• Christina Marx
  • Christina Marx

Ein Jahr in Norwegen lll

Es geht Heim mit Umwegen Baca selengkapnya
  • Überrascht vom Geopark

    17 Juli, Norway ⋅ ☁️ 16 °C

    Selbst hier unten findet man sie noch, kleine, halbwilde Inseln mit toller Vegetation und kaum Touristen. War den ganzen Tag unterwegs und habe nur Norweger, und überhaupt keine WoMos gesehen!
    Durch Kartenstudium habe ich diese Region entdeckt, es hat sich wieder einmal ausgezahlt, ohne Reiseführer unterwegs zu sein. Wie ich bei einer Freundin kontrollieren konnte, wird diese Region dort glatt unterschlagen. Schlecht für den Umsatz, aber gut für mich.
    Es gibt hier einen UNESCO Geopark, denn auf kleinstem Raum sind hier so viele unterschiedliche Gesteine und Minerale versammelt, wie selten in Norwegen. Seit prähistorischer Zeit wurde hier Bergbau betrieben.
    Auf einer Nebeninsel gibt es einen weltweit bedeutenden Diabas Steinbruch der Steinzeit Menschen, die daraus Axtköpfe und Hämmer herstellten. Ihre Produkte wurden quer durch Norwegen und Schweden gehandelt. Auch Marmor, Kupferkies, Speckstein, Rhyolith, Granit und sogar Gold wurden hier abgebaut. Im 19.Jh. gab es einen regelrechten Goldrausch, bei dem bis zu 5000 Männer in den Steinbrüchen arbeiteten.
    Das Infozentrum dazu ist in einem ehemaligen Marmorsteinbruch geschickt integriert, mit einem Amphitheater vor der roh behauenen Marmorwand. Die Informationen zu den POIs sind etwas schwierig aufbereitet, aber mit nachfragen, bischen Detektivarbeit und der interaktiven Karte im Netz konnte ich doch einiges herausfiltern und habe mich auf Schnitzeljagd begeben.
    Leider war es den ganzen Tag bedeckt mit eisigem Wind und Temperaturen zwischen 13 und 16°. Nach der Hitzewelle war das natürlich wieder ein Schock.
    Auch die kleine Kirche ist besonders, sie ist aus Marmor gebaut und wohl eine der ältesten Steinkirchen Norwegens. Sie steht an dem Platz, an dem Olav 1 von England zurück kehrend anlandete, un das Christentum verkündete.
    Die lange Tour hat mich echt geschafft, aber ich bin trotzdem wieder zu meinem kleinen Schlafplatz am Meer zurück gefahren, denn den hatte ich so sehr genossen.
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  • Abschied von Fjordnorwegen

    18 Juli, Norway ⋅ ☀️ 20 °C

    Heute musste ich einfach mal ein bisschen Strecke machen, bis hinter Stavanger wollte ich kommen. Großstadt Querung am Wochenende ist immer am Stressfreisten. 11 Inseln habe ich heute gequert, und noch unzählige Fjordarme. Häufig auf Brücken, einige auch mit langen Tunneln und 2 längere Fährüberfahrten hatte ich. Ich liebe das Fähre fahren, es ist immer spannend, was am anderen Ende auf mich wartet, und herrlich, die Nase in den Wind zu halten, und das Land gemächlich an mir vorbei ziehen zu lassen. Aber damit ist jetzt für Norwegen Schluss. Bin jetzt so weit im Süden, hier gibt's ab morgen keine Inseln und Fjorde mehr. Wie werde ich das vermissen, dieses langsame, uneffektive Fahren entlang kleiner Kurven, mit neuen Aussichten und Entdeckungen hinter jeder Kurve...
    Noch 3 Tage, dann geht's nach Dänemark.
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  • Szenenwechsel

