Poland
Przełęcz pod Kopistą

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1 travelers at this place

  • Day10

    Auf Gerhart Hauptmanns Spuren

    August 27, 2020 in Poland ⋅ ☁️ 16 °C

    Heute hab ich sowohl meine Schuhsohlen als auch das Profil der Hummelbeine geschont. Grad mal 60 km sind wir um den Berg rumgefahren, durch Harrachov, wo ich seinerzeit die Jahrtausendwende verbracht hatte, auf einer wunderbar sich schlängelnden gut asphaltierten Motorradstrecke - und ZACK war ich auch schon in Polen. An der Schreiberhau vorbei, einer ehemaligen Künstlerkommune, in der auch Gerhart Hauptmann mit seinem Bruder Carl Zeiten zugebracht hat - von Carl stammt übrigens das immer noch populäre Rübezahlbuch - Richtung Jelenia Gora, ehemals Hirschberg.
    Also lassen wir uns ins Hirschberger Tal rollen, das laut Reiseführer durch seine Fülle an Schlössern und Herrenhäusern besticht und von den Romantikern das Schlesische Elysium genannt wurde.
    Es verdichten sich auf dieser Reise mehr und mehr Kultur und Geschichte, bis 1945 deutsche, danach polnische und tschechische. Allein die doppelten Ortsnamen lassen in mir das Bewusstsein immer wacher werden, auf welch geschichtsträchtigem Boden ich mich hier bewege.
    So fremd klangen in mir die Wörter Schlesien, Sudetenland, Pommern, und das Schicksal von Vertriebenen aus diesen Zeiten kommt mir erst jetzt nahe. Jetzt, wo ich durch die Ansiedlungen schlendere, die so vertraut anmuten, könnten auch im Schwarzwald sein. Obwohl? Nein, 2020 nicht mehr. Da haben OBI und Konsorten ihr gleichmacherisches Werk schon vollbracht.
    Hier sind die alten Häuser meist noch so wie früher, natürlich auch wegen der Touristen, aber sie schaffen es, der Peinlichkeit der Puppenstubenatmosphäre zu entrinnen. Es folgen noch Bilder. Versprochen.

    Und Gerhart Hauptmann? Weil der sich hier in Agnetendorf/Jagniatkow seine Traumvilla hat bauen lassen, genieße ich wiederum einen weiteren booking.com-Glücksgriff, nämlich die Willa Agnietzka. Angeblich ein 2-Sternehotel. Lächerlich. Ich kenne 5*****Unterkünfte, die dem hier nicht das Wasser reichen können. Wenn es euch mal hierher ziehen solltet, hier werdet ihr euch wohl fühlen. 2**?? Ein Witz!

    Ach, der Gerhart Hauptmann: in seine Geschichte tauche ich im Moment so richtig ein über das hochgelobte Buch "Wiesenstein" von Hans Pleschinski. Eine treffende Rezension findet sich hier: https://m.tagesspiegel.de/kultur/hans-pleschinskis-roman-wiesenstein-aus-einer-versunkenen-welt/21083692.html?utm_referrer=https://www.google.com/

    Ich höre es (als Hörbuch) und bin mittendrin! Die Orte werden zum Greifen nah und damit auch die Figuren, die sich darin bewegen. Und die Zeit. Februar 1945. Die letzten Lebensmonate des Gerhart Hauptmann. Hier, in Agnetendorf.

    Und das Grauen dieser Zeit. Nicht so weit weg von einer sich durchlavierenden Schriftstellerexistenz. Morgen dazu mehr.
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  • Day11

    Hirschberg und Tal 1

    August 28, 2020 in Poland ⋅ ☀️ 21 °C

    Zunächst mal den Aufenthalt um 2 Tage verlängert. Dieses Haus ist ideal als Ausgangspunkt für alle möglichen weiteren Ausflüge. Lage, Zimmer, Leute, Essen, alles prima. Für 26 Euro mit Frühstück.

  • Day12

    Hirschberger Tal 2

    August 29, 2020 in Poland ⋅ ☁️ 15 °C

    Blick aus meinem aktuellen Übernachtungsort in Agnetendorf/ Jagniatkow, nachdem ich von Tschechien nach Polen übergesiedelt bin und die dortigen Coronamaßnahme begutachtet hab (Bänke). Da kommen wir wohl um einen Bußgeldbescheid nicht herum, liebe Polen!
    Dann gestern ein Besuch in Jelenia Gora mit lauter lustigen Gestalten. Schlesien hat was. Eine feine Gegend ist das hier. Und soo viel Geschichte! Kaum zum Aushalten!
    Ob das mit dem Rübezahl allerdings noch was wird? Der jedenfalls wäre von diesem Frühstück auch noch satt geworden.

    Hirschberg/Jelenia Gora war lange DIE Hochburg der Tuchmacher in Europa, nachdem ein wandernder Handwerksgeselle die Technik für die Herstellung von Leinwand und dünnen Schleiern aus Holland mitgebracht hatte. Der Tuchhandel machte die Stadt zu einer der reichsten in Schlesien. Bis dann die Übernahme der Macht durch Preußen und die Industrialisierung als Katastrophen über Schlesien hereinbrachen und die Leinweber brotlos und dann zu Lohnsklaven in der Papier- und Zementherstellung machten.

