• CP on tour
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Portugal, Frühjahr 2025

Alle guten Dinge sind drei: Wir unternehmen einen weiteren Versuch einer Reise Richtung Portugal, wobei wir von Paris aus recht bald an die Atlantikküste und dann dort entlang Richtung Portugal fahren möchten. Aber der Weg ist das Ziel😉. Okumaya devam et
  • Gezinin başlangıcı
    25 Nisan 2025

    Portugal, 3. Versuch

    25 Nisan 2025, Almanya ⋅ ☁️ 16 °C

    Kleiner Rückblick zu den letzten Geschehnissen der besonderen Art für Interessierte: Bereits vor dem Start im Herbst hatten wir Keilriemen-Probleme, aber unsere Werkstatt hatte uns versichert, dass wir bedenkenlos reisen könnten. Unsere Panne hatte als Ursache einen erneut gerissenen Keilriemen, der sich nun um den Zahnriemen gewickelt hatte. - Nach der 1. großen Reparatur haben wir 4 Wochen später einen 2. Versuch Richtung Portugal unternommen. Wir sind immerhin 200 km weiter bis Blois an der Loire gekommen. Dann hat sich alles wiederholt. Es hat sich im Nachhinein herausgestellt, dass der defekte Zahnriemen aufgrund des gerissenen Keilriemens, der Ursache der 1. großen Panne war, entgegen der Werkstatt-Auskunft doch auch einen Motorschaden verursacht hatte. Ein 2. Mal in Folge musste das Fahrzeug per Tieflader zurück nach Deutschland transportiert werden. - Auf einer familiären Reise an den Weihnachtsfeiertagen hat sich das unerfreuliche Spiel ein 3. Mal wiederholt, mit einem nagelneuen Motor nach nicht mal 100 gefahren Kilometern! Dieses Mal war die schlicht nicht fachgerecht abgeschlossene Reparatur der Motor-Auswechslung die Ursache. Die Schläuche des Kühlwassers und viele andere Teile waren überhaupt nicht ordnungsgemäß befestigt und lagen frei im Motorraum herum. - Wir haben jetzt eine neue Werkstatt😉🙄.

    Immerhin wurden die gesamten, keineswegs unerheblichen Kosten vom Fahrzeug-Hersteller bzw. von der Haftpflichtversicherung der Werkstatt getragen und wir hatten auch den richtigen Versicherungsschutz beim ADAC (ADAC Plus!), so dass wir in den letzten Monaten zwar auf sehr viel Ärger, aber immerhin auf keine finanziellen Schäden zurückblicken. Wir haben sogar eine kleine Entschädigung für den ausgefallenen Urlaub von der Haftpflichtversicherung der Werkstatt bekommen.
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  • Aber nun auf zu neuen Ufern: Paris

    25–30 Nis 2025, Fransa ⋅ ☁️ 15 °C

    Ich bin mit Freundinnen am Freitag, den 25.04., für ein Wochenende per Zug nach Paris gefahren, Peter ist mit dem WoMo über Metz nachgekommen. Wir haben uns am Sonntag auf einem CP im Bois de Boulogne getroffen und sind gemeinsam weitere 2 Tage geblieben, weil das Wetter fantastisch war.

    Die 3 Tage mit meinen Freundinnen hatten einen Fashion-Schwerpunkt, da die Organisatorin des Wochenendes aus der Modebranche kommt. Das war mal etwas ganz anderes! Die Galerie Dior ist unbedingt eine Empfehlung! Und die Ausstellung Louvre Couture zeichnete sich dadurch aus, dass viele Modeschöpfer immer wieder in den Louvre gehen, um sich inspirieren zu lassen. In der jetzigen Ausstellung wurden dann die zum Teil viele Jahre alten Kreationen möglichst in den Räumen platziert, die lange zuvor Inspirationsquelle der Modeschöpfer waren. So passen viele der prachtvollen und längst nicht immer auch wirklich tragbaren Roben ganz wunderbar in ihre Umgebung.
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  • Azay-le-Rideau

    30 Nis–3 May 2025, Fransa ⋅ ☀️ 26 °C

    Wir fahren weiter nach Azay-le-Rideau auf einen CP direkt neben dem gleichnamigen Loire-Schloss. Der CP erinnert an einen riesigen Park. Wir sind hier trotz langem Wochenende auch der Franzosen (1. Mai) fast alleine, am Freitag wird es etwas voller. Wir entschließen uns, nach 5 Tagen Großstadt die Dinge erst einmal ganz ruhig anzugehen und 3 Nächte zu bleiben. Am ersten Tag trödeln wir nur ein wenig, am 2. Tag besuchen wir das direkt benachbarte wunderschöne Renaissance-Schloß. Für Infos: https://de.wikipedia.org/wiki/Schloss_Azay-le-R… - Wir erwischen hier herrliche Sommertage bei Temperaturen bis 28 Grad. Für abendliche Restaurant-Besuche bietet uns der eigentlich sehr kleine Ort unzählige Möglichkeiten.Okumaya devam et

  • Île de Ré …,

    5–8 May 2025, Fransa ⋅ ⛅ 15 °C

    … oder wenn sich das Wetter nicht an die Vorhersage hält😉.

    Die Île de Ré wird unser 1. Ziel am Atlantik. Die Insel ist wunderschön. Unser Teil der Insel ist durch Pinien- und Zypressenwälder geprägt. Salzwiesen, Weinanbau und die Austernzucht sind wichtige Einkommensquellen. Im Norden der Insel gibt es Ortsteile mit sehr großzügigen Anwesen (Les-Portes-de-Ré). Ein bisschen erinnert mich das an Sylt. Wir sind überrascht, wie schnell wir nun doch schon sehr südliche Atmosphäre haben. Vom Fahrrad-Sattel aus kann man vielfach auch sehr ansprechende südländische Architektur hinter hohen weißen Mauern erahnen: Weiß gekalkte Häuser mit bunten Holz-Fensterläden und hübschen Innenhöfen.