    19 Juli, Norway ⋅ ☁️ 18 °C

    Vorbei ist die rauhe Landschaft mit der dramatischen Felsenküste und den tief eingeschnittenen Fjorden. Seid der Querung des Stavanger Fjord es erlebe ich Nordseefeeling pur. Es könnte hier auch Dänemark oder Norddeutschland sein.
    Große Bauernhöfe, weite Wiesen und Ackerlandschaften, viele Dörfer und kleine Städte. Dazwischen eingesprenkelt kleine Seen und Wälder, Naherholungsgebiete für die örtliche Bevölkerung, die am Wochenende mit Familie und Picknickkorb loszieht, oder hier die tägliche Fitness oder Gassirunde dreht.
    Nach einer ruhigen Nacht am Schotterparkplatz bin ich zur Nordsee gefahren. Ein netter Parkplatz vor den Dünen, mal wieder mit Designer Toilette. Hier habe ich vor dem Frühstück erstmal einen langen Strandspaziergang gemacht.
    Doch als ich dann weiter fahre, gibt's doch noch ne Überraschung, denn es wird wieder felsiger. Und es gibt schroffe, zackige Steil-Küsten, die es wieder auf kleinen Wegen auszufahren gilt...
    Ich bin entzückt, auch wenn es mich den Rest vom Tag kostet, das alles abzufahren.
    Mein 1. Stopp war noch ein netter Leuchtturm mit einer Naturschutzausstellung, dann ging es ein bisschen ins Inland. Die Felsen hier sind alle vom Gletscher der letzten Eiszeit glatt geschliffen, und oben drauf liegen Findlinge, da denkt man manchmal, die müssen jeden Moment runterkullern. Aber ich schätze mal, wenn es sie 11000 Jahre da oben gehalten hat, werden sie nicht gerade auf mein Haupt fallen...
    Mein Ziel war auch ein ganz Besonderer Findling, den ich dir h Zufall gefunden habe, denn der ist nicht einfach nur auf dem Berg gelandet, sondern auf 3 kleinen Steinfüßen, auf denen er jetzt seit Jahrtausenden ruht, ein Ruhesessel für Dinosaurier.
    Um dorthin zu gelangen, musste ich gut 1,5km über die ehemalige Straße wandern, eine kleine Zumutung für mein kaputtes Knie, auch wenn ich versucht habe auf dem weicheren Rand zu laufen. Und als ich ihn schließlich entdeckte, musste ich noch diesen glatten Eiszeithügel hochkraxeln, um in richtig ins Bild zu kriegen. Bin vorsichtig ein bisschen außenrum gelaufen, denn es ging (zumindest für mein Gefühl) überall steil runter.
    Das schlimmste war natürlich der Abstieg, hoch komme ich ja eigentlich immer, und mir haben richtig die Beine geschlottert, als ich wieder unten war. Aber ich war total stolz auf mich, das ich es trotz meiner Defizite geschafft habe.
    Der Rückweg durch die sengende Hitze war dann hart, da ich plötzlich unerträgliche Rückenschmerzen bekam, die immer schlimmer wurden.
    Im Caddy erstmal 2 Tilidin genommen und mich eine Stunde hingelegt, dann ging es etwas besser.
    Es ging weiter zum nächsten Ziel, den Helleren. Hier haben 2 Häuschen, die ursprünglich zu einer Farm gehörten die letzten 200 Jahre der Witterung getrotzt, weil sie wunderbar geschützt unter einem Felsüberhang stehen.
    Eigentlich wollte ich noch mehr besichtigen, aber der Tag war schon rum und ich ordentlich müde, so habe ich mir einen Schlafplatz gesucht.
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  • Finale

