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  • Michael Ulbrich
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Annapurna Circuit Nepal

Sir Hillary (Michel), Dancing Norgay (Flash) und der Damei Lala (Rayk) unterwegs in Nepal.
Umrundung des Annapurna Massivs. 🏔️
Von 800 hm auf 5416 hm.
https://nepal-2017.blogspot.com
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  • Reisens start
    1. april 2017
  • Aufbruch

    30. mars 2017, Tyskland ⋅ ☁️ 10 °C

    Sir Hillary und Dancing brechen am späten Nachmittag gen München auf. Abschied ist ein schweres Scharf.
    Schulterblick Caro ist pünktlich am vereinbarten Treffpunkt. Etwas verspätet kommt Popeye (der Informatiker) und ist somit der Vierte im Mitfahrgelegenheitsbunde. Standesgemäß wird Mörcedes gefahren. Man führt schmale Gespräche.
    Kurz vor Ankunft verfährt sich Schulterblick Caro und hadert mit sich selbst. Man verabschiedet sich mit festem Händedruck von Schulterblick Caro und begrüßt den Damei Lala mit sanftem Händedruck.
    Man kehrt ein und wird nach westlichem Brauch schon nach einer halben Stunde bedient. Öli stößt hinzu. One-two-three Techno.
    Der Damei Lala erfindet einen Parkplatz. Aber nur bis früh um 7.
    Dancing übt am Rucksack.
    Es kehrt Müdigkeit ein.
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  • Hola Chica

    1. april 2017, Tyskland ⋅ 🌙 20 °C

    Schock! Sir Hillary wird mit der unreinen linken Hand geweckt.
    Der Damei Lala kredenzt ein Frühstück und lädt zum Radfahren und Sightseeing ein. Man folgt der Einladung. Vorbei an den touristischen Highlights der Stadt landet man endlich in einem Biergarten und trifft auf des Damei Lalas spanische Freunde und Familie Öli. Hola Chica. Man lacht.
    Despedida es una espada aguda.
    Letzte Vorbereitungen. Auf, auf zum Airport. Ein Junggesellinnen-Abschied hält die Reisenden fälschlicherweise für Thailand-Touristen.
    Ein letztes Kreativ (Bier). Ups, der Check-In schließt in 5 Minuten. Leben am Limit. Hier trennen sich die Wege der 3 Reisenden. Der Damei Lala steigt in sein eigenes Flugzeug.
    Sir Hillary bringt das ganze Unternehmen auf Grund eines gefährlichen Einhandmessers in Gefahr. Noch mal gut gegangen. Abflug.
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  • Abu Dhabi

    2. april 2017, De forente arabiske emirater ⋅ 🌙 37 °C

    Lagerkoller. Man sitzt getrennt.
    Dem Weltenbummler werden Decken und Nackenkissen gereicht.
    Unsanft wird Dancing zum Diner geweckt.
    Sir Hillary macht indes neue Bekanntschaften. Die aufkeimende Freundschaft scheitert allerdings an Camp David und ACDC.
    Abu Dhabi erscheint wie eine Fata Morgana bereits in der Ferne. Baukastenlandschaft soweit das Auge reicht.
    Sanfte Landung. Menschen über Menschen.
    Dancing ist mit seinen blonden Haaren hier der Elefantenmensch. Er spürt die Blicke auf seinem Haupthaar.
    Warten auf den Anschlussflug…
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  • Kathmandu

    2. april 2017, Nepal ⋅ 🌩️ 19 °C

    Flug nach Kathmandu. Teilweise ein wenig turbulent, zieht er sich hin. Doch man sitzt nebeneinander. Erste Luftbilder von Kathmandu erinnern an s/w-Aufnahmen aus Berlin 1945.
    Dancing bringt mit seiner Fußbremskraftverstärkung den Flieger alleine zum stehen.
    Dann bricht Panik aus. Eile ist geboten um schnell an das nepalesische Visa zu gelangen. Wir schaffen es in 2h. Dank unserer Schnelligkeit stehen noch 5 Leute hinter uns. Der Rest vor uns. Puh, manchmal muss man eben auch Glück haben. 2h anstehen für einen gelben Wisch mit unseren Vornamen drauf.
    Unsere Rucksäcke liegen einsam und verwahrlost herum. Die Sicherheitskontrolle übersteigt sämtliche deutschen Standards. Der Metalldetektor MUSS piepsen. Oder auch nicht? Egal.
    Man verlässt das Flughafengebäude.
    Noch immer auf diesem Planeten, befinden wir uns doch in einer anderen Welt.
    Vor 1,5h hatte man ein Taxidate. Draußen werden viele Schilder hochgehobenen. Auf einem steht doch tatsächlich Dancings Name. Ja, man hat auf uns gewartet.
    Nun folgt etwas, was man nicht beschreiben kann. Wir nennen es mal „Auto fahren". Doch diese Tätigkeit hier, hat nichts, aber auch rein garnichts mit einer Autofahrt in Deutschland gemein. Ein paar Regel:

    Dauerhupen (Licht sowie Horn)
    Keine Angst
    Fahrseiten oder Straßen gibt es nicht, jeder fährt wo Platz ist und Platz gibt es nicht
    Kühen ausweichen
    Bei Schlaglöchern Gas geben (also immer)
    Auch an der engsten Stelle ist noch Platz für 4 Autos, 2 Kühe, 10 Fußgänger, 1 Bus und 45 Motorräder

    Angekommen klopft man dem Fahrer anerkennend auf die Schulter. Er ist sichtlich stolz. Alle haben überlebt.
    Die Mädels und Hunde unserer Unterkunft begrüßen uns freudig.
    Später, beim Abendessen (Dhal Bhat und Momos), helfen wir einer jungen Angestellten bei ihren Deutsch-Hausaufgaben.
    Sie serviert uns dafür ein Everest-Bier. Prost.
    Wo bleibt nur der Damei Lala?
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  • True Kathmandu

