem linken Fuß aktiviert die gegenteilige Gehirnhälfte. Ohne großes Trallala passiert das wie im Autopilot. Der Weg heute führt zum Grab des Heiligen Rasso in der Wallfahrtskirche St.Rasso in Grafrath. Läppische 16 km durch Wald und Wiesen.

    Treffpunkt ist der S-Bahnhof in Seefeld-Hechendorf, wir sind eine kleine Pilgergruppe mit zwei Pilgerbegleiter und 5 Pilger. Ich scheine neben den Pilgerbegleiterinnen Caroline und Anette die Jüngste zu sein. Zweimal Ursula, Arne, Helga und vielleicht Erika.

    Himmlische Perspektiv

    Kurz nach Himmelfahrt, machen wir uns auf dem Weg. Auf den Spuren des Heiligen Rasso von Seefeld nach Grafrath bewegen wir mit unserer ganz individuellen, vielleicht auch gemeinsamen Himmlischen Perspektive .Haben wir Vertrauen in den Himmel? Genug inneren Abstand zu Situationen, die uns bewegen?

    Dieser Pilgertag lädt ein, den Alltag hinter sich zu lassen und neue Blickwinkel zu gewinnen. Spirituelle Impulse und Momente der Stille begleiten den Weg und unterstützen dabei, Schritt für Schritt dem inneren Kompass zu folgen. Kann ich das Gute und auch das Schwere an den Himmel abgeben?

    Trotz der Kleingruppe bin ich diesmal ganz alleine unterwegs. Die überwiegende Zeit pilgere ich bei Regen alleine ohne mit jemand zu sprechen. Dankbar bin ich für die Regenjacke meiner Schwester, sie wird heute von mir Premiere getragen. Ich pilgere vorbei an einem Garten mit herrlichen Margeriten, meine Lieblingsblumen von Kind an. Ich denke an die wilde Blumenwiese hinter dem Haus meiner Kindheit mit Kuckusblumen, Gänseblümchen, Butterblumen und Löwenzahn ( Pusteblume) .

    Weiter geht es im Schweigen bis zum Wörthsee, vorbei an Getreidefelder Weizen und Gerste.Beim Zurückschauen haben wir einen Panorama-Blick Richtung Kloster Andechs und Zugspitze.

    Am Wörthsee ist es am Sonntagmorgen sehr ruhig, ein paar Windsurfer sind auf dem Wasser und der Regen hat sich verabschiedet. Wer im Schirm des Höchsten sitzt wird bleiben im Schatten des Allmächtigen. Die nächste Station ist die katholische Kirche Heiliges Abendmahl in Steinefeld. Wir betreten die Kirche Caro liest das Gedicht von Rainer Maria Rilke vor:

    Nachthimmel und Sternenfall

    Der Himmel, groß, voll herrlicher Verhaltung,
    ein Vorrat Raum, ein Übermaß von Welt.
    Und wir, zu ferne für die Angestaltung,
    zu nahe für die Abkehr hingestellt.

    Da fällt ein Stern! Und unser Wunsch an ihn,
    bestürzten Aufblicks, dringend angeschlossen:
    Was ist begonnen, und was ist verflossen?
    Was ist verschuldet? Und was ist verziehn?

    Insbesondere die Passage: Was ist begonnen, und was ist verflossen? spricht mich an. Ich spiele mit meinen Gedanken in die Vergangenheit und gleichzeitig in die Zukunft. Die ersten Pilgerwegweiser des Rassoweges tauchen auf, die Hitze drückt durch und wir Pilgern weiter bis zu einem kühlen Wald. Dort verweilen wir für eine längere Mittagspause.

    Beim Weiterpilgern laufe ich mit Caro weiter, wir tauschen uns aus über alte Kindheitsverletzungen und wenn wir im Jetzt und Hier getriggerte werden. Es geht immer darum stellen wir fest, wir sind heute in Sicherheit und dürfen den alten Gefühlen keine Macht über uns geben. Raus aus dem Opfer und sich davon verabschieden, dankbar zu sein für das was Gutes früher geschehen ist. Ich erzähle ihr einen nächtlichen Traum den ich kürzlich hatte. In dem Traum rettete ich mich selbst durch eine Reanimation und ich konnte wieder Atmen. Atmen steht für Leben und der Freitod meines Vaters war sein Weg nicht mehr zu Atmen. Heute habe ich mich mit meiner Tochter in Augsburg getroffen, dort sah ich eine Frau mit einem T-Shirt „Just Breathe“ Sofort entschied ich so ein T-Shirt mit so einem Aufdruck zu kaufen. Atme einfach Karola.

