• Felsen. Meer. Matratze. Läuft.

    September 29 in Egypt ⛅ 34 °C

    Am nächsten Morgen sehen wir dann auch, wo wir eigentlich gelandet sind.

    RockSea ist ein kleines Hippie-Camp, das sich zwischen den kargen Bergen des Sinai und dem Roten Meer an die felsige Küste schmiegt. Alles ist trocken, hellbraun bis rostbraun und ein bisschen improvisiert. Vieles ist einfach, manches ziemlich zusammengebastelt. Es hat etwas angenehm Unfertiges.

    Statt akkurat aufgereihter Sonnenliegen und durchgekämmtem Sandstrand gibt es hier Felsen, Korallen, ein paar Hängematten und überall kleine Ecken mit Matratzen und Kissen, in denen Menschen liegen, lesen, Tee trinken oder mit großer Hingabe gar nichts tun.

    Die paar Hütten aus Bambus und Stroh dienen hauptsächlich zum Schlafen. Auch unsere ist sehr übersichtlich ausgestattet: eine Strohmatratze auf dem Boden, darüber ein Moskitonetz, ein Dach aus Palmblättern über dem Kopf – das Ganze auf ungefähr fünf Quadratmetern. Und das rote Meer mit hauseigenem Korallenriff praktisch vor der Tür.

    Der Strom kommt von der Sonne, nachts wird es dunkel – richtig dunkel – und spätestens nach ein paar Stunden stellt sich die Frage, warum man zu Hause eigentlich so viele Dinge besitzt.

    RockSea ist kein Ort, an dem man besonders viel macht.

    Man ist einfach da.

    Und das funktioniert erstaunlich gut.

    Und dann stellen wir fest: Wir sind offenbar die einzigen Nicht-Israelis im ganzen Camp.

    Damit sind wir nicht nur in der Wüste gelandet, sondern irgendwie auch versehentlich in Israel. Nur eben in Ägypten – und deutlich friedlicher.
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