    20 Juli, Norway ⋅ ☀️ 21 °C

    Ein ganzer Tag in einer tollen Landschaft bei allerschönstem Wetter, was könnte man da nicht alles unternehmen...
    Leider fühlte ich mich wie gelähmt. Habe mit Sandra geschrieben, die die letzten 2 Wochen mein Häuschen von den Mietern übernehmen wollte, und die schrieb mir, dass sie nur täglich vorbei schaut wegen der Katze und der Blumen, es sei ihr aber zu dreckig, und unordentlich, um dort zu bleiben und ob ich vielleicht früher wieder kommen könnte. Das hat mich ziemlich niedergestreckt, ich hatte zu nichts mehr Lust ( und habe mich auch nicht mehr auf mein Häuschen gefreut).
    Habe dann nur noch mein Pflichtprogramm abgespult, meine Einkäufe erledigt, bin noch mal ins Sportgeschäft, wollte mir die Jacke nachkaufen, die ich irgendwo zwischen dem Nordkin und Trondheim verloren habe. Sie hatten sie sogar, aber da hatte ich mich schon für einen günstigen Daunenschlafsack entschieden (der nächste Winter kommt bestimmt!) und wollte nicht noch mehr Geld ausgeben.
    Mir dann einen Platz am Meer gesucht für die Mittagspause, mir noch einen Salat am Buffet im Supermarkt zusammen gestellt und dann in die Wallachei gefahren, wo ich noch einen Schlafplatz für die Nacht gefunden habe.
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  • Heim geht es noch lange nicht...

    21 Juli, Denmark ⋅ ⛅ 24 °C

    Heute Mittag geht es auf die Fähre. Bin nach dem Frühstück losgefahren und habe mich mit hunderten von Autos durch den riesigen Fährhafen geschlängelt. Dann stand ich da, mit Blick auf den Hafen und Schleiern vor den Augen...
    Spätestens als die Fähre ablegte musste ich hoch aufs Deck und habe mir die Augen ausgeheult. Und es hört gar nicht mehr auf, hinter mir spielen sie so schnulzige Lieder, die mich dann immer wieder zum heulen bringen...
    Mal schauen, was Dänemark noch so bringt heute Abend.

    Leider war es in Dänemark bewölkt, so das ich mein Leuchtturm Projekt für den Sonnenuntergang aufgab und einfach ein bisschen Strecke machte. War schon sehr ungewöhnlich, erstmal wieder 130 km/h zu fahren und mich im ungewollten Wettbewerb mit den anderen Autofahrern zu finden...
    Habe dann zwischen Golfplatz und kleinem See einen ruhigen, schattigen Parkplatz gefunden, wo ich die Nacht verbringen konnte. Dann war es am nächsten Tag auf meinem Weg nach Kiel nicht mehr so weit.
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  • Bienenfresser und Co im wilden Osten

    27 Juli, Jerman ⋅ ⛅ 23 °C

    Einen Fotostopp habe ich mir noch gegönnt auf meiner Heimreise, Bienenfresser in Sachsen Anhalt, auch eine Ecke, wo ich nie hinkomme sonst...
    Ich hatte einen tollen Waldparkplatz, neben einer Pferdeweide, täglich sah ich ein Rehböckchen, was auch rings um mich sein Revier hatte, und regelmäßig watschelten ein paar gut genährte Nutria über die Wiese in den Waldsee. Ein kleines Paradies also, und das auf dem flachen Land mit viel Landwirtschaft außenrum.
    Und am Ende der Pferdeweide ist noch ein kleiner Hügelrest von einer ehemaligen Kiesgrube mit einem schönen Steilhang, den die Bienenfresser vor 3 Jahren für sich entdeckt haben, und wo sie mittlerweile fleißig brüten. Und nicht weit davon gibt es auch noch eine Wiedehopf Bruthöhle. Ideale Bedingungen, um 2 Tage zu verbringen.
    Hier nur eine winzige Auswahl meiner Bilderflut, die ich noch nicht richtig durchgeschaut habe
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  • Die letzte Freundin ...

