• Werner Götz
juni 2019

Einmal quer durch Kuba

Traumstrände, Tabakplantagen und Rum, dafür steht Kuba. Aber auch für Revolution, Fidel Castro und Che Guevara. Die Menschen versprühen viel Lebensfreude, trotz der wirtschaftlichen Probleme. Und ihre gute Laune lassen sie sich nicht verderben. Meer informatie
  • Het begin van de reis
    6 juni 2019

    La Habana - Morbide aber Quicklebendig

    7 juni 2019, Cuba ⋅ ☀️ 30 °C

    Traumstrände, Tabakplantagen und Rum, dafür steht Kuba. Aber auch für Revolution, Fidel Castro und Che Guevara. Die Menschen versprühen viel Lebensfreude, trotz der wirtschaftlichen Probleme. Ihre gute Laune lassen sie sich nicht verderben. Was sie wirklich von ihrer Regierung, dem Sozialismus und seiner Zukunft halten, das bekommen wir als Besucher nicht mit – offiziell. Inoffiziell doch. Viele Kubaner spiegeln uns einfach unsere Meinung wieder. Warum auch nicht. Will er doch soviel Trinkgeld wie möglich heraus leiern. Revolutionsnostalgiker mit Che-T-Shirt? Schön. Schon ist er der tapferste aller Revolutionäre. Kritiker der schwierigen Lebensumstände? Ja, auch er leidet, kein Geld, keine Medikamente, keine Kleider für die Kinder. Auch nicht einfach bei einem durchschnittlichen Monatseinkommen von 25 bis 30 Euro.
    Wir waren drei Tage meist zu Fuß unterwegs, aber auch in einem Tuk-Tuk, mit dem Taxi zur berühmtesten Tanzshow des Landes, ins Tropicana, und mit einem Oldtimer. Im Tropicana gibt es zum Eintritt eine Flasche Rum, für den Herren eine Zigarre, die Dame eine Blume und Coca-Cola dazu. Den ersten Tag verbrachten mit einem kubanischen Reiseleiter, der uns das Wichtigste zeigte.
    Faszinierend ist der morbide Charakter der Stadt. Er kommt nicht von ungefähr, auch wenn heute versucht wird, viele Gebäude wieder instand zu setzen. Rechtzeitig zur 500 Jahr-Feier im Oktober. Gut, das wird schwierig, eigentlich eine Aufgabe für Generationen. Überließ man die städtebauliche Pracht nach der Revolution doch sich selbst. Geprägt von der maurischen Kultur Andalusiens sind die Arkaden, die manchmal ganze Straßenzüge überdecken und der Patio, ein meist üppig bepflanzter Innenhof typisch für die Altstadt.
    Den Rhythmus der Stadt, den gibt die Musik vor. Das bekommt man überall mit. Straßenfeger tanzen im Rhythmus der Musik aus den Bars und Restaurants. Davon gibt es inzwischen viele, lockerte die Regierung doch viele Regelungen um privates arbeiten zu erleichtern. Der Rest läuft über eine gut funktionierende Schattenwirtschaft. Leicht ist es dennoch nicht. Der Film "Buena Vista Social Club" verschaffte der kubanischen Musik Weltgeltung. Der Wechselgesang zwischen Chor und Sänger, der macht die kubanische Musik aus.
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  • Stimmung am Abend

    9 juni 2019, Cuba ⋅ 🌙 29 °C

    Hier ein kurzer Videoclip von einem Abend in der Altstadt. In dieser Kneipe waren wir mehrmals. Und ja, auch im kubanischen Sozialismus geht es voran, inzwischen gibt es 600.000 genehmigte Privatinitiativen, Restaurants, Privatunterkünfte, Agenturen...Meer informatie

