• Brigitte und Jürgen
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Abessinien - Wiege der Menschheit

Äthiopien wird ganz anders werden als viele Länder, die wir bisher bereist haben. Uns erwarten jahrtausende alte Geschichte, beeindruckende Landschaften, lebendige Städten, eine kulturelle Vielfalt, natürlich Kaffee - und ein bewaffneter Konflikt. Read more
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  • Fazit "Kaffee erleben" ☑️☑️

    Yesterday in Ethiopia 🌙 13 °C

    Einer der Gründe, warum wir uns auf diese Reise gefreut haben, war zu Erleben, wie in Äthiopien Kaffee angebaut und zelebriert wird: „,Äthiopien gilt als Ursprungsland des Arabica-Kaffees. Wir möchten nicht nur Kaffee trinken, sondern dort, wo er wächst, etwas über Anbau und Verarbeitung erfahren und natürlich eine traditionelle äthiopische Kaffeezeremonie ("Buna") erleben. Vom grünen Kaffeestrauch bis zur frisch gerösteten und aufgebrühten Tasse. Das dürfte eine der genussvollsten Begegnungen unserer Reise werden.“

    Äthiopien gilt als die Wiege des Kaffees. Hier soll die Geschichte des Kaffees ihren Anfang genommen haben, und bis heute ist das kleine schwarze Getränk viel mehr als nur ein Muntermacher. Es ist ein Stück Kultur, gelebte Gastfreundschaft und ein wichtiges gesellschaftliches Ritual. Die traditionelle äthiopische Kaffeezeremonie ist dabei ein ganz besonderes Erlebnis: Die grünen Bohnen werden vor den Gästen geröstet, anschliessend gemahlen und in einer speziellen Kanne, der Jebena, aufgebrüht. Der Duft frisch gerösteter Bohnen erfüllt den Raum, und der Kaffee wird in mehreren Runden serviert. Wer eingeladen wird, nimmt sich Zeit. Denn hier geht es nicht einfach darum, Kaffee zu trinken, sondern gemeinsam zu sitzen, zu erzählen und Gastfreundschaft zu erleben.

    Natürlich hatten wir uns vorgenommen, tiefer in diese faszinierende Kaffeekultur einzutauchen. Schliesslich kann man nicht in der Heimat des Kaffees unterwegs sein, ohne sich ausgiebig mit dessen Traditionen und Zubereitungsarten zu beschäftigen. Und vielleicht entdeckt Jürgen nach über 30 Jahren wieder den Gefallen an Kaffee.

    Doch manchmal hat ein Reiseplan seine ganz eigenen Tücken. Schon früh auf der Reise (zweiter Tag) und nach einem eigentlich guten Kaffee an einer Strassenecke (und vielleicht einen falschen Essen danach) sowie 24 Stunden auf und vor der Toilettenschüssel war die Lust auf Kaffee erst einmal gründlich vergangen. Ausgerechnet im Land des Kaffees konnte ich den Gedanken an eine Tasse davon kaum ertragen.

    So wurde aus meinem ambitionierten Einstieg in die äthiopische Kaffeekultur leider nur ein bescheidener Ausflug. Ein paar Eindrücke, einige Begegnungen und die Erkenntnis, dass man nicht jede kulturelle Erfahrung erzwingen kann. Gegen Ende der Reise fand dann wieder einen Annäherung an den Kaffee statt - aber über das Aufnehmen des Aromas gong dies nicht hinaus.

    Ich glaube, damit hat der Kaffee mich endgültig verloren - ich bleibe beim Bier!! Darauf also ein letztes Bier im Flughafen von Addis.
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  • Addis Abeba ist wie Strasbourg

    Yesterday in Ethiopia ☀️ 22 °C

    Während in Strasbourg das EU-Parlament sitzt, ist in Addis das Headquarter der Afrikanischen Union. Die Gebäude wurden von Chinesen erbaut und 2012 an die Afrikanische Union geschenkt.