    3. april 2017, Nepal ⋅ 🌧 27 °C

    Wie soll man Kathmandu beschreiben? Schwierig. Dem deutschen Wortschatz fehlt es an Begrifflichkeiten dafür. Chaos, laut, dreckig und trotzdem friedlich und unaufdringlich. Man steht da, glotzt und fragt sich wie das so alles funktioniert.
    Aber von vorn. Wir starten mit einem idyllischen Frühstück im schönen Innenhof unserer Herberge.
    Dann geben wir uns die volle Breitseite Kathmandu und latschen zur Boudha Stupa.
    Wir stellen auf Mundatmung um. Mundschutz ist hier mittlerweile ein modisches Accessoire.
    Am Wegesrand Hanfpflanzen. Baustellen mit akrobatisch veranlagten Bauarbeitern in Plastefolieschutzkleidung. Vor den völlig verdreckten Geschäften wird gekehrt. Ein Kampf gegen Windmühlen. Stupatempelbesichtigung.
    Beim Geldwechsel fühlen wir uns sicher. Der Mann mit der Pumpgun fotokopiert unseren Reisepass. Wir tauschen Scheine gegen Bündel.
    Nachzählen der Bündel ist unmöglich.
    Mit dem Taxi geht's dann in die Innenstadt. Autoscooter, bloß ohne Mütze wegnehmen (Grüße ans Mäba). Aufregend wie gestern schon, aber heute sind wir schon etwas cooler.
    Hier wird das Hakenkreuz auch gerne mal von einem Davidstern umrahmt.
    Angekommen. Scheiße, Passfotos vergessen. Die nepalesische Bürokratie steht auf Passfotos.
    Auf zum sexy Fotoshooting. Wir holen uns die Erlaubnisse fürs Trekking. Irgendwie erinnert uns das an einen Asterix-Film. Wir brauchen den Passierschein A38.
    Dann geht's zum Shopping.
    Wir feilschen wie die Profis und gehen doch als Verlierer vom Platz. Fühlen uns aber wie Gewinner und haben mächtig Spaß. Lucky Price für alle.
    Wir lernen Luis kennen. Ein deutscher, junger Aussteigertyp, der sich von oben bis unten neu einkleidet.
    Lecker Dahl Bhat bei Stromausfall und Unwetter.
    Dann noch SIM-Karte besorgen. Auch dafür benötigt man ein Passfoto. Das Sechste insgesamt.
    Zurück in der Unterkunft hilft uns Everest-Bier das Erlebte und diesen aufregenden Tag zu verarbeiten.
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  • Volle Pulle nach Bhulbhule

    4. april 2017, Nepal ⋅ 🌧 22 °C

    5 Uhr aufstehen.
    Man stelle sich die schlimmste Straße oder Buckelpiste, den schlimmsten Feldweg vor, multipliziere mit 3 und man erhält eine ungefähre Vorstellung von unserer 6-stündigen Busfahrt nach Besisahar. Wildwasserrafting ohne Wasser.
    Da bekommt die Foltermethode „Rädern" eine völlig neue Bedeutung.
    Beim einsteigen in den Bus setzt sich Dancing in etwas Nasses. Es könnte auch nur Wasser gewesen sein...
    Auf dem Weg aus der Großstadt sehen wir viele werktätige Menschen. Die meisten gehen der Tätigkeit Rumstehen oder Rumsitzen nach. Beneidenswert.
    Die Musik im Bus lädt zum tanzen ein. Kurzer Stopp an der „Urine Hall".
    Langsam verschwindet der Smog und es wird grüner. Weniger Chaos, Müll und Lärm.
    Die Fahrt zehrt an den Nerven. Schlafen unmöglich. Teilweise springen wir einen halben Meter in die Höhe durch die Schlaglöcher.
    Bei einer Rast knüpft der Damei Lala geschäftliche Kontakte. Demnächst gibt es Glasschreibtische in Nepal. Nur der Transport wird schwierig.
    In Besisahar angekommen stärken wir uns, bevor es zu Fuß weiter geht. Hier startet unsere Trekking-Tour: Die Annapurna-Umrundung.
    Wir gehen entlang eines Tales, überqueren die erste riesige Hängebrücke und gelangen in kleine abgelegene Orte. Immer wieder kommen uns freudestrahlend kleine Kinder entgegen gerannt, rufen Namaste, weisen uns den Weg oder wollen fotografiert werden.
    Dann plötzlich ist es soweit. Hinter einer Kurve erblicken wir den ersten Schneeriesen. Etwas wolkenverhangen verbirgt er noch seine ganze Größe.
    Wir landen schließlich in Bhulbhule in einer Lodge, die man in Deutschland wohl als Scheune bezeichnen würde.
    Sir Hillary und der Damei Lala stellen sich sogleich zusammen und nackt unter eine Fake-Dusche, bevor sie zur richtigen Dusche wechseln.
    Später sitzen wir auf der Terrasse und genießen erneut den Anblick auf den ersten Schneeriesen.
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  • Wanderlust

    5. april 2017, Nepal ⋅ 🌧 17 °C

    Dancing und der Damei Lala machen erste Erfahrungen mit den hiesigen Toilets und müssen noch an der Treffsicherheit sowie dem anschließenden Reinigungsvorgang arbeiten.
    Nach einigen Kilometern kommen wir in (für westliche Verhältnisse) sehr ärmliche Dörfer mit Wellblechhütten und glücklich und zufrieden wirkenden Bewohnern. Es erinnert uns an abgelegene Indianerstämme aus Arte-Dokus. Das ortsansässige Hilton Hotel ist weltweit vielleicht das einzige aus Wellblech. Wir machen Rast und probieren uns kurz als nepalesischer Träger aus. Der über 70-jährige Träger des Tierfutters amüsiert sich prächtig.
    Uns fällt auf, dass die Bergdorfbewohner trotz der ärmlichen Behausungen stets akkurat und fast europäisch gekleidet und frisiert sind.
    Steil geht es dann bergauf. Oben angekommen werden unsere Trekking-Permits an einer „Polizei Station", an der es auch "Icecold Drinks" gibt, kontrolliert. Extrem steil geht es wieder bergab. Hier sind die Wanderwege nicht wie in Deutschland. Meist klettern wir felsigen Steinpfaden entlang. Mehrfach überqueren wir riesigen Hängebrücken. Man sagt, die ersten Wasserfälle fotografiert man noch, die restlichen 1000 dann nicht mehr. Wir fotografieren ALLE.
    In einem Bergdorf verschenken wir Luftballons an Kinder. Rotköpfig versuchen sie diese aufzublasen und füllen sie letztendlich mit Wasser um sich vollzuspritzen.
    Abschließend landen wir in einer netten Unterkunft, probieren mutig das Local Beer und hoffen, dass wir nicht erblinden...
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  • Local Beer Nachtrag

