• Rentiere und eine besondere Entdeckung im Wald

    June 9 in Finland ⋅ ☁️ 21 °C

    Die Nacht auf dem Kaunispää war herrlich ruhig – genau diese Stille, die man nur im Norden findet. Heute gönnen wir uns einen „freien“ Tag. Ohne Plan, ohne Druck. Jeder macht, worauf er Lust hat.

    Yvonne entscheidet sich, zu Fuss nach Saariselkä zu laufen, während Andreas später mit dem Wohnmobil nachkommt und irgendwo im Ort parkiert. Gemeinsam erkunden wir das kleine Zentrum des Ortes.

    Im Sommer ist hier nicht viel los, nichts Spektakuläres – aber man kann sich gut vorstellen, wie der Ort im Winter auflebt und dann seinen ganzen winterlichen Charme entfaltet. Von hier aus wären auch grössere Wanderungen in die umliegenden Hügel möglich, allerdings ist es uns dafür heute schon zu warm – die Wege sind meist offen und baumlos.

    In Saariselkä begegnen wir immer wieder Rentieren. Sie sind hier so alltäglich, dass man fast vergessen könnte, dass es Wildtiere sind. Und doch staunen wir jedes Mal aufs Neue, wie ruhig sie einfach weitergrasen, ohne sich von Menschen stören zu lassen. Wir halten bewusst Abstand – so haben wir es im vorletzten Winter von den Samen gelernt. Respekt vor dem Tier gehört hier einfach dazu.

    Im Sommer ziehen Rentiere durch Wälder, Moore und offene Tundren. Sie finden dann reichlich Nahrung wie Gräser, Kräuter, Blätter und Pilze. Die langen Sommertage helfen ihnen, genug Energie für den Winter aufzubauen. Oft wirken sie in dieser Zeit ruhig und beinahe gelassen, während sie in kleinen oder grösseren Herden unterwegs sind.

    Im Winter dagegen zeigt sich ihre ganze Anpassungsfähigkeit: Schnee und Kälte bedecken die Landschaft, Nahrung wird knapp. Mit ihren kräftigen Hufen scharren sie den Schnee beiseite, um an Flechten zu gelangen – eine ihrer wichtigsten Nahrungsquellen. Ihr dichtes Fell schützt sie dabei zuverlässig vor eisigen Temperaturen und Wind.

    Auch der Mensch ist eng mit dem Rentier verbunden. Besonders die samischen Gemeinschaften in Nordskandinavien leben seit Jahrhunderten mit ihnen zusammen und betreiben traditionelle Rentierzucht. Bis heute sind Rentiere deshalb nicht nur Teil der Natur, sondern auch ein wichtiger Bestandteil der Kultur des Nordens.

    Am Nachmittag fahren wir noch zu einem Wanderparkplatz. Andreas arbeitet am neuesten Video, während Yvonne alleine durch die Wälder Lapplands wandert – vorbei an kleinen Goldgräber-Behausungen, wo gerade eine Gruppe Gold wäscht. Immer wieder hält sie Ausschau nach Rentieren – und entdeckt dabei überraschend sogar ein Auerhuhn im Wald.

    https://www.komoot.com/tour/3025436017?ref=itd&…
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