    Es ist nicht mehr weit und wir sind in Grafrath an der katholischen Kirche Sankt Rasso angekommen. Dort war ein Gottesdienst und nur deswegen konnten wir zu unserem Ziel an das Grab des Heiligen Rasso gelangen. Wenn dort kein Gottesdienst ist ist der Kirchenraum mit einem Gitter verschlossen.

    Das Grab des Heiligen wurde schon im Mittelalter von zahlreichen Pilgern aus Bayern, Schwaben und Tirol besucht. So ist überliefert, dass unzählige Wunder an dem Wallfahrtsort geschehen sein sollen. Besonders bei Leiden und Krankheiten des Unterleibs erhofften sich die Pilger durch die Wallfahrt nach Grafrath Gesundung.

    Zum erstenmal zünde ich für meinen verstorbenen Vater (den ich mit dem 6.Lebensjahr verloren habe) eine Opferkerze an in dieser Kirche. Ein besonderer Moment der mich berührt. Eine Mitpilgerin schließt sich mir an.

    Wir pilgern noch bis zur S-Bahn in Grafrath und dann trennen sich unsere Wege. Nach dem Weg ist vor dem Weg.
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  • Vom Kloster Schäftlarn nach Starnberg

    2025年7月13日, ドイツ ⋅ ☀️ 27 °C

    Zwischenbilanz ist das Motto für diesen Pilgertag des evangelischen Bildungswerkes München. Heute fahre ich zu meiner Tochter die demnächst in das dritte Trimester ihrer Schwangerschaft kommt. Die Zeit im ICE nutze ich um meine Eindrücke des Pilgertages zu reflektieren.

    Vor der Haustür geht es los Richtung Wolfratshausen mit der S7 fahre ich bis Ebenhausen- Schäftlarn. Von dort gibt es ein 15 min Fußweg zum Kloster Schäftlarn. Es ist ein gemütlicher Weg und die erste Etappe gehe ich alleine. Möchte ich den nächsten Pilgertag mich alleine auf den Weg machen? Es ist schon ziemlich warm und ich sehe mit mir des Weges einige Weinbergschnecken. Diese Tiere sind besonders denn sie haben ihr Haus immer dabei.

    Ich erblicke bei strahlendem Sonnenschein das Kloster Schäftlarn. Mir kommen zwei männliche Fahrradfahrer entgegen, dem einen Mann fällt der Fahrradhelm aus der Hand auf die Straße. Beherzt hebe ich den Helm auf und sag zu ihm „setzen sie den Helm lieber auf den Kopf“ Darauf sein Kompagnon “Na versucht mein Freund auf die Art und Weise die Frauen anzumachen!“ Ich lächle in mich hinein, da legte er noch einen drauf „er würde sich für den Helmverlierer schämen. Darauf ich meinte „ dies wäre aber toxischer Scham dieses Fremdschämen.

    Meine Pilgergruppe ist am Brunnen in Sicht und ich sehe ein bekanntes Gesicht Annette einer der Pilgerbegleiterinnen. So nach und nach trudeln die Mitpilger ein und Christine eine weitere Pilgerbegleiterin. Besonders ist dass es ein Wallfahrtstag heute zum Kloster Schäftlarn gibt. Es strömen in kleinen Gruppen Menschen daher.

    Mit von der Partie sind Ursula, Sue, Elisabeth, Hedi und Wolfgang. Wolfgang läuft nur bis Neufahrn mit.

    Christine liest einen Pilgersegen

    Du Gott des Aufbruchs

    Du Gott des Aufbruchs
    segne mich,
    wenn ich Dein Rufen vernehme,
    wenn Deine Stimme lockt,
    wenn Dein Geist mich bewegt
    zu Aufbruch und Neubeginn.

