Tag 3 - Pitlochry
August 3 in Scotland ⋅ 🌧 13 °C
Heute startete endlich unser Roadtrip durch Schottland und das standesgemäß mit typisch schottischem Wetter. Steve holte unser Mietauto ab: einen nagelneuen Hyundai Tucson. Komfortabler geht’s kaum! Nach den ersten Minuten auf der linken Straßenseite fühlte sich das Fahren überraschend schnell vertraut an - zumindest als Beifahrer. Steve sieht das sicher anders. Unser erster Stopp führte uns zum Aussichtspunkt auf die berühmten Forth Bridges. Selbst im Regen war der Blick ganz schön. Anschließend ging es auf die Fife Coastal Route Richtung St Andrews. Die Strecke gilt als eine der schönsten Küstenstraßen Schottlands und führt durch zahlreiche kleine Fischerdörfer. Was uns allerdings sofort auffiel: Die Straßen sind teilweise unglaublich schmal. Ein kleineres Auto wäre ggf. doch besser gewesen. Dazu parkten viele Autos „falsch herum“ bzw. wie sie wollten. Dadurch war es manchmal gar nicht so leicht zu erkennen, auf welcher Straßenseite man sich gerade orientieren sollte. Überraschend war auch der Verkehr. Wir hatten an einem Montagmittag mit deutlich weniger Autos gerechnet, stattdessen war richtig viel los. Unserer Theorie nach lag das aber vor allem an den einspurigen Straßen, die dazu führten, dass man kolonnenartig hintereinander herfuhr, obwohl man bis zu ca. 110 km/h fahren konnte. Aber wir sind doch nicht lebensmüde, selbst 60 km/h haben sich hier zu schnell angefühlt. Unterwegs fielen uns immer wieder riesige Golfanlagen und luxuriöse Häuser auf. Dazu kamen auffallend viele teure Autos. Also schlecht scheint es den Schotten nicht zu gehen.
Einen ersten längeren Halt machten wir im kleinen Küstenort Elie. Das Wetter zeigte sich von seiner rauen Seite: starker Wind, Regen und gerade Ebbe. Trotzdem war der Strand beeindruckend. Direkt am Strand entdeckten wir außerdem eine kleine Sauna, eine typisch nordische Kombination aus Schwitzen und anschließendem Sprung ins kalte Meer.
Zum Aufwärmen wählten wir allerdings nicht die Sauna, sondern kehrten anschließend im Ship Inn ein. Dort probierten wir zum ersten Mal Cullen Skink, eine traditionelle schottische Fischsuppe aus geräuchertem Schellfisch, Sellerie und Sahne. Ehrlich gesagt hatten wir nicht viel erwartet, aber sie war unglaublich lecker. Unser nächstes Ziel war St Andrews. Schon von Weitem beeindruckten die Ruinen der gewaltigen Kathedrale und des Castles, die beide spektakulär direkt an der Küste liegen. Die Kathedrale war im Mittelalter die größte Kirche Schottlands und einst das religiöse Zentrum des Landes. Besonders gespannt waren wir auf einen Besuch im Northpoint Café. Das kleine, bodenständige Café ist berühmt dafür, dass hier Prinz William und Prinzessin Kate während ihres Studiums regelmäßig frühstückten. Was wir vorher gar nicht wussten: Beide lernten sich tatsächlich an der University of St Andrews kennen, der ältesten Universität Schottlands und einer der renommiertesten Hochschulen Großbritanniens. Im Café wird das erstaunlich zurückhaltend vermarktet, lediglich der kleine Spruch „Where Kate met Wills“ erinnert daran. Natürlich durfte auch etwas Süßes nicht fehlen. Wir probierten einen Fudge Doughnut, unglaublich weich, herrlich saftig und extrem süß. Definitiv eine Spezialität, die man probieren sollte, aber noch besser zu zweit teilt. Zuckerschock vom Feinsten!
Eigentlich standen auf unserer Route noch zwei weitere Stopps. Da wir uns unterwegs aber immer wieder Zeit gelassen hatten und einfach die Landschaft genießen wollten, ließen wir sie einfach aus.
Am frühen Abend erreichten wir Pitlochry. Das kleine Highland-Städtchen mit rund 2.700 Einwohnern wirkte sofort unglaublich malerisch. Nach dem Einchecken erwartete uns ein liebevoll eingerichtetes Gästezimmer, inklusive einer kleinen Whiskyprobe als Willkommensgruß. Wenn das mal kein guter Start ist! Natürlich schauten wir auch noch kurz bei der Blair Athol Distillery vorbei, einer der ältesten noch betriebenen Whiskybrennereien Schottlands. Anschließend machten wir einen Spaziergang zur berühmten Fish Ladder. Der Weg führte über eine hübsche Hängebrücke, vorbei am Fluss bis zum Damm. Trotz des trüben Wetters war die Landschaft wunderschön und strahlte diese besondere Ruhe aus, für die die schottischen Highlands bekannt sind.
Den Abschluss des Tages bildete ein leckerer Burger im Ort. Nach so vielen Eindrücken, Kilometern und Erlebnissen fielen wir anschließend müde, aber glücklich ins Bett.Read more

