    Bereits Mitte des 19. Jh. begann der Tourismus hier im Tal und auch die Stadt entwickelte sich zu einem beliebten Ausflugsort. Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Stadt, wie überhaupt ganz Schlesien, Teil Polens, die deutsche Bevölkerung musste das Land verlassen, und neue Bewohner, zumeist aus Ostpolen, leben seitdem hier.
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  • Day12

    Wiesenstein - das Haus

    August 29, 2020 in Poland ⋅ ☁️ 19 °C

    Heute endlich war es dann soweit: mit dem schon erwähnten Roman "Wiesenstein" im Ohr, leckerem Frühstück im Bauch, neuen Laufsandalen an den Füßen und Neugier im Geist mache ich mich auf den Weg. Die langgezogene Ortsdurchfahrt von Jagniatkow (klar, in den engen Tälern des Riesengebirges gibt es nur Straßendörfer) steigt stetig an - fast hatte ich gehofft, es könnte heute auch mal ohne Wadentraining gehen🤭...- und dann schließlich steht es da, das Haus Wiesenstein. In einem kleinen aber feinen Park, der mit großen moosüberzogenen Granitblöcken durchsetzt ist.
    Entworfen hat es Hauptmann selbst und auch den Bau mit begleitet. In nur 1 Jahr wurde es ca. 1902 erbaut und war von da an sein Hauptwohnsitz. Leisten konnte er es sich von den mittlerweile üppigen Einnahmen durch seine schriftstellerische Tätigkeit. Den Nobelpreis für Literatur bekam er 1912.
    Bis zu seinem Tode im Juni 1946 hat er dort mit seiner zweiten Frau Margarete gelebt und gewirkt. Die beiden schufen dort eine Art kulturelles und gesellschaftliches Zentrum, in dem sich viele illustre Persönlichkeiten zu Konzerten und Lesungen trafen. Auch Nazis verkehrten dort. Über seine Rolle im 3. Reich werd ich nicht so ganz schlau - dem Roman von Pleschinski zufolge lavierte er sich so durch.
    Besonders sehenswert ist der Paradiesraum, das Empfangszimmer, dessen Wände zu seinem 60. Geburtstag komplett bemalt wurden. S. Fotos
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  • Day12

    Wiesenstein - G. H.

    August 29, 2020 in Poland ⋅ 🌧 14 °C

    Dass ich mal so tief in die Welt des G. H. eintauchen würde... das war nicht geplant. Angefangen hat es mit einer Kurzdoku auf BR2, in der über sein Domizil auf Rügen berichtet wurde. Dann kam irgendwie die Info über seine schlesische Herkunft und so weiter... Interessante Vita, interessantes Kulturgut, und das alles vor Ort in mir aufzunehmen ist eine Erfahrung mit allen Sinnen. Für heute reicht es dann aber auch🤓.

    Und morgen widme ich mich wieder der weiteren Erkundung der Gegend. Geplant ist das: https://findpenguins.com/67our7udf5jqw/footprint/5e2a0d55cc3da3-61494108

    Bei Regen oder Schnee laufe ich in meinem neuen Regenoutfit zur Burg Kynast.
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  • Day13

    Einmal Schneekoppe und zurück

    August 30, 2020 in Poland ⋅ 🌧 16 °C

    Man ahnt es schon - heute regnete es nicht nur nachts😒. Vormittags jedoch noch nicht. Also los! Pec pod Sněžkou alias Petzer in Tschechien ins Navi, kurvenreiche Strecke, und ab geht's zur Schneekoppe. 1600 Meter ist sie hoch, heute liegt der Gipfel in den Wolken, also streiche ich mein Vorhaben mit der Seilbahn auf denselbigen zu pilgern.
    Kurzer Stopp in Karpacs alias Krummhübel mit seinem Touristengetümmel, nicht lange, denn die Menschenmassen passen nicht zu meinen Gedankenkreisen. Aber dort findet meine Aufmerksamkeit doch ein Objekt: das sprechende Clohäuschen. S. Video🤣🤣🤣

    Wikipedia weiß über diesen Ort:
    Krummhübel war vor Ende des 19. Jahrhunderts ein Hauptsitz professioneller Sammler von Arzneikräutern, die der geschlossenen Gilde der Laboranten oder Landapotheker angehörten. Sie bildeten Lehrlinge aus, die nach fünfjähriger Lehrzeit das Recht erwarben, nach ärztlichen Vorgaben Arzneimittel zuzubereiten. Sie verkauften die Heilmittel aber auch auf Märkten und ins Ausland. Um 1840 hatte die Gilde in Krummhübel 18 Mitglieder und im Gebirge 27. Die Zunft war durch zwei Prager Studenten der Medizin entstanden, die um 1700 hierher geflohen waren, um sich einem Duell zu entziehen.[2][3]

    Und jetzt einen Pass genommen, den Okraj Pass im Nebel rumpelig bezwungen, ein Verkehrsknotenpunkt mit Wanderwegen in alle Richtungen und etlichen jungen Leuten, die Schusters Rappen zäumen. Ein Ort zum Wiederkommen, zum Wandern.
    Heute aber weiter - eine heiße Schokolade auf der Schneekoppe wartet schon. Und eine neue Lernerfahrung. S. nächster Eintrag!
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  • Day13

    Schokolade trinkt man anders...

    August 30, 2020 in Poland ⋅ 🌧 16 °C

    Reisen bildet! Dass heiße Schokolade sooo zubereitet, hab ich auch noch nicht gewusst:
    Man nehme einen nicht zu kleinen Quader Schokolade am Stiel und eine Tasse heißer Milch. Dann tauche man, gaanz brutal, den Quader in die Milch. Nach einer Weile prüfe man die Veränderung der Viskosität des Quaders und verrühre die braune Schlonze in der Milch. Fertig!
    Auch fein.

    Auf den zerrissenen Hals an Bier 🤢von der Speisekarte verzichte ich heute und esse lieber eine leckere Pilzsuppe🤗
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Przełęcz pod Kopistą, Przelecz pod Kopista