    Für uns ist es deutlich kühler als zuletzt. Aus dem angekündigten regenfreien Tag nach unserer Ankunft wird ein düsterer, in Teilen sehr regenreicher Tag, der mir am späten Nachmittag aber immerhin einen 2 1/2 stündigen Strandspaziergang ermöglicht. Wir verlängern um eine Nacht und aus dem 2., ursprünglichen Regentag wird ein kühler, aber sehr sonniger Tag. Ideales Wetter für eine ausgedehnte Radtour. Wir erkunden den gesamten hinteren Teil der Insel mit unseren Rädern und sind insgesamt 7 Stunden unterwegs. Unser eigentlich für den Abend angedachter Test der lokalen Austern, für die die Insel auch steht, verschieben wir. Die frische Luft und der Wind haben uns müde gemacht. Der Atlantik wird insoweit sicher weitere Gelegenheiten bieten.
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  • Die Dune du Pilat bei Arcachon

    6–8 May 2025, Fransa ⋅ ☀️ 15 °C

    Unser nächstes Ziel ist die Dune du Pilat, die höchste Wanderdüne Europas, für die uns bei einem Bordeaux-Besuch vor einigen Jahren die Zeit fehlte. Aber schon beim Nähern ahnen wir nichts Gutes. Wir fahren durch ein großes Areal von schwarzen Stecken, die trostlos in den Himmel ragen, wo früher Wald war. Ein großes Feuer hat hier im August 2023 gewütet. Die von uns avisierten CP an der Düne sind alle mindestens für Wohnmobile geschlossen oder noch überhaupt nicht wiedereröffnet. Da diese CP damit ausfallen, sind die nächsten CP in der Umgebung am frühen Nachmittag schon ausgebucht. Wir finden einen Platz in ca. 15 km Entfernung (Camping Municipal de Verdalle) und radeln am nächsten Tag zurück zur Düne.

    Diese ist Naturschutzgebiet und bis zu 110 Meter hoch, 500 Meter breit, etwa 2,7 Kilometer lang, geschätztes Sand-Volumen ca. 60 Millionen Kubikmeter, und liegt südlich des Städtchens Arcachon. Auf der Westseite zum Meer hat sie eine Steigung zwischen 5° und 20°, die Ostseite fällt stark ab (30° bis 40°). Die Evolution dieser Düne läßt sich über ca. 18.000 Jahre zurückverfolgen. Sie wandert immer weiter in den anliegenden Wald. An der steilen Ostseite gibt es eine flexible Kunststoff-Treppe, die aber auch teilweise mit Sand zugeweht ist. Aber wir kommen hoch, es ist ein großer Spaß. Und besonders schön ist es hinterher durch den weichen, tiefen Sand den Hügel auch wieder herunterzurennen. Da wird man wieder Kind🤣.

    Auch Arcachon ist ein Austern-Eldorado. In der Nähe unseres CP gibt es in einem kleinen Hafen ein einfaches Fischrestaurant. Hier holen wir nun unser schon für die Ile de Ré geplantes Austern-Essen nach. Wir gönnen uns für 30 € p.P. eine Platte Meeresfrüchte für zwei Personen, dick gefüllt mit Austern, Scampis, Langusten, einer Krabbe, div. Muscheln und Schnecken. Sehr lecker!
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  • Santander

    9–11 May 2025, Ispanya ⋅ ☁️ 14 °C

    Wir verlassen Frankreich und machen einen größeren Sprung bis Santander, der Hauptstadt Kantabriens. Wir haben einen sehr schönen CP, von dem aus man gut in die Stadt radeln kann. Aber am nächsten Tag regnet es schier endlos. Erst nach 17.00 Uhr ergibt sich eine voraussichtlich ca. 2stündige Regenlücke, um doch mal in die Stadt zu radeln, damit wir von ihr wenigstens einen kleinen Eindruck bekommen.

    Unser CP ist am Leuchtturm Caya Mayor auf einem Hügel. Santander hat eine sehr schöne Uferpromenade mit einer großen Grünanlage, die uns immer schön bergab fast direkt zum Palacio de La Magdalena führt. Es ist windig und kalt, aber immerhin kurzzeitig trocken. Wir haben weitgehend gute Radwege. Der Palacio de La Magdalena ist ein Anfang des 20. Jhrd. gebauter ursprünglicher Sommerpalast, ein Geschenk der Stadt für den damaligen König Alfonso XIII. Inzwischen ist es aber eher Kongresszentrum mit Nutzung „auch für museale Zwecke“. Der Gebäudekomplex liegt in einem wunderschönen Park auf einer Halbinsel.

    Wir fahren noch ein Stückchen weiter Richtung Altstadt. Die Stadt wurde durch einen Brand 1941 weitgehend zerstört. Die Architektur ist von wechselnder Attraktivität😉. Ein paar der schöneren Gebäude können wir wenigstens als Schnappschuss zeigen.

    Glücklicherweise kommen wir noch an einem Laden mit Iberico-Schinken vorbei. Iberico-Schinken gilt angeblich als der Beste der Welt. Er ist luftgetrocknet wie der Serrano, dessen Herstellung wir vor 2 Jahren in Trevélez im Süden bestaunen konnten. Die Heimat der Iberico-Schweine, die für diesen Schinken verwendet werden, ist die sogenannte Dehesa, eine weitläufige Waldlandschaft mit Stein- und Korkeichen, von deren Früchten sich die Schweine ernähren, was dem Schinken seinen ganz eigenen Geschmack gibt. 2 dicke Sandwichs sichern unser Abendessen.

