• Brigitte und Jürgen
Semasa
  • Brigitte und Jürgen

Abessinien - Wiege der Menschheit

Äthiopien wird ganz anders werden als viele Länder, die wir bisher bereist haben. Uns erwarten jahrtausende alte Geschichte, beeindruckende Landschaften, lebendige Städten, eine kulturelle Vielfalt, natürlich Kaffee - und ein bewaffneter Konflikt. Baca lagi
  • Und nun zum Wetter.

    6 Oktober, Switzerland ☀️ 25 °C

    Was erwartet uns die nächsten Tage?

    In Addis Abeba erwarten uns morgen wohl die ähnlichen Temperaturen wie sie auch für Basel angekündigt sind (24 Grad, leicht bewölkt).
    Dann geht es in die Dankali Depression, wo 33 Grad auf uns warten.
    Gegen Anfang der kommenden Woche ist dann in Bahur Dar bei 26 Grad Regen angekündigt.

    Es wird also wechselhaft und abwechslungsreich - auch beim Wetter.
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  • "13 Monate Sonnenschein" - eine Zeitreise

    5 Oktober, Switzerland ☁️ 23 °C

    Unsere Reise nach Äthiopien führt uns nicht nur rund 5.000 Kilometer nach Südosten. Sie führt uns gewissermassen auch durch die Zeit. Denn in Äthiopien gelten andere Vorstellungen von Uhrzeit und Kalender, als wir sie aus der Schweiz und Deutschland gewohnt sind.

    Schon bei der Ankunft wird es interessant. Nehmen wir unseren Ankunftstag als Beispiel: Wenn unsere Maschine am 06. Oktober um 22:05 Uhr deutscher Zeit startet und nach rund sieben Stunden Flug gegen 04:55 Uhr deutscher Zeit in Addis Abeba landet, ist es dort bereits 5:55 Uhr nachts. Schliesslich gilt im Oktober in Deutschland noch die Sommerzeit, während Äthiopien das ganze Jahr über UTC+3 hat. Damit wäre die Rechnung nach unserer gewohnten Uhr ganz einfach: Eine Stunde Zeitverschiebung.

    Aber jetzt kommt Äthiopien ins Spiel. Auf der äthiopischen Uhr ist es tatsächlich 5:55 Uhr morgens. Nach der traditionellen äthiopischen Zeitrechnung ist es allerdings 23:55 Uhr. Denn der äthiopische Tag beginnt mit dem Sonnenaufgang. Unsere 6 Uhr morgens entspricht dort 0 Uhr, unser Mittag ungefähr 6 Uhr und unser 18 Uhr ungefähr 12 Uhr. Und eben fünf Minuten vor Sonnenaufgang ist dann 23:55 Uhr.

    Und damit sind wir schon bei der nächsten Besonderheit: dem Kalender. Während wir am 6. Oktober 2026 in Deutschland abheben, schreiben die Äthiopier nach ihrem traditionellen Kalender noch das Jahr 2019. Der äthiopische Kalender liegt gegenüber unserem gregorianischen Kalender ungefähr sieben Jahre und acht Monate zurück. Wir landen also mit dem Übernacht-Flug nicht am 07. Oktober 2017 in Addis Abeba, sondern am 27. Januar 2019 (27. Ṭərr(i) (ጥር) 2019).

    Der Jahreswechsel findet ebenfalls zu einem anderen Zeitpunkt statt. Das äthiopische Neujahr, Enkutatash, wurde am 11. September gefeiert. Während wir uns also schon längst im Herbst 2026 befinden, hat in Äthiopien gerade das neue Jahr 2019 begonnen.

    Auch bei den Monaten wird es ungewöhnlich. Der äthiopische Kalender hat zwölf Monate mit jeweils 30 Tagen. Danach folgt ein dreizehnter Monat, Pagume, mit fünf oder in einem Schaltjahr sechs Tagen. Äthiopien hat also tatsächlich 13 Monate.

    Für uns bedeutet dies: eine Stunde Zeitverschiebung, sechs Stunden Unterschied auf der Uhr und fast acht Jahre Unterschied im Kalender. Unsere Zeitreise kann beginnen.
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  • Zwischen Friedenshoffnung und neuer Unsicherheit.