    Eine Besichtigung ist nur als ordentlich angemeldete Gruppe von Institutionen möglich. Oder man geht - so wie wir - mit dem offiziellen Audio-Guide aussen am Zaun entlang: https://app.muunie.com/explore/african-union-he…Read more

  • Palace Museum am Mittag

    Yesterday in Ethiopia ⛅ 22 °C

    Gemeinsam mit Teke besuchen wir am Mittag noch das Palace Museum - Teke war noch nie hier. Es ist der Palast des früheren Premier Haile Selassie, stand seit seinem Tod im Jahr 1974 leer und ist seit zwei Jahren als Museum wieder geöffnet. Eintritt für Einheimische beträgt umgerechnet 6 US$, für Touristen 25 US$. Auch hier sind - wie bei vielen touristischen Einrichtungen in Äthiopien - erstaunlich wenig Besucher. Wir lassen uns einen Teil der beeindruckenden Autosammlung zeigen und besichtigen den öffentlich zugänglichen Teil des Palastes incl. schier unendlich vieler Gastgeschenke aus aller Welt. Darunter eine schweizer Tischuhr und eine Musiktruhe von Grundig.

    Im Anschluss an die Besichtigung trinken wir noch einen Kaffee. Und lernen dort die Besitzer der Sora Lodge kennen, bei denen wir in Lalibela übernachtet haben.

    Trotz 130 Mio Einwohner scheint Äthiopien klein zu sein.
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  • Fazit "Elektromobilität beobachten" ❌❌

    Yesterday in Ethiopia ⛅ 20 °C

    Einer der Gründe, warum wir uns auf diese Reise gefreut haben, war zu Beobachten, wie die Elektromobilität sich in Äthiopien entwickelt hat: „Ein ganz anderes Thema erwartet uns in Addis Abeba. Äthiopien hat 2024 die Einfuhr von Fahrzeugen mit Benzin- und Dieselmotoren grundsätzlich untersagt und setzt stattdessen stark auf Elektromobilität - etwas, was in der Schweiz und der EU auch in zehn Jahren noch nicht kommen wird. Wir sind deshalb neugierig, wie diese überfällige Verkehrswende im Alltag aussieht. Welche Autos fahren tatsächlich durch Addis Abeba? Wo wird geladen? Und wie weit ist die Elektromobilität ausserhalb der Hauptstadt angekommen? Das dürfte ein spannender Blick auf eine Mobilitätswende mitten im Alltag sein.“

    Inzwischen sind wir diesbezüglich etwas ernüchtert, was jedoch weniger mit der Elektromobilität, sondern mit den aktuellen Umständen in Äthiopia zu tun haben

    Wer durch Äthiopien reist, begegnet einem Land, das in Sachen Elektromobilität offenbar einen gewaltigen Sprung nach vorne machen möchte. Die Regierung hat sich ambitionierte Ziele gesetzt und 2024 sogar die Einfuhr von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor weitgehend untersagt. Neue Autos sollen elektrisch fahren. Ein bemerkenswerter Schritt mit grossen Ambitionen. Zur damaligen Zeit sicher sinnvoll: wirtschaftliches Wachstum, zunehmender Tourismus, friedliches Miteinander und die Angst, dass Äthiopien von den gebrauchten CO2-Dreckschleudern aus der EU überschwemmt wird.

    Tatsächlich begegneten uns auf unserer Reise Elektroautos - aber fast ausschliesslich in Addis Abeba. Vor allem chinesische Hersteller scheinen den Markt zu erobern. Auf den ersten Blick könnte man deshalb meinen, Äthiopien sei auf dem besten Weg, eine Vorreiterrolle bei der Elektromobilität in Afrika einzunehmen.

    Doch je länger wir unterwegs waren, desto mehr wich die anfängliche Begeisterung einer gewissen Ernüchterung.

    Abseits der Hauptstadt zeigt sich ein völlig anderes Bild. Es gibt grösstenteils überhaupt keine privaten Fahrzeuge. Weder Verbrenner noch E-Autos (in Äthiopien kommen auf 1000 Einwohner 2 PKW, in der Schweiz über 540). Eine Ladeinfrastruktur ist vielerorts nicht vorhanden, öffentliche Ladestationen sind rar.

    Hinzu kommen die wirtschaftlichen Realitäten. Elektroautos sind für einen grossen Teil der Bevölkerung schlicht unerschwinglich. Während die Regierung den technologischen Wandel vorantreiben möchte, kämpft ein Grossteil der Menschen noch mit ganz anderen Herausforderungen des täglichen Lebens. Ein modernes Elektroauto ist da für viele weniger eine realistische Mobilitätslösung als vielmehr ein unerreichbarer Luxusgegenstand. Auf dem Land erleben wir gerade den Umstieg vom Fahrrad auf ein Motorrad (mehrheitlich Bajaj Boxer aus Indien). Ein Auto ist hier für niemand in Sicht.