    Du Gott des Aufbruchs
    segne die Wege die hinter uns liegen.
    Schenke uns Mut über Schwellen zu gehen
    und neue Räume zu betreten.

    Möge uns Gott weiterhin Kraft und Zuversicht schenken, seinen Weg zu finden und die Schritte
    zu gehen, die uns weiterführen.

    Du Gott des Aufbruchs, wende und dein Angesicht zu, wenn wir Irrwege nicht erkennen, wenn Angst uns befällt , wenn Umwege uns ermüden, wenn wir Orientierung suchen in den Stürmen der Unsicherheit.

    Du Gott des Aufbruchs mache uns aufmerksam wenn wir mutlos werden und wenn uns Menschen begegnen, wenn unsere Freude überschäumt, wenn Blumen blühen , wenn die Sonne uns wärmt , Wasser uns erfrischt und Sterne leuchten auf unserem Lebensweg .

    Du Gott des Aufbruchs sei mit uns unterwegs mit uns selbst, zu den Menschen und zu dir.
    Amen

    Wir brechen auf und unser erster Stop findet an der kleinen Waldkapelle Maria Rast statt. Wir gehen die erste Etappe schweigend, was war im ersten halben Jahr was hat mich bewegt, was hat mich herausgefordert und wo gab es schöne Momente, was tut sich da im Inneren.

    Ich laufe alleine und doch in der Gruppe, relativ leichtfüßig pilgere ich den Waldweg hoch. Es kommt eine Gruppe junger Menschen Aus verschiedenen Nationalitäten. Ein junger Mann wird geführt und den Weg nach unten geleitet, ich dachte ob er blind sei. Er nimmt mich wahr und grüßt mich.

    In Ebenhausen Schäftlarn angekommen machen wir einen halt an der Kirche St.Benedict, die Kirche wurde gebaut, weil die Bevölkerung im Münchner Umland zugenommen hat. Da die Mitgliederzahlen in den Kirchen sinken und die Kirche sehr renovierungsbedürftig ist, deswegen wurde sie im Dezember 23 profanisiert, sprich aus dem Kirchendienst herausgenommen. Das Altarbild zeigt das heilige Jerusalem, jedoch ist die Kirche verhüllt und wie können sie nicht mehr besichtigen.

    Manchmal gibt es Dinge im Leben die sind überholt, wie diese Kirche. Sie dienen nicht mehr dem Zweck dem sie mal gedient haben. Was hat bei mir die Zeiten überlebt und könnte außer Dienst gestellt werden.

    Ein paar schlaue Leute wollen die Profanisierung rückgängig machen und fordern Denkmalschutz für die Kirche. Damit wäre die Kirche nicht nutzbar und somit eine Bauruine. Was ist in meinem Leben zur Bauruine geworden und wo müsste ich eine klare Entscheidung treffen? Mit diesen Fragen geht der Pilgerweg weiter.

    Wir halten an an der Waldkapelle Neufahrns

    „Jedes Ereignis, alles auf der Welt hat seine Zeit: Geborenwerden und Sterben, Pflanzen und Ausreißen, Töten und Heilen, Niederreißen und Aufbauen, Weinen und Lachen, Klagen und Tanzen, Steinewerfen und Steinesammeln, Umarmen und Loslassen, Suchen und Finden, Aufbewahren und Wegwerfen, Zerreißen und Zusammennähen, Schweigen und Reden, Lieben und Hassen, Krieg und Frieden.“
    ‭‭Prediger‬ ‭3‬:‭1‬-‭8‬ ‭HFA‬‬

    Was möchte ich abgeben? Was möchte ich mitnehmen? Wir gehen die nächste Etappe in der Stille.

    Es ist so warm, dass wir sogar auf dem Friedhof Neufahrn- Zell an den Brunnen gehen um unsere Wasserflaschen zu füllen. Da dachte ich seh ich recht, es ist der Sankt Rochus Brunnen. Ich erinnere mich, dass ich im Sankt Rochus in Dieburg im Krankenhaus Krankenpflegehelferin gelernt habe.

    Wer war der heilige Sankt Rochus?