    4 Oktober, Switzerland ☁️ 18 °C

    Es droht ein neuer Bürgerkrieg in Äthiopien, Und jede Partei schiebt die Schuld einer anderen Partei zu. Doch wer sind denn die einzelnen Parteien?

    Ximdo (Tigrinya für „Frieden“ bzw. „Zusammenarbeit“, www.eritreanext.org/ximdo) ist eine internationale Friedensinitiative im Horn von Afrika. Sie bringt nach eigener Darstellung Menschen und Vertreter verschiedener Gemeinschaften und Staaten zu Dialog, Versöhnung und Zusammenarbeit zusammen. Zu den beteiligten Akteuren zählen unter anderem Vertreter aus Äthiopien, Eritrea, Sudan und Somalia.

    Die TPLF (Tigray People’s Liberation Front, https://www.facebook.com/tplf.officia/) ist eine politische Bewegung aus der Region Tigray. Sie war von 1991 bis 2018 eine maßgebliche politische Kraft in Äthiopien und war im Tigray-Krieg von 2020 bis 2022 eine der zentralen Konfliktparteien. Seit September 2026 ist sie Teil der Ethiopian Peoples’ Forces Alliance for Survival.

    Die äthiopische Bundesregierung (www.ethiopia.gov.et) unter Premierminister Abiy Ahmed ist eine der zentralen Parteien im aktuellen Konflikt. Sie steht insbesondere im politischen und militärischen Konflikt mit der TPLF und weiteren bewaffneten Oppositionsgruppen. Die Bundesregierung und ihre Gegner machen sich gegenseitig für die erneuten Kämpfe verantwortlich.

    Die Ethiopian Peoples’ Forces Alliance for Survival ist ein im September 2026 gegründetes Bündnis von sieben politischen und bewaffneten Oppositionsgruppen. Zu den Mitgliedern gehören unter anderem die TPLF, die Amhara Fano National Movement und die Oromo Liberation Army. Das Bündnis hat erklärt, die Regierung von Premierminister Abiy Ahmed ablösen und eine Übergangsregierung einsetzen zu wollen. Bemerkenswert dabei: In der Allianz sitzen unter anderem TPLF und Fano, die im Tigray-Krieg von 2022 noch auf verschiedenen Seiten standen.

    Und was sollen diese Parteien denn nun?

    Ximdo: „Redet miteinander, statt aufeinander zu schießen.“ Das Ziel ist Dialog, Versöhnung und mehr Zusammenarbeit zwischen den betroffenen Gemeinschaften.

    TPLF: „Tigray soll wieder selbst bestimmen können.“ Die TPLF will ihre politische Stellung in Tigray sichern und ihre Interessen gegenüber der Zentralregierung durchsetzen.

    Äthiopische Bundesregierung: „Das Land soll unter einer zentralen Regierung zusammenbleiben.“ Die Regierung von Abiy Ahmed will ihre staatliche Kontrolle und politische Ordnung gegenüber regionalen und bewaffneten Oppositionsgruppen aufrechterhalten.

    Alliance for Survival: „Erst muss Abiy weg, dann reden wir über die Zukunft.“ Das Bündnis will die Bundesregierung ablösen und anschließend eine Übergangsregierung einsetzen.

    Schnell merken wir, dass wie immer in solchen Situationen, die Lage überhaupt nicht eindeutig ist und wie uns in keinster Weise anmassen können, uns ein Urteil zu erlauben oder einen Schuldigen zu benennen.
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  • Bewaffneter Konflikt II. Wachsende Unsicherheit.

    3 Oktober, Switzerland ⛅ 21 °C

    Gestern haben sowohl das Auswärtige Amt in Deutschland als auch das EDA der Schweiz ihre Reisewarnungen für Äthiopien nochmals deutlich erhöht. Je nach Interpretation besteht momentan nur für Addis Abeba keine Reisewarnung. Für alle anderen Regionen von Äthiopien wird entweder vor Reisen gewarnt oder abgeraten.

    Beruhigend ist, dass trotz den Aussagen des Auswärtigen Amtes, dass kein Flug in gewisse Regionen gehen würde, genau diese Flüge auf der Internetseite von Ethiopa Airlines angeboten und durchgeführt werden.

    Da aber auch unsere Reiseagentur entspannt ist, versuchen wir es auch zu sein. Wir hoffen jetzt einfach, dass "authentisches Kennenlernen" nicht bedeutet, Teil eines bewaffneten Konflikts zu sein.
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  • Wollen wir Typhus und/oder Malaria?

