Biały Grąd wieza
20 Mac, Poland ⋅ ☀️ 10 °C
Die Nacht habe ich nicht besonders gut geschlafen. Ich bin wohl normale Betten nicht mehr gewohnt. Ich liege auch zuhause recht hart. Darum und weil ich genug zu tun hatte, blieb ich am Vormittag im Zimmer. Bilder und Videos sichten, entscheiden, löschen, übertragen, sichern, ... - das ist sehr zeitintensiv. Vor Allem das Überspielen auf mehrere Festplatten zur Sicherung. Parallel habe ich mir auch angesehen, wo ich heute hin will. Habe mir zwei Bereiche ausgesucht.
Der eine recht nah (keine 3km weg). Da will ich mal sehen, was entlang des Wanderweges zu finden ist. Es gibt auch einen Aussichtsturm dort. Das Ergebnis vorneweg: enttäuschend. Der angelegte Holzsteg war gesperrt wegen Einbruchgefahr. Und das Wasser war vom Aussichtsturm zu weit weg, als das sich gute Fotos ergeben könnten.
Da muss wohl Destination 2 liefern. Angekommen weiß ich natürlich nicht was mich erwartet, aber sobald ich das Dorf verlassen habe und das erste Mal über das Marschland blicke wird mir klar: riesig, enorm! und: Wunderschön. Beeindruckend. Vielfalt und einzigartige Stimmung. Bin immer noch ganz begeistert .... Da reichen mir fünf Tage nie und nimmer, um dieses Gebiet zu erfassen und kennen zu lernen!
Ich gehe also die 3,3 Kilometer Richtung Aussichtsturm. Mir ist von Anfang an klar, dass ich diese drei Kilometer nicht einfach gehe - nein - ich erlebe diese. Jeder Schritt bringt mich einem neuen Blickwinkel näher. Hinter jedem Gebüsch ergeben sich neue Eindrücke, die phantastischer sind, als die davor. Die ersten zwei Kilometer erscheinen für mich schon recht natürlich, doch in Wirklichkeit ist dieser Bereich noch landwirtschaftlich genutzt, sobald es der Wasserstand zulässt. Das Ackerland ist derzeit mit einer geringen Wasserschicht von teilweise nur wenigen Zentimetern bedeckt. Überall lugen schon die Pflanzen heraus.
Nach etwa zwei Kilometern betrete ich das Kerngebiet des Nationalparks. Bis hierher fahren sogar manche mit ihren Autos. Der letzte Kilometer ist jedenfalls zu Fuß zurück zu legen. Was ich jetzt auch weiß: es hätte sein können, dass auch jetzt der Punkt erreicht gewesen wäre, an dem ich entweder umkehren hätte müssen, oder aber sowohl Schuhe, als auch Socken auszuziehen gehabt hätte, wenn das Wasser, das über den Weg gelaufen ist, nur unwesentlich höher gewesen wäre. Hmmm - darum sind hier alle mit Gummistiefeln unterwegs.
Am Aussichtsturm begegne ich einem Polen. Aus Warschau. Er kommt fast jede Woche zusammen mit seiner Frau hierher, um der gemeinsamen Leidenschaft des Birding zu frönen. Er wirkt offen und erzählt gerne, teilt sein Wissen ohne Zögern. Seine Frau bleibt im Hintergrund, nickt mehrmals zustimmend – sie versteht offensichtlich Englisch, beteiligt sich aber nicht am Gespräch. Sie bereiten sich gerade ihr Abendessen auf einem Gaskocher. Wir kommen in einen Austausch und er erklärt mir die Gegend etwas. Auch was ich die nächsten Tage noch ansehen soll. Die ersten Kampfläufer sind bereits im Gebiet angekommen – der Wappenvogel des Nationalparks. Seiner Meinung nach gibt es derzeit kaum einen besseren Zugang zur Beobachtung als genau den Weg, den ich heute gegangen bin. Das hängt jedoch stark vom Wasserstand ab. Heuer ist dieser günstig, mit dem Beginn des Balzgeschäftes ist jederzeit zu rechnen.