    Dabei verfügt Äthiopien eigentlich über eine wichtige Voraussetzung für diesen Wandel: reichlich Potenzial zur Stromerzeugung aus Wasserkraft. Der Grand Ethiopian Renaissance Dam steht sinnbildlich für die grossen energiepolitischen Ambitionen des Landes. Doch zwischen verfügbarer Energie, einer zuverlässigen Stromversorgung, einem funktionierenden Verteilnetz und einer alltagstauglichen Ladeinfrastruktur liegen noch einige Herausforderungen.

    Dazu kommen die wieder aufflammenden bewaffneten Konflikte innerhalb des Landes und mit den Nachbarstaaten. Touristen stornieren bereits jetzt massenhaft ihre Reisen, eine wichtige Einnahmequelle der Bevölkerung bricht weg.

    So bleibt bei uns der Eindruck eines etwas widersprüchlichen, überambitionierten Projekts. Auf politischer Ebene wird eine Verkehrswende verordnet, während die notwendigen Voraussetzungen dafür vielerorts noch fehlen. Ein Importverbot allein schafft weder Ladestationen noch bezahlbare Fahrzeuge und schon gar keine funktionierende Mobilitätsinfrastruktur.

    Unser Fazit fällt deshalb gemischt aus: Äthiopien hat eine grosse Vision und durchaus interessante Voraussetzungen. Doch zwischen dem politischen Anspruch und der Realität auf den Strassen liegt noch ein ziemlich langer Weg.
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  • Fazit "Natur entdecken" ✅✅

    October 31 in Ethiopia ⛅ 16 °C

    Einer der Gründe, warum wir uns auf diese Reise gefreut haben, war zu die Entdeckung der Natur und Landschaften in Äthiopien „,Von den heissen Landschaften der Danakil-Senke über die spektakulären Berge des Simien-Nationalparks bis zu den Seen, Flüssen und Landschaften im Süden. Äthiopien verspricht eine enorme landschaftliche Vielfalt und einige Regionen, die weitab von den üblichen Reiserouten liegen.“

    Es schwer, die unglaubliche Vielfalt der Landschaften in Worte zu fassen. Kaum hatten wir uns an eine Szenerie gewöhnt, wartete hinter dem nächsten Horizont schon eine völlig neue Welt auf uns.

    Wir standen in den gewaltigen Bergwelten des Simien-Gebirges, wo schroffe Felsformationen, tiefe Schluchten und spektakuläre Höhenzüge eine beinahe unwirkliche Kulisse bildeten. Wir bestaunten die tosenden Wassermassen des Blauen Nils, die fruchtbaren Ufer des Tanasees, den Dschungel in Bale und die grünen Hügel rund um Lalibela.

    Weiter südlich empfingen uns die weiten Savannen und Buschlandschaften des Omo-Tals, die geheimnisvollen Wälder rund um Arba Minch und die eindrücklichen Berglandschaften von Dorze und Konso. Dazwischen immer wieder fruchtbare Felder, Bananen- und Kaffeeplantagen, Akazien, Kakteen und eine erstaunliche Vielfalt an Tieren und Pflanzen.

    Besonders faszinierend war für uns, wie schnell sich die Natur verändern kann. Innerhalb weniger Stunden Autofahrt wechselten wir von karger Wüste zu üppigem Grün, von staubigen Ebenen zu hochalpinen Landschaften und von tropischer Hitze zu angenehm kühlen Bergregionen. Und das Ganze zwischen 700 und 4300 Höhenmetern.

    Dieses Land ist ein ganzes Universum unterschiedlichster Lebensräume, Farben, Formen und Stimmungen.

    Wir sind mit offenen Augen und grosser Neugier gereist und haben dabei immer wieder gestaunt. Und vielleicht ist genau das die schönste Erinnerung an diese Reise: die Erkenntnis, dass hinter jeder Kurve, jedem Pass und jedem neuen Horizont eine weitere Überraschung auf uns warten kann.