    Aber die Wolken werden wieder dunkler. Wir radeln zügig zurück und sind haarscharf vor dem nächsten Regen wieder am WoMo.
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  • Irgendwo im Nirgendwo …

    11–12 May 2025, Ispanya ⋅ ☁️ 12 °C

    … an der Küste von Asturien:

    Eigentlich hatten wir einen weiteren Zwischenstopp in Oviedo im Sinn, wählen aber in Anbetracht des angekündigten Dauerregens einfach einen CP mit einem schönen Blick als Zwischenstopp, auf dem wir vor fast genau 6 Jahren schon einmal waren. Er liegt auf einem Felsen mit Blick direkt aufs Meer und eine gegenüberliegenden Landzunge mit 3 Bäumen. Dieser Blick hatte uns gefallen, obwohl das Wetter schon damals schlecht war.

    Auf dem Weg dorthin begleiten uns seit längerem nebel-umwaberte hohe Berge zur Linken. Zur Rechten wird immer wieder der Blick auf den Golf von Biskaya freigegeben. Wir sind inzwischen an der Costa Verde, die ihrem Namen alle Ehren macht. Der Norden hier ist saftig grün, da sehr regenreich. Und genau das ist auch Teil des Problems. Wir kommen aus dem Regen und wissen, dass wir in den nächsten Regen fahren. Aber plötzlich klart es doch kurz auf und wir sehen … blauen (!) … Himmel! Teilweise werden Wolken sogar zart von der Sonne beschienen. Ein bisschen Südtirol-Stimmung kommt auf in Anbetracht der alten Höfe an den hohen Bergen zur Linken. Das kräftige Gelb des Ginsters an den Hängen zieht den Blick unwillkürlich an. Die Berge werden allmählich etwas flacher. Aber der Hauch von Sonne war nur von äußerst kurzer Dauer. Es zieht gleich wieder zu. Der Regen prasselt nach Ankunft auf dem CP so laut auf unser Dach, dass wir später die abendlichen Nachrichten kaum verstehen können.
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  • Santiago de Compostela

    11–13 May 2025, Ispanya ⋅ ☁️ 15 °C

    Santiago wurde um 830 zum Wallfahrtsort ernannt (…). Es gehörte neben Rom und Jerusalem zu den bedeutendsten Pilgerzielen des christlichen Mittelalters. (…) Seit dem 15. Jahrhundert sind heilige Jahre belegt, die immer dann stattfinden, wenn der Jakobstag (25. Juli) auf einen Sonntag fällt. Seit dem Heiligen Jahr 1976 erlebt der Jakobsweg eine Renaissance. Jährlich treffen über 200.000 Pilger zu Fuß, auf dem Fahrrad, zu Pferd oder als Rollstuhlfahrer in Santiago ein. Seit dem frühen 11. Jh. ist die Jakobsmuschel als Pilgerzeichen belegt. (Wikipedia)

    Die Kathedrale von Santiago de Compostela ist das Ziel des Jakobsweges. Die Westfassade der Kathedrale an dem Praza do Obradoiro, dem zentralen Platz, ist Barock. An den Seiten der Westfassade erheben sich die beiden ca. 75 m hohen Türme. Der Innenraum ist aus verschiedenen Stilrichtungen, ebenso wie die Fassaden der anderen Himmelsrichtungen. Auffallend ist der überaus prächtige Hauptaltar, der über dem Grab des Apostels Jakobus errichtet wurde. Der Hochaltar ist von einem vergoldeten Baldachin überzogen. Im Zentrum befindet sich eine lebensgroße, sitzende Figur des hl. Jakobus d. Ä., deren Schulterumhang reich mit Jakobsmuscheln verziert ist.

    Seit 1985 ist die Altstadt von Santiago de Compostela – und damit auch die Kathedrale – UNESCO-Weltkulturerbe. Und Santiago de Compostela ist auch die Hauptstadt Galiziens.

    Wir kommen mittags an und raffen uns direkt auf, die 3 km in die Stadt zu laufen, da für den Folgetag 33 l Regen angekündigt sind. Wir sind 6 Stunden unterwegs und schaffen es tatsächlich, auch trocken wieder nach Hause zu kommen. Am Folgetag wäre das sehr anders gewesen. An diesem machen wir ganz gemütlich „Bürotag“ im WoMo (d.h. Blog schreiben, nächste Ziele checken, Telefonate nachhause führen, in bewegten Zeiten Podcasts hören, Aperol trinken😄).
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  • Porto, 1. Tag

    13 Mayıs 2025, Portekiz ⋅ ⛅ 15 °C

    Es ist vollbracht: Im 3. Anlauf und mit 8 Monaten Verspätung sind wir endlich in P O R T U G A L ! ! ! Mit dem Überschreiten der Grenze kommen sogar zaghafte Sonnenstrahlen und die Temperaturen bewegen sich nun wenigstens mittags mal in die Nähe von 20 Grad!

    Nach unserer Ankunft an unserem CP Canidelo nehmen wir spätnachmittags den Bus Richtung Ribiera, einem zentralen Stadtteil am Fluss Douro. Der Zufall will es, dass nach dem Aussteigen aus dem Bus die Buchhandlung Lello ganz in der Nähe liegt, so dass sie unser 1. Ziel in Porto wird. Sie existiert in diesem Gebäude seit 1869, wurde im Jahr 1995 umfassend renoviert und steht seit 2013 unter Denkmalschutz. Der Besuch kostet 10€ Eintritt, der bei Kauf eines Buches angerechnet wird. Alle 15 Min. werden ca. 50 Leute eingelassen, die sich durch die engen Räume schieben. Aber diese Buchhandlung ist wahrlich eine Schönheit aus einer anderen Welt! Mit viel Geduld gelingen mir einzelne Schnappschüsse ohne Besucher in diesem Kleinod.

