• Frostige Nacht, warme Hoffnung

    January 5 in Switzerland ⋅ 🌙 -9 °C

    Nach einer ruhigen und erholsamen Nacht bei angenehmen Temperaturen – so dachten wir zumindest – kriechen wir aus unseren warmen Betten. Doch die Realität holt uns schnell ein: In unserem Womo hat es ordentlich abgekühlt. Gerade noch 11 Grad im Innern. Brrr. Was ist passiert?

    Am Abend zuvor hatten wir Johneli mit Gas auf kuschlige 20 Grad aufgeheizt und danach auf Strom umgestellt, da dieser auf dem Campingplatz im Preis inbegriffen ist. Doch offenbar reichen 3 kWh Heizleistung bei diesen eisigen Aussentemperaturen nicht aus. Draussen herrschen stolze –17 Grad. Also heisst es: zurück auf Anfang.

    Gleichzeitig entscheiden wir uns, noch einen weiteren Tag auf diesem Campingplatz zu bleiben. Uns gefällt es hier sehr – und ausserdem hoffen wir, unsere technischen Herausforderungen in den Griff zu bekommen.

    Zuerst nehmen wir uns erneut die Heizung vor. Also wieder mit Gas auf voller Leistung auf 15 Grad hochgeheizen und anschliessend erneut auf Strom umstellen, diesmal mit Gasunterstützung. Die Idee: Wenn der Strom es nicht schafft, springt die Gasheizung ein. Anfangs will es allerdings überhaupt nicht funktionieren. Die Heizung fährt immer wieder herunter. Offenbar ist das System überfordert – bei diesen Temperaturen sind 5 Grad Aufheizen schlicht zu viel verlangt.

    Zwischendurch telefonieren wir mit unseren bekannten „Pinguianern“ Sonja & René. Wir tauschen unsere Erfahrungen aus, und auch sie bestätigen uns, dass das Ganze mit der Alde-Heizung grundsätzlich so funktionieren sollte, wie wir es uns vorgestellt hatten. Vielen Dank euch beiden für die hilfreichen Tipps!

    Wir geben nicht auf. Zuerst heizen wir Johneli mit Gas auf die gewünschten 20 Grad hoch, schalten danach den Strom erneut als Hauptquelle hinzu – und siehe da: Jetzt funktioniert es! Die Temperatur bleibt konstant, die Heizung schnurrt leise vor sich hin. Wir lassen die Einstellungen nun erst einmal so bis morgen.

    Vielleicht haben wir auch ein weiteres Problem gelöst: die Schwarzwasserentleerung. Die Sicherung für die elektrische Steuerung haben wir gefunden – und sie scheint defekt zu sein. Beim nächsten Entleeren tauschen wir sie aus und hoffen, dass dann alles wieder funktioniert. Den Austausch verschieben wir jedoch bewusst noch, nicht dass sich der Schieber automatisch öffnet und wir eine unfreiwillige Überschwemmung rund um unser Womo mit eher unangenehmen Gerüchen verursachen. Wir halten euch auf dem Laufenden.

    Die Sonne unterstützt Johneli heute immerhin ein wenig von aussen, und ein Spaziergang in der klirrenden Kälte ist ohnehin Pflicht. Die frische Winterluft tut unglaublich gut. Entlang der Flaz und des Inns spazieren wir auf verschneiten, gut präparierten Fusswegen, vorbei an den Langlaufloipen der Promulins-Arena Gravatscha – Teil der 7,5 Kilometer langen Rundloipe des Frauenlaufs Engadin Skimarathon.

    Zurück am Womo schnurrt die Heizung immer noch zuverlässig, und die Temperatur hält sich stabil. Ein gutes Gefühl.

    Den Abend verbringen wir gemütlich in unserem Johneli und sind gespannt, was der morgige Tag bringen wird. Uns steht wohl die bisher kälteste Nacht unserer Reise bevor.
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