    Rochus von Montpellier ist ein Heiliger der katholischen Kirche, der als Schutzpatron gegen die Pest angerufen wird. Rochus verschenkte sein Vermögen den Armen, pflegte in Rom Pestkranke, wurde selbst krank, konnte geheilt werden.

    Einige Zeit später erfahre ich, dass ein sehr liebenswürdiger Patient im Mai 25 dort beerdigt wurde. Diesmal ist seine Ehefrau bei ins in der Rehaklinik an den Osterseen um die Trauer zu bewältigen. Hr.D.war ein Goldschatz, jedoch 18 Jahre pflegebedürftig.

    Wir pilgern weiter an den die Obstbaumwiesen vorbei. Das Bild des Pflanzen und des Erntens, manchmal Pflanzen wir was und manches wird etwas und manches nicht. Was ist gelungenen in dem Jahr? Was ist noch unerledigt? Ist etwas noch offen oder unerfüllt? Gibt es auch Wendepunkte die Versöhnung bewirkt haben.

    Unsere Mittagspause findet in Haarkirchen statt, wir pflanzen uns auf die Wiese. Mit Sue habe ich mich tief ausgetauscht. Sie leitete Vollmondseminare als körperorientierte Psychotherapeutin für Körpertherapie. und lernte damals ihren 26 Jahre jüngeren Partner kennen.

    In Manthal besuchen wir noch einen Biergarten wir laufen weiter über den Milchberg an der Marianne-Strauß-Klinik vorbei und treffen genau auf die ehemalige Schön-Klinik in Kempfenhausen. 2015 war es meine erste Arbeitsstelle in Bayern als Krankenschwester.

    Gibt es Ressourcen auf die ich zugreifen kann. Kann ich vergessen was hinter mir liegt um mich auszustrecken was vor mir liegt. Jesus sagt: ich bin bei euch bis ans Ende der Welt. Wir gegen weiter mit dem Blick auf die Berge, die Gipfel der Zukunft.

    Angekommen in Starnberg

    Ich danke dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, deinen lieben Sohn, daß du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast, und bitte dich, du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, daß dir all mein Tun und Leben gefalle. Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, daß der böse Feind keine Macht an mir finde.

    Dankbar und verschwitzt warte ich an der Haltestelle auf den Bus der mich nach Wolfratshausen zu meinem Auto fährt.
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  • Benediktbeuern Kloster Rundweg

    3月28日, ドイツ ⋅ ☁️ 7 °C

    Einfach losgehen, aufbrechen, unterwegs sein - Saisoneröffnung zum Pilgern ruft das Kreisbildungswerk Bad-Tölz Wolfratshausen aus. Ausgeschrieben war der Weg vom Kloster Benediktbeuern durch das weitläufige Loisach-Kochelsee-Moor bis zum Kloster Schlehdorf. Doch witterungsbedingt hat die Pilgerführerin sich für einen anderen Weg entschieden. Ich bin etwas enttäuscht, packe trotzdem meinem Pilgerrucksack und tuckere mit dem Auto auf den Klosterparkplatz. Dort sehe ich bereits beim Ankommen die kleine Pilgerschar und ich bin gespannt was mir der Tag bringen mag.

    Tobias Huhn ein Religionspädagoge und Gabi Leinauer eine Pilgerbegleiterin führen uns durch den Tag. Wir starten im Klosterhof mit einem Impuls über das Pilgern und was es bedeutet. Es sind einige Neulinge mit dabei, die erste Pilgererfahrungen sammeln wollen. Ich treffe Christine wieder eine Mitpilgerin von letztem Jahr bei der zweitägigen Tour von München nach Wolfratshausen. Unsere ersten Station ist die Vogelstation Moosmühle. Dort beobachten wir die Vögel wie sie daher geflattert kommen und wieder wegfliegen.

