• Bert Hentschel
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Bretagne 09/26

A 10-day adventure by Bert Read more
  • Trip start
    September 14, 2026

    Camping complet

    September 14 in France ⋅ ☀️ 20 °C

    Das Wetter ist noch schön, es sind fast zehn Tage Zeit da, also schnell noch ein paar Tage mit Kowalski in die Bretagne. Mit einem KI.Plan bewaffnet ziehen wir los, vielleicht gerade noch rechtzeitig, bevor uns die KI den Garaus macht. Der OpenAI Chef sieht die Chance bei 10%, aber wir denken positiv und hoffen, die Reise mit 90% Wahrscheinlichkeit beenden zu können, natürlich vorausgesetzt, dass die Hutis der Welt den Ölhahn nicht endgültig abdrehen. +++ Das kleine Örtchen Honfleur in der Nähe von Le Havre soll unser erstes Ziel sein, aber siehe da: wir sind nicht alleine: Camping complet. Wer sich fragt, was der deutsche und der französischen Rentner nach dem 63. Lebensjahr so anstellt, hier gibt es Antworten. Einige Kilometer weiter, kurz hinter Deauville, finden wir dann doch noch einen Stellplatz. Einmal mehr sind wir die einzigen ohne Hund. Ich muss rgendwann herausfinden, wieso Camper gerne die wenigen Quadratmeter mit einem Tier teilen, das gerade noch im Meer war und in feuchtem Zustand bestimmt streng riecht. Aber das soll nicht unsere Sorge sein, der Strand ist schön, das Wasser des Ärmelkanals weniger kalt als befürchtet und die französischen Nachspeisen wie immer einzigartig (mit Meringue und Maronenreme).Read more

  • Stille Schönheit

    September 15 in France ⋅ 🌬 19 °C

    Die Bretagne ist verflixt groß, so dass wir nochmal ein ordentliches Stück zurücklegen müssen, um in der Zielregion (Cote de Granit Rose) anzukommen. Genauer gesagt schaffen wir es bis kurz hinter Paimpol auf einen kleinen Campingplatz namens Camping Panorama du Rohou, der etwas in die Jahre gekommen ist, aber nur wenige Schritte von der “Embarcadere de l’Arcouest” entfernt ist. Von dort soll es morgen per Fähre auf die Ile de Brehat gehen. +++ Heute kommen wir mehr oder minder zwangsläufig am Mont Saint Michel vorbei, den wir aber nur von weitem sehen … die riesigen Parkplätze und jede Menge touristischer Angebote unterstreichen die Popularität dieses der Küste vorgelagerten Klosterbergs, halten uns aber von einem Besuch ab. Statt dessen lassen wir uns von der Abtei Beauport am Ortsrand von Paimpol verzaubern, die vom milden Spätsommerlicht besonders stimmungsvoll in Szene gesetzt wird und dessen stille Schönheit alle Besucher ihrerseits still werden lässt. Schließlich folgen wir noch ein paar Kilometer der “Klippenroute” (route des falaises). Sie ist nicht gerade für Begegnungsverkehr gemacht, schon gar nicht, wenn gößere Fahrzeuge aufeinander treffen, aber in den Abendstunden hält sich das Wohnmobilaufkommen in Grenzen.Read more

  • Justine und Polo …

    September 16 in France ⋅ ⛅ 17 °C

    … stehen mit ihrem “Foodtruck” auf unserem Campingplatz, sind sehr nett, ein wenig fancy, vor allem aber bereiten sie für uns Galettes und Crepes zu. Das ist allein deshalb hilfreich, weil neben ihrem Stand ein rollender Getränkehändler uns bereits mit lokalem Bier und Whisky versorgt hat. Und diese Verkostung schloss sich ohne großen Übergang an unser nachmittägliches Cidre-Tasting an. Das bretonische Leben mag hart sein, aber es hat auch seine Vorzüge. +++ Die Ile de Brehat lässt sich in wenigen Minuten per Fähre erreichen - bemerkenswert an der Überfahrt ist allein, dass es sowohl auf der Insel wie auch an der Küste drei unterschiedlich hohe Anlegestellen gibt, denn der Tidenhub zwischen Ebbe und Flut beträgt beachtliche 7 Meter. Ein Rundgang über die Insel lohnt in jeder Hinsicht. Die meisten Ausflügler, wir auch, steuern den Leuchtturm auf der Nordhälfte der Insel an, der von rötlich leuchtenden, bizarren Felsformationen umrahmt ist und zu dem Schilder führen, die minutengenau die verbleibende Wegstrecke angeben. Der Bretone ist ein präziser Zeitgenosse.Read more