Es wird bereits dämmrig, als ich mich entschließe zurück zu gehen. Komme erst im Dunkeln am Fahrzeug an und muss die Rückfahrt ohne Ortskenntnisse im Dunkeln wagen. Das mache ich nicht gerne, denn sowohl Straßenbeleuchtung, als auch die Bodenmarkierungen entsprechen nicht gewohntem Standard zuhause. Ich verfahre mich auch einmal und lande in einem Feldweg. Hatte gut zu tun da wieder rauszukommen.
Fazit: Der Tag heute war ein schöner Tag und ich bin froh darüber wie er verlaufen ist!
INFO 1:
Biebrzański Park Narodowy ist ein Feuchtgebiet enormen Ausmaßes und unterliegt starken jahreszeitlichen Schwankungen. Hinzu kommen auch Schwankungen von Jahr zu Jahr - je nach Wetterentwicklung vor Ort (schneereicher Winter oder kalter und trockener Winter, usw.) . Laut Auskunft des Warschauers haben wir heuer einen mittleren Wasserstand. Es gab schon Zeiten, da ist man nicht mal mehr mit Wathose durch gekommen. Aber auch schon Zeiten - wie vor zwei Jahren - da war das alles extrem trocken und die Vögel haben sich zwar mehr auf wenige Stellen konzentriert, aber es haben auch einige die Biebrza gar nicht aufgesucht und sind direkt weiter geflogen.
INFO 2:
Was mir besonders gut gefällt: die einzelnen Felder sind zwar durch erhöhte Wege miteinander verbunden, doch es gibt sehr viele Rohre, die es dem Wasser ermöglichen von einem in das Andere zu fließen und somit ist bei entsprechendem Wasserstand das komplette Gebiet überflutet, auch wenn die Wege noch befahrbar sind. Einerseits sorgt dieses System für eine regelrechte Durchnässung der Böden und erhöht durch den Nährstoffeintrag wesentlich den Ertrag der Äcker, andererseits ist so garantiert, dass das Wasser länger zurückgehalten wird, sodass es im Unterlauf der Biebrza weniger zu Hochwässern kommt. Nicht zu vergessen sorgt diese Vorgangsweise auch für einen Übergang vom Kerngebiet des Nationalparks zum Siedlungsgebiet des Menschen.Baca lagi
Biebrzański Park Narodowy
19–23 Mac, Poland ⋅ ⛅ 10 °C
19. März 2026:
Heute Morgen schon sehr zeitig los. Minus 2,3°C. Tolle Stimmung, aber ich wollte weg, bevor noch mehr vom Dorf kommen und eventuell auch die mit den blauen Lampen oben drauf.
Die Fahrt war relativ ereignislos. Bis auf: ich habe Kraniche gesehen. Paarweise. Einmal wollte ich mit meinem Pickup anhalten und vom Fahrzeug aus Fotos machen. Hab dann aber realisiert, dass es das nicht Wert ist. Auf einer schlecht einsehbaren Kuppe, wenn die LKWs mit 90 sich an mir vorbei drücken müssen. War zwar wenig los, doch wenn in dem Augenblick auch noch Gegenverkehr wäre. Nein!
So hab ich nur eine Aufnahme während der Fahrt mit meiner insta360. Klitzeklein sind sie zu sehen.
Hoffe aber noch auf Begegnungen die nächsten Tage.
In der Nationalparkverwaltung angekommen hab ich mal für 5 Tage meinen Betretungsobulus entrichtet.
Leider konnte die gute Dame kein gutes Englisch (sprich: es war noch mehr eingeschränkt als meines), noch Deutsch. Und ich dummer Tourist versuchte es mit guten Tag auf Polnisch, weil mehr hab ich nicht drauf. Also Infomäßig lief wenig.