    Äthiopien ist nicht einfach ein Reiseziel. Es ist ein Kontinent im Kleinen. Und wir durften ein Stück davon entdecken.
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  • Fazit "Völker entdecken" ✅✅✅

    October 31 in Ethiopia ⛅ 16 °C

    Einer der Gründe, warum wir uns auf diese Reise gefreut haben, war die Entdeckung der verschiedenen Völker in Äthiopien: ,Äthiopien ist nicht nur landschaftlich vielfältig. Besonders gespannt sind wir auf die Begegnungen mit den unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen im Süden des Landes. Im Omo-Tal möchten wir einen kleinen Einblick in eine für uns völlig andere Welt bekommen und erleben, wie Menschen mit ihren eigenen Traditionen und Lebensweisen leben.“

    Wenn uns die Landschaften Äthiopiens schon zum Staunen gebracht haben, dann hat uns die kulturelle Vielfalt dieses Landes mindestens ebenso begeistert. Auf unserer Reise durften wir zahlreiche Völker kennenlernen, deren Lebensweisen, Traditionen und kulturelle Ausdrucksformen unterschiedlicher kaum sein könnten.

    Wir begegneten den Dorze mit ihren kunstvoll geflochtenen Bambushäusern, den Konso mit ihren beeindruckenden Terrassenlandschaften und ihrer jahrhundertealten Dorfkultur, den Mursi mit ihren markanten Lippentellern und den Hamer mit ihren faszinierenden Körperbemalungen und traditionellen Zeremonien. Wir lernten die Karo kennen, deren Körperbemalungen beinahe an lebendige Kunstwerke erinnern, begegneten den Dassanech am Omo-Fluss und entdeckten die Welt der Bena, Aari und Tsemay.

    Jedes dieser Völker hat seine eigene Geschichte, seine eigenen Regeln, seine eigenen Schönheitsideale und Rituale. Was für uns fremd und kaum nachvollziehbar erschien, ist für die Menschen vor Ort selbstverständlicher Bestandteil ihres Alltags und ihrer Identität. Gerade diese Begegnungen haben uns immer wieder zum Nachdenken gebracht.

    Dabei wurde uns bewusst, wie wenig sich die Vielfalt menschlicher Kulturen mit unseren mitteleuropäischen Vorstellungen und Wertmassstäben erfassen lässt. Wir können nicht alles verstehen, müssen nicht alles erklären und sollten auch nicht alles beurteilen. Manchmal reicht es vollkommen, neugierig zu sein, aufmerksam hinzuschauen und den Menschen mit Respekt zu begegnen.

    Natürlich sind solche Begegnungen auch nicht frei von Widersprüchen. Tradition und Moderne, überlieferte Lebensweisen und die Veränderungen unserer Zeit treffen hier unmittelbar aufeinander. Und hinter den faszinierenden Bildern stehen Menschen mit ihren ganz eigenen Hoffnungen, Herausforderungen und Zukunftsvorstellungen. Und gleichzeitig ist es für uns erschreckend zu sehen, dass sich der Fortschritt der letzten hundert Jahre bei diesen Völkern auf die Einführung einer Schule (was sehr gut ist), von Elektrizität (vorwiegend für Licht, manchmal auch für Kühlschränke) und von Handys (asiatische Variante des Nokia 3310) beschränkt.

    Was uns besonders beeindruckt hat, ist die Selbstverständlichkeit, mit der diese kulturelle Vielfalt nebeneinander existiert. Äthiopien ist eben nicht nur ein Land mit einer reichen Geschichte, sondern ein Mosaik aus Völkern, Sprachen, Traditionen und Lebensentwürfen.

    Wir sind dankbar für die vielen Begegnungen, die uns Einblicke in Welten ermöglicht haben, die uns sonst wohl für immer fremd geblieben wären. Sie haben unseren Blick auf die Welt erweitert und uns einmal mehr gezeigt, wie vielfältig und faszinierend das Menschsein ist.

    Wir haben nicht nur ein Land kennengelernt, sondern viele verschiedene Welten.
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  • Der kleinste Flughafen

    October 31 in Ethiopia ⛅ 27 °C

    Wir haben jetzt schon einige Flughäfen in Äthiopien gesehen, aber Arba Minch ist definitiv der kleinste. Vier CheckIn-Schalter, kein WLAN, die Abflughalle kaum grösser als eine halbe Schulsport Halle. Muss sich nicht grösser sein, an guten Tagen gehen hier drei Flüge nach Addis Abeba. Mehr passiert hier nicht. Zu allem sind wir auch noch die ersten Passagiere für unseren Flug.
    Zum Überbrücken der Wartezeit wird das Gepäck von Brigitte ganz genau untersucht und jedes der vielen Souvenirs genau geprüft. Ich bin jetzt schon froh, dass der Krokodil-Zahn hier bleibt ...