    Wir pilgern weiter und hangeln uns am Moorerlebnispark entlang. Es geht über Hängebrücken, umgekippte Baumstämme und wir fahren mit einem Floß von der einen Seite des Teiches zur anderen Seite. Wir gehen weiter und vor uns erscheint ein Kreuz mit Jesus. Das Kreuz: Vertikal und Horizontal treffen zusammen - Himmel und Erde begegnen sich - Leben und Tod. Jesus Christus ist der Weg, die Wahrheit und das Leben niemand kommt zum Vater als durch mich. Jesus sagt: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, selbst wenn er stirbt. (Joh 11,25)

    Wir gehen eine lange Wegstrecke schweigend weiter an der Loissach entlang. Es ist heute für mich stimmig in Ruhe und ganz alleine weiter zu gehen. Es begegnet mir ein Schlüssel auf dem Schweigemarsch. Ist dies der Schlüssel zu mir selbst? Die Herzenstür kann ich nur selbst von innen öffnen, es fällt mir schwer mich zu öffnen und lebendig zu sein. Ist das der Schlüssel der mich aufweckt und lebendig macht. Kürzlich erzählte mir meine Fußpflegerin sie hätte ihren Körper für tot erklärt. Sie hatte 4 Jahre keine partnerschaftliche Beziehung mehr und datet seit kurzem einem Mann und ist überrascht, dass sich da in ihr etwas rührt. Gedanklich bin ich wieder bei den Wechseljahren und manchmal fühlt sich in mir auch alles tot an. Obwohl ich im November 25 erneut Oma wurde von einem wunderbaren Enkelsohn Levi. Levi steht für Leben und Frieden und ich bin dankbar, dass meine Tochter ihren Sohn so genannt hat. Es erinnert mich daran "Karola du darfst leben" und dich lebendig fühlen.
    Ein paar Tage vor Levis Geburt hat sich tatsächlich nach 18 Monaten meine Mens nochmal leicht gemeldet. Den Zusammenhang dass meine Tochter geboren hat, macht mich stolz und sie war tapfer bis zum Schluss.

    Wieder komme ich an einem Kreuz vorbei, dort steht :" Ich gehe mit dir Schritt für Schritt". Ich bin nicht alleine auf dem Weg! Nach dem Schweigen folgt ein Impuls der Pilgerbegleiterin, wir atmen ein und aus und Gabi liest einen meditativen Text vor über das Ein-und Ausatmen, das Innehalten. Nach einer Stärkungspause geht es weiter und jeder darf sich einen Zettel mit einem Impuls ziehen .Wir können uns mit einer Mitpilgerin dann irgendwann auf dem Weg über den Satz austauschen. Mein Satz war: Aus den Steinen, die dir in den Weg gelegt werden, kannst du etwas Schönes bauen. Erich Kästner. Meine Mitpilgerin Birgit hat den Satz „Der längste Weg ist der Weg zu dir selbst“ von Mahatma Ghandi. Mich sprechen beide Sätze an auf diesem Weg und ich tausche mich mit Birgit über „ den Weg zu sich selbst wieder finden“ aus. Wir geben soviel für anderen und ich in meinem Beruf als Krankenschwester sowieso, dazu hat mein Ehemann eine bereits über 12 wöchige Krankheitsphase, in der ich mich selbst übersehen habe und doch gefunden . Ich bin dankbar gepilgert zu sein und wir kommen im Kloster Benediktbeuern in der kleinen Klosterkapelle an. Tobias spielt Klavier und wir singen zwei Lieder aus dem Gesangbuch. Er baut einen Weg mit Steinen auf und wir dürfen uns einen Stein aussuchen und ein Wort, Bild darauf malen. Auf meinem Stein steht MUT. Ich brauche Mut um den Weg des Pilgerns bald alleine zu gehen.

    Gott, du Gott des Aufbruchs und der Wege.
    Du kennst jeden Schritt,
    den wir gegangen sind.
    Du weißt von unseren leichten Tagen
    und den schweren.

    Danke für Menschen,
    die uns begleiten.
    Danke für Begegnungen ,
    für Gespräche,
    für gemeinsames Lachen.

    Segne die Wege,
    die noch vor uns liegen.
    Manche werden wir gemeinsam gehen.
    Andere alleine.
    Aber wir vertrauen darauf:
    Du gehst mit.
    Uns lass uns selbst zu Menschen werden,
    die anderen Mut machen
    auf ihrem Weg.
    Amen

    Der Tag war wahrlich sonnig und warm und ich habe mir tatsächlich den ersten leichten Sonnenbrand im Gesicht geholt. Doch diesen nehme ich für diesen Tag gerne in Kauf.
    Ultreia!!! Weiter geht's
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