• Pataholm, wunderschön und totenstill

    September 1 in Sweden ⋅ ⛅ 19 °C

    Nur wenige Kilometer weiter erreichten wir das historische Fischerdorf Pataholm, Schwedens kleinste historische Marktstadt. Bereits im 16./17. Jahrhundert entwickelte sich der Flecken zu einem bedeutenden Handelsplatz an der Küste Smålands und erhielt trotz nur eingeschränkter Rechte den Status einer Minderstadt (köping). Grundlage des Wohlstands waren Holzexport, eine Werft und rege Handelsbeziehungen; im 19. Jahrhundert erlebte der Schiffbau hier noch einmal eine Blütezeit.
    Von dieser Vergangenheit zeugen bis heute die gut erhaltenen, liebevoll gepflegten Holzhäuser rund um den alten Marktplatz. Mittlerweile leben nur noch eine Handvoll Menschen fest in Pataholm. Zwei der historischen Höfe – Hullgrensgården und Harbergska gården – wurden zu Heimatmuseen, in einem davon befindet sich auch ein kleines Fotomuseum sowie ein Laden für Kunsthandwerk; im Café Förlig Wind (benannt nach einem der letzten in Pataholm gebauten Frachtsegler) werden in den Sommermonaten Kaffee und Gebäck serviert.
    Genau dieser beschauliche Charakter zeigte sich bei unserem Besuch in der Nachsaison in Reinform: Von dem Trubel, den man aus den Reisebeschreibungen für die Sommermonate kennt, war nichts zu spüren. Café und Läden waren geschlossen, der Marktplatz menschenleer, und außer uns war weit und breit kein Besucher unterwegs. Selbst die wenigen festen Bewohner schienen an diesem Tag nicht zu Hause zu sein – Pataholm wirkte wie ausgestorben. Ein Ort, der offenbar ganz auf die kurze schwedische Sommersaison ausgerichtet ist und außerhalb dieser Zeit in einen echten Dornröschenschlaf fällt. Somit fiel auch die eigentlich vorgesehener Kaffeepause aus.
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