    Peter wartet in einem der Cafés in dem Karree um die Rua Miguel Bombarda. Wir schlendern gemeinsam Richtung Torre dos Clérigos und weiter in die Stadt. Wir wählen die Rua das Floras, eine Seitenstraße mit Fußgängerzone, in der uns nach kurzem Weg ein Restaurant auffällt, vor dem bereits eine kleine Schlange wartet. Wir beschließen, das als Qualitätssiegel zu werten und stellen uns kurzerhand dazu. Wenig später genießen wir göttliche Fisch-Tapas in hervorragender Qualität im Restaurant Impur. Nach dem Essen schlendern wir noch ein bisschen durch das nun bereits nächtliche Viertel Ribiera, ehe wir einen Bus zurück zum CP nehmen.
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  • Porto, 2. und 3. Tag

    14–17 May 2025, Portekiz ⋅ ☀️ 18 °C

    Unser 2. Tag beginnt für uns am Börsenpalast, der Standort der Börse war, als diese noch in Porto war. Der Palácio da Bolsa wurde ab 1842 in nur 8 Jahren errichtet, die Fertigstellung im Innern dauerte allerdings weitere 60 Jahre. Während das Gebäude von außen eher schlicht ist, ist innen besonderes Schmuckstück der Arabische Saal. Wahrlich ein Tanzsaal, den man für schlappe 8-10.000 € Raummiete auch für Hochzeiten (oder in einem Fall sogar auch für eine Scheidung😉) mieten kann.

    Aber über weite Strecken ist Rebeira noch immer deutlich weniger prachtvoll. 1947 wurde eine Mietpreisbremse beschlossen, um soziale Unruhen zu verhindern. Ab 1974 wurde versucht gegenzusteuern. Anpassungen durften aber für Altverträge bis in die 2000er Jahre nur zum Inflationsausgleich erfolgen. So hatten Vermieter keine ausreichenden Mittel für den Erhalt der Gebäude. Das führte zu einem Verfall des ganzen Viertels. Seit Anfang der 2000er liegt die Sanierung in privater Hand. Nun wird im großen Stil saniert oder neu gebaut, die ganze Stadt scheint eine Großbaustelle zu sein. Kaum ein Foto ist ohne Kran möglich.

    Direkt neben dem Börsenpalast liegt die Markthalle Mercado Ferreira Borges, in der sich Restaurants und Schmuckstände befinden. Wir laufen weiter Richtung Bahnhof Sao Bento, dessen Außenbereich auch eine Großbaustelle ist, aber im sehr ansprechenden Innern findet man zahlreiche Azulejos, d.h. Bilder aus zumeist quadratischen bemalten und glasierten Keramikfliesen.

    Von dort sind es nur ein paar Schritte zur Kathedrale der Stadt. Sie liegt hoch oben auf einem Hügel mit tollem Blick. Wir schlendern weiter, um über das obere Stockwerk der Brücke Ponte Luis 1 zur Gondel Teleférico de Gaia zu gelangen, in der wir dann ein Stückchen über das Viertel Vila Nova de Gaia, das Portwein-Viertel, schweben. Danach ist es schon Zeit fürs Abendessen und so finden wir es eine glücklich Fügung, dass wir neben uns eine weitere Markthalle, den Mercado Beira Rio realisieren. Es dauert nicht lange, bis schwarze Nudeln mit Scampis und je ein Gläschen Wein vor uns stehen. Müde machen wir uns danach auf die Rückfahrt mit dem Bus.

    Am 3. Tag entscheiden wir uns einfach nur für einen langen Spaziergang von unserem CP zur Douro Marina und der Ponte Arrabida, trinken gemütlich einen Kaffee bzw. Tee und essen Kaffeestückchen, ehe wir am nächsten Tag weiterfahren.
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  • Das Tal des Douro und Lamego

    16 Mayıs 2025, Portekiz ⋅ 🌙 16 °C

    Der Douro ist ein Fluß, der in Spanien entspringt und bei Porto in den Atlantik mündet. Das Tal steht sowohl für Portwein-, also auch für Rot- und Weißwein-Anbau. Es wird überall in den höchsten Tönen als zauberhaft beschrieben, aber die Straßen durch das Tal sind wohl schon für PKW teilweise eine Herausforderung. Unser WoMo-Navi legt Veto ein und führt uns beharrlich nur über die Autobahn. - Aber auch hier fahren wir durch eine wunderschöne Hügelgegend. Riesige Ansammlungen von gelb blühenden Ginstersträuchern wechseln sich ab mit größeren Waldflächen und Weinreben. An den Hängen liegen kleine Dörfer. Der Weinanbau erfolgt hier meist terrassen- oder stufenförmig.

    Unser heutiges Ziel ist Lamego im Tal des Douro. Es gilt als Ausgangspunkt der internationalen Karriere des Portweins im 17. Jhrd. und hat eine Kathedrale mit einer barocken, gefühlt endlos langen Treppe, der sog. „Himmelstreppe“. Wir haben einfach ein Ziel gesucht, in dem eine kleine Attraktion und ein Campingplatz nah beieinander sind, um - eigentlich - ein Stück weit durch das Douro-Tal zu fahren. Unser Ziel zumindest übertrifft unsere Erwartungen. Der Campingplatz (Lamego-Camping) hat ca. 10 Stellplätze neben einer Villa. Alles ist sehr gepflegt und wunderschön. Da die Anfahrt als sehr steil beschrieben wurde, habe ich vorsorglich telefonisch nachgefragt und unser Kommen angekündigt. Was für ein Glück, denn als wir um 14.30 Uhr unser Ziel erreichen, ist der kleine Platz ansonsten bereits voll. Dennoch erwischen wir sogar den besten Platz. Die barocke Kathedrale Santuário de Nossa Senhora dos Remédios aus dem 18. Jahrhundert ist für uns über ein Gartentor in nur 5 Min. zu Fuß zu erreichen. Die 626 Stufen hinunter und wieder hinaufzulaufen bleibt einem allerdings dennoch nicht erspart, wenn man das ganze Ausmaß der Anlage erfassen möchte. - Nach dem hier obligatorischen Portwein entscheide ich mich für einen kleinen Abendspaziergang in der Dämmerung zu der Kirche, während Peter lieber den Sommerabend vor dem WoMo genießt und die Qualität der lokalen Weine testet😉.
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  • Aveiro und Costa Nova