    25 September, Switzerland ☁️ 23 °C

    Die WHO nennt bei Malaria insbesondere Fieber, Kopfschmerzen und Schüttelfrost als typische frühe Symptome. Bei P. falciparum, der in Afrika besonders relevanten Malariaform, kann sich eine zunächst milde Erkrankung sehr schnell zu einer schweren Erkrankung entwickeln.

    Bei Typhus sind dagegen anhaltendes hohes Fieber, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Übelkeit, Bauchschmerzen sowie Durchfall oder Verstopfung typisch. Die Erkrankung wird durch Salmonella Typhi verursacht und über verunreinigtes Wasser oder Lebensmittel übertragen.

    Wollen wir dies haben? Eher nicht. Also beginnen wir vor der Abreise mit der Einnahme der entsprechenden Medikamente gegen diese Krankheiten.
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  • Bewaffneter Konflikt I. Etwas Sorgen.

    22 September, Switzerland ☀️ 23 °C

    Eigentlich waren wir bisher voller Vorfreude auf unsere Reise durch Äthiopien. Die Route steht, die Unterkünfte sind gebucht, die Flüge organisiert und die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Doch seit einigen Tagen schauen wir deutlich häufiger als bisher auf die aktuellen Internetseiten des Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA, https://www.eda.admin.ch/de/land-aethiopien) der Schweiz als auch des Auswärtige Amtes (https://www.auswaertiges-amt.de/de/reiseundsich…) in Deutschland.

    Der Grund ist leider nicht erfreulich: Die Sicherheitslage in Äthiopien hat sich in den vergangenen Tagen spürbar verschärft. Besonders beunruhigend ist, dass ausgerechnet einige Regionen auf unserer geplanten Route betroffen sind.

    Das Auswärtige Amt hat seine Reisehinweise zuletzt Ende September deutlich verschärft. In Tigray, also unter anderem rund um Gheralta und Axum, kommt es erneut zu bewaffneten Auseinandersetzungen. Auch für die Region Amhara, durch die unsere Reise nach Gondar, in die Simien-Berge und nach Lalibela führt, bestehen erhebliche Sicherheitswarnungen. Für einige Orte wurde angeblich der Flugverkehr bereits eingeschränkt oder ausgesetzt.

    Und auch unsere geplante Tour durch die Danakil-Wüste macht uns nachdenklich. Die Region Afar ist riesig und die Sicherheitslage unterscheidet sich je nach Gebiet. Trotzdem liegen Teile unserer geplanten Route in einer Region, für die die Behörden derzeit ausdrücklich zu besonderer Vorsicht beziehungsweise von Reisen abraten.

    Das ist eine ziemlich unangenehme Situation. Denn wir reisen nicht einfach irgendwohin und können die problematischen Gebiete problemlos umfahren. Ein beträchtlicher Teil unserer vierwöchigen Route führt durch genau jene Regionen, wegen denen wir jetzt die Reisehinweise besonders aufmerksam verfolgen.

    Gleichzeitig ist Äthiopien natürlich nicht als Ganzes ein Krisengebiet. Addis Abeba beispielsweise wird deutlich anders beurteilt. Auch im Süden des Landes ist die Situation nicht mit der aktuellen Lage in Tigray oder Amhara gleichzusetzen. Die Sicherheitslage ist regional sehr unterschiedlich.

    Und heute kommt schon das Mail der Reiseagentur, dass unsere Reiseroute "vorsorglich etwas angepasst wird". Axum und Gheralta werden aus den Reiseprogramm rausgenommen, statt dessen werden wir das Bale-Gebirge besuchen. Details gibt es erst in den nächsten Tagen - also erst kurz vor Abflug.

    Trotzdem bleibt ein mulmiges Gefühl. Noch vor wenigen Tagen haben wir uns Gedanken darüber gemacht, wie viel Bargeld wir mitnehmen, welche eSIM-Karte die beste Netzabdeckung bietet und welche Kleidung wir für die Wanderung im Simien-Gebirge einpacken. Jetzt beschäftigen wir uns plötzlich mit der Frage, ob Teile unserer Reise überhaupt wie geplant stattfinden können.