    Während wir warten, können wir immerhin den Putzfrauen beim abstauben der Schalterhalle zuschauen. Und die Adiletten des Sicherheitspersonals bestaunen. Und das kürzeste Gepäckband, dass wir je gesehen haben. Aber auch in diesem Flughafen gibt es glühende Kohlen und Weihrauch zur Buna Kaffeezeremonie. Und ganz sicher keinen Rauchmelder.

    Dem gegenüber steht der grösste Flughafen Afrikas, der seit Januar 40 Kilometer vor den Toren Addis Abeba gebaut wird und dann 110 Mio Passagiere pro Jahr anfertigen soll.

    Arba Minch kommt schon mit den 42 Passagieren, die mit uns nach Addis Abeba fliegen, an die Kapazitätsgrenze.
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  • Who the fuck are "The Gamo"?

    October 30 in Ethiopia ☀️ 25 °C

    Die Gamo leben rund um Arba Minch und in den fruchtbaren Hochlandgebieten südlich des Abessinischen Hochlands. Sie sind traditionell eng mit der Landwirtschaft verbunden. Besonders prägend sind der Anbau von Enset, der sogenannten falschen Banane, sowie ihre kunstvollen Webarbeiten. Bemerkenswert ist auch ihr traditionelles Gesellschaftssystem: Gemeinschaftliche Versammlungen und der Rat der Ältesten spielen seit Generationen eine wichtige Rolle bei Entscheidungen und der Lösung von Konflikten. Die Gamo zeigen eindrücklich, wie stark Tradition, Gemeinschaft und die Verbundenheit mit der Natur das Leben im Süden Äthiopiens prägen.Read more

  • Boattrip Chamo Lake

    October 30 in Ethiopia ☀️ 23 °C

    Auf dem Weg zum Chamo Lake holt Nati noch den Kapitän und Besitzer eines kleinen Bootes ab. Wie immer folgen wir seiner Empfehlung - sollte sich wieder einmal als perfekt herausstellen.

    Am See geht gleich die Überfahrt los. Wir in einem kleinen Boot. Eine grössere Touristengruppe in einem schnelleren, aber grösseren Boot.

    Wir können uns in die Bucht des "Crocodile Market" treiben lassen und sehen so acht (der angeblich tausend Krokodile im Champ Lake) Krokodile. Unfassbar, wie gross diesen Riesen-Nilkrokodile sind. Laut Nati paaren sich zwei gerade - wir schauen fasziniert zu und staunen, welche Geräusche Krokodile machen. Die Zeit vergeht leider viel zu schnell, wir hätten noch Stunden zuschauen können. Immer wieder taucht in der kleinen Bucht ein oder mehr Krokodile auf.

    Doch es geht weiter zu den Nilpferdes. Auch hier haben wir Glück und sehen einige Nilpferd-Köpfe auftauchen. Unglaublich, dass an dem Kopf noch ein vier Meter langer und knapp 2 Meter grosser Körper unter Wasser sein soll.

    Auf dem Rückweg gibt es noch einen Seeadler und unendlich viele Kingfisher zu sehen. Die drei Stunden sind aber viel zu schnell vergangen.
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  • Warum "Warum?" die falsche Frage ist.

    October 29 in Ethiopia 🌙 22 °C

    Auf unserer Reise durch Äthiopien begegnen wir immer wieder Traditionen, Ritualen und Lebensweisen, die sich mit unserem mitteleuropäischen Verständnis nicht ohne Weiteres erklären lassen. Oft ertappen wir uns dabei, nach einem Grund, einer Logik oder einer Erklärung zu suchen. Warum tun Menschen Dinge, die für uns fremd, ungewöhnlich oder manchmal sogar widersprüchlich erscheinen?

    Doch allmählich merken wir, dass wir mit unseren eigenen kulturellen Massstab nicht besonders weit kommen. Was uns zunächst unverständlich erscheint, ist hier seit Generationen selbstverständlicher Teil des Lebens. Geprägt von Geschichte, Glauben und gesellschaftlichen Regeln, die wir in ihrer Tiefe kaum erfassen können.

    Vielleicht müssen wir auch gar nicht alles verstehen. Vielleicht sollten wir einfach lernen, genauer hinzuschauen, zuzuhören und die Dinge so anzunehmen, wie sie sind. Ohne vorschnell zu urteilen und ohne ständig unser eigenes Weltbild zum Massstab zu machen.

