• Postkartenidylle in Fjällbacka

    September 18 in Sweden 🌬 15 °C

    Fjällbacka war unser nächster Halt, ein kleines Fischerdorf unterhalb des Vetteberget, das seinen Namen genau diesem Hausberg verdankt. An der Hafenpromenade war kaum etwas los, nur ein Restaurant hatte geöffnet, Fischer waren nirgends zu sehen. Das hat einen einfachen Grund: Die Hummerpremiere, der eigentliche Saisonstart, fällt immer auf den ersten Montag nach dem 20. September – zu diesem Zeitpunkt lagen die Boote also noch still im Hafen. Dabei ist der Hummerfang für den Ort weit mehr als ein Fischereizweig, in Bohuslän wird die Premiere mit einer Feierlichkeit begangen, die man sonst eher von Weihnachten kennt.
    Dass Fjällbacka überhaupt existiert, verdankt es den Heringsschwärmen des 18. Jahrhunderts. Um 1850 galt es als das belebteste Fischerdorf der ganzen Provinz, mit Salzereien, Tranküchen und Handel bis nach Paris, wohin Heringsöl als Brennstoff für die Straßenlaternen verschifft wurde. In der örtlichen Konservenfabrik entstand außerdem das, was wir heute als Anchovis kennen. Vom früheren Trubel war bei unserem Besuch nichts zu spüren, eher das Gegenteil: ein paar Leute an der Promenade, ansonsten Ruhe.
    Berühmt wurde der Ort später auf ganz andere Weise. Ingrid Bergman verbrachte über zwanzig Sommer auf der vorgelagerten Insel Dannholmen und nannte Fjällbacka ihr Paradies auf Erden, Camilla Läckberg lässt hier ihre Krimis spielen, und in der Felsschlucht Kungsklyftan wurde ein Teil der Verfilmung von Astrid Lindgrens Ronja Räubertochter gedreht. Für Krimifans gibt es inzwischen sogar geführte Mordwanderungen auf Läckbergs Spuren durch die Gassen.
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