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  • Day24

    Abreisetag - Rückflug nach CH

    June 22 in Spain ⋅ ⛅ 18 °C

    Abreisetag. Wir schlenderten noch einmal durch Santiago, besuchten den wunderschönen Alameda-Park und kehren zum letzen Mal in unserem Lieblings-Café Marie Miner ein.
    Vorher hatten wir mit unserem Host im Air-BnB vereinbart, dass wir unser Gepäck bis zur Abreise einstellen können. So konnten wir uns noch ballastfrei in Santiago bewegen.
    Im Laufe des Nachmittags kehrten wir wiederum in unser AirBnB zurück, um das Gepäck zu holen.
    Ich musste noch das WC aufsuchen, zog aber aus Bequemlichkeit meine Schuhe nicht aus, wie es "vorgeschrieben" war, da niemand zugegen war. Dummerweise kam unser Host gerade in dem Moment zurück, als ich in der Küche - beschuht - noch am Wassertrinken war. Vorwurfsvoll wies er mich darauf hin, dass ich mit Schuhen die Wohnung nicht betreten dürfe. Ertappt! Ich holte das Versäumte unverzüglich nach, worauf er ganz aufgeregt mit einem Swiffer den Boden "reinigte", weil der Einzug der nächsten Gäste unmittelbar bevorstand. Seine ursprünglich sehr zugewandte und freundliche Stimmung war plötzlich verschwunden. Ebenso nervös fragte er mich, mit seinem Swiffer in der Hand, noch, ob ich mit den Schuhen im WC war, was ich, um seine Stimmung nicht noch mehr abstürzen zu lassen, verneinte. So konnte er aufatmen, während ich mich mit meiner Notlüge auseinandersetzen musste.
    Unser Riesengepäck liess in uns den Wunsch wachsen, statt des Buses ein Taxi zum Flughafen zu nehmen, was wir schliesslich auch taten. Eine gute Entscheidung!
    Entspannt konnten wir gegen 18 Uhr unseren Direktflug nach Zürich besteigen.
    Kurz nach 20 Uhr landeten wir in Zürich, müde zwar, aber reich erfüllt mit vielen unvergesslichen Erlebnissen.
    In der Ankunft wurden wir von unseren Lieben herzlichst empfangen, was uns natürlich als krönender Abschluss riesig gefreut hat.
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  • Day23

    Ausflug Muxia - Finisterre

    June 21 in Spain ⋅ 🌧 17 °C

    Am Morgen standen wir beizeiten auf und assen ein kleines Frühstück in der AirB&B-Wohnung. Anschliessend begaben wir uns zur nahegelegenen Bushaltestelle des Buses, der zum Flughafen führt. Samuel sagte uns, der Bus fahre direkt zum Flughafen, was jedoch nicht der Fall war. Er hielt an jeder Haltestelle an. So dauerte die Fahrt nicht gut eine Viertelstunde, sondern eine Dreiviertelstunde.
    Auf dem Flughafen riefen wir die Autovermietung Leasys an, die uns rund 10 Minuten später bereits abholte. Die Mietformalitäten waren schnell erledigt, wurden allerdings verzögert, da die Angestellte uns mehrmals die Vorzüge einer vollumfassenden Versicherung darlegte. Nachdem ich ihr mehrmals versichert hatte, wie hätten diese Risiken bereits abgedeckt, gab sie dann endlich Ruhe.
    Kurze Zeit später nahmen wir ein süsses ferrarirotes "Tschinggenruckseckli" in Empfang, das erst 2000 km auf dem "Buckel" hatte. Claudia hatte grosse Freude am Glasdach.
    Bei wechselhaftem Wetter fuhren wir in rund einer Stunde nach Muxia, wo wir schnurstracks ein Café aufsuchten. Nachher liefen wir zum Kloster beim Leuchtturm hinaus. Wie immer war das eine sehr eindrückliche Angelegenheit. Die urchige Felsenlandschaft mit abgerundeten riesigen Felsen, die Brandung des Meeres und ein feiner Sprayregen schufen eine beeindruckende Stimmung.
    Claudia kaufte an einem Stand, der von einer Frau aus der Gegend betreut wurde, ein schönes Armbändchen mit einem funkelnden Stein. Alsbald kehrten wir zum Auto zurück und fuhren weiter nach Finisterre. Unterwegs begann es wie aus Kübeln zu regnen. Doch kurz vor Finisterre hörte der Regen glücklicherweise wieder auf, und so konnten wir trocken zum äussersten Felsen am Meer laufen, wo sich schon viele Leute eingefunden hatten. Nachdem wir uns dort auch ausgiebig umgesehen hatten, gingen wir noch in ein Café, das in ein Gebäude vor dem Leuchtturm integriert war.
    Bald war es dann an der Zeit, ans Zurückfahren zu denken, hatten wir doch unsere Ankunft auf 19 Uhr festgesetzt, da wir noch mit den zwei Südafrikanerinnen Coleen und Reinette zum Abendessen im Mercado Galiciana abgemacht hatten.
    Claudia klagte über kalte Füsse, da es doch stark abgekühlt hatte und sie ohne Socken mit Sandalen unterwegs war. So beschloss sie, zuerst ins AirB&B zurückzukehren und ich ging zwischenzeitlich ins Mercado, wo Coleen und Reinette bereits auf uns warteten. Nachdem wir eine Weile geplaudert hatten, stiess Claudia auch noch dazu.
    Mit den beiden verbrachten wir einen lustigen Abend. Zum Abschluss liefen wir noch zur Kathedrale, wo zu nächtlicher Stunde hinter einer Säule die Beleuchtung eine Pilgerfigur als Schatten an die Wand wirft.
    Spät in der Nacht kehrten wir wieder in unser AirB&B zurück.
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  • Day22