    Denn wenn wir versuchen, alles Fremde mit meinem vertrauten Denken zu erklären, laufen wir Gefahr, genau das zu verpassen, weshalb wir überhaupt hierhergekommen sind: die Begegnung mit einer anderen Welt.

    Reisen bedeutet eben nicht nur, neue Orte kennenzulernen. Es bedeutet auch, die eigenen Denkmuster gelegentlich über Bord zu werfen und sich auf Dinge einzulassen, die man nicht vollständig begreifen kann.

    Wir müssen nicht alles verstehen, um es faszinierend zu finden. Manchmal reicht es, offen zu bleiben, zu staunen und das Besondere einfach zu geniessen.

    Genau dies hat Nati uns heute erklärt!
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  • Krokodilzahn ist kein Souvenir!!

    October 29 in Ethiopia ⛅ 24 °C

    Spontanität muss wohl überlegt sein! Wenn nicht, bestraft einen der Wild- und Naturschutz. Oder der Zoll.

    Bei den Karo in Omorate habe ich spontan eine Kette mit einem echten Krokodilzahn dran. Auf 800 Birr runtergehandelt. Ein Schnäppchen.

    Nur später dann die böse Überraschung. Krokodilzähne dürfen nur mit einem entsprechenden Zertifikat aus Äthiopien aus- und in Europa eingeführt werden. Sonst stehe ich mit einem Bein in Äthiopien im Knast und in Europa wird es teuer. Ich weiss jetzt zwar, wer in Äthiopien für die Ausfuhr zuständig ist, doch die Zeit in Addis Abeba ist zu knapp, um dies abzuwickeln.

    Jetzt freut sich also Nati über den Zahn. Und mir bleibt der Knast erspart.
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  • Overdosed II: The last market (Keyafer)

    October 29 in Ethiopia ☁️ 24 °C

    Genug ist genug III.

    Nachdem wir in den letzten fünf Tagen gefühlt jeden Tag einen Markt besucht haben, machen wir in Keyafer nun den Abschluss.

    Der erste Markt, auf dem es auch Souvenirs gibt. Aber ansonsten ist er nur speziell, weil mehrere Stämme vertreten sind (Hamer, Bana und Tsemay). Das Angebot ist austauschbar. Vielleicht sind wir aber auch nur zu früh dran, denn wir haben unterwegs noch zahlreiche Bäuerinnen auf dem Weg zum Markt gesehen. Angeblich sollen später bis zu 10'000 Menschen auf dem Markt sein.

    Da wir aber noch einen langen Weg vor uns haben, fahren wir schon um die Mittagszeit weiter.
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  • Overdosed I: The last village (Aari)

    October 29 in Ethiopia ☁️ 22 °C

    Genug ist genug I.

    Gefühlt haben wir die letzten fünf Tage jeweils die Dörfer von zwei Stämmen angeschaut. Wir sind sicher, dass auch fünf weitere Dörfer uns wenig Neues vermitteln können.

    Und doch hält dieses Dorf der Aari bei Jinka eine Überraschung bereit. Denn die Dorfbewohner wollen Brigitte ins Dorfleben integrieren. Zuerst bekommt sie eine Aari-Frisur geflechtet. Dann darf sie einen Tonteller töpfern - was sie nach der Erfahrung bei den Dorze aber ablehnt. Dafür darf sie dann eine German-Injera backen - diesmal mit Mais statt mit Teff. Und zum Schluss gibt es noch Schnaps für alle in der Destillerie.

    Ein schönes, interaktives Programm, bei dem wir mehr lernen, als wenn wir den lokalen Guide ausfragen würden. Dessen Englisch-Kenntnisse sind sehr überschaubar.

    Unerwähnt bleiben darf natürlich nicht, dass pro Aktivität eine kleine Spende in die jeweilige Haushaltskasse erwartet wurde.
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  • Who the fuck are "The Aari"?

    October 29 in Ethiopia ☁️ 22 °C

    Die Aari leben im Südwesten Äthiopiens, vor allem rund um die Stadt Jinka und in den fruchtbaren Hochlandgebieten der Region Südäthiopien. Sie gehören zu den grösseren Bevölkerungsgruppen der Region und sind traditionell vor allem als Ackerbauern tätig. Sie bauen unter anderem Mais, Sorghum, Enset, eine Art falsche Banane, sowie Kaffee an und halten Vieh.

