• Streifzug durch Helsinki

    May 22 in Finland ⋅ 🌧 16 °C

    Puh, das Wetter macht es mir heute wirklich nicht leicht. Es begann mit strahlendem Sonnenschein, nur um Minuten später in einen kräftigen Guss überzugehen. Naja, was soll's? Regenjacke an und los geht's – Sisu (die finnische Zähigkeit) heißt das Zauberwort! Und wenn der Regen dann doch zu stark wird, heißt es nicht Fika, sondern ab in ein gemütliches Kahvila für eine finnische Kaffeepause. Wie ich ja schon bei der Anreise festgestellt habe, sind die Finnen Kaffeeweltmeister. Bei den Preisen hier echt ein Wunder, aber die Qualität stimmt und die Korvapuusti sind einfach göttlich! ☕️🥮

    Mein Spaziergang führte mich vorbei an der Markthalle. Im Vergleich zur gigantischen Halle in Riga ist sie zwar kleiner, aber total charmant und voller regionaler Köstlichkeiten. Direkt am Hafen stolperte ich dann auch über die Havis Amanda. Die Meerjungfrau tanzt immer noch im Brunnen und sieht nach den wilden Vappu-Feierlichkeiten im Frühling wieder tipptopp aus. Sie markiert den Eingang zum Designviertel, wo man skandinavische Schlichtheit und coole Shops findet.

    Dann ging es weiter am Helsinki Dom, wo ich mitten in ein absolut faszinierendes Schauspiel geraten bin: Eine traditionelle, feierliche Promotion der Universität (Tohtoripromootio) samt Festgottesdienst. Alle Beteiligten sahen unglaublich elegant und festlich aus.

    In Finnland ist die Doktorwürde noch mit jahrhundertealten, akademischen Ritualen verbunden. Die frischgebackenen Doktoren tragen traditionell Zylinder (oft tiefschwarz) und die Damen sowie die Ehrengäste schreiten in wunderschönen weißen Kleidern oder eleganten Fräcken die Stufen des Doms hinab. Begleitet von herrlich grünen Lorbeerkränzen als Symbol der Weisheit.

    Vom Domberg aus spazierte ich weiter Richtung Hafen zur Uspenski-Kathedrale. Sie ist die größte orthodoxe Kirche in Westeuropa und ein absolut beeindruckender Ziegelsteinbau mit ihren tiefgrünen Dächern und den strahlend goldenen Zwiebeltürmen. Wenn man vor ihr steht, spürt man sofort den historischen russischen Einfluss in Helsinki.

    Ganz zum Schluss ging es noch am Lasipalatsi Square vorbei. Wo früher Busbahnhöfe waren, findet man heute ein futuristisches Pflaster aus kleinen Steinen und die einzigartigen, pyramidenartigen Lichtkuppeln des Amos Rex Museums, die aus dem Boden ragen.
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