    5. april 2017, Nepal ⋅ 🌧 17 °C

    In den Reiseführern steht, Finger weg in Nepal von Local Beer und Local Wine.
    Dies ist vermutlich der Grund weshalb der Braumeister des von uns georderten Local Beers freudestrahlend auf uns zu kommt und sein Gebräu anpreist.
    Das Beer, was uns eher an Federweißer erinnert, wird wohl aus Mais und Getreide hergestellt. Der Braumeister zeigt uns sein „Braustübchen" und lässt uns auch von seinem Local Wine kosten. Huijujui, astreiner Obstler. Wir unterhalten uns den ganzen Abend, er gibt uns Tipps gegen die Höhenkrankheit und erzählt uns viel über sein Leben.
    Am Ende schenkt er uns Yartsa Gunbu. Etwas, was gleichzeitig Tier und Pflanze ist, in Nepal in Höhen von 4000-5000m Höhe "wächst" und ein seltenes und begehrtes Aufputschmittel ist. Das „Gold" der Annapurna-Region, halb Pilz – halb Raupe, wird für viel Geld gehandelt. Ein toller Abend.
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  • Der Weg nach Odar

    6. april 2017, Nepal ⋅ 🌧 12 °C

    Anstrengender Tag. 25km und über 1000 Höhenmeter.
    Es geht auf der sogenannten Jeep-Strecke (eine Strecke die erst in den letzten Jahren zusätzlich zur alten Route angelegt wurde) serpentinenartig lange steil bergauf, nur um oben wieder abzusteigen. Wir verlassen die Jeep-Strecke und kraxeln viele steile Felsstufen bergauf.
    Sir Hillary sieht Affen. Kann aber auch das Local Beer gewesen sein. Wir kommen wieder durch abgelegene Bergdörfer, schauen Korbflechtern und einer Frau beim popeln zu. Der Aufforderung des Damei Lala, das Popeln zu unterlassen, kommt sie nicht nach. Sie grüßt aber freundlich mit Namaste.
    Wir verpassen blöderweise einen Abzweig der ursprünglichen Strecke und laufen viele Kilometer der Jeep-Strecke entlang (dies wollten wir eigentlich nicht schreiben, weil wir ja den Harten raushängen lassen wollen).
    Eidechsen, Schmetterlinge, Ziegen, Hunde, Kühe und Hühner kreuzen unseren Weg oder begleiten uns. Herrchen, Leinen oder Umzäunungen gibt es hier nicht. Alle Tiere sind frei.
    Die nächste Hängebrücke ist uns und - zack – sind wir wieder auf der richtigen Strecke.
    Am Ende fängt es an zu regnen. Wir weichen von der Hauptroute ab und kämpfen uns 845 Felsstufen empor nach Odar.
    Mittelalter…
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  • Mittelalter

    7. april 2017, Nepal ⋅ 🌧 16 °C

    Odar, abgelegen und vom Tourismus weitestgehend unberührt, verschlägt uns die Sprache. Hier sieht es wirklich aus wie man sich das Mittelalter vorstellt. Die Gassen, die Häuser und teilweise auch die Menschen. Sofort steht eine Traube Einheimischer bei uns. Die Verständigung ist schwierig. Dann komm Biggi, ein gut genährter junger Kerl mit Zopf und Soundbox in der Hand.
    Er spricht englisch und bringt uns zu unserer Unterkunft, einem Bretterverschlag mit Holzpritschen, hoch oben auf den Behausungen der Eingeborenen.
    Da stehen wir nun. Alle sind wieder verschwunden. Wir irren durch das Dorf und fühlen uns wieder wie in einer Arte-Doku. Ein Ambiente wie im Film „Der Name der Rose".
    Wir klettern auf einen Berg mit Gebetsfahnen und tollem Rundumblick.
    Dann werden wir zum Tee gerufen. Der Rufer ist allerdings schon wieder verschwunden. Erneut irren wir umher.
    Dann kommt das bisher surrealste Erlebnis dieser Reise. Wir entdecken den Rufer in einem Hinterraum. Es stehen Schuhe davor.
    Wir betreten vorsichtig den Raum durch ein Loch in der Wand. Rauch beißt in den Augen. Ein offenes Feuer, ein Loch in der Decke als Rauchabzug, Fußboden und Wände aus Lehm. Es ist dunkel, nur das Feuer und eine 1 Watt-Glühbirne spenden etwas Licht. Keine Fenster. Die Decke, schwarze, halb verkohlte, runde Holzbalken. An den Wänden Holzregale mit großen Töpfen.
    Der Rufer sitzt auf dem Boden und hantiert am Feuer und mit Töpfen herum. Wir setzen uns auf Decken am Boden zu ihm. Er nimmt uns kaum wahr. Wir sind fasziniert. Hier, in diesem Speisesaal, werden wir heute also dinieren. An der Decke tummeln sich Schaben im Licht der 1 Watt-Birne.
    Unser Gastgeber bereitet uns Tee zu. Ein alter Mann (80-100 Jahre alt) kommt wortlos herein und setzt sich ans Feuer. Er nimmt keine Notiz von uns.
    Unser Gastgeber fängt an das Essen zuzubereiten. Beeindruckend mit welcher Ruhe er dies tut.
    Der Damei Lala möchte sich unbedingt auf nepalesisch lobend über den Tee äußern und bekommt sogleich eilig eine heiße Tasse Wasser gebracht. Hm, Verständigungsschwierigkeiten.
    Weitere Personen betreten den Raum. Ein sichtlich betrunkener Mann und die Frau des Gastgebers. Der Betrunkene versucht immer wieder sich mit uns zu unterhalten. Vergeblich. Die Frau hilft ihrem Mann bei der Essenszubereitug.
    Das Ganze dauert bestimmt 1,5h. Es gibt Dhal Bhat, das nepalesische Nationalgericht, mit Pilzen. Die an der Decke hängenden Fleischbeilagen lehnen wir dankend ab.
    Wir hauen uns die Bäuche voll. Sir Hillary nutzt dafür die rechte Hand. Ständig gibt es Nachschlag. Wir platzen bald und lehnen ständig dankend ab. Es ist sehr lecker.
    Dann wird nach dem Frühstück gefragt, bevor wir uns vollgefressen und von den Eindrücken gefesselt auf unsere Holzpritschen betten.
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  • Messi