Auf die Frage welchen Campingplatz sie empfehlen würde folgten etwa fünf Minuten Mißverständnis bis sie meinte, dass diese erst Ende April frühestens aufmachen würden. Shit!Ich selber hatte eben auch noch keinen gefunden der offen hat. Warum das wichtig ist? Ich hab kein Problem damit für kurze Zeit irgendwo stehen, wo es zumindest geduldet ist, wenn nicht erlaubt.
In oder Rund um einem Nationalpark bzw. Naturschutzgebiet ist das für mich ein NoGo! Wenn ich sie schon tagsüber "störe", will ich wenigstens nächtens für entsprechende Menschenlosigkeit beitragen.
Somit begann die Suche nach einem günstig gelegenen Zimmer, das möglichst wenig kostet. Auch das war nicht so einfach, denn einige waren ganz schön krass teuer. 4 Nächte über 500EUR! Sicher nicht mit mir!!
Hab dann eines für unter 250 gefunden. Da gehen sie hin die Euronen ....
Ich war dann am Nachmittag einen kurzen Weg zu einer Aussichtsplattform gegangen und hab einerseits die Aussicht genossen. Andererseits waren schon ein paar Fotos möglich.
Danach hab ich mein Zimmer bezogen. Jetzt erst merkte ich wie müde ich bin! Was ich auch noch merkte: sämtliche Ladeinfrastruktur, fie ich dabei habe, ist auf 12V ausgelegt. Ich kann die Steckdosen gar nicht nutzen, auch wenn ich wollte. Ich muss alles in der Kabine aufladen. hmmm - das macht es etwas kompliziert. Muss mal schauen, ob ich irgendwo noch ein Ladegerät auftreiben kann.
Nachtrag 1:
Hab gerade die Fotos von Anklam begonnen zu bearbeiten. Das was ich da ganz weit weg fotografieren konnte war wirklich ein Adler (entsprechend der Silhouette), wahrscheinlich Seeadler. HA!Baca lagi
Olsztynek - letzter Halt vor Biebrza
18 Mac, Poland ⋅ ☀️ 9 °C
Gestern schon alles vorbereitet zur Abfahrt. Heute gemütlich gefrühstückt und dann Abfahrt.
Eigentlich wollte ich Autobahnen vermeiden. Doch in Polen komme ich gut zurecht. Wenn welche sind, sind sie recht neu und gemütlich gut zu fahren. Relativ wenig los. Wenig Drängeln. Wenig Stress. So kann es gerne weitergehen.
Wieder im LKW-Tempo und alle Stunde, anderthalb eine kurze Rast eingelegt. Mittags eine größere Pause inklusive kurzem Nickerchen. Jetzt stehe ich an einem noch teilweise zugefrorenen Badesee. Die Zufahrt war etwas ... matschig. Ich brauchte erstmals meinen Allradantrieb. Aber der Standplatz ist gut. Das Erste mal an einem öffentlichen Badeplatz campen. Ich meide sowas ja sonst. Doch wer geht im März Eisbaden!?
Morgen habe ich noch etwa 220 Kilometer zu fahren. Dann bin ich in Biebrzański Park Narodowy (BbPN) und in Ostoja Bierbzanska. Das ist ein großer Nationalpark und Vogelschutzgebiet mit unter Anderem Elchen, verschiedenen Reiherarzen, Schwarstörchen, Kranichen, Limikolen, usw.
https://de.wikipedia.org/wiki/Nationalpark_Biebrza
Ich freue mich schon sehr!
NACHTRAG: Jetzt sind gerade ein paar Jugendliche mit einem nicht ganz serienmäßigen BMW vorgefahren. Das schaut mir so aus, als ob sie feiern oder sonstwas machen wollen. Hmmm? Weiterfahren oder bleiben? Es ist bereits nach sechs und es wird dunkel.