  • Weg ist die Nase

    September 17 in France ⋅ 🌬 17 °C

    Das Oratoire de Saint-Guirec ist ein grandioses Fotomotiv und noch dazu mit einer hübschen Legende verbunden. Sie erzählt von jungen, unverheirateten Frauen, die auf Ebbe warteten, um es zu erreichen, am Fuße der Statue zu beten und eine Nadel in den hölzernen Heiligen zu stechen, insbesondere in seine Nase. Wenn diese nach der Flut noch steckte, war den Frauen die Erfüllung ihres Heiratswunsches vor Jahresende sicher; fiel sie heraus, mussten sie bis zum folgenden Jahr warten. Von der Nase blieb über die Zeit nicht viel übrig. Kein Wunder. +++ Ebenso fotogen wie das Heiligendenkmal ist der Leuchtturm de Maen Ruz. Die rote Granitküste hält farblich, was ihr Name verspricht. Dass es abends noch einmal so schön werden könnte, hatten wir mittags erhofft, aber nicht wirklich geglaubt: Im rechten faden Örtchen Treguier regnet es in Strömen. Immerhin sitzen wir trocken und können uns so ausgiebig mit Gouffre und Terrine beschäftigen. Zuvor verbringen wir den Vormittag in den Gärten von Kerdalo, in denen nicht mehr viel blüht und das wenige, zumeist Liliengewächse, herhalten muss, um die Portraitfunktion meines neuen IPhone 17 auszuprobieren.Read more

  • Austern! Nur echt auf Plastikstühlen.

    September 18 in France ⋅ ☁️ 17 °C

    Niemals kämen wir auf die Idee, zu Hause Austern zu essen. Aber wenn wir schon einmal hier in der Erzeugerregion sind, dann soll es so sein. Eine kleine “Bar à Huitres” am Straßenrand ist genau der richtige Ort dafür. 6 Stück für 9 Euro, das scheint uns in Ordnung. Die Plastikstühle vor der Bar, die lustigen tschechischen Touristen neben uns und der Wurstgrill vor dem Eingang nehmen unserer Austernzeremonie jeglichen Anflug des Elitären. Buy local! +++ Nachmittags radeln wir zur Halbinsel Ile Renote, erneut umgeben von zum Teil bizarr geformten roten Granitmurmeln. Viele Boote liegen auf dem Trockenen, ich hatte ja schon angemerkt: Die Gezeitenunterschiede des sind hier beachtlich. Ein größeres Inselanwesen, dass man allerdings nur von weitem sehen kann, scheint Didi Hallervorden zu gehören. Einheimische Franzosen wissen zu berichten, es stünde für 9 Millionen Euro zum Verkauf. Man sollte aber auch mit signifikanten Folge- insbesondere Heizkosten rechnen, die Winter hier wären feucht und kalt. Unser Interesse an dieser Immobilie ist gering. +++ Morgens treffen wir sehr liebe Freunde, die etwa eine Stunde entfernt von uns ein altes Bauernhaus erworben haben und uns herrlich analog mit wunderbaren Tipps versorgen, was es alles noch zu entdecken gäbe. Dafür werden die verbleibenden Reisetage keinesfalls reichen …Read more

  • Idyllische Alleinlage

    September 19 in France ⋅ 🌬 19 °C

    Das Haus zwischen den Felsen liegt an der Küste vor Plougrescant und fehlt in keinem Reiseführer. Wir wollen es auch sehen und verbinden das mit einem kleinen Spaziergang zu einer markanten Felsformation (“Le Gouffre”). +++ Anschließend versuchen wir, einen ausgefallenen Stromkreis im Auto durch Erwerb und Einbau einer neuen Sicherung wieder in Gang zu bringen, aber auch die neue Sicherung schmort direkt durch … wir haben nun nur noch einen Teil unserer Innenbeleuchtung und es fehlen zwei wichtige Lademöglichkeiten für unsere IPhones. Ärgerlich! +++ Ein breiter Sandstrand zwischen Pleneuf-Val-André und Erquy ist unser Ziel und wir kommen auf einem schönen Campingplatz fußläufig zum Wasser unter. Am Strand will mir ein Kind in die Arme laufen, erkennt aber im letzten Moment, dass ich doch nicht sein Opa bin und dreht irritiert ab. Der Mensch irrt in jedem Lebensalter.Read more