    Wir hoffen natürlich sehr, dass sich die Lage wieder beruhigt. Gleichzeitig wollen wir kein unnötiges Risiko eingehen. Eine Reise lässt sich verschieben oder eine Route ändern. Die eigene Sicherheit ist wichtiger als ein Reiseplan, an dem man unbedingt festhalten möchte.

    Unsere Vorfreude ist deshalb im Moment ein wenig von Sorge überlagert. Wir hatten uns auf vier Wochen voller Geschichte, Landschaften, Begegnungen und Abenteuer gefreut. Jetzt hoffen wir zunächst einmal, dass wir diese Reise überhaupt so erleben können, wie wir sie geplant haben.
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  • Warum Äthiopien?

    1 September, Switzerland ☀️ 27 °C

    Warum fahren wir nach Äthiopien? Weil uns dort eine Mischung erwartet, die wir so noch nicht erlebt haben.

    Natur entdecken
    Von den heissen Landschaften der Danakil-Senke über die spektakulären Berge des Simien-Nationalparks bis zu den Seen, Flüssen und Landschaften im Süden. Äthiopien verspricht eine enorme landschaftliche Vielfalt und einige Regionen, die weitab von den üblichen Reiserouten liegen.

    Völker entdecken
    Äthiopien ist nicht nur landschaftlich vielfältig. Besonders gespannt sind wir auf die Begegnungen mit den unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen im Süden des Landes. Im Omo-Tal möchten wir einen kleinen Einblick in eine für uns völlig andere Welt zu bekommen und erleben, wie Menschen mit ihren eigenen Traditionen und Lebensweisen leben.

    Elektromobilität beobachten
    Ein ganz anderes Thema erwartet uns in Addis Abeba. Äthiopien hat 2024 die Einfuhr von Fahrzeugen mit Benzin- und Dieselmotoren grundsätzlich untersagt und setzt stattdessen stark auf Elektromobilität - etwas, was in der Schweiz und der EU auch in zehn Jahren noch nicht kommen wird. Wir sind deshalb neugierig, wie diese überfällige Verkehrswende im Alltag aussieht. Welche Autos fahren tatsächlich durch Addis Abeba? Wo wird geladen? Und wie weit ist die Elektromobilität ausserhalb der Hauptstadt angekommen? Das dürfte ein spannender Blick auf eine Mobilitätswende mitten im Alltag sein.

    Kaffee erleben
    Und natürlich darf eines nicht fehlen: Kaffee. Äthiopien gilt als Ursprungsland des Arabica-Kaffees. Wir möchten nicht nur Kaffee trinken, sondern dort, wo er wächst, etwas über Anbau und Verarbeitung erfahren und natürlich eine traditionelle äthiopische Kaffeezeremonie ("Buna") erleben. Vom grünen Kaffeestrauch bis zur frisch gerösteten und aufgebrühten Tasse. Das dürfte eine der genussvollsten Begegnungen unserer Reise werden.

    Kurz gesagt: Wir fahren nach Äthiopien, um Landschaften zu erleben, Menschen und Kulturen kennenzulernen, eine hoffnungsvolle technologische Entwicklung zu beobachten und dort Kaffee zu trinken, wo seine Geschichte begann.
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  • Reisevorbereitung: Impfung

    24 Julai, Switzerland ☀️ 17 °C

    Ich habe Glück, dass ich in Basel ein Tropeninstitut (Reisemedizinisches Zentrum des Swiss TPH) habe und ich wirklich gerne dorthin gehe, um mich im Vorfeld einer Reise beraten lasse.
    Diesmal gab es die folgenden Auffrischungs-Impfungen gegen:
    - Polio
    - Tetanus
    - Diphterie
    - Meningitis
    - Tollwut
    - Gelbfieber und
    - Chikungunya-Fieber

    Dazu noch Tabletten gegen Typhus und Malaria. Und viele gute Tipps, zB.:
    - nicht im Süsswasser schwimmen (Bilharziose droht)
    - "cook it, boil it, peel it or forget it"
    - und die spezielle Herausforderung für mich: helle, lange Kleidung tragen 🤔

    Knapp 700 CHF hat mich der Besuch, die Tipps, die Impfungen und Tabletten sowie ein Mückenspray gekostet.

    Brigitte hat das Gleiche nochmals bei ihrem Hausarzt mitgemacht ...
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    Permulaan perjalanan
    6 Oktober 2026