NACHTRAG 2: Die Jugendlichen sind weg. Neben mir steht jetzt ein silberner Kombi mit laufendem Motor. Sicher schon seit dreißig Minuten. Hmmm?Baca lagi
Ostseefotografie
17 Mac, Poland
Heute Morgen um kurz nach vier zwitscherte mein Wecker. Hmmmm. Ich weiß - gestern wollte ich das, aber gerade bin ich mir nicht sicher. Suche nach Ausreden nicht aufzustehen. Da fällt mir ein, warum ich in Polen bin. Mit meinem fahrenden Zuhause.
OK - überredet. Starte die Wetter-APP. Hmmmm. Nicht das was ich erhofft hatte. Immer noch dichte Wolkendecke. Aufklaren erst gegen Mittag. OK - demnach muss ich nicht allzu früh raus, denn es ist erst ab halb sechs so weit, dass ich Fotos machen kann. Bis dahin ist es zu dunkel. Leider werden es auch heute wieder graue Fotos und keine farbenfrohen. Aber die Art Fotografie erlaubt ja eher eine Monochrome Farbstimmung.
Ziel heute: Buhnenfotografie an der Ostsee.
Bin um Kurz vor sechs Uhr angekommen. Die Lichtstimmung passt. Nicht ideal, aber es sollte reichen. Der Wellengang ist ideal. Deutlich mehr als Gestern, aber auch nicht zu wild, sodass ich bis an die Buhnen komme. Aber ich erkenne jetzt schon - ganz trocken werden meine Füße nur mit Glück bleiben. Habe zwar die hohen Schuhe an, aber die eine oder andere Welle tippt da sicher bis an den Rand.
Das Stativ aufgestellt und die Kamera montiert. Schnell merke ich, dass Sand der Feind der Feinmechanik ist. Das bedeutet: ich darf mein Objektiv nicht wechseln bis ich nicht sichergestellt habe, dass kein Sandkörnchen in irgendeiner Ritze ist. Auch muss das Stativ auseinandergezogen bleiben, bis ich es abbrausen und damit den Sand aus den Ritzen und Scharnieren spülen kann.
Ich beginne zunächst mit Blende 9 und 8 Sekunden Belichtung. Was jetzt folgt ist ohne der gut funktionierenden App von Pentax kaum in dem Tempo zu machen. Innert einer Stunde mache ich über 200 Bilder, positioniere die Kamera viermal neu und versuche den richtigen Wellenmoment zu erhaschen. Erfahrungsgemäß liegt dabei die Ausschussquote bei über 80%. Und wenn man grausam ehrlich zu sich ist oft bei über 95%.
Ich mache dann noch ein paar Bilder rundum und transportiere das jetzt vollständig ausgezogene Stativ und das restliche Fotoequipment zurück zum Campingplatz. Ich begegne auf dem Rückweg einigen, die mich verwundert anschauen und auf polnisch ansprechen. Das war gestern nicht der Fall.
Bevor ich frühstücke muss ich dann noch alles reinigen und spülen. So richtig fertig bin ich also erst um zehn mit allem und lege mich dann nach dem Frühstück kurz aufs Ohr, um für den Nachmittag wieder fit zu sein.Baca lagi
Ustronie Morskie - Meeridyll
15–18 Mac, Poland
Gestern in der Früh gepackt und schon um etwas vor neun Abfahrbereit. Den Hafenmeister über meine Abfahrt informiert und schon ging es über ein schmales Sträßchen Richtung Anklam - Usedom - Polen.
Die Straßen sind gesäumt von Feuchtgebieten. Teilweise fehlen nur mehr drei Meter bis das Wasser die Straße erreichen würde. Also da darf das Eis sich nicht allzu schnell sich verflüssigen sonst wird es eng.
Das Erste was ich in Polen mache ist Tanken. Voll. Ich glaube jetzt einfach Mal der KI. Aber auch sonst ist Deutschland für die hohen Spritpreise bekannt.