  • Tag am Meer

    September 20 in France ⋅ ☁️ 19 °C

    Unser Campingplatz liegt ziemlich genau zwischen Pleneuf Val André und Erquy, weshalb sich beide Orte einfach mit den Rädern erkunden lassen. Schöne Küstenblicke, Heidekraut und am Abend ein sehr französisches Menu im Hafen von Erquy … der Tag vergeht wie im Flug, ohne dass sich Besonderes ereignen würde. Die einzige Verrücktheit besteht darin, dass wir ins Wasser gehen, obwohl wir als Spezies aus meiner Sicht bei diesen Bedingungen hierfür nicht gemacht sind. Aber Männer, die in voller Montur ihren Frauen beim Schwimmen im Meer zusehen, machen keinen heldenhaften Eindruck. Und im Land der Kelten und Korsaren sollte man sich schon gar keine Blöße geben.Read more

  • Gutes Marketing muss belohnt werden

    September 21 in France ⋅ ☁️ 19 °C

    Niemand käme im Supermarkt auf die Idee, 5 Dosen Sardinen für Euro 25 zu erwerben. Doch die Conserverie La Belle-Iloise schafft das im Handumdrehen. Die kunstvoll gestalteten Dosen mit Sardinen, Thunfisch und Makrelen sind zu schön, um daran vorbeizugehen. Gutes Marketing muss belohnt werden! Auch sonst gefällt uns Dinan gut, und das trotz der Tatsache, dass es eine Hochburg des Bustourismus ist, was uns normalerweise abschreckt. Aber einige schöne mittelalterliche Häuser und eine beeindruckende Basilika lohnen den Besuch. +++ Von Dinan geht es weiter nach Dinard, quasi in Sichtweite von Saint-Malo und bekannt für seine mondänen Villen. Ende des neunzehnten Jahrhunderts war es ein beliebtes Seebad für wohlhabende Engländer, auch heute scheint es für einige ältere Briten noch ein Sehnsuchtsort zu sein. +++ Der Küstenweg dorthin schlängelt sich kühn auf und ab, immer schön am Rand entlang, und gibt den Blick auf mehrere großartige Buchten frei. Auch wir nutzen erneut die Gunst des milden Spätsommers, um nochmals baden zu gehen, und sind mit dieser Idee nicht allein.Read more

  • Santé!

    September 22 in France ⋅ ☀️ 20 °C

    Wir schenken uns Saint Malo (zu viel graue Mauern), fahren schon einmal 3 Stunden in Richtung Heimat und finden einen in jeder Hinsicht schrägen Stellplatz in Fécamp mit Blick auf das Meer. Dass fünf Minuten nach unserer Ankunft unmittelbar unter uns ein Entsorgungsfahrzeug den Blick verstellt, die Sickergrube des Campingplatzes abpumpt und die würzige Meerluft mit Dieselgeruch anreichert, soll nicht verschwiegen werden. Mal läuft es, mal läuft es nicht, und das ist auf Reisen nicht anders als zuhause. +++ Der Kiesstrand, die weißen Klippen und die breite Promenade von Fécamp gefallen uns sehr gut. Wir finden ein schönes Strandlokal, essen wie immer Fisch und probieren den lokalen Kräuterlikör “Bénédictine”, der ein ähnlich würzig-intensives Geschmackserlebnis wie ein “Chartreuse” vermittelt. Vielleicht ist es keine Voraussetzung, aber es scheint bei der Entwicklung von Hochprozentigem zu helfen, wenn diese hinter dicken Klostermauern passiert. In diesem Sinne: “Santé” an alle freundlichen Mitleser, morgen geht es nach Hause.Read more

    Trip end
    September 23, 2026