    7. april 2017, Nepal ⋅ ❄️ 1 °C

    Dancing hat Schlafstörungen. Der Damei Lala sagt, er hat das immer wenn sich eine Frauengeschichte anbahnt. Hm, wertvolle Information.
    Dancing bleibt noch liegen. Sir Hillary und Lala gehen in den Speisesaal vom Vorabend zum Frühstück. Es gibt tibetanisches Brot.
    Zum Abschied bekommen die 3 noch einen Glücksschal geschenkt. Beim Verlassen von Odar werden wir vom halben Dorf freundlich verabschiedet. Demnächst zu sehen in einer Arte-Doku.
    Auf den Eisriesen sehen wir Schneestürme, während wir bei 20 Grad in kurzen Sachen weiter marschieren. Wir reichen einem Zähneputzenden Nepalesen (noch) etwas Zahnpasta.
    Zweites Frühstück. Dancing wird mit Lionel Messi verwechselt. Wir stellen fest, dass bis auf Aussehen, Körpergröße, Haarfarbe und fussballerisches Können echt Ähnlichkeit besteht.
    Der Damei Lala verschenkt Sonnencreme. Die beiden alten Nepalesen strahlen wie kleine Kinder mit ihren weiß gecremten Gesichtern.
    Die Landschaft ändert sich und erinnert an Regenwälder. Blühende Rhododendronbäume, Orchideen und fleischfressende Pflanzen. Sir Hillary ist in seinem Element.
    Wir verlaufen uns, büßen dadurch eine Stunde ein, bewahren aber andere Trekker vor dem selben Fehler.
    Unterwegs treffen wir auf Heike und Kay. Sie ziehen lässig an uns vorbei.
    Es fängt an zu regnen und will auch nicht wieder aufhören. Wir stärken uns mit einer Portion Porridge und einem Masala Tee. Bei der älteren Dame riecht, schmeckt und ist es wie früher bei Oma Maria. Kindheitserinnerungen.
    Weiter geht's. Eine Unterkunft ist schnell gefunden. Wir hoffen auf besseres Wetter. Immerhin knacken wir morgen die 3000m-Marke.
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  • Pisang

    8. april 2017, Nepal ⋅ ☁️ 6 °C

    In unserer Lodge gibt es seit 3 Tagen keinen Strom. Dank unserer Glücksschals kehrt er aber bei unserer Ankunft plötzlich zurück.
    Sir Hillary darf sich heute mit dem Ozean des Wissens, dem Damei Lala, das Nachtlager teilen.
    Am nächsten Morgen strahlend blauer Himmel. Die Stimmung ist bestens. Gestern noch von Regenwolken verdeckt, erhebt sich direkt vor uns eine riesige beeindruckende weiße Wand. Wow!
    Heute schalten wir 2 Gänge zurück.
    Wir wollen uns nach dem Namen eines vor uns liegenden riesigen Berges erkundigen. „Dies ist kein Berg, sondern ein Hügel", bekommen wir zur Antwort. In Nepal haben alle Berge unter 7000m Höhe keinen Namen und gelten als Hügel.
    Vorbei an riesigen Apfelplantagen nähern wir uns langsam der 3000m-Marke.
    Große Gletscher säumen den Weg. Tosend und furchteinflößend geht eine riesige Steinlawine aus 5000m Höhe direkt vor unseren Augen vom Swargat Wari hernieder.
    Immer wieder sehen wir nepalesische Träger mit dünnen Ärmchen, die das 2-3fache unseres Gepäcks für die Touristen schleppen.
    Plötzlich bemerken wir, dass wir bereits auf 3100m Höhe sind. Zur Feier des Tages gibt es Porridge.
    Die Landschaft ändert wiedermal ihr Aussehen. Es erinnert uns an Bilder aus Alaska.
    Wir erreichen unser Tagesziel Upper Pisang und schauen der Dorfbevölkerung beim Bogenschießen zu.
    Dann steigen wir nach Lower Pisang ab und beziehen die erstbeste Lodge.
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  • Sprachlos am Annapurna II

    9. april 2017, Nepal ⋅ 🌙 6 °C

    Der Damei Lala nächtigt diese Nacht standesgemäß alleine in einem 3-Bettzimmer. Er wählt jenes der 3 verfügbaren Betten für sich aus, bei welchem die ständige Präsenz des Swargat Wari, dem heiligen Berg der Buddhisten, am spürbarsten ist.
    Es wird empfindlich kalt draußen. Knapp über dem Gefrierpunkt. Ob wir in unserem Lodgezimmer das Fenster auf oder zu machen, ist egal. Fingerbreite Spalten schmücken die Fensterrahmen.
    Wir bringen dem Damei Lala Knack bei und verjagen Chinesen, die sich nicht zu benehmen wissen. Wie immer geht es früh zu Bett.