    17–20 May 2025, Portekiz ⋅ ☁️ 25 °C

    Auf dem Weg Richtung Aveiro fahren wir aus dem Hügelland in eine riesige Tiefebene. Hier ist wirklich nicht mehr zu übersehen, dass wir immer wieder auch durch verbranntes Land fahren. Vor unserem 1. Start im Herbst Anfang September 2024 hat es in Nord-Portugal ca. 100 zeitgleiche Waldbrände gegeben, Schwerpunkt war die Gegend um Aveiro. Und doch ist es erstaunlich, dass hier nur noch relativ wenig an diese riesigen Waldbrände erinnert. Die ersten 50-80 cm der Bäume sind bereits mit kräftigen frischen Trieben bewachsen und die Böden wirken nicht sehr verbrannt, so dass es weniger trostlos wirkt, als an der Dune du Pilat in Frankreich. Man muss genau schauen, um die dünnen Stecken der verbrannten Bäume wahrzunehmen.

    Wir radeln nach Aveiro. Es gilt als das Venedig Portugals, da die Altstadt ein paar kleine Kanäle hat. Schön sind dort auch die farbenfrohen Boote (Barcos Moliceiros), die traditionell zur Seetangernte genutzt wurden. Es ist dort ganz nett, wenn auch relativ voll, da wir einen Sonntag erwischt haben, an dem Studenten ihre Studienabschlüsse mit ihren Familien feiern. Aveiro ist auch Universitätsstadt.

    Wir wechseln den CP, da wir uns auf dem bisherigen nicht wohl fühlen, und finden ganz in der Nähe einen wunderschönen Platz an den Dünen. Und, welch Überraschung: Wir sehen ein weiteres Kennzeichen unserer Heimatstadt. Bei genauerem Hinschauen ist es ein alter Bekannter von Peter mit seiner Frau. Die Freude ist groß!

    Während die Männer ihr Wiedersehen feiern, laufe ich am Strand in das 4 - 8 km entfernte Costa Nova, ein Nachbarort von Aveiro, welcher von Fischern gegründet wurde, die damals entschieden, ihre Fischerhütten in bunten Streifen zu streichen. Heute sind aus den Hütten meist stabiler Häuser geworden, die vielfach als Ferien-Domizile dienen. Die bunten Streifen aber sind geblieben.

    Es folgt ein langer gemeinsamer Abend in größerer Runde vor dem WoMo.
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  • São Pedro de Moel und Nazaré

    20–23 May 2025, Portekiz ⋅ ☀️ 19 °C

    Wir haben mal Lust auf ein bisschen Steilküste und machen den nächsten Stopp in São Pedro de Moel. Man kann vom CP zu Fuß zum Leuchtturm laufen, was wir gerne machen. Das Meer wirkt relativ ruhig. Man ist überrascht, mit welcher Wucht es dann doch an den Felsen aufschlägt. - Im übrigen ist ein Waschtag länger überfällig. Eine gute Entscheidung, da dieser CP sehr leistungsfähige Maschinen hat, die im Speed-Tempo waschen. Wir bleiben 2 Nächte.

    Dann fahren wir nur 20 km weiter nach Nazaré. Dort wollen wir natürlich an den Nordstrand, einem Paradies für Hardcore-Surfer. In der Saison zwischen November und Februar wurden hier (mit Drohnen) 28-30m hohe Monsterwellen gemessen. Eine solche Welle, ca. 30 m hoch, wurde im November 2011 von dem Hawaiianer Garrett McNamara geritten und von einer Fachjury zur „größten Welle“ nominiert. Die Entstehung so großer Wellen hier erklärt sich dadurch, dass vor der Küste die Nazaré-Schlucht, die größte Unterwasserschlucht Europas, liegt, ca. 200 km lang und bis zu 5.000 m tief. Die Headwall, weniger als 1 km von der Küste entfernt, erzeugt die riesigen Wellen. Selbst im Sommer sollen sie bis zu 10m hoch werden, aber obwohl es so windig ist, dass wir mit den Rädern kaum die Spur halten können, und obwohl obendrein Flut ist, liegt der Nordstrand ganz sanft vor uns. Die Wellen erreichen die Badenden gerade mal in Hüft-Höhe. Surfer sind überhaupt nicht in Sicht.

    Zufällig haben auch unsere Freunde wieder diesen CP gewählt, so dass wir wieder lange zusammen draußen sitzen.
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  • Lissabon: Baixa

    23–26 May 2025, Portekiz ⋅ ☀️ 27 °C

    Unser nächster Stop ist Lissabon und hier zuerst das Stadtviertel Baixa. Die Baixa ist mit ihren schnurgeraden, auffallend ebenen Straßen und den repräsentativen Handelshäusern sowie den im rechten Winkel quer verlaufenden Straßen wie ein Schachbrett angelegt und Folge eines Erdbebens aus dem Jahr 1755, welches die vorherige Bebauung komplett zerstörte. In nur 5 Jahren wurde die Baixa durch den Marquês de Pombal wiederaufgebaut. Jedes Gewerbe erhielt eine Straße und jede Straße den Namen des Gewerbes. Viele davon sind noch immer erhalten. Die Kopfenden dieses Areals sind durch den Platz Rossio und den Praca do Comercio gekennzeichnet. Diese sind 2 der wichtigsten Plätze der Stadt. Die 7 Hügel der Stadt reihen sich um die Baixa herum. Heute gehört sie zu den wichtigsten Geschäftslagen der Stadt.

