Israel
Qiryat Me’ir

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  • Day2

    TA Overkill Pt. 3 Radtour und Paranoia

    May 4, 2019 in Israel ⋅ ☀️ 21 °C

    Der Guide auf der Radtour ist der Wahnsinn, nicht ohne Grund muss ich die Eindrücke von einem Tag in drei Teilen verarbeiten.

    Generell verzeichnet Israel steigende Touristenzahlen. Letztes Jahr waren es 4 Millionen. Da mittlerweile überall auf der Welt Attentate sind, werden die Leute mutiger.
    Noch ist die Aufteilung in etwa:
    25 % Pilger
    25 % Juden (allein Paris hat 500. 000 Juden)
    50% dann restliche Touristen

    Wir fahren die Strecke meines Spaziergangs ab, vorbei an einigen Botschaften, die teilweise nur an einer kleinen Fahne auf dem Dach ganz oben zu erkennen sind.

    Ich erfahre, dass die Botschaften aller Länder in Tel Aviv sitzen, da sie Jerusalem nicht als Hauptstadt anerkennen.

    Weiter geht es zum Rabin Square, benannt nach Jitzchak Rabin, dem großen General der 60er (zu der Zeit war seine Position quasi die des Staatsoberhaupts), welcher berühmt wurde für Friedensverhandlungen mit den Palästinensern.

    Der Platz wird für alles mögliche genutzt, Konzerte, Demonstrationen, Party...

    Und los geht es mit der Philosophie über Israel. Das Land sei verrückt, erklärt der Guide. Gegen Israel seien die USA homogen.

    Die Religion ist über allem das wichtigste, was besonders durch die (ultra-) orthodoxen Juden zum Problem wird. Die machen es sich zur Aufgabe, ihre Religion mit aller Macht zu schützen und werden es nicht müde, immer neue Regeln für das Land zu erfinden.

    Für den Staat Israel hat der Israeli übrigens tatsächlich nicht die israelische, sondern die jüdische Staatsbürgerschaft. Menschen ohne Religion haben die Nationalität "Leute".

    Das Land befindet sich in einem extremen Wandel.
    Gab es vor 100 Jahren nur etwa 500.000 Juden im Land, sind es heute 7 Millionen, die der Staat mit aller Macht beschützen will.
    Und das Einwanderungsrecht erlaubt es nach wie vor jedem Menschen, israelischer Staatsbürger zu werden, wenn nur eine Oma Jüdin war.
    Während sich die Kinder früher als Israelis verstanden haben, sehen sie sich jetzt eher als Juden, sicherlich auch ausgelöst durch die Diaspora, denn die Einwanderer duften zwar in Israel leben, waren aber doch nicht gleichberechtigt.

    Der Guide betrachtet die Entwicklung mit etwas Sorge.

    "Klar, die Vergangenheit ist jung und sicher stimmt es auch, dass wir uns schützen müssen, aber das ist paranoid".

    Die meisten Orthodoxen schauen auf Nicht-Gläubige herab. Sie würden sie nie heiraten, in extremen Fällen nicht einmal die Hand geben.

    Die Hochzeit selbst wird ohnehin nur anerkannt, wenn sie orthodox ist und unser Guide berichtet, wie er früher seine Frau unter Druck der Schwiegereltern orthodox geheiratet hat, was er heute fast bereut, doch er hatte Angst um seine Aussteuer 😅

    Eine Hintertür gibt es wohl nur durch Heirat auf Zypern.

    In den letzten Wahlen Anfang diesen Jahres
    wurde zum ersten Mal rechts gewählt, sonst immer links.

    Einfacher Hintergrund:

    Die israelische Frau hat im Durchschnitt 3,5 Kinder.
    In Tel Aviv durchschnittlich eher 2.
    Ultra orthodoxe Familien haben durchschnittlich 7,5 ⚠️ Kinder.
    Und das sind die hauptsächlichen Rechts-Wähler.

    Die Einwohner von Tel Aviv sind darüber wenig glücklich. Tel Aviv ist reich, Jerusalem arm.

    Tel Aviv hat 5 Prozent der Einwohner des Landes, zahlt aber 25 Prozent der Steuern.

    Er beschreibt noch ein wenig die Lage bei den Ultra-Orthodoxen.

    Während die Männer natürlich den Glauben studieren, bekommen die Frauen nur eine kurze Grundausbildung und dürfen sich dann der Kindererziehung widmen.

    Die Familien leben fast ausschließlich von sozialer Unterstützung und leisten keinen nennenswerten sozialen Beitrag. Natürlich gehen sie nicht zum Militär aber leisten auch keinen Sozialdienst.
    Sollte jemand Arbeit finden (natürlich wenn, dann Frauen, die Männer müssen ja studieren), ist sie einfach, da die schulische Ausbildung nur rudimentär ist. Außerdem aufgepasst: Wer zu viel verdient, bekommt weniger Sozialunterstützung 🤫

    Ärzte gibt es bei den ultra Orthodoxen, aber natürlich nicht aus den eigenen Reihen, sondern dann z. B. aus aus Amerika.

    Ich bin durch für den Tag, die Radtour führt noch mal am Strand vorbei zurück zum Hostel.

    Auf der abendlichen Nahrungssuche kapituliere ich aufgrund geschundener Füße und diniere am sauteuren Dizengoff Square, wo sogar am Sabbat die Geschäfte auf sind, Security vor jedem Eingang.

    Witziges Detail: außer in dieser teuren Ecke haben an Sabbat nur wenige Supermärkte geöffnet, aber im Vorbeigehen entdecke ich tatsächlich einen Späti für Hunde- und Katzen Bedarf 🐶🐱😁
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Qiryat Me’ir, Qiryat Me'ir

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