    Als am Morgen die Sonne über die Berge steigt, ist es einfach herrlich.
    Annapurna II, der höchste 7000er (7937m) in Nepal, begleitet uns den ganzen Tag. Ein unbeschreiblicher Anblick. Immer wieder erschrecken wir (im positiven Sinne), ob der riesigen, imposanten, weißen Erhebung.
    Wie ein überdimensionales Poster, unwirklich und doch real. Ein vorbeiziehender Hubschrauber vor dem Berg ist klein wie ein Floh und verdeutlicht nochmal die Dimensionen.
    Im Schatten dieses Berges wirkt und wird selbst Sir Hillary kleinlaut!
    Extrem steil und im Schneckentempo geht es bergauf. Man schwitzt kaum noch, dafür löst jede unbedachte, schnelle Bewegung Atemnot aus. Immer wieder halten wir inne, können uns nicht satt sehen.
    Oben angekommen gibt es Mittag bei einem Panorama, das wir so schnell nicht wieder vergessen werden. So weit das Auge reicht, schneebedeckte Berge vor strahlend blauem Himmel.
    Ein Pferd steigt die steilen Treppen zu unserer Terrasse empor und leistet uns Gesellschaft.

    Nicht weniger imposant wird der Rest des heutigen Weges.
    Am Ende stranden wir in Ngawal und geben uns, mal ohne Rucksack, noch einen Aufstieg auf 3800m zu einer Chörte...
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  • Braga

    10. april 2017, Nepal ⋅ ☁️ 4 °C

    Nobel-Lodge. Eigenes Hinsetz-Klo und mit Brokat bestickte Vorhänge. Wir leben wie Gott in Frankreich. Im Aufenthaltsraum sitzen wir zusammen mit Franzosen und Engländern fröstelnd um den kalten Ofen. 3 mal versuchen die Lodge-Besitzer vergeblich den Ofen anzumachen. Mehr als eine Kohlenmonoxidvergiftung kommt nicht dabei raus. Dann kommen 2 Thüringer (Sir Hillary und der Damei Lala) und bringen endlich Wärme in die gute Stube.
    Über das eigene Klo sind wir froh, man muss in der Nacht nun häufiger.

    Am Morgen wieder Sonnenschein. Der Boden ist gefroren. Wir haben uns gestern in der Sonne unsere Näschen, Öhrchen, Bäckchen, Beinchen und Händchen verbrannt. Dancing ist nun mit zwei lustigen, sonnencremegetränkten Clowns unterwegs.
    Der redegewaltige Ozean des Wissens führt uns sicher nach Mungji. Wir nehmen ein zweites Frühstück bei einer netten Frau, die sich über unseren Besuch sichtlich freut.
    Weiter geht's. Mehr als eine Ortschaft weiter schaffen wir es nicht. Wir lassen uns zu einem Stück Kuchen hinreißen. Uns gefällt es hier.
    Die Unterkünfte der letzten Tage waren alle umsonst. Heute schwelgen wir im Luxus und gönnen uns ein Luxuszimmer mit Western Toilet, Dusche und extra großem Vorhängeschloss für 1,50€.
    Wir machen einen Shoppingausflug nach Manang und kaufen eine kleine Rolle Klopapier.
    Morgen ist unser Akklimatisierungstag.
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  • 4600

    11. april 2017, Nepal ⋅ ☁️ -1 °C

    Akklimatisierungstag. Heute geben wir es uns richtig. 1200 Höhenmeter wollen wir bewältigen. Raus aus der Comfortzone (Grüße an Andre). Wir machen uns auf den Weg zum Ice Lake in 4600m Höhe. Perfekte Akklimatisierung und Vorbereitung auf die bevorstehende Passüberquerung.
    Extrem langsam steigen wir bergauf. Da hilft auch kein Tempoarsch (Grüße an Roy). Wenn's nur immer mit der Ruhe weiter geht (Grüße an Bernd).
    Der Damei Lala reißt beim Fotografieren mit dem Arsch ein, was Nepalesen in mühevoller Arbeit aufgebaut haben: 2 an einen Holzstapel angelehnte Bretter.
    Wetter und Landschaft sind umwerfend.
    Wie kann man die Landschaft in Worte fassen!?
    Kein Foto vermag die Dimensionen und Ausmaße des Gesehenen wiederzugeben. Je höher wir kommen, desto fantastischer wird der Ausblick. Ein kräftiger Wind kommt auf. Wir fühlen uns wie auf dem Mount Everest, nur dass noch 4 Kilometer nach oben fehlen. Unterwegs treffen wir ein Mädel, dass Tabletten gegen die Höhenkrankheit einschmeißt. Uns geht es gut.
    Oben angekommen setzen wir uns an den Ice Lake, essen eine Kleinigkeit und genießen. Wir sind glücksselig.
    Immer wieder muss man fotografieren was man sieht. Wir machen sicher 1000mal das gleiche Foto.
    Natürlich müssen wir die 1200 Höhenmeter auch wieder runter. Ungläubig staunen wir beim Abstieg über den Weg, den wir heute bergauf bewältigt haben.
    Im letzten Drittel verläuft sich der Expeditionsleiter Sir Hillary. Die gewählte Route wird wohl nach ihm benannt werden. Die pinke Russin, die uns leichtgläubig folgte, ist, so glauben wir, dem abenteuerlichen Weg zum Opfer gefallen.
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  • Yak Kharka