    In einer der Nebenstraßen testen wir erstmals und ganz vorsichtig nur als Vorspeise Bacalhau, das portugiesische Nationalgericht, dessen Grundlage getrockneter Kabeljau ist. Seit dem 15. Jahrhundert fuhren portugiesische Fischer in den Nordatlantik, wo es reichlich Kabeljau gab. Durch das Einlegen in Salz hielt sich der Kabeljau auf langen Seereisen und war somit ideal für ein Land ohne eigenen Kabeljau. Unserer Bacalhau ist eingelegt und tatsächlich schmackhaft. Von dem höchst unerfreulichen Gestank des Rohzustands, den wir nur zu gut vom Stockfisch in Norwegen kennen, merkt man erfreulicherweise nichts mehr.
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  • Lissabon: Stadtviertel Belém

    24 Mayıs 2025, Portekiz ⋅ ☀️ 28 °C

    Belém ist die portugiesische Kurzform von Bethlehem, denn die Intension zu Beginn des 16. Jhrds. war tatsächlich, aus diesem damaligen Ort nichts Geringeres als die neue Wiege der Christenheit zu machen. Das 300m lange Hieronymiten-Kloster, Unesco-Weltkulturerbe und anfangs insbes. eine Unterkunft für Kapitäne und Seeleute, die durch Mönche geleitet wurde, war Grundstein dieser Pläne. Der Manuelink, ein Baustil mit maritimen Dekoren, wurde zudem hier begründet. - Der Torre de Belém, Wahrzeichen der Stadt und ebenfalls durch diesen Baustil geprägt, begrüßt uns allerdings mit einem „wegen Renovierung geschlossen“. - Wir schlendern weiter zum Denkmal der Entdecker, welches Portugals Weltumsegler ehrt. - Von dort aus laufen wir am Tejo, dem Fluß, an dem Lissabon liegt, weiter bis zu dem wellenförmigen Gebäudekomplex des MAAT, dem Museum für Kunst (Arte), Architektur und Technologie aus dem Jahr 2016. Wir machen eine kleine Pause in der Fábrica dos Pastéis de Belém aus dem Jahr 1837, in der täglich 20.000 (!) pastéis de nata, diese kleinen Blätterteig-Pudding-Köstlichkeiten, die hier eine beliebte Spezialität sind, über die Ladentheke gehen. Schließlich besuchen wir noch den botanischen Garten nebenan, in dem uns die zahlreichen Pfaue begeistern.Okumaya devam et

  • Lissabon: Stadtviertel Alfama

    24 Mayıs 2025, Portekiz ⋅ ☀️ 27 °C

    In Alfama, einem der ältesten Viertel in Lissabon, ist einfach nichts gerade und eben. Es ist ein ständiges und teils sehr steiles Auf und Ab. Es ist eines der ärmsten Viertel der Stadt. In so manchen Häusern sind eher Tauben oder Bäume und Sträucher die Hausherren, wenn die Dächer schon länger ihre ursprüngliche Funktion nicht mehr erfüllen. Vielfach hängt Wäsche vor den Fenstern. Die zudem meist sehr engen Straßen sind von überwiegend kleinen Einzelhandelsgeschäften und mit Cafés gesäumt. Die historische Straßenbahnlinie 28E, die sich laut, knatternd und schwankend durch die engen Gassen arbeitet, schlängelt sich durch das Viertel hinauf zum Castelo de São Jorge aus dem 11. Jahrhundert. Auch wir lassen uns so wenigstens schon mal in die Nähe der Burg bringen und laufen später über das eindrucksvolle Panteão Nacional zurück.Okumaya devam et

  • Lissabon: Park d. Nationen + Oriente-Bhf

    25 Mayıs 2025, Portekiz ⋅ ☀️ 26 °C

    In einem Moment, in dem wir überlegen, was wir als Nächstes machen, hält zufällig vor uns ein Bus mit dem Ziel Oriente-Bahnhof. Ohne lange zu überlegen, steigen wir einfach ein.

    Ein ganzes Stadtviertel wurde aus Anlass der Weltausstellung 1998 neu geplant und gilt seither als das modernste der Stadt Lissabon: der Parque das Nações, der Park der Nationen. Auch der Bahnhof Gare do Oriente ganz in der Nähe wurde zur Expo 98 entworfen. So bekommen wir noch einmal einen Eindruck von einem ganz anderen Aspekt dieser tollen Stadt.

    Wir haben insgesamt 2 1/2 sehr erfüllte Tage in Lissabon und viel mehr gesehen, als wir im Vorfeld zu hoffen wagten. Aber jetzt haben wir auch erst einmal wieder Lust auf eine etwas ruhigere Phase😉🤣.
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  • Vila Nova de Milfontes

    29–30 May 2025, Portekiz ⋅ ☀️ 25 °C

    Dieser Ort gehört, wie auch schon das vorherige Porto Covo, zu den 4 schönsten Etappen des Fischerweges u.a. durch den Naturpark Südwest-Alentejo, einem küstennahen Fernwanderweg im Südwesten Portugals. Zudem hat er als Attraktion ein kleines Fort, das Forte de São Clemente, welches im 16. und 17 Jhrd. zum Schutz der Bewohner vor Piraten gebaut wurde und heute ganz wunderbar bewachsen, aber in privater Hand und daher für Besucher geschlossen ist. Das Fort wiederum liegt an der Mündung des Flusses Mira in den Atlantik. Es ist heute Wahrzeichen des Ortes. Auf einem der Wehrtürme brütet aktuell ein Storchenpärchen.Okumaya devam et

  • Odeceixe

    30 May–1 Haz 2025, Portekiz ⋅ ☀️ 29 °C

    Der Ort selbst ebenso wie der Strand dieses Ortes mit diesem unaussprechlichen Namen liegen für uns auf dem Weg. Einen passenden CP finden wir auch.

