• Forsvik – ein Industriedenkmal am Göta-Kanal

    September 12 in Sweden ⋅ ☁️ 17 °C

    Der Göta-Kanal verbindet seit seiner Fertigstellung 1832 über Seen und Kanalabschnitte die Ostsee mit dem Kattegat und war beim Bau eines der größten Infrastrukturprojekte Schwedens im 19. Jahrhundert – Chefingenieur war derselbe Baltzar von Platen, der auch die Festung Karlsborg initiierte. In Forsvik liegt die 1813 eröffnete älteste Schleuse des Kanals, mit 3,5 Metern Fallhöhe zugleich die höchste Einzelschleuse der gesamten Strecke; direkt daneben steht eine der ältesten gusseisernen Brücken Schwedens aus demselben Jahr, die bis 1956 in Betrieb war. Der Ort selbst blickt auf eine noch viel ältere Industriegeschichte zurück: Bereits 1410 wird eine Mühle in Forsvik urkundlich erwähnt, geschenkt an das Kloster Vadstena – der Beginn von rund 600 Jahren durchgehender industrieller Nutzung der Wasserkraft an der Stelle, wo der Fluss Viken in den Bottensjön mündet. Über die Jahrhunderte wurden hier unter anderem Eisen verarbeitet, Kanonen gegossen, Eisenbahnwagen gebaut und in einem Holzschliff Papierzellstoff hergestellt; Ende der 1970er-Jahre wurde der Betrieb schließlich eingestellt. Seit 1987 bewahrt die Stiftelsen Forsviks Industriminnen das Gelände als Industriemuseum. Zu besichtigen sind unter anderem die alte Kleinschmiede, das Metallgießerei-Gebäude, der Holzschliff sowie eine werkseigene Schmalspurbahn. In einer ehemaligen Blechwerkstatt von 1895 entstand zwischen 1995 und 2011 zudem der Nachbau des Raddampfers Eric Nordevall II – das Original war 1856 im Vättersee gesunken und liegt dort bis heute in 45 Metern Tiefe.Read more