    12. april 2017, Nepal ⋅ 🌧 3 °C

    Heute ziehen wir weiter. Die 2 höchstgelegenen und kältesten Übernachtungen stehen uns bevor. Die Etappen sind relativ kurz, durch die Höhe aber dennoch anstrengend.
    In Manang kauft Sir Hillary Apfelkuchen für uns. Dabei geht auf mysteriöse Art und Weise Dancing verloren. Etwas geschwächt und ausgehungert kann er nach kurzer Zeit wieder gefunden werden.
    Ein uns entgegenkommender Nepalese trägt ein Rennsteiglauf-Souvenir. Verrückt.
    Am Wegesrand musiziert ein alter Mann. Der „Sexy" Musikant spielt auf einer Art Saiteninstrument, nur dass die Saiten aus Maschendraht o.ä. bestehen. Er musiziert nicht schön aber mit finanziellen Ambitionen.
    Überall sehen wir heute Bauern, die mit vorgespannten Kühen oder Yaks ihre Felder lautstark pflügen.
    Irgendwann kommt auch das Ende der Jeep-Strecke. Ab hier sind keine motorisierten Fahrzeuge mehr erlaubt. Uns begegnen dafür häufiger Pferde, die Lasten transportieren.
    Auch die Yaks werden mehr. Unglaublich in welchen Höhen und in welcher Steillage sich die Tiere tummeln.
    Die Landschaft wird karger. Die Ausblicke auf die Eisriesen sind dafür nicht weniger beeindruckend.
    In Yak Kharka beziehen wir eine einfache Lodge und schlagen die Zeit mit Knack und Kreuzworträtsel tot. Es ist kalt.
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  • Atemnot durch die Nacht

    13. april 2017, Nepal ⋅ ☁️ 0 °C

    Die Höhe macht uns nun auch nachts zu schaffen. Sir Hillary verspürt zuweilen Atemnot.
    Der geistige Führer dieser Expedition, der Damei Lala, zeigt erste menschliche Züge. Er wäscht eine Unterhose.
    Heute steigen wir auf 4570m auf und verbringen da unsere letzte Nacht, bevor die große Passüberquerung mit 5416 Höhenmetern ansteht.
    Unterwegs sehen wir große Greifvögel. Ein Hund, halb so groß wie die Vögel, versucht sie zu verjagen. Vorbei an riesigen Bruchsteinfeldern mit Steinschlaggefahr.
    Die Etappe ist nicht lang, dennoch sehr anstrengend. Dancing bleibt gerne etwas zurück, um seinen Mitstreitern ein gutes Gefühl zu geben. In Thorung Phedi angekommen, verspüren wir, trotz Einhaltung aller Regeln, unterschiedlich stark verschiedenste Symptome der Höhenkrankheit. Kopfschmerz, Schwindel, ...
    Dancing ereilt zudem noch der gefürchtete Dancingdurchfall.
    Wir nähern uns unseren physischen und psychischen Grenzen. Die Anspannung ist spürbar.
    Wir steigen zur Akklimatisierung schon mal ein wenig den morgigen, sehr steilen Weg hinauf und wieder runter.
    Am Abend lernt der Damei Lala zum dritten Mal die unbekannte Blondine kennen. Love is in the Air.
    In der Hoffnung, die bösen Symptome verschwinden über Nacht wieder, gehen wir früh in unserem Sperrholzverschlag zu Bett.
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  • Stirb langsam

    14. april 2017, Nepal ⋅ ☁️ -9 °C

    Wir haben es geschafft! 5416 Höhenmeter!
    Der Tag, über den wir in den letzten Monaten soviel nachgedacht und gesprochen haben.

    Nach 10 Tagen, ~ 150 km Wegstrecke, ~ 9 km Aufstieg und ~ 6 km Abstieg, waren wir heute auf dem Thorong La, dem höchsten begehbaren Pass der Welt.

    Es war sooo hart.

    4 Uhr aufstehen. Nach einem langen Beratungsgespräch mit dem Lodgebesitzer beschließen wir, trotz weiterhin bestehender leichter Symptome der Höhenkrankheit, den Aufstieg zu wagen. Er sagt, sollte es in 1h nicht besser sein, sollen wir wieder absteigen.
    Dancing hört auf seinen Mentor Sir Hillary und trennt sich schweren Herzens und nach langem Drängen von seinem Schirm. Auch anderes Gepäck wird von den Leistungsschwacheren auf die Leistungsstärkeren verteilt.

    5 Uhr Aufbruch. Es geht extrem steil und noch langsamer als Schneckengeschwindigkeit bergauf.
    Wir tragen alle unsere Kleidungsstücke und trotzdem ist es arschkalt.
    Tatsächlich bessern sich die Beschwerden und wir steigen weiter auf. Die Sonne kommt raus und es wird wärmer. Heute stapfen wir über große Schneefelder. Nepalesen mit Pferden bringen höhenerkrankte oder faule Touristen auf den Pass oder wieder runter.
    Wir bewegen uns ganz, ganz langsam. Dann kommen sie wieder, die Symptome. Kopfschmerzen, Schwindel. Es fühlt sich an wie Fieber. Sir Hillary fühlt sich, als ob eine 120kg-Frau auf seinem Kopf sitzt.
    Wir stapfen Schritt für Schritt. Kein Ziel in Sicht und die Symptome werden immer schlimmer.
    Wir sehen eine schwer höhenerkrankte Japanerin.
    Mit letzter Kraft erreichen wir gegen Mittag den Pass. Mehr in Trance als bewusst.
    Ein emotionaler Moment.

    Die Anspannung, die Aufregung, die kräftezerrenden Tage, all das fällt von uns ab. Wir machen Fotos und hinterlassen Andenken.

    Lange halten wir uns aber nicht auf. Wir wollen schnellstmöglich wieder runter. Uns soll es wieder besser gehen. Es folgen 1700! Höhenmeter Abstieg. Immer wieder sehen wir Leute denen es nicht gut geht und die taumelnd gestützt werden müssen.