    30 Juli, Jerman ⋅ ⛅ 36 °C

    Ich hätte auch direkt heimfahren können... Aber es gab noch eine Lieblingsfreundin auf der Strecke. Tanja habe ich vor fast 40 Jahren auf einer Marokkoreise kennengelernt und wir haben uns sofort gut verstanden und bis heute den Kontakt gehalten, dabei auch viele gemeinsame Reisen zwischen Portugal und Indien unternommen, bis sie sich dann der Kinderaufzucht widmete, und die Kontakte kürzer wurden.
    Aber sie gehört für mich zu den wenigen Menschen, mit denen selbst nach mehreren Jahren Trennung der Kontakt sofort wieder anknüpft, als hätten wir uns erst Gestern gesehen.
    2 Nächte bin ich geblieben, so hatten wir einen ganzen Tag zum Quatschen, was wirklich schön war.
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  • The End - leider ohne Happy

    31 Juli, Jerman ⋅ ☁️ 32 °C

    Von Fritzlar aus war es nicht mehr weit nach Hause. Ich hatte mit dem Katzenfütterdienst ein Schlüsselversteck vereinbart, die Mieter waren schon vor 2 Wochen ausgezogen.
    Erwartungsgemäß tauchte Katzi erst bei Dunkelheit auf und rannte sofort weg, als ich versuchte mich ihr zu nähern. Das wird sicher eine Weile dauern, bis sie mich wieder akzeptiert.
    Küche und Wohnzimmer Ecke waren ganz adrett und ordentlich, aber der gesamte Rest war eine Katastrophe. Die Mieter haben einfach alles, was sie nicht haben wollten in mein "alles drin" Zimmer nicht geräumt, wie wir es vereinbart hatten, sondern auf einen wilden Haufen geschmissen, wo dann Bilder und Teppiche geknickt und von schmutzigen Decken und nass gewordenen Gartenkissen garniert vor sich hin gammelten.
    Sehr ärgerlich, aber richtig krass wurde es, als ich die Treppe hoch und in mein Schlafzimmer ging.
    Das hatte ich offen gelassen, damit Katzi sich dort zurück ziehen kann, aber klar gemacht, das das mein privates Zimmer ist. Doch war das Bett zerwühlt und am schlimmsten: zugepisst und auch gekackt, ob von Katjas Katzen, die sie irgendwann geholt hat, oder auch von Casheda, um dagegen zu protestieren, ich weiß es nicht, war aber erstmal ziemlich geschockt und konnte gar nicht reagieren...
    Es waren aber noch ne Menge anderer Schäden zu entdecken, und heute noch mal mehr, als ich mit meinem Freund, der glücklich ist, das er mich wieder hat, zusammen angefangen haben aufzuräumen und erstmal die ekligen Dinge in den Garten zu verfrachten.
    Es hat den Anschein, das Markus ein völliger Grobmotoriker ist und alles kaputt macht was er in die Finger bekommt... Von der Tischlampe fehlt der Fuß, die Jugendstil Hängelampe ist wohl hingefallen und verbeult, ebenso ist der Metall Schuhlöffel verbeult, bei der Wetterstation fehlen die Zeiger, und beim Sprungrahmen vom Sofa fehlen ein paar Halterungen für den Lattenrost. Im Toilettenspülkasten fehlt das gesamte Innenleben, Reinhard hat erstmal einen Schwimmer eingebaut, das man die Spülung wenigstens betätigen kann. Auch der Außenwasserhahn war überdreht und nicht mehr dicht... Was alles noch fehlt oder verräumt ist, mit dieser Liste bin ich sicher noch nicht am Ende.
    Für meine nächste Reise muss ich mir eine andere Lösung einfallen lassen. Aber es wird sicher auch ein Ende dieser Tortur geben und ich demnächst hier wirklich ankommen!

    Mit diesem nicht so glücklichen Eintrag schließe ich den 3. Teil meines Norwegen Tagebuchs und bedanke mich bei allen, die mich begleitet und auch mit netten Kommentaren bedacht haben, und sage Tschüss bis zum nächsten Mal 🤗👋

    Und trotz des Wohnungsdesasters kann ich sagen: Ich bereue nichts, dieses Jahr gehört zu den schönsten meines Lebens!
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    Akhir trip
    31 Juli 2026