    Diesen finden wir wunderschön, obwohl hier viel im Umbruch zu sein scheint. Schon die Rezeption ist Baustelle, man muss ein Stück um die Ecke des Arkaden-Ganges gehen. Ein großer nagelneuer Pool in der Sonne ist erst seit 2 Tagen in Betrieb. Der Camping-Bereich liegt in dem dahinter liegenden Pinienwald, in dem wir den Platz völlig frei wählen können. Die Fischgerichte in dem dazu gehörigen Restaurant sind lecker. Die Sonne brennt und wir sind dankbar für den Schatten, den uns die Pinien spenden.

    Der zum Ort gehörende Strand liegt in einer Bucht ca. 5 km entfernt, in der wir auch erstmals auf dieser Reise überhaupt mal aktive Surfer sehen. Der Radweg in die Bucht führt weitgehend über Feldwege, bis der weitere Weg wegen der Gefahr von Steinschlag gesperrt ist. Der Zugang zum Strand führt vielmehr über einen steilen Berg, auf dem auch die Strandbars liegen. Also erst steil hoch mit den Rädern und dann über Stufen zum Strand, wer möchte.

    Auf dem Rückweg fahren wir auch durch den in steiler Hanglage liegenden weiß gekalkten Ort, natürlich geht es auch da ständig sehr steil rauf und runter mit den Rädern. Mit dem riesigen Streetart-Kunstwerk „110 Schritte bis zum Meer“ des Künstlers OZEARV vom November 2024 darf sich der kleine Ort mit seinen nicht mal 1000 Einwohnern zu den Streetart Cities zählen. Mehrere Eisen-Skulpturen des Künstlers Carlos Oliveira Correia stehen gleich nebenan.
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  • Ziel: Leuchtturm am Cap von Sao Vicente

    1 Haziran 2025, Portekiz ⋅ ☁️ 20 °C

    Wir sind gerade gestartet, um zu dem Leuchtturm am Cap von Sao Vicente zu fahren, als es in einer Kurve in unserem WoMo einen gewaltigen Schlag tut, begleitet von einem riesigen Scheppern und dem Sound von zerspringendem Glas und Geschirr. Unsere mittlere Geschirr- und Vorratsbehälter-Schublade in der Küche war wohl versehentlich nicht richtig gesichert und ist in einer Kurve mit voller Wucht aus der Verankerung gerissen und erst gegen die gegenüber liegende WoMo-Tür und dann auf den Boden gekracht. Wir sind beide erst einmal starr vor Schreck. Größere Scherben und viele klitzekleine Glas- und Porzellan-Splitter überall. Und dennoch: Eine genauere Sichtung ergibt, dass wir mit einem blauen Auge davon gekommen sind: Ein Eßteller, 2 Frühsstücksteller und eine Vorrats-Glasschale von Ikea mußten dran glauben. Es hätte schlimmer kommen können. So fahren wir erst einmal weiter, nachdem wir die Schublade auf dem Bett gesichert und die gröbsten Scherben entfernt haben.

    Der Leuchtturm steht am südwestlichsten Punkt des gesamten europäischen Festlands und wurde 1846 erbaut. Wir wußten im Vorfeld, dass er wohl schon seit 1-2 Jahren „vorübergehend geschlossen“ ist, wollten ihn uns aber dennoch nicht entgehen lassen, wenn wir doch hier schon mal sind. Es bedeutet für uns nur einen kleinen Umweg.

    Und da es bereits 14.30 Uhr ist, ohne dass wir etwas zu Mittag gegessen hätten, genehmigen wir uns nach dem Schreck sogar eine „letzte Bratwurst vor Amerika“, die man schon fast als Kult bezeichnen kann, da sie zuverlässig in jeder Algarve-Doku auftaucht. Besonders lecker fanden wir sie allerdings beide nicht.

    Nach Ankunft am nächsten CP am späteren Nachmittag widmet sich Peter dann erst einmal der doch etwas größeren Herausforderung die Schublade so zu reparieren, dass sie möglichst wieder einsatzfähig ist. Peter ist dankenswerter Weise so gestrickt, dass es in solchen Fällen immer so lange in ihm arbeitet, bis er eine Lösung gefunden hat. So liegt er fast 3 Std. quasi vor und unter der Schublade und schraubt, klebt, bastelt und knobelt, bis sie wieder nutzbar und schließlich sogar auch wieder verschließbar ist. Wow!!!
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  • Salema Eco Camp

    1–4 Haz 2025, Portekiz ⋅ ☁️ 20 °C

    Wahrlich wunderschön ist unser nächster CP „Salem Eco Camp und Slow Camping“: Ein alteingewachsener riesiger CP an einem Steilhang mit vielen kleineren Stellplätzen auf Seitenarmen eines sich über das gesamte Areal schlängelnden Hauptweges. Es gibt immer wieder kleine Stellflächen für 6-8 WoMos oder gar Stufen für einzelne WoMos im Hang, die sich für unseren Geschmack sehr harmonisch in die Vegetation einfügen. - Der CP gibt an CO2-neutral zu sein. Auf der Speisekarte sind die Gerichte je nach CO2 - Verbrauch in unterschiedlichen Farben gekennzeichnet (grün, gelb, rot).