    ganzer Tag in Santiago

    June 20 in Spain ⋅ ☁️ 14 °C

    20. Juni 2022 in Santiago
    Das Wetter war uns nicht allzu wohlgesinnt, es war regnerisch und ordentlich frisch, so um die 15°, ein enormer Unterschied zu den aktuellen Temperaturen in der Schweiz, resp in Zürich (35°) Dennoch freuten Kathy und ich uns auf die heute angesagte Shoppingtour. Genau wie in Pontevedra gibt es hier in Santiago viele kleine, doch recht schick eingerichtete Boutiques, welche wir besuchen wollten. Claude bevorzugte natürlich stattdessen einen weiteren Rundgang durch den sehr schönen Park Alameda. Vorerst galt es aber für Kathy einen Koffer zu besorgen, denn für sie wird die Reise weitergehen, und der Gepäcktransport per Correos ist nicht mehr möglich. So bevorzugte sie einen Rollkoffer anstelle des grossen Rucksackes. Tatsache war auch, dass wir ab diesem Tag keine Pilger/Pilgerinnen mehr waren. Entsprechend feierlich entfernten wir unsere Muschel vom Tagesrucksack. Am späteren Nachmittag plante Kathy mit dem Bus nach Porto zurückkehren, wo sie dann zwei Tage später Reinette und Coleen treffen würde. An diesem Abend also mussten wir Abschied voneinander nehmen. Erstaunlich, wie wir in den vergangenen drei Wochen zusammengewachsen waren. Wir sind uns alle drei einig, dass wir einander ganz bestimmt fehlen werden. Wer hätte das gedacht bei unserer ersten Begegnung!
    Es war geplant, dass wir beide mit dem neu erstandenen Koffer in das Hotel gehen würden zum Packen und Auschecken. Das Gepäck wollten wir dann in unserer Unterkunft deponieren, weil diese sich auf dem Weg zum Busbahnhof befand. Wir hatten mit Claude und den beiden Africangirls, Reinette und Coleen, welche inzwischen auch in Santiago angekommen waren, um 15 Uhr zum Lunch abgemacht.
    Im Restaurant angekommen mussten wir doch eine geraume Zeit warten, bis wir bestellen konnten. Am Tisch nebenan wurde gerade eine köstlich duftende Paella mit schwarzem Reis verspeist. Genau das wollten wir unbedingt auch haben, nachdem uns diese Leute etwas davon zum Probieren gegeben hatten. Gesagt getan aber eben, nach gefühlten 30‘ kam der Kellner an unseren Tisch und verkündete, dass die Küche geschlossen werde und wir lediglich Sandwiches haben könnten!! Das war wirklich ärgerlich.
    Kathy und ich bestellten dann halt als kleines Trösterli Pulpo-Käse-Sandwiches, welche wirklich sehr lecker waren und selbstverständlich das obligate Glas Weisswein dazu. Claude natürlich nicht, denn wie allgemein bekannt sind ihm Meeresfrüchte jeglicher Art ein Gräuel.
    Kurzerhand beschlossen wir dann alle zusammen, Kathy an den Busbahnhof zu begleiten. Ohne Probleme dort angekommen, kam dann doch eine gewisse Hektik auf. Kathy wollte sich noch mit Proviant eindecken, und zu guter Letzt geht so ein Abschied nicht ohne Fotoshooting. Ich stand jedenfalls plötzlich mit Kathys Gepäck alleine vor dem Bus. Nach einer Weile kam Kathy wieder und der Chauffeur erklärte ihr, dass sie kein Essen mit in den Bus nehmen könne, worauf Reinette ihr riet, ihre Sachen einfach in den Bus zu schmuggeln! Fotos machen, Abschied nehmen – es ging doch nicht ohne Tränen, nochmals etwas aus dem grossen Gepäck herausholen, das nicht in den Innenraum des Busses durfte – also die grosse Aufregung war komplett. Dann Gewinke mit Herzchen etc. und der Bus setzte sich in Bewegung und fuhr los. Nach ein paar Sekunden – der Bus war bereits weg – ein Schrei von Reinette: Ihr Handy war verschwunden. Nun breitete sich grosse Panik aus. Zwei von uns gingen zurück zur Toilette, eine rannte die Rolltreppe hinauf, Claude rannte dem Bus hinterher. Inzwischen war Reinette überzeugt, Kathy habe versehentlich ihr Handy eingepackt. Da kam tatsächlich ein Anruf von Kathy an Claude! Vermutlich ein weiterer Schrei im Bus. Aber der Chauffeur hielt tatsächlich ca. 50m weiter vorne an. Er war bereits auf der verkehrsreichen Strasse, stieg selber aus dem Bus und kam Claude mit Reinettes Handy entgegen. Das nenne ich eine vorbildliche Dienstfertigkeit. Alle waren natürlich erleichtert; wenn vorhanden, hätten wir wahrscheinlich alle einen Schnaps verdient auf diese Aufregung hin.
    Zurück in der Innenstadt genehmigten wir vier uns einen Cafe con Leche. Dabei zeigten uns die beiden