• Rehabilitation - Part 1

    23 agosto, Germania ⋅ ☀️ 18 °C

    1. Vergangenheit

    Die Vergangenheit mal eben hinter sich zu lassen, oder gar emotional zu begraben, tut weh.

    Wir alle, sind ein Produkt unserer Vergangenheit..... das erklärt's wohl am Besten!

    Vergangenheit ist demzufolge allgegenwärtig..... auch genau jetzt!

    Schwingt wie die Gegenwart stets mit uns.....

    Sprüche wie "Schau nur nach vorne", oder "Lass die Vergangenheit hinter dir", sind sicherlich oft gut gemeint.....

    Aber dennoch kompletter Mumpitz und kaum umsetzbar.

    Zumindest, nicht einfach mal so nebenbei!

    2. Fortune

    Ein Reha Zentrum für Herzpatienten, ist natürlich nicht nur ein Ort der Genesung, sondern auch der Schicksale.

    Jedoch mit äußerst glücklicher Fügung.....

    Schließlich, haben wir alle hier unser "Ereignis" überlebt.

    Kaum ein Platz, bekräftigt meine Theorie von der stets mitschwingenden Vergangenheit wohl besser, als diese Einrichtung.....

    Wenn Patienten beispielsweise wehmütig davon erzählen, wie sie noch vor Kurzem mitten im Leben gestanden sind, Marathons gelaufen, oder einen hohen Berg bestiegen haben.

    Hilft aber alles nichts, denn das neue Leben, knüpft eben nicht nahtlos an das vergangene an.

    Es startet in vielen Bereichen quasi bei Null..... Reset!

    Und lässt keinen Raum für Alltags Dogmatismus.....

    Ein positives Mindset ist wie immer das Wichtigste, Geduld und Zufriedenheit über kleinste Fortschritte ebenso.

    Das ich mit Jessi nicht nur meinen Lieblingsmenschen, sondern auch den besten Freund an der Seite habe, ist vor allem derzeit unschätzbar wertvoll.....

    Und on Top, noch Jitka meinen Schutzengel!

    Bin ich nicht ein riesiger Glückspilz?!

    Heilung braucht Zeit - besonders die mentale..... soviel steht fest!

    Vertrauen, vor allem in die eigenen Fähigkeiten, muß erst wieder wachsen.

    Aber keine Sorge, ich krieg das hin!

    Weil ich's unbedingt hinkriegen will!

    Schließlich, schulde ich meinem Leben noch Zeit und.....

    Würde natürlich gerne herausfinden, warum mir soviel Fortune zuteil wurde.

    3. Freundschaft

    Wie lässt sich wahre Freundschaft definieren?Vielleicht ja so!

    Vorgeschobene Gründe gibt es nicht, von Ausreden ganz zu schweigen.

    Ehrliches Interesse, Empathie und Hilfsbereitschaft, treten an Stelle von Gleichgültigkeit.

    Sich Zeit für den anderen zu nehmen, einfach da zu sein, wird zur Herzensangelegenheit..... auch über Entfernungen hinweg.

    Gegenseitige Unterstützung wird selbstverständlich und selbige, schickt keine Kosten / Nutzen Gleichung voraus!

    Lieber Brian, danke vielmals das du von York nach London gereist bist, eine Nacht auf dem Flughafen Stansted verbracht hast und nach Baden-Baden geflogen bist.....

    Um mich in Bad Herrenalb zu besuchen!

    Noch eindrücklicher, lässt sich Freundschaft nicht beweisen.....

    4. Die erste Woche

    Da, bin ich ja bereits seit Freitag letzter Woche..... angekommen jedoch, erst seit wenigen Tagen.

    Es hat gedauert, sich auf diesen durchgetakteten Reha Rhythmus einzustellen.

    Auch auf die ungewohnt vielen Menschen, die den ganzen Tag um einen herumschwirren.

    Wer bei Rehabilitation an einen Wellness Urlaub denkt, wird schnell eines Besseren belehrt.

    Die Tage sind militärisch straff durchgeplant - von 07. 30 Uhr bis 17.30 Uhr.

    Es braucht schon Zeit bis klar ist, welches der zahlreichen Angebote sinnvoll sein könnte, welcher Vortrag keinen Mehrwert generiert und somit ausfällt etc.....

    Aber ganz genau so, entsteht selbstbestimmte Zeit und selbige, ist überaus wertvoll.

    Seit Mittwoch, habe ich meine offizielle Freigabe für's Gym.....

    Darf endlich wieder trainieren - immer, wenn Zeit und Lust vorhanden ist.

    Also täglich - ich freue mich wie Bolle!

    Natürlich mit homöopathischen Gewichten aber hey..... Muskelkater gibt's trotzdem!

    Ein ganz wunderbarer "Schmerz", der so richtig zufrieden macht!

    Mit dem Laufen, klappt's ebenfalls täglich besser.....

    An meinem Entlassungstag aus dem Klinikum Karlsruhe vor vier Wochen, hatte ich kaum Kraft die wenigen hundert Meter zum Parkhaus zu laufen.

    Und gestern, standen bereits ohne Erschöpfung zwölf Kilometer auf dem Tacho..... was für ein Fortschritt!

    Der erste Check up vom implantierten Defibrillator war ohne Auffälligkeiten und die Ultraschall Untersuchung beim Kardiologen, brachte das nächste kleine "Wunder" hervor.

    Aufgrund der zwei Herzstillstände, ging selbiger von einer hochgradigen Schädigung aus.

    Jedoch, der bei mir gemessene EF Wert ( Pumpleistung der linken Herzkammer pro Herzschlag in den Körper ) von 48%, zeigt annähernd die Leistung eines gesunden Herzens, die ab 55% beziffert wird.

    Also, tatsächlich nur eine leichte Beeinträchtigung.

    Körper & Seele jedenfalls heilen und die Medikamente, schlagen an.....

    Ein ganz wunderbares, in der kurzen Zeit völlig unerwartetes Ergebnis.

    In diesem Zusammenhang, wieder mal ein herzliches Merci an meine Schutzengel.

    Mutmaßlich, müssen das wohl mehrere sein!

    Und wie Jitka kürzlich so treffend bemerkte.....

    "Man sollte niemals aufhören an Wunder zu glauben!“
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