    Und die Stimmung hier ist, insbesondere am Wochenende, sehr speziell. Ich habe lange nicht mehr auf so engem Raum gleich mehrfach ausgeprägte Rasterlocken gesehen. Zudem gibt es hier wiederholt auffällig lange Bärte, passend dazu im Restaurant 70er Jahre-Musik, viele ganz junge Eltern mit kleinen Kindern, die in Vans oder gar uralten Bullis unterwegs sind, viele bunte lange Kleider und natürlich Surfbretter … . Vieles hier erinnert an die Flowerpower-Zeit vor 50 Jahren: es ist schon eine ganz eigene Welt und sehr relaxte Atmosphäre. Auch die Sonne lacht vom Himmel, die Temperaturen liegen um 20 Grad, aber es stürmt teils extrem. Und leider will sich der Sturm auch am nächsten Tag gar nicht legen. Wir beschließen, eine geplante kleine Radtour in einen Nachbarort zu streichen, weil wir bereits in Nazaré die Erfahrung gemacht haben, dass es hier am Atlantik Windböen gibt, bei denen man das Rad nicht in der Spur halten kann. - Wir machen immerhin einen Spaziergang in den Ort Salema, der aber fast ausschließlich aus 2—3 stöckigen Ferien-Anlagen besteht und damit keine Schönheit ist.
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  • Lagos und die Ponta da Piedade

    4–5 Haz 2025, Portekiz ⋅ ☀️ 22 °C

    Fast wären wir wegen eines Missverständnisses dran vorbei gefahren: an den Felsen der Ponta da Piedade, einer Landzunge 3 km südlich von Lagos. Es handelt sich hier um ein riesiges Areal aus Kalkstein-Felsen, die sich durch majestätische Steinsäulen und zahlreiche Steinbögen auszeichnen und über Jahrhunderte vor allem in der Wintersaison durch Erosion geformt wurden. Sie sind eines der touristischen Highlights der Algarve!

    Auch der Ort Lagos selbst ist hübsch, soweit wir das gesehen haben. Wir können sowohl die Felsen als auch den Ort problemlos zu Fuß erreichen, weil wir uns sehenden Auges für den häßlichsten CP entschieden haben, den wir je hatten, aber wir waren vorgewarnt (Dank an Steffi!) und er liegt einfach so zentral!

    In der Altstadt von Lagos essen wir erstmals Cataplana oder, um genau zu sein, wir essen einen Eintopf aus Kabeljau, Scampis, rotem und grünem Paprika und Zwiebeln aus dem Topf, der Cataplana heißt und der dafür steht, dass er sich besonders dicht verschließen läßt, und dem Gericht den Namen gegeben hat. Ein Gedicht!!!
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  • Benagil u.a.

    5 Haziran 2025, Portekiz ⋅ ☀️ 27 °C

    Wir wechseln den CP und fahren weiter nach Armação de Pêra, um von dort aus die Höhle von Benagil zu besuchen. Sie gehört zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten im Süden Portugals und ist nur auf dem Wasserweg erreichbar. Die Kalkstein-Felsen, mit denen wir schon in Lagos Berührung hatten, ziehen sich über weite Strecken die Algarve-Küste entlang, auch bis hierher. Leider hat die Höhle seit September 2023 für Fotografie-Begeisterte einen dicken Haken: Nach einer vorübergehenden kompletten Schließung der Höhle aus Sicherheitsgründen gibt es nun ein striktes Verbot den kleinen Strand in der Höhle zu betreten, so dass die Fotos, mit denen die Höhle beworben wird, trotz Super-Weitwinkel-Objektiv für Besucher gar nicht mehr möglich sind. Das schmerzt meine Fotografen-Seele doch sehr😢.

    Wir fahren dennoch spätnachmittags mit einem kleinen, wendigen Boot, nicht größer als ein Fischerboot, von Armação de Pêra für insgesamt eine Stunde erst in andere Höhlen auf dem Weg dorthin und schließlich in diese Höhle. Es ist schon ein schöner Ausflug. Peter hat besonders Spaß, da mit uns ein paar junge Portugiesen fahren, die dem Bootsführer signalisieren, dass sie es gut fänden, wenn er das Boot auch so richtig über die Wellen springen ließe. Das macht dieser daraufhin mit großer Begeisterung und die Gischt peitscht uns ins Gesicht 😂. Aus meiner Fotografen-Sicht wäre mir eine ruhigere Fahrt allerdings deutlich lieber gewesen😉.
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  • Oasis Surf Camp

    7 Haziran 2025, Portekiz ⋅ ☀️ 31 °C

    Wir suchen einen CP, um einfach mal ein paar Tage an einem Ort zu bleiben, damit Peter ausgiebig seiner Urlaubs-Lieblingsbeschäftigung nachgehen kann, dem „Wellen zählen“, was aber gar nicht mal unbedingt an einem Strand sein muss😉. Der Name Oasis Surf Camp und die präsentierten Fotos assoziieren Strandnähe. Im Hinblick auf das bevorstehende Wochenende beschließen wir am Donnerstagabend vorsorglich 2 Nächte zu reservieren. Leider ist bei dem Surfcamp der Strand aber tatsächlich 6 km entfernt, zwischen uns und dem Strand liegt eine Großstadt. Ich habe eine Formulierung mißverstanden. Dennoch tut uns die Ruhe bei der Hitze gut und Wasserratten sind wir ohnehin nicht. Wir haben inzwischen Mittagstemperaturen um 35 Grad, nachts sinkt das Thermometer nicht unter 20 Grad. Alles ein bisschen zu kuschelig. Lange hat der ständige Atlantikwind für Linderung gesorgt und uns die zwischenzeitliche Hitze nicht spüren lassen, aber hier ist es fast windstill.

    Das Surf-Camp selbst hat ein Hütten-Areal und ein Camping-Areal. Die Hütten sind nicht etwa gleichförmig, sondern so unterschiedlich wie ihre Bewohner. Jeder scheint sich seine Hütte selbst zu organisieren. Manche sind sehr luxuriös, andere bestehen einfach aus einem alten Wohnwagen mit Vorzelt ähnlichen Alters und so mancher scheint hier auch dauerhaft zu leben. Sehr nett ist die abendliche Atmosphäre an der Bar, die ihrerseits an den Naturteich anschließt.
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