Tag 12 - Glasgow
August 13 in Scotland ⋅ ☁️ 25 °C
Wir haben heute tatsächlich richtig gut geschlafen. Und wir wissen auch genau, woran es lag: Das Bett hatte endlich einmal eine vernünftige Größe für zwei Menschen. Keine akrobatischen Verrenkungen, kein gegenseitiges Wegschubsen, einfach Platz. Ein völlig unterschätzter Luxus. Auch das Frühstück konnte sich sehen lassen. Endlich gab es einmal richtig leckeres Rührei und zwar aus echten Eiern und nicht aus irgendeiner ominösen Frühstücksmischung. Steve probierte außerdem zum ersten Mal schottisches Porridge und war überraschend positiv angetan.
Dann hieß es leider Abschied nehmen. Und tatsächlich war es das erste Mal auf unserer Reise, dass wir es schade fanden ein Hotel zu verlassen. Die Unterkunft war unglaublich gemütlich und die Lage am Loch Fyne einfach wunderschön. Einziger Haken: Das Ganze war leider auch entsprechend teuer. Man kann eben nicht alles haben. Unser erster Stopp des Tages war Luss am Loch Lomond. Das kleine Dorf liegt direkt am Ufer des berühmten Sees und ist entsprechend touristisch gut erschlossen. Viele hübsche kleine Häuser, Cafés und jede Menge Touristen. Ein bisschen erinnerte uns das Ganze an den Starnberger See. Luss ist außerdem bekannt für seine kleinen Häuser mit Schieferdächern. Der Stein wurde früher in der Umgebung abgebaut und prägt bis heute das typische Erscheinungsbild des Ortes.
Wir machten einen gemütlichen Spaziergang von etwa einer Stunde, vorbei am Wasser und durch ein kleines Waldstück. Dabei entdeckten wir auch einen Fairy Trail. Eigentlich ist der vor allem für Kinder gedacht, aber wir fühlten uns davon natürlich ebenfalls angesprochen. Kleine Feentüren, versteckte Figuren und allerlei liebevolle Details machten den Spaziergang überraschend aufregend. Und das Wichtigste: Keiner von uns wurde vom Troll gefressen. Glück gehabt. Anschließend ging es weiter zum Doune Castle. Die mittelalterliche Burg ist unter anderem als Drehort für Monty Python, Outlander und Game of Thrones bekannt. Wir hatten allerdings nur ungefähr 20 Minuten Zeit, weshalb es eher ein Quick Visit wurde. Kurz ausgestiegen, einmal umgeschaut, ein paar Fotos gemacht und weiter. Danach wartete unser letzter großer Whisky-Stopp der Reise: die Deanston Distillery. Deanston ist schon aufgrund seiner Geschichte ziemlich ungewöhnlich. Die Destillerie befindet sich in einer ehemaligen Baumwollfabrik aus dem 18. Jahrhundert und nutzt die alten Gebäude bis heute. Dadurch wirkt die Anlage ganz anders als die großen, speziell für Whisky gebauten Destillerien, die wir in den letzten Tagen gesehen hatten. Wir hatten ein Warehouse Tasting gebucht und waren mit gerade zwei weiteren Personen eine angenehm kleine Gruppe. Unser Guide Thomas machte einen richtig guten Job. Sehr sympathisch, unglaublich informativ und mit genau der richtigen Portion Humor. Das Highlight: Wir durften unseren Dram tatsächlich selbst direkt aus dem Fass ziehen. Mit einem Whisky-Sampler wurde der Whisky direkt aus dem Fass geholt und ins Glas gegeben. Und dann ging es ans Probieren: Als erstes gab es einen 17 Jahre alten Canaster Cask, danach einen 14 Jahre alten Sherry Cask, einen 19 Jahre alten Armagnac Cask und zum Abschluss einen 22 Jahre alten Palo Cortado. Vier komplett unterschiedliche Whiskys und trotzdem alle richtig lecker. Nach all den Destillerien, Tastings und Gesprächen über Fässer konnten wir inzwischen tatsächlich Unterschiede erkennen und ein bisschen besser einordnen, was wir eigentlich da trinken.
Und natürlich konnten wir die Destillerie nicht verlassen, ohne etwas aus dem Shop mitzunehmen. Danach hieß es endgültig: auf nach Glasgow. Vor der Stadt waren wir ehrlich gesagt ein bisschen gewarnt worden. Glasgow soll dreckig sein, nicht besonders schön und insgesamt eher weniger sehenswert als Edinburgh. Unser erster Eindruck war allerdings komplett anders. Glasgow wirkte auf uns jung, lebendig und überraschend schön. Viele beeindruckende historische Gebäude, eine tolle Atmosphäre und jede Menge Leben auf den Straßen. Ja, es lag tatsächlich Müll herum. Aber nachdem wir genauer hinschauten, entdeckten wir auch den Grund dafür: Die Möwen reißen hier offenbar mit großer Begeisterung die Müllsäcke auf und verteilen deren Inhalt großzügig über die Straßen. Nicht gerade elegant. Aber irgendwie gehört das wohl dazu. Zum Abendessen gab es noch eine richtig leckere Pizza auf Empfehlung. Anschließend gönnten wir uns einen Absacker im Pub und ließen den Abend gemütlich ausklingen.Read more





































Traveler
Das ist ja cool, das wollte ich immer schon machen