    Gegen 18 Uhr erreichen wir Muktinath. Selten haben wir uns so auf das Erreichen eines Ortes gefreut. Muktinath – welch wohlklingender Name.
    Ein paar Hindus erkennen sofort unser positives Karma und wollen Fotos mit uns machen.
    Muktinath ist eine schöne Stadt. Sympathisch. Hier fühlen wir uns gleich wohl.
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  • Tashi delek

    15. april 2017, Nepal ⋅ 🌧 12 °C

    I ♥ Muktinath.
    Heute mal ausschlafen. Das haben wir uns verdient.
    Um 7 Uhr sitzen wir beim Frühstück.
    Wir gehen in Muktinath flanieren und shoppen. Ein buntes Treiben. Sadhus, Händler, Touristen, Pferdetaxis, Asiaten mit Selfiesticks und wir. Sir Hillary feilscht um jede Rupie.
    Dann ziehen wir weiter. An einer Klosterschule für Frauen bittet man uns zur Besichtigung. Wir schauen uns den buddhistischen Gebetsraum an.
    Über teils abenteuerliche Wege landen wir in dem kleinen Dorf Putak. Uns hungert. Wir fragen nach, wo wir einen kleinen Happen essen können. Man lädt uns in eine kleine Mönchsschule zum essen ein. Beeindruckend. Es ist gerade Mittagspause. Man reicht uns Tee und wir dürfen uns am reichhaltigen Dhal Bhat-Buffet bedienen. Ein junger Mann kümmert sich rührend um uns. Es schmeckt köstlich. Immer wieder schauen uns neugierige Blicke beim essen zu. Man will kein Geld von uns. Trotzdem spenden wir etwas für die Schule. Äußerst freundlich werden wir wieder verabschiedet.
    Wir sind so vollgefressen, dass wir uns ausserhalb des Dorfes noch mal ausruhen müssen. Ein herrliches Panorama. Heute erstaunt uns besonders der 8172m hohe Dhaulagieri.
    Hinter uns sehen wir die gestrige, heute verschneite Abstiegsroute vom Thorong La-Pass. Uns schüttelt es erneut ob der gestrigen Strapazen. Sir Hillary und der Damei Lala suchen nach fossilen Steinen.
    Auf unserem weiteren Weg treffen wir die unbekannte Blondine wieder. Sie hat ihre Mitstreiter verloren und schließt sich nun uns an.
    Der Damei Lala unterhält sich mit Nina über die reine Lovezeit. Oder war es Laufzeit?
    Wir nähern uns Kagbeni, eine grüne Oase inmitten einer Halbwüste. Ein Ort wie aus 1000 und 1 Nacht.
    Nina verlässt uns wieder. Die reine Lovezeit war wohl abgelaufen.
    Durch mittelalterliche Gänge gelangen wir in die Dorfmitte zu einem Kloster. Junge Mönche spielen Fussball. Ein vor Coolness strotzender älterer Mönch begrüßt uns freundlich und klärt uns auf.
    Wir beziehen ein Dachbodenzimmer in einem netten Haus.
    Ein Cafe mit Apple Pie und Caffe Latte verwirrt uns die Sinne und wir müssen zuschlagen. Köstlich. In dieser Umgebung ein paradiesischer Genuß.
    Tashi delek.
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  • Storm Troopers

    16. april 2017, Nepal ⋅ ☁️ 16 °C

    Nach 3 Tagen ohne Strom und Internet sind wir wieder online.
    Start in den Tag mit einem very delicious organic breakfast. Nur Sir Hillary bekommt statt Porridge eine Tomatensuppe. Mal wieder Verständigungsprobleme.
    Wir verlassen das schöne Kagbeni und laufen lange im breiten Flussbett des Kali Gandaki.
    Heute müssen wir peitschenden Sandstürmen trotzen. Perfektes Peeling für die Haut.
    Nun ereilt auch Sir Hillary der gefürchtete Dancingdurchfall. Er schafft es gerade noch so hinter den einzigen großen Stein im Flußbett.
    Dancing leidet heute unter einer leichten Muskelverhärtung. Für Arjen Robben würde diese das Ende seiner Karriere bedeuten.
    In Jomsom können wir seit 14 Tagen das erste mal wieder unsere Finanzen aufstocken. Die Rupies waren fast alle. Wir entscheiden uns mal wieder gegen die Standardroute und für eine Alternative. Diese führt uns bergauf, bergab und wird erheblich länger als gedacht. Die Sonne brennt.
    Am Ende müssen wir für ein Nachtlager sogar wieder etwas zurücklaufen. Dafür finden wir eine tolle Unterkunft mit heißer Dusche, temporärem Strom und Internet. Der Betreiber warnt uns allerdings vor noisy Schulmädchen. Die nehmen wir gerne in Kauf.
    Heute probieren wir mal den local wine...
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  • Annapurna I

    17. april 2017, Nepal ⋅ 🌧 16 °C

    Aus Empathie reiht sich der Damei Lala bei seinen Mitstreitern ein und simuliert einen leichten Anflug von Durchfall. Einer für alle und alle für einen.
    Sir Hillary hat hingegen einen etwas zu realen Durchfall. Vergleichbar mit einer spirituellen Reinigung.
    Zu Beginn unserer heutigen Etappe, wie schon oft, kleine, frei herumlaufende Kühe. So süß.
    Die Landschaft erinnert heute teilweise sogar etwas an Thüringen oder die Ostsee. Dann auch wieder an Alaska, Alaska.
    Wilde Rosen, Veilchen, Aprikosenbäume, Apfelbäume, viel Nadelwald, Eiben und Kiefern.
    Am Ort Tukuche vorbeizulaufen dauert im Normalfall ca. 15 min. Bei uns dauerte es 2h, da die Expeditionsleitung ganz galant, trotz Trockenzeit, die Hochwasser-Route über den Berg wählt.
    Wir laufen durch die Kali Gandaki-Schlucht. Eingerahmt von zwei 8000ern, ist sie die (konkurrenzlos) tiefste Schlucht der Welt.
    Der Expeditionsleiter und der geistige Führer dieser Expedition beschmeißen sich mit Kuhkacke.
    Etwas später kommen wild muhend 3 durchgeknallte Kühe aus dem Wald gerammelt.
    Wir sehen Wasserbüffel.
    Unser Tagesziel ist heute Kalopani. Dort sehen wir das erste mal den Annapurna I, unseren dritten 8000er.
    Wir beziehen eine sehr noble Unterkunft. Sie erinnert an ein Herrenhaus in Afrika.
    Heute gönnen wir uns sofort und ohne Umwege ein Everest-Bier. Prost.
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  • Hanfwald