    Die Aari sind bekannt für ihr handwerkliches Geschick. Traditionell stellen sie Töpferwaren, Holzarbeiten und Metallgegenstände her. Musik, Tanz und mündlich überlieferte Traditionen spielen eine wichtige Rolle in ihrem kulturellen Leben. Obwohl sich die Lebensweise vieler Aari durch Bildung, Handel und den Einfluss der modernen Welt verändert hat, pflegen zahlreiche Gemeinschaften weiterhin ihre Bräuche und ihre eigene Sprache, das Aari.

    Für Reisende bieten Begegnungen mit den Aari einen Einblick in den Alltag einer Bevölkerungsgruppe, deren Leben eng mit der Landwirtschaft und der vielfältigen Natur Südäthiopiens verbunden ist.
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  • Spuky and scary

    October 29 in Ethiopia ☁️ 21 °C

    Die Omo Eco Lodge in Jinka ist leider unsere letzte Lodge-Unterkunft in Äthiopien. Dafür eine ganz besondere.

    Sie bietet Platz für 30 Personen, Brigitte und ich haben sie jedoch für uns alleine. Die letzten anderen Gäste waren jeweils auch nur eine Nacht hier. Wir könnten uns also aus den 15 Lodges eine aussuchen 😂. Die Küche im Restaurant wird auch nur für uns betrieben - wir bekommen alles, was wir bestellen.

    Richtig unheimlich wird es aber ab Mitternacht, als ein starkes Gewitter durch das Tal zieht. Stromausfall, Blitz und Donner, es schüttet wie aus Eimern, lauter Regen auf dem Blechdach und niemand zu sehen. Das geht eine Stunde so, gut, dass wir Taschenlampen dabei haben, um uns wenigstens in der Hütte zu orientieren.

    Gerade, als wir wieder eingeschlafen sind, beginnt um drei Uhr das Ganze wieder von vorne. Und um halb sechs ruft der Muezzin und andere Geistliche zum Gebet - heute ist Gabriel-Feiertag.

    Entsprechend gerädert sitzen wir am Frühstück - alleine im Speisesaal. Und erinnern uns daran, dass gestern nach dem Duschen ein Handteller grosser Frosch aus dem Abfluss der Dusche ins Bad kam. Und heute Morgen sass einer neben dem Bett auf den Schuhen von Brigitte.

    Gut, dass wir in einer Stunde schon abreisen - noch so eine Nacht brauchen wir nicht.
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  • Local Beer

    October 28 in Ethiopia 🌙 24 °C

    Gegen Ende unserer Reise wollen wir es nochmals wissen: wie schmeckt der privat gebraute äthiopische Bier.

    Mit unserem Guide kaufen wir unterwegs nach Jinka eine Flasche des Bieres an einer Strassenecke. Extra für uns wird „es“ abgefüllt. Dazu wird aus einem blauen Plastikfass etwas Maische (?) genommen und mit Wasser (von wo auch immer) angerührt. Dann wird ein Teil davon mit einem schmutzigen Becher in unsere leere Wasserflasche abgefüllt.
    Den Rest bekommen die drumherum sitzenden Einheimischen in ihre Kalebassen verteilt - wir haben somit einen ausgegeben!

    Dieses traditionelle äthiopische Hausbier wird in vielen Haushalten selbst gebraut, meist auf Basis von Gerste, Sorghum, Hirse, Weizen oder Teff. Eine Besonderheit ist Gesho, eine einheimische Pflanze, die für Bitterkeit und charakteristische würzige Noten sorgt. Die spontane Gärung und die unterschiedlichen Rezepturen verleihen jeder Charge einen eigenen Charakter.

    In unserer Lodge in Jinka probieren wir nun das Bier der Homebrewer. Diesmal unter etwas hygienischeren Umständen, dank einer Spende von Bernhard und der Lasser Brauerei in Lörrach!!

    Optik
    Vor dem Schütteln: zwei Phasen, wobei die obere leicht gelblich, aber transparent ist. Nach dem Schütteln sehr trüb und undurchsichtig, mit einer Farbpalette von graubraun (Flüssigkeit) bis braunschwarz (feine Körner). Kein Schaum.

    Aroma
    Getreidig und malzig, mit Anklängen einer bunten Getreidmischung oder einem aufgeweichten Vollkornbrot. Dazu können säuerliche Aromen von vergorener Banane und vergorener Pflaume. Eine würzige Komponente von einem allenfalls verwendeten Gesho fehlt. Insgesamt überrascht das Aroma positiv.

    Geschmack
    Im Antrunk mild getreidig, gefolgt von einer leichten joghurtartigen Säure. Danach kommt … nichts.

    Mundgefühl und Abgang
    Etwas mehlig, mit einer gewissen Textur durch die ungelösten Getreidebestandteile, welche an kalten Kakao erinnert. Der Abgang ist ebenfalls getreidig und leicht säuerlich.

    Es reizt uns nicht nach einem zweiten Schluck. Mit einem klaren Wasser aus einer zuvor geschlossenen PET-Flasche spülen wir schnell nach. Später merken wir, dass im Becher ein ordentlicher Satz verbleibt.

    Was das Bier mit unserem Magen-Darm-Trakt macht, werden wir morgen sehen …
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  • Nati - Driver, Guide, Messenger (and Smuggler?)

    October 28 in Ethiopia ⛅ 25 °C

    Das ist Nati. Er ist sieben Tage unser zuverlässiger Fahrer und allwissender Guide. Doch nicht nur das.
    Es scheint so, als ob ganz Äthiopien ihn kennt. Und er ganz Äthiopien kennt.
    Er transportiert nicht nur uns sicher, sondern auch Informationen. Und Geld. Und Kaffee. Und Einkäufe. Und aktuelle gerade ein Bewerbungsschreiben. Von Dorf zu Dorf oder von Stadt zu Stadt. Immer wird ihm etwas zugesteckt oder er übergibt etwas.
    Ds nicht nur Nati die Rolle des Briefträgers und Paketbote übernimmt, sondern alle Guides, ist es kein Wunder, warum es die Post in Äthiopien so schwer hat.
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  • 1 of 3 Karo Village

    October 28 in Ethiopia ⛅ 29 °C

    Morgens geht es zum Stamm der Karo. Sie verteilen sich auf drei Dörfer im Omo-Tal, bei der letzten Volkszählung 1994 bestand der Stamm nur noch aus 300 Personen. Wahrscheinlich sind es inzwischen viel mehr, da selbst die Schule - die wir besichtigen - mehr als 100 Schüler hat. Der Schuldirektor freut sich sehr über die von uns mitgebrachte Strassenkreide und beantwortet geduldig unsere Fragen. Anscheinend kommen von den wenigen Touristen nur sehr wenige bei der Schule vorbei.

    Die meisten zieht es nur ins Dorf der Karo. Im Gegensatz zu den Hamer und Dassanech kommen uns die Karo sehr ausgestellt und vorgeführt vor. Alle sind hier auf "Money" fixiert und sobald wir ihnen den Rücken zustehen, lassen sie alles liegen und stehen. Eine komische Atmosphäre ist dies hier im Dorf. Wir machen rasch die Photos, zu denen wir fast gedrängt werden. Immerhin finde ich noch eine tolle Maske im Souvenier-Bereich des Dorfes und mit etwas handeln auch zu einem vernünftigen Preis. Nach einer Stunde sind wir wieder weg, mit einem komischen Gefühl.

    Es wird vor allem die phantastische Lage oberhalb des Omo-Rivers in Erinnerung bleiben. Und der engagierte Schuldirektor.
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  • Who the fuck are "The Karo"?

    October 28 in Ethiopia ⛅ 29 °C

    Die Karo leben im Südwesten Äthiopiens, vor allem am Ostufer des Omo-Flusses. Sie gehören zu den kleinsten ethnischen Gruppen des Landes und sind für ihre kunstvollen Körperbemalungen bekannt. Mit weisser Kreide, farbiger Erde und Holzkohle gestalten sie geometrische Muster auf Gesicht und Körper. Auch Perlen, Schmuck und Narbenverzierungen spielen in ihrer traditionellen Kultur eine Rolle. Die Karo leben traditionell von Ackerbau, Viehzucht und Fischfang. Der Omo-Fluss prägt ihren Alltag und sichert einen wichtigen Teil ihrer Lebensgrundlage.
    Besonders eindrucksvoll sind die kunstvollen Körperbemalungen, die bei Festen und Balztänzen zur Schau gestellt werden. Die Muster sind Ausdruck individueller Kreativität und traditioneller Ästhetik.
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