Das Zweite ist Geld wechseln. Doch wie viel ist genug und nicht zuviel? Ich wechsle Mal 2000 polnische Zloty. Da müsste ich hinkommen.Hab mir gemerkt, dass der Umrechnungsfaktor in etwa 4 ist. Eigentlich 4,2irgendwas, aber ich bleib bei vier.
Das Dritte ist dafür zu sorgen, dass ich Internet in Polen habe. Ich ging in einen Laden der Zabka genannt wird. Das ist eine Kette mit kleinen Läden, die auch am Sonntag geöffnet hat, von allem etwas hat und das auf gefühlt sechs Mal drei Metern. Naja - wohl eher 12 Mal fünf. Doch das war das komplizierteste was ich jemals hinsichtlich Wertkarte je geglaubt habe nie tun zu müssen. Auf der Packung stehen 600GB. Bekommen habe ich aber nur einen Bruchteil und wenn ich mich innert gegebener Zeit oder so registriere bekomme ich 200GB. Und wenn ich mich per App im PlayStore nochmals irgendwas aktiviere und dann nochmals bezahle bekomme ich erst die gesamten 600GB. Kapiert? Ich immer noch nicht .....
Das Vierte war dafür zu sorgen, dass ich Wäsche waschen, Duschen und alle Kanister wieder auffüllen kann. Das bedeutet ich brauche einen Campingplatz der das anbietet. Das war an diesem Tag die schwierigste Aufgabe.
Das Fünfte: Ich wollte unbedingt Ostseeromantik an der Ostseeküste und einem Ostseecampingplatz in einem Ostseehafen mit Ostseemotiven.
Ich habe Ostseeromantik an der Ostseeküste und einem Ostseecampingplatz in einem Ostseehafen mit Ostseemotiven und einer OSTSEE-FISCHSUPPE!!
Heute war ich schon am Strand. Hab Wäsche gewaschen. Die Kanister aufgefüllt. Dabei ist mir aber ein Malheur passiert. Wer es wissen will fragt in den Kommentaren danach (dann weiß ich das du das alles auch gelesen hast ....).
Heute regnet es schon wieder. Aber ab Morgen soll es besser werden. Also hab ich noch einen Tag zusätzlich eingeschoben, damit auch alles trocknen kann. Und ich will nochmals so eine Fischsuppe Essen. Die war köstlich!Baca lagi

travel.fragmentsOweh ... I war mir sicher dass i des muaß, aber so flott nitta. Also während ich begann meine Daten zu sichten und die Fotos hielt ich es für eine gute Idee, dass ich mir ja wieder einen Tee machen könnte. Gesagt - Getan. Ich ließ Wasser in meinen Becher laufen. In dem Moment gab es beim Laptop eine Fehlermeldung. Ich mich also sofort darum gekümmert. .... Muss ich weiter erzählen? Inzwischen hängen neben Hose, Hoodie, Shirts, Unterhose auch drei Handtücher.
Regentag 🌧️
14 Mac, Jerman ⋅ ☁️ 5 °C
Ich denke der Titel sagt alles. Auch gestern Abend gab es kein wegkommen mehr. Es wurde sehr schnell stürmisch-dunkel. Heute Morgen hingegen wollte es nicht hell werden. Also begann ich meine Fotos und Videos zu sichten und sichern. Muss auch gemacht werden. Gegen zehn klarte es etwas auf.
30 Minuten später bin ich schon unterwegs. Doch die Freude währt nur kurz. Keine halbe Stunde unterwegs kommt mein Regenponcho drüber. Das wäre noch verkraftbar, aber es wird auch wieder dunkler und die Vögel sind extrem weit weg.
Generell ist mir aufgefallen, dass die meisten Vögel hier eine sehr große Fluchtdistanz haben. Kaum geh ich wo lang, schon flieht alles im Umkreis von 50 und mehr Metern. Das bringt mich also nicht weiter.
