Malmö, die Innenstadt und das Slotts Malmohüs
August 21 in Sweden ⋅ ⛅ 19 °C
Wir sind die rund sechs Kilometer mit dem Fahrrad in die Innenstadt nach Malmö gefahren und haben sie für den Tag in der großen unterirdischen Fahrradgarage am Bahnhof abgestellt – die Infrastruktur für Radfahrer ist hervorragend. Ganz sicher scheinen die Räder aber auch in Schweden nicht zu sein: Man riet uns, die Fahrradakkus mitzunehmen, da sie selbst abgeschlossen in Sekunden gestohlen wären. Ein angeschlossener Fahrradladen nimmt sie für rund 6 Euro in Obhut; daneben gibt es auch einen mietbaren, elektronisch gesicherten Bereich. Aber nicht für einen einzelnen Tag, ist für Pendler gedacht.
Nur wenige Schritte entfernt liegt der Lilla Torg, der „Kleine Platz" mit seinen historischen Fachwerkhäusern – ein Lokal reiht sich ans andere, wunderbar gemütliche Atmosphäre. Angelegt Ende des 16. Jahrhunderts als Erweiterung des Stortorget, ist er heute kein aktiver Markt mehr, sondern von Restaurants mit Außenterrassen geprägt, dazwischen kleine Läden wie der Plattenladen Folk & Rock.
Weiter ging es zu Kungsparken & Slottsparken, die zusammen eine große Grünfläche rund um Schloss Malmöhus bilden. Der Kungsparken, ältester Park Malmös (1869–70 auf dem Gelände der Malmöhus-Befestigung angelegt), bietet auf 34.000 m² alte Bäume, Teiche und einen gusseisernen Brunnen von 1882. Der angrenzende, jüngere Slottsparken (21 Hektar, 1897 angelegt, 1900 eröffnet) wirkt wie ein Volkspark mit Wald und Wiesen – beide Parks gehen ineinander über und werden oft verwechselt.
Danach ein Besuch des Malmöhus Slott: 1434 als Kastell errichtet, 1537–1542 zum Renaissanceschloss ausgebaut und ältestes erhaltenes seiner Art in Skandinavien. Nach dänischer Residenz und schwedischer Grenzfestung diente es ab 1828 als Gefängnis mit Hinrichtungen im Burghof, bis 1909, danach als Notunterkunft. Seit 1937 ist es Museum – heute mit Kunstmuseum, Naturhistorischem Museum, Aquarium und Stadtmuseum. Uns haben die Museen allerdings nicht überzeugt.
Es folgte eine Stippvisite mit Kaffee in der Markthalle Malmö Saluhall, seit 2016 in einem denkmalgeschützten Lagerhaus von 1898 untergebracht – Street-Food-Stände und Restaurants mit Fokus auf Handwerk statt großer Speisekarten.
Mit dem Fahrrad weiter zum Turning Torso: mit 190 Metern und 54 Etagen zweithöchster Wolkenkratzer Skandinaviens, von Santiago Calatrava nach seiner Skulptur „Twisting Torso" entworfen, neun um insgesamt 90° verdrehte Segmente, seit 2005 Wahrzeichen Malmös auf dem Gelände der ehemaligen Werft Kockums.
Nächstes Ziel: Ribersborgs Kallbadhus, 1898 an den heutigen Standort verlegt, 1902 durch Sturm zerstört und wieder aufgebaut, 2009 mit neuem Sonnendeck und Steg modernisiert. Die Anlage steht auf Pfeilern im Meer, verbunden über einen rund 300 Meter langen Holzsteg.
Ausklingen ließen wir den Tag nahe unserem Stellplatz im Limhamns Fiskrökeri – Fischräucherei mit Restaurant und Feinkostladen, wo wir schon am Vortag geräucherten Lachs und Heringssalat gekauft hatten. Der Tagesfisch kommt morgens direkt aus dem Räucherofen, dazu dillstuvad potatis oder ein Silltallrik mit fünf Heringssorten; freitags oft Hummersuppe, heute ein Shrimps-Buffet – so viel man möchte für etwa 25 Euro. Absolut empfehlenswert bei Qualität und Preisen.Read more






