  • Zigarren par excellence

    10 juni 2019, Cuba ⋅ ⛅ 37 °C

    Rund 120 km westlich ging es nun nach Vinales. Was nicht viel ist, aber in Kuba vier Stunden bedeuten kann. Richtung Vinales fuhren wir jedoch hauptsächlich auf einer guten „Autobahn“, die man sich mit Radfahrern, Kutschen, Fußgängern oder Ochsenkarren teilt. Die kommen einem auch mal entgegen. Wobei der Verkehr sich sehr in Grenzen hält, Autos sind für Kubaner unerschwinglich. Deswegen auch die vielen Oldtimer im Land, sie werden gefahren und repariert und gefahren und repariert.
    20 km vor Vinales machten wir noch einen Umweg zu einem der besten und berühmtesten Tabakanbauer Kubas. Ausgezeichnet mit zahlreichen Preisen, auch dem ´Oscar´ der Tabakbauern. Sein Name: Hector Luis Prieto, die Farm: Quemado de Rubi la Finca in San Juan y Martinez, nahe Pinar del Rio gelegen. Die Zigarrenmarke bekam den Namen Robaina nach einem Hausherren der 1845 gegründeten Farm. Er schaffte es, so erzählt man, dem Maximo Leader Fidel Castro zu überzeugen, den Tabakanbau in privater Hand zu lassen. Sein Enkel führt heute die Geschäfte weiter.
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  • Vinales im Westen

    11 juni 2019, Cuba ⋅ ☀️ 37 °C

    Am frühen Abend kamen wir in Vinales an. Von einem Aussichtspunkt eröffnet sich ein fantastischer Blick auf das Valle de Vinales, zugleich eine der ältesten Landschaften Kubas. Vor rund 170 Millionen Jahren stieg die Gegend aus den Meeresfluten auf. Wasser wusch aus den Kalksteinfelsen Höhlen, diese stürzten ein und die stehen gebliebenen Säulen bilden durch Wind und Wetter geformt die heutigen sanften, bis zu 400 m hohen Hügel.
    In dieser tropischen Karstlandschaft ist die Natur eng mit dem Tabakanbau verbunden. Die Unesco adelte dieses Gebiet 1999 mit der Auszeichnung ´Kulturlandschaft der Menschheit´, 2001 entstand hier ein Nationalpark.
    Wir machten am Folgetag natürlich eine Wanderung zu Fuß durch diese schöne Landschaft, es heißt, sie sei mithin die schönste Kubas. Bei über 37° C und 95 % Luftfeuchtigkeit nicht ohne. Auch besuchten wir mit der Cueva del Indio eine der vielen Höhlen hier, davon 300 m auf dem Boot, führt sie doch noch Wasser.
    Abends schlenderten wir durch die Stadt Vinales, waren gut Essen. Und schauten uns den Sonnenuntergang von der Finca Paul Reyes aus an. Bisher waren wir übrigens in zwei Privatquartieren untergebracht, was absolut empfehlenswert ist. Und das Geld bleibt bei den Menschen.
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  • Karibischer Traumstrand

    12 juni 2019, Gulf of Mexico ⋅ ☀️ 29 °C

    Am Mittwoch ging es nördlich zu einem Traumstrand al la Karibik. Hier erfuhren wir, was kubanische Nebenstraßen bedeuten. Schlagloch an Schlagloch, diesen Strand suchen vorwiegend Einheimische auf. Man benötigt die gesamte Straßenbreite und mehr, fährt nicht selten in Schrittgeschwindigkeit, bremst bis zum Stillstand ab, um nicht ein zu tiefes Schlagloch zu übersehen. Zumal sie teilweise mit Wasser gefüllt sind. So benötigen wir für die 46 km über zwei Stunden. Weiter nach Soroa, unserem nächsten Etappenziel ist die Straße Anfangs ebenso, für etwas mehr als 100 km rund 4 ½ Stunden.
    Der Strand selber, ein Traum. Und wenig los. Gut, der Service in den wenigen Strandbuden lässt zu wünschen über, ist halt staatlich. Motivation, Fehlanzeige. Aber das Wasser, der Strand, das Wetter. Hier sprechen die Bilder am besten für sich selbst.
    Abends dann im Hotel Castello en las Nubes. Es ist unser erstes Hotel auf der Tour, auch staatlich. Aber hier passt der Service. Traumhaft gelegen auf einem Berg, wunderbar in Schuss, großes, schönes Zimmer und Bad, eine Bar, Terrasse und Pool. Wir sind die einzigen Gäste.
    Eine Flasche kubanischer Wein ist inbegriffen, also auch getrunken. Für den gibt es jedoch keine Empfehlung. Aroma, nahezu Fehlanzeige. Nun wissen wir auch, warum wir in Havanna vor kubanischen Weinen gewarnt wurden.
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  • Las Terrazas, die Modellkommune

    13 juni 2019, Cuba ⋅ ☀️ 21 °C

    Am Donnerstag erreichten wir die Kommune Las Terrazas. Sie liegt inmitten Kubas ältestem Biosphärenreservat, ist mithin dessen Basis. 1971 war die Region vorwiegend Ödland. Kahlschlag, Waldbrände und falsche Anbautechniken hatten die Gebirgshänge entwaldet. Also kaufte die Regierung die an die Bauern früher verteilten Flächen zurück (wer nicht wollte wurde halt enteignet), und errichtete auf 50.000 ha eine Modellsiedlung. Die Bauern legten unzählige Terrassen an, pflanzten Millionen an endemischen Bäumen und bauten den Ort auf, in den sie dann einzogen. 1985 nahm die Unesco die Region unter ihre Obhut und heute zieht die Öko- und Künstlerkommune Naturliebhaber mit ihrer Tier- und Pflanzenwelt in ihren Bann.
    Hier ist alles sauber und geregelt, die 1200 Einwohner leben vom Tourismus, Kaffee und Viehwirtschaft. Es finden sich Schule, Kindergarten , Arztpraxis, Apotheke, Läden, Bibliothek, Gemeinschaftsräume, alles was man benötigt. Es gibt zudem diverse Künstlerwerkstätten, zwei besuchten wir. So auch die des weltberühmten Malers Lester Campa, dessen Landschaftsbilder im Ausland Preise einheimsen. Er zeigte uns in seinem kleinen Atelier ein auf Holz gemaltes Bild – so ganz erschloss es sich uns nicht – welches er gerade verkauft hatte, für 30.000 Dollar an einen Amerikaner. Das Geld darf er übrigens selbst behalten, auch im Sozialismus.
    Was Sonnenseiten hat, hat aber auch Schattenseiten. Darüber wird aber kaum gesprochen – nur hinter der Hand. So herrscht über die Kommune ein einzelner, sagen wir mal ´Partron´, ein Bruder eines in der Revolution ausgezeichneten Kommandanten. Er hat das Sagen. Paare finden sich auch nicht von selber, sondern würden verheiratet. Alles wird streng überwacht. Stasi 0.5. Der Preis der Sicherheit und des bescheidenen Wohlstandes ist die Freiheit des Einzelnen.
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  • Über die Schweinebucht nach Cienfuegos

    14 juni 2019, Cuba ⋅ ⛅ 33 °C

    Am Freitag hatten wir eine längere Etappe vor uns, 320 km östlich nach Cienfuegos. Eine Weile fuhren wir durch das größte Sumpfgebiet der Karibik und die Schweinebucht entlang. Die erfuhr weltweite Bekanntschaft durch die misslungene Schweinebucht-Invasion durch Exilkubaner mit Unterstützung der CIA im April 1961. Sie scheiterte kläglich nach drei Tagen, 151 Kubaner und rund 200 der Invasoren verloren dabei ihr Leben. Dies soll die Revolution, bei der es um die Befreiung Kubas von der Diktatur Batistas ging, endgültig in die Arme der Sowjetunion getrieben haben.
    Unterwegs stoppten wir an einer Krokodilfarm, der Criadero de Cocodrilos. Hier werden die zwei vom Aussterben bedrohten kubanischen Krokodilarten gezüchtet. Wobei einige in der Pfanne des angrenzenden Lokals enden oder in Teilen (Kopf) oder als Ganzes (präpariert) im Souvenirshop zu erwerben sind.
    Von hier aus machten wir eine 20-minütige Bootstour, sie führt in die Laguna del Tesoro, der Schatzlagune. Sechs künstliche Inseln bilden ein im indianischen Táino-Stil nachgebautes Hoteldorf mit lebensgroßen Indianerskulpturen. Es heißt, die Indianer sollen ihre Schätze auf den Grund des Sees versenkt haben, damit sie nicht in die Hände der Spanier fielen.
    Kurz darauf besuchten wir einen privaten Garten in dem sich Kolibris beobachten lassen. Darunter die seltenen Bienenelfen, nur zwei bis drei Zentimeter groß.
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  • In Cienfuegos

    15 juni 2019, Cuba ⋅ ⛅ 29 °C

    Die Stadt Cienfuegos mit rund 160.000 Einwohnern machte bei der Anfahrt einen nicht gerade schönen Eindruck. Zahlreiche Zuckerfabriken, Raffinerie, Kraftwerk, Kubas größte Zementfabrik und viele weitere industrielle Bauten luden nicht gerade ein. Doch das täuschte. Nicht umsonst nennt man die Stadt Perla del Sur, finden sich im schönen Zentrum doch zahlreiche Prachtbauten des Neoklassizismus, Art nouveau und Art déco sowie die längste Allee Kubas. Das historische Zentrum der wohlhabendsten Stadt Kubas ist seit 2005 als Kulturerbe der Menschheit deklariert. Dennoch wird sie weit weniger besucht als etwa Havanna oder Trinidad. Auch der Besuch des alten Friedhof, dem ältesten Kubas , lohnt sich.Meer informatie

  • Am Mausoleum Che Guevaras

    15 juni 2019, Cuba ⋅ ☀️ 39 °C

    Nachmittags fuhren wir in etwas über einer Stunde nach Santa Clara um das Mausoleum Che Guevara´s zu besuchen. Etwa 200.000 Menschen pilgern jährlich dorthin. Wir waren nahezu die einzigen an diesem Tag. Hier erfährt man viel über das Werden und die Geschichte des Volkshelden und Widerstandskämpfers – aus Sicht der Kubaner (alle Erklärungen im dazugehörenden Museum sind aber in Spanisch). Die Gebeine des Revolutionärs wurden 1997 in einem Massengrab in Bolivien gefunden und in einem feierlichen Umzug von einer Million Kubanern hierher überführt. Fotos darf man im Mausoleum nicht machen. Für einen Bummel durch das Stadtzentrum Santa Claras reichte es auch noch, aufs Filmen verzichtete ich jedoch. In der Sonne stieg das Thermometer auf über 40° C, im Schatten sind es jeden Tag deutlich über 30° C bei 95 % Luftfeuchtigkeit.Meer informatie

  • Lago Hanabanilla

    16 juni 2019, Cuba ⋅ ⛅ 28 °C

    Am Sonntag machten wir uns auf den Weg nach Trinidad. Zuerst besuchten wir einen nahe Cienfuegos gelegenen botanischen Garten. Eine Rangerin erklärte uns in Sachen Bäume erstmal das Wichtigste, bevor wir sie zu einem Kaffee einluden. Es war einfach zu heiß und der Geist zu schwach. Sie hatte nichts dagegen.
    Weiter ging es etwa 30 Minuten zu dem rund 36 Quadratkilometer großen Stausee Lago Hanabanilla. Ein dieselgetriebenes kleines Fischerboot (mit Dach – Sonnenschutz!) tuckerte mit uns zweien rund 80 Minuten gemütlich über den See, bis zu einer kleinen Anlandestelle. Das `schönste Gewässer` Kubas wirkt wie eine Mischung aus norwegischer Fjordlandschaft und Schweizer Bergsee, nur halt mit Regenwald und Palmen. Hier bieten sich auch wunderbare Wanderungen an.
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  • El Nicho

    16 juni 2019, Cuba ⋅ ⛅ 28 °C

    Weiter ging es zu einem kubanischen Hotspot, dem Naturpark El Nicho. Mehrere, bis zu 15 m hohe Wasserfälle inmitten dschungelartiger Vegetation stürzen in Kaskaden herab, dazwischen idyllische Naturschwimmbecken. Letztes Jahr kamen an einem einzigen Tag bis zu 500 meist kubanischen Gäste zum Baden her, heute hat man die Zahl auf täglich 140 begrenzt, theoretisch jedenfalls. Und was passierte uns? In dem schönsten Naturbecken etwas oberhalb direkt an einem Wasserfall gelegen waren wir die einzigen Besucher. Äußerst selten. Einfach wunderbar in dem kristallklaren Wasser zu schwimmen, sich vom Wasserfall massieren zu lassen, nur irgendwann ist Ende, wir mussten ja noch weiter nach Trinidad, auch wenn es keine so große Etappe war.Meer informatie

  • In Trinidad

    17 juni 2019, Cuba ⋅ ⛅ 31 °C

    Wir sind jetzt Trinidad, eine der meist besuchten Städte Kubas mit zahlreichen kolonialen Bauten aus dem 19. Jahrhundert. Um deren Aufstieg zur einst reichsten Stadt Kubas nachvollziehen zu können, begannen wir erstmal mit einem Ausflug in das Tal der Zuckermühlen. Das Valle de los Ingenios und ihre 48 Zuckermühlen sowie das Sklaventum waren die Basis für den Reichtum der Zuckerbarone. Eine einzige Zuckerfarm ist noch in Teilen erhalten, zusammen mit dem imposanten Turm Torre Manaza Iznaga mit 43 m Höhe. War wohl ein Wachturm, um das Heer der Sklaven zu überwachen.
    Der Niedergang der Region begann mit der Dampfmaschine. Sie ließ den Mechanisierungsgrad wachsen und die Bedeutung der Sklavenarbeit sinken, die 1886 schließlich abgeschafft wurde. Auch auf Druck der Engländer, die schließlich ihre Maschinen verkaufen wollten. Wohl weniger aus humanitären Gründen. Trinidad und das Tal der Zuckermühlen ist heute Weltkulturerbe.
    Anschließend ließen wir uns in Trinidad die wichtigsten Gebäude und Plätze erklären bevor wir gemütlich durch die Stadt von Café zu Café bummelten, die Musik und das Leben genossen und zahlreiche Galerien und Souvenirshops einen Besuch abstatteten. Von hochwertiger Kunst bis zu Massenware, fündig wurden wir jedoch nicht. Unser Hotel lag mitten im Zentrum, hier blieben wir drei Nächte.
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  • Sierra del Escambray

    18 juni 2019, Cuba ⋅ ⛅ 28 °C

    Von Trinidad aus bieten sich Wanderungen in die Sierra del Escambray an, einem großen Waldgebiet in den Bergen gelegen. Ziel auch hier, wie schon zwei Tage zuvor, ein Wasserfall mit Naturbecken. Das natürlich wieder zum Baden einlud. Und auch hier waren wir für uns. Eine gewisse Zeit lang wenigstens.Meer informatie

  • Der Weg nach Camagüey

    19 juni 2019, Cuba ⋅ ⛅ 31 °C

    Von Trinidad ging es Richtung Camagüey weiter, eigentlich nur ein Zwischenstopp für eine Nacht auf dem Weg nach Santiago der Cuba. Etwa auf einem Drittel der Strecke liegt Sancti Spiritus. Die Hauptstadt des gleichnamigen Distrikts liegt im Schatten von Trinidad, wird kaum besucht. Deswegen ist es eine durch und durch kubanische Stadt, die auch einiges zu bieten hat. Sie gehört zu den sieben Gründungsstädten Kubas (1514), ist mithin eine der ältesten des Landes. Wäre eigentlich mehr als den etwa zweistündige Stopp wert gewesen.
    Am späten Nachmittag erreichten wir dann Camagüey, die drittgrößte Stadt des Landes. Sie beeindruckt insbesondere durch ihren noch vorhandenen kolonialen Charme. Es reichte noch für eine Stadtführung auf Fahrradtaxen. Die Hochburg des Katholizismus bietet eines der besterhaltenen historischen Zentren und ist seit 2008 Weltkulturerbe. Als eine der wenigen Städte Kubas ist Camagüey nicht als Schachbrettmuster angelegt, sondern unregelmäßig. Damit wollte man die Piraten verwirren, die die Stadt mehrmals heimsuchten und sogar zur zweimaligen Verlegung derselben zwangen. Viel half das aber nicht.
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  • Über Bayamo nach El Cobre

    20 juni 2019, Cuba ⋅ ☀️ 32 °C

    Die nächste Etappe führte uns über Bayamo und die Basilika El Cobre nach Santiago de Cuba. Eine lange Strecke. Der erste Stopp erfolgte in Las Tunas, und zwar zu einem Kaffee bei Erichs Mutter, ihn lernten wir in Havanna kennen. Er ist in dieser Stadt aufgewachsen, hierher zieht ihn außer seiner Mutter aber nichts mehr. Erichs Mutter war Lehrerin, bekommt heute umgerechnet 18 Euro Monatsrente. Nach etwa einer Stunde ging es weiter nach Bayamao. Der große zentrale Platz in der Stadt wirkte wie ausgestorben. Kein Wunder, fehlen hier die schattenspenden Bäume, der Platz wurde erst kürzlich umgestaltet. Um die Mittagszeit stieg die Temperatur in der Sonne auf deutlich über 40° Celsius, und das bei der hohen Luftfeuchtigkeit. Wir schauten uns einige geschichtsträchtige Gebäude an, bummelten kurz dem Boulevard entlang. Dann ging es weiter, es war einfach zu heiß und wir hatten ja schon einige Städte erkundet.
    Kurz vor unserem Ziel noch ein Besuch der Basilica El Cobre, Kubas Zentrum des Katholizismus. Hier findet sich die wichtigste religiöse Kultfigur Kubas. Die 1608 in rauer See entdeckte schwarze Marienfigur sorgte für mehrere Wunder, bekam Heilkräfte zugesprochen und wurde 1916 von Papst Benedikt XV zur Schutzheiligen Kubas erklärt. Auch der deutsche Papst Benedikt und der aktuelle besuchten sie schon.
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  • In Santiago de Cuba

    21 juni 2019, Cuba ⋅ ☀️ 29 °C

    Am späten Nachmittag erreichten wir Santiago de Cuba, aßen in unserer Casa im Garten vorzüglich. Der nächste Tag stand dann ganz im Zeichen der heimlichen Hauptstadt. Denn als solche sehen sich die Bewohner. Auf jeden Fall ist man Hauptstadt des Karnevals, das liegt an dem afroamerikanischen Erbe, das hier sehr verbreitet ist. Natürlich stand ein Besuch des Militärkomplexes Cuartel Moncada mit dem Revolutionsmuseum an, einer der heiligen Schreine der kubanischen Geschichte. Es folgte die Altstadt, man merkt schnell, warum Santiago als die hügeligste Hafenstadt der Welt bezeichnet wird. Deswegen fehlen auch die Pferdekutschen als Taxis, sie werden (illegalerweise) durch Motorräder ersetzt.Meer informatie

  • Cementerio Santa Ifigenia

    21 juni 2019, Cuba ⋅ ☀️ 32 °C

    Ein Höhepunkt der Stadt ist sicherlich der Cementerio Santa Ifigenia, der Friedhof. Hier liegt alles was Rang und Namen hat. Darunter José Marti, der geistige Führer der Unabhängigkeitsbewegungen sowohl gegen die Spanier als auch posthum gegen Diktator Batista. Alle 30 Minuten findet tagsüber ihn zu Ehren die Zeremonie der Wachablösung statt. Ansonsten sind hier viele Generäle der Revolution, alle beim Angriff auf die Moncada-Kaserne Gefallenen, aber auch Emilio-Bacardi aus der Rum-Dynastie oder Buena-Vista-Legende Compay Segundo begraben. Natürlich wurde hier auch Fidel Castro bestattet, in einem auf eigenen Wunsch relativ schlichten Grab. Für mich einer der schönsten Friedhöfe, die ich jemals besucht habe. Und das waren nicht wenige.Meer informatie

  • Castillo de San Pedro und Herbario

    21 juni 2019, Cuba ⋅ ☀️ 32 °C

    Am früheren Nachmittag ging es die rund 10 Kilometer raus aus der Stadt zum Castillo de San Pedro del Morro, einer auf einem Kalkfelsen thronenden Festung aus dem 17. Jahrhundert. Sie zählte einst zu den sichersten der neuen Welt, ist Weltkulturerbe der Unesco. Rund 170 Treppenstufen – in der Sonne – führen fast bis zum Meer herunter, nur die muss man bei der abartigen Hitze auch wieder hoch. Habe es aber überlebt.
    Zu guter Letzt besuchten wir noch ein Herbarium eines auf Farne und Orchideen spezialisierten Biologen. Er baut den privaten Garten rund um sein Haus seit mehr als 50 Jahren auf, hat heute internationale Bedeutung und ist Teil der Universität. Fehlt dennoch in jedem Reiseführer. Über 400 Farnarten und 330 Orchideen finden sich hier, darunter sehr seltene. Der Institutsleiter Dr. Calzado ließ es sich nicht nehmen, uns beide selbst zu führen.
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  • Der Weg nach Baracoa

    22 juni 2019, Cuba ⋅ ⛅ 30 °C

    Am Samstag ging es weiter nach Baracoa, ganz in den Osten. Wir nahmen die Küstenstraße, fuhren durch die Provinz Guantanamo und die gleichnamige Stadt, versuchten die Basis der Amerikaner aus der Ferne auszumachen, machten einen Abstecher an den östlichsten Punkt Kubas (Punta de Maisi), stoppten an einem wunderschönen Canyon (Boca de Yumuri) bevor wir die älteste Stadt Kubas erreichten. Auffallend war, dass die Küste im Osten eher einer Halbwüste gleicht als den Tropen. Für den wenigen Regen ist eine direkt an der Küste liegende Bergkette verantwortlich. Wenige Kilometer weiter im Landesinneren hat man dann eine wunderschöne tropische Bergwelt.Meer informatie

  • In Baracoa ganz im Osten

    22 juni 2019, Cuba ⋅ ⛅ 30 °C

    Inmitten der üppigen Tropenlandschaft direkt an einer Bucht gelegen liegt die Stadt Baracoa, die wir am Abend erreichten. Die älteste Stadt Kubas, deswegen auch Primera Villa genannt, gehört mit zu den sieben Gründungsstädten des Landes. Kolumbus machte hier seinen zweiten Landgang in der neuen Welt. Doch die Geschichte reicht viel weiter. Schon 500 v. Christus lebten hier Indianer, es war einst deren Hauptansiedlungsgebiet.
    Besonders erwähnenswert. Hier in Baracoa findet sich das einzig erhaltene Kreuz (von 29), die Christoph Columbus bei seinen ersten Landgängen in der neuen Welt in die Erde steckte. Es findet sich in der Kirche am zentralen Platz. An der ursprünglichen stelle steht eine Kopie. Radiocarbonmethoden bestätigten das Alter.
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  • Rund um Baracoa unterwegs

    23 juni 2019, Cuba ⋅ ⛅ 30 °C

    Unsere Reise nähert sich dem Ende. Heute waren wir noch etwas in der tropischen Landschaft um Baracoa unterwegs und besuchten eine staatliche Kakaoplantage. Hier wurden der Anbau und die manuelle Verarbeitung sehr gut durch einen Führer erklärt. Auch wieder nur für uns beide. Die Reisezeit ist eigentlich ideal, wenn nur die hohen Temperaturen und Luftfeuchtigkeit nicht wären. Aber im Schatten einer Plantage geht es gut. Natürlich wurde auch noch Kakao (mit Kokosnussmilch) gekostet und auch einiges mitgenommen. Handgefertigt, eine Kugel zum Abschaben, etwa 300 - 400 g jeweils etwa 1,80 €. Mussten mehrere mit.
    Anschließend ging es mit dem Ruderboot auf eine Insel am Fluss Toa, hier leben Bauern ganz ursprünglich. Wie viele Menschen im Osten. Ein örtlicher Kundiger begleitete uns die insgesamt etwa drei Stunden Bootsfahrt und Wanderung, erklärte Lebensweise und Pflanzen.
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  • Flusskrebse par excellence

    23 juni 2019, Cuba ⋅ ⛅ 30 °C

    Nach der Bootstour luden wir den örtlichen Guide und unseren Fahrer anschließend zu einem Flusskrebsessen ein. Flusskrebse aus dem Toa gibt es nicht immer. Ich denke, die Fotos sagen alles. Zusammen für vier Personen mit Getränken knapp 20 Euro.Meer informatie

  • Playa Esmeralda - zum Genießen

    24 juni 2019, Cuba ⋅ ☀️ 29 °C

    Gestern ging es nun zu einem Hotel an der Playa Esmeralda nahe Holguin. Mal kein Privatquartier. Ein luxuriöses Hotel mit allem was man sich vorstellen kann, geht auch im Sozialismus. Der Komplex ist Teil einer Firma, die dem Militär gehört. Das ist der größte Tourismusbetreiber Kubas. Deswegen die aktuellen Reaktionen der Amerikaner, die den Tourismus hier treffen wollen, und damit das Militär. Leiden wird aber nur die Bevölkerung. Aber das ist Politik, verstehe wer will. Generell wäre es gut, wenn der Sozialismus sich hier weiter öffnet, in Richtung soziale Marktwirtschaft. Genauso schlecht wäre aber eine komplette Öffnung in Richtung Kapitalismus westlicher Prägung. Das wäre der Untergang des schönen Landes.
    Zurück zum Positiven: Die Anlage liegt direkt am weißen Strand mit Kokospalmen - Karibik pur. Hier bleiben wir bis zum Rückflug am späten Mittwoch. Viel zu kurz
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