Ich beschließe mir einen Platz zu suchen, an dem ich mit Tarnponcho übergezogen warte.
Und tatsächlich nach etwa einer halben Stunde kommen die ersten Enten. Krickenten. Kaum gelandet erspähen sie mich und starten sofort wieder durch. Das passiert noch dreimal. Ich ducke mich noch mehr und achte darauf, dass der Hintergrund meine Tarnung unterstützt. Jawohl. Oder ... nein! Auch diesmal ist nur wenig Zeit für Aufnahmen.
Das geht so an die zwei Stunden. Inzwischen hat es auch angefangen zu regnen. Der Wind ist wieder böig und mir wird schön langsam kalt. Es soll wohl heute einfach nicht sein!
Um kurz vor zwei entschließe ich mich es sein zu lassen, habe ich doch noch eine gute Stunde Rückweg.
Auch die nächsten zwei Tage soll es noch regnen. Ich werde wohl Anklam verlassen und einen Tag früher gen Osten weiterziehen.Baca lagi
Kennenlernen
13 Mac, Jerman ⋅ 🌬 11 °C
Hatte eine durchwachsene Nacht. Der Wind ging ständig. Ab und an auch böig. Das waren die Momente an denen ich erwachte. Bin es wohl nicht gewohnt, dass sich mein Bett öfter bewegt als ich selber.
Quäle mich demnach um halb sechs in die Senkrechte. Suche wieder mal Dinge und mach mir eine kalte Mate. Kurz auf meine Karte gesehen: werde versuchen das Gebiet entlang dem ehemaligen Bahndamm zu erkunden. Mit meinem Klapprad. Mal schauen wie weit ich komme. Mal schauen ob ich das Glück habe einen der Seeadler zu beobachten.
Heute geht es mir primär darum mich zu orientieren und vielversprechende Plätze für die nächsten Tage zu finden. Warte daher ab, bis es hell genug ist und gehe dann um etwa 06:45 los.
Eine halbe Stunde später sehe ich die weit entfernte Silhouette eines großen Greifvogels auf einem Baum. Das wird doch nicht, das kann doch nicht!? Ich habe beschlossen von nun an einfach zu behaupten, dass ich einen Seeadler gesehen habe, denn was soll es denn sonst gewesen sein! Und wer würde mir widersprechen?
Ich radle jedenfalls weiter in freudiger Erwartung. Bis mir einfällt, dass es jetzt Zeit wird meiner Schwester zu ihrem ZWEITEN 28. Geburtstag zu gratulieren. Ihren ersten hatte sie ja am 13.03.1998.
Inzwischen bin ich beim ersten Aussichtsturm angekommen. Von dort aus will ich in den Bruchwald direkt gehen. Das Rad muss ich schieben. Fahrverbot. Doch weit komme ich nicht. Der Weg ist teilweise unter Wasser. Da brauche ich zumindest höhere Stiefel oder vielleicht sogar Gummistiefel.
Egal. Ich kann mich inzwischen orientieren. Das reicht mir erstmal. Zurück wähle ich einen anderen Weg. Der ist wesentlich länger und führt mich an einem anderen Bereich vorbei. Nun ja. Hier ist es ungleich schwieriger ein geeignetes Fotomotiv zu finden.
Um etwas nach elf bin ich wieder bei Pflaume und Silberbüchse.
Ich hau mich kurz aufs Ohr. Dann mach ich mir aus dem beim Bauern Gekauftem einen Eintopf á la Robert. Mir schmeckts. Das mit den Mengen hab ich immer noch nicht im Auge, denn ich machte wieder deutlich zu viel.
Gegen Abend hat zwar der Wind abgenommen, aber es sind einige bedrohlich erscheinende Wolken erschienen. Ich werde zwar nochmals losgehen, aber wenn der Wetterbericht nicht lügt setzt gegen 17:00 Uhr Regen ein. Und so wie es aussieht geht der bis übermorgen. hoffentlich nicht allzu intensiv, denn dann komme ich schon klar ....Baca lagi
Anklamer Stadtbruch
12 Mac, Jerman ⋅ 🌙 8 °C
KURZFASSUNG: Bin in Anklam angekommen. Am Stück.
LANGFASSUNG: Selber Schuld wenn du dir das antust .... 😁
Heute morgen war ich vor sechs wach. Hmm. Wenn ich ziemlich frühzeitig loskomme, dann schaffe ich es mitunter in einem Rutsch bis zum meinem ersten Reiseziel, dem Anklamer Stadtbruch!
Um wacher zu werden entschloss ich mich zu einem Spaziergang ins Dorf. Die kleine Kamera mit und los. Richtung Wartehäuschen. Unverhofft kommt mir ein junges Kätzchen entgegen getrippelt, schüttelt sich kurz und reibt sich an meinen Beinen. So weit so gut. Doch sie hört nicht auf damit. JEDER Versuch weiterzugehen wird von ihr unverzüglich damit unterbunden, dass sie mir zwischen die Beine hüpft und sich wieder an eines davon schmiegt. Nachdem alles Kraulen und Hochnehmen nichts daran änderte, dass sie sich nach dem Absetzen sofort wieder an mein Bein schmiegte, gab schließlich ich mein Vorhaben auf und setzte mich auf eine Treppe und widmete mich intensiv dem schnurrenden Fellknäuel.
Irgendwann hatte sie genug und begann sich zu putzen. Ich begann zusammen zu packen, um loszukommen. Ich war fast soweit, da stapfte der Landwirt vorbei und wollte ein Schwätzchen halten. Er betreibt seinen Biohof seit Mitte der 90er. Ist also sowas wie ein Pionier. Er erzählte von den schwierigen Zeiten Anfang der 2000er, als sie erkennen mussten, das ein Biohof gänzlich anders geführt werden muss, als ein konventioneller. Er stellte abermals sehr viel um bis es dann so lief, wie es jetzt läuft. Er schlachtet auch selber und auch Gemüse wird angebaut. Er ist - soweit möglich - völlig autark und der Hof trägt sich jetzt gut. Ich Kauf ihm noch etwas Gemüse ab und ein paar Würste und Schinken. Jetzt hab ich tatsächlich genug, um in Anklam dann einen prächtigen und reichhaltigen Eintopf zu kochen!
Inzwischen ist es aber kurz vor neun. Soviel zum Thema früher weg zu kommen. Ich tanke dann noch für 2,21. Ja - zweikommaeinundzwanzig!
Die nächsten Kilometer führen mich an Leipzig und Berlin vorbei, um dann Stettin rechts liegen zu lassen Richtung Nordost. Die Autobahn vor Leipzig bis kurz nach Berlin ist gelinde gesagt eine Katastrophe. Eine Holperpiste ohne Gleichen. Oder hatte nur ich Probleme? Entweder ich musste unter 90 fahren, oder schneller als 115. Denn dazwischen schaukelte sich das Fahrzeug stândig auf. Die meiste Zeit war es demnach unter 90. Und das heute, wo ich doch durchfahren wollte bis .... hmm ... Kamp heißt das Dorf.
Zu allem Übel durfte ich noch sehen wie ein Transporter vor mir in Rauch aufging und sich mühsam auf den nächsten Rastplatz kämpfte. Ich folgte, um im Bedarfsfall helfen zu können. Habe ja zwei Feuerlöscher an Bord, denn ich dachte an einen Fahrzeugbrand. Es roch übel und die Rauchwolke verzog sich nur langsam. Sicherheitshalber hatten wir die Motorhaube langsam geöffnet. Mit sehr viel Respekt. Es könnten einem Stichflammen entgegen schlagen. Kein Brand. Definitiv. Doch was dann? Mir war klar, dass ich hier keine große Hilfe mehr sein werde und empfahl mich.
Schon wieder Zeit verloren!
Da sowieso schon egal war, ob ich es noch heute schaffe entschied ich mich für einen Powernap auf einem Rastplatz. Wow - der hatte es in sich. Ich fühlte mich danach so erfrischt, dass ich es doch noch bis kurz vor fünf nach Kamp schaffte.
Allerdings lotste mich das Navi zunächst fast hinein in mein Verderben. Gut, dass ich noch zu denen gehöre, die neben dem Navi auch noch auf die bunten Piktogramme am Straßenrand achten. Denn das Piktogramm vor mir besagte ein Fahrverbot und fehlende Umkehrmöglichkeiten.
Da war es schon wieder angebracht: Hmmm!?
Bei Park4night stand doch irgendwas von einem Hafenmeister und dass man den Anrufen soll, wenn man angekommen ist. Das geht sicher auch, bevor man im Stadtbruch für immer als verschollen gilt. Oder? Ja - geht. Das Navi wollte mich doch glatt über die Alte Straße lotsen, die inzwischen teilweise überflutet ist. Soviel zu Google Maps.
Aber jetzt bin ich angekommen. So wirklich. Gut. Phantastisch. Ich freue mich sehr.Baca lagi
über Lindau hinaus ...
11–12 Mac, Jerman ⋅ 🌧 9 °C
Geplanter Abreisetermin: zwischen 08:00 und 09:00. So komme ich nicht in den Frühverkehr und auch rund um Nürnberg bin ich Abseits von Schichtwechsel und Feierabend verkehr.
Tatsächlicher Abreisetermin: 09:35. Grund: musste zweimal umdrehen. Was vergessen. Naja - bin mir sicher noch einiges vergessen zu haben. Die zwei Dinge jedoch sind mir nah genug eingefallen, als dass ich sagen konnte, dass es nicht mehr geht.
Erster Höhepunkt der Etappe: ich lasse Lindau hinter mir. Jetzt muss ich es nur noch bis Ulm schaffen und ein wichtiges Etappenziel ist erreicht! *(Auflösung warum das gerade so wichtig ist erst am Schluss)
Shit! Beinahe wäre ich an Ulm gescheitert. Im Baustellenbereich hat ein Transporter ein Stoppschild überfahren. Konnte gerade noch ausweichen - Bremsen wär sich nicht ausgegangen. Glück gehabt. Vor Allem, dass links neben mir keiner war.
Der Rest der Fahrt verlief relativ ruhig. Ein Lkw-Unfall sorgte für Stau. Rettungsgasse war vorbildlich. Der Lkw nicht mehr ganz so. Feuerwehr war mit 5 Fahrzeugen vor Ort. Also was gröberes ...
Ich stehe derzeit auf einem Biohof bei Laubersreuth. Kaum angekommen und den Stuhl hergerichtet zum Abendessen gießt es wie aus Kübeln. Nach zehn Minuten lässt es nach - dennoch nehme ich meine erste Mahlzeit auf Tour ungemütlich mit Jacke und Pullover und einigen Regentropfen im Freien ein.
*Auflösung:
In meiner näheren Umgebung meinte - hmmm Nennen wir ihn/sie/es unter Wahrung der Anonymität einfach Schnucki. Also Schnucki meinte ich würde spätestens rund um Lindau ausgeraubt werden. Mit viel Glück würde ich nicht in einem Erdloch verscharrt. Ich setzte dagegen, dass ich es jedenfalls bis Ulm schaffe - und wenn ich bis dahin kriechen müsste. Darum war es mir so wichtig jedenfalls bis nach Ulm zu kommen.
Erstes Ziel der Reise: CHECK ✅Baca lagi




















































Jeden Tag ein Neues Abenteuer 🙏😘💪🏻 [Dagmar]