    18. april 2017, Nepal ⋅ 🌧 24 °C

    Heute geht es mal nur bergab.
    Von den zahlreichen Anstiegen mal abgesehen.
    Eine lange Strecke. Wir kommen spät los. Das Everest-Bier gestern...
    Leider haben wir heute keinen klaren Blick auf Annapurna I. Er steht in einer dicken Dunstwolke.
    Es ist etwas schwül. Die Braugerste steht in vollem Korn.
    Der Expeditionsleiter und der geistige Führer dieser Expedition sind sehr tolerant. Sie haben nichts dagegen, dass der König zuweilen etwas langsamer läuft, das lahme Arschloch.
    Die Kuhkacke-Schlacht geht in eine weitere Runde.
    Wir sehen Affen.
    Am Wegesrand Stechapfel, Zitrusbäumchen, Rhododendrons.
    Wir laufen durch einen Hanfwald. Wohin auch die Blicke schweifen, überall junge Hanfpflanzen.
    Heute muss auch der Damei Lala keinen Durchfall mehr simulieren. Mehrfach schlägt er sich in die Büsche.
    Wir kommen schlecht voran. Die Strecke zieht sich und unsere Bärte sind nicht mehr ganz so windschnittig.
    18 Uhr landen wir in Tatopani. In unserem Hotelzimmer kaputte Scheiben und fette Spinnen an der Decke. Schon wieder so ein nobles Zimmer.
    Sir Hillary beißt sich beim Mars-Riegel essen in die Hand. Oh, selbe Farbe.
    Beim Abendessen reitet die indische Eskalation auf ihren Royal Enfields ein. Kutten gibt es hier noch nicht. Nur einheitliche T-Shirts.
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  • Trekking finished

    19. april 2017, Nepal ⋅ ☁️ 21 °C

    Eine schwüle Nacht in subtropischen Gefilden, auf Knochenbrecherbetten und unter Spinnen liegt hinter uns. Nur der Damei Lala durfte sich auf einer extra weichen Matratze und in gemäßigter Klimazone betten.

    Nach 14 Tagen und ca. 230km Trekking geht es heute wieder in Richtung Kathmandu. 2 Tage mehr oder weniger grauenhafte Busfahrten stehen uns bevor. Hier gilt das Sprichwort „Lieber schlecht gefahren als gut gelaufen" nicht. Nur selten ist eine Straße asphaltiert oder wenigstens geebnet. Unglaublich was die Fahrzeuge mitmachen. Sie scheinen aus einem Stück gefeilt zu sein. Mehr als 2 Gänge sind nicht notwendig. Das perfekte Trial und Offroadparadies. Hier würden unsere deutschen Prestige-SUVs kläglich versagen.
    Sir Hillary nimmt im Bus einen kleinen nepalesischen Jungen auf den Schoß. Nebenan sitzt Ringo Starr. Dancing, ganz die alte Schule, bietet einer nepalesischen Frau seinen Sitzplatz an. Sie bedankt sich mit einer Art Praline bei ihm und lächelt ganz verzückt. Vielleicht war es auch ein panierter Yak-Hoden. Dancing hat jedenfalls lange daran zu kauen.
    Unterwegs müssen wir auf Grund eines Defektes den Bus wechseln. Wen wundert's!?
    Nach 6h Fahrt kommen wir in Pokhara an. Nach anfänglicher Skepsis entpuppt sich die zweitgrößte Stadt Nepals als touristisches Schmuckstück. Kein Müll, kein Lärm, fast schon etwas europäisch, aber mit nepalesischem Flair.
    Wie Ostseeurlaub ohne Meer. Leider ist das Panorama durch graue Wolken verdeckt.
    Wir finden schnell ein Zimmer und gehen promenieren. Mittels verschiedener Klangschalen versucht man uns den Teufel auszutreiben. Vergeblich. Wir werden nur durstig davon. Diese Dämonen wissen wir selbst zu bekämpfen...
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  • Back im Dreck

    20. april 2017, Nepal ⋅ 🌧 21 °C

    Rückkehr nach Kathmandu. Auch dieses mal sind wir wieder geschockt über die Zustände hier.
    Unbeschreiblich. In den schicksten Klamotten und geputzten Schuhen laufen oder klettern die Bewohner dieses Molochs, dieses Slums, über Berge von Schutt, Dreck und Müll - festgetreten zu Straßen. Neben brennenden Müllbergen waschen Frauen ihre Wäsche oder bereiten essen zu. Unzählige Menschen und Tiere, wie auf einem Ameisenhaufen, sitzen, hocken, liegen und stehen auf Schuttbergen. Dazwischen die hupenden, quer durcheinander fahrenden Fahrzeuge. Auf allem liegt eine dicke Staub- bzw. Dreckschicht, wie nach einem Häuserabriss. Obst,- Gemüse,- Fischhändler bieten ihre verstaubten Waren feil. Überall wo Platz ist wird etwas angeboten. Man hat durch den Smog und den Dreck immer das Gefühl es dämmert und wird gleich dunkel. Flüsse, bestehend aus müllgeträngtem Klärschlamm. Teilweise schicke Läden mit Markenwaren oder Sanitärprodukten. Daneben ein Fluss aus Fäkalien und Müll. Die Treppen zu den Läden ein Berg Dreck mit einem Tuch abgedeckt.
    Die Nepalesen nehmen es gelassen, tragen Mundschutz und machen Selfies.
    Wir verschwinden hier bald wieder. Diese Menschen verbringen vielleicht ihr ganzes Leben hier. Unvorstellbar.
    Wie müssen die Zustände erst nach dem Erdbeben von 2015 gewesen sein!?
    11h brauchen wir mit dem Bus nach Kathmandu (inkl. Stau). Das schlaucht. Im Bus treffen wir auch Nina wieder. Die Liebe scheint gänzlich erkaltet.
    Wir wählen unsere alte Unterkunft wieder. Die ist etwas abgelegen vom Chaos. Hier lässt es sich aushalten.
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