• Tag 3 von ?

    June 6 in Sweden ⋅ 🌙 13 °C

    Kunst auf dem Gipfel oder Konst på Hög und auf der Suche nach dem Schatz im Silbersee

    Heute Morgen waren schon vor 7 Uhr die ersten Schweden da, um ihr Boot ins Wasser zu lassen. Ich hab erstmal ganz entspannt gefrühstückt an diesem tollen Fleckchen und hab mir dann ein Fitness Programm mit Kultur gegönnt. Kunst über die Treppe des Todes 💀 auf dem Kvarntorp.
    Etwa dreißig Kunstobjekte schwedischer Künstler findet man auf dem Berg, der eine ganz eigene Geschichte hat. Kunstausstellung im Freien. Kostet dich keinen Eintritt aber deinen Schweiß 😰.

    Um auf den Berg zukommen musst du genau 428 Stufen bewältigen.
    Es waren einige sportlich dort unterwegs, die diese Treppe mehrfach bewältigt haben.
    Rundwege führen zu den einzelnen Kunstobjekten. Jedes ist mit einem QR Code versehen, worüber du Informationen zum Objekt und zum Künstler bekommt (schwedisch und englisch). Der Ausblick von da oben ist natürlich auch großartig.
    Über Kunst lässt sich ja bekanntlich streiten. Manches hat schon mehr Fragen als Antworten hervorgerufen, einiges gefallen und einiges nicht.
    Es gibt auch ein kleines Café da oben, das war aber leider heute geschlossen
    Wie der Berg entstand…
    Von 1940 bis 1966 war der Berg Kvarntorp Schauplatz eines großen schwedischen Ölabenteuers, nämlich der Schieferölförderung. Mit Ausbruch des Zweiten Weltkriegs konnte Schweden keine Brennstoffe mehr importieren.
    Das Grundgestein von Kvarntorp enthielt ölreichen Alaunschiefer, der sich für die Ölförderung eignete. Tatsächlich entstand so der Berg Kvarntorp. Dieser Aschehaufen stößt noch immer Rauch aus und es riecht ein wenig nach Schwefel.

    Dann ein paar Kilometer machen Richtung Norden.
    Next Stop - Silvbergs gruva (Silvberg-Mine)

    Eine der ersten Silberminen Schwedens. Schon im 15. Jahrhundert herrschte hier reges Treiben. Während die Bergleute Erz abbauten, lag dichter Rauch in der Luft, und der Klang von Spitzhacken und Brecheisen hallte durch die Gegend. Ein ständiger Strom von Pferdefuhrwerken transportierte Brennholz, Erz und Lebensmittel. Einst befanden sich auf diesem Gelände die St.-Nicolai-Kapelle, ein königliches Gut sowie verschiedene Hütten und Bauernhöfe. Heute steht das alles unter Denkmalschutz. Selbst die rostbraunen Halden gehören zum Denkmal. Die Grube mit dem türkisblauen Wasser ist über 200 m tief. Das Schwimmen ist hier verboten, weil die Grube wohl giftige Abfallprodukte des Bergbaus enthält. Aber die Farbe ist schon faszinierend. Die Fotos geben die Farbe gar nicht so wieder. Die alte Kapelle ist verschwunden. Sie wurde abgerissen, weil man sie nicht für erhaltungswürdig befand. An dieser Stelle steht heute ein Gedenkstein. Der alte Friedhof um die Kapelle enthält noch einen sichtbaren Grabstein aus dem 18. Jahrhundert und es gibt noch eine eiserne Grabplatte, deren Inschrift ich aber nicht entziffern konnte. Irgendetwas mit einer Tochter.... Der große See ist der Silbersee. Ich habe aber keinen Schatz gefunden😅.
    Jetzt stehe ich in der Provinz Dalarna direkt am Fluss Dalälven, nicht weit von Falun.
    Der Himmel heute sehr bewölkt, kann ja nicht jeden Tag so spektakulär sein. Sonnenuntergang ist täglich etwas später. Sind ja nur noch so 700 Kilometer bis zum Polarkreis 🤪.
    Mal sehen, ob ich morgen noch Lust auf eine weiter Grube habe. Die Falu Gruva (Kupfermine von Falun) ist UNESCO-Welterbe. Einst eine der größten Kupferminen der Welt. Und hier stammt das berühmte Schwedenrot her. War mal Abfallprodukt des Kupferabbaus, dieser rote Schlamm hat die Holzhäuser vor den rauen nordischen Witterungen geschützt.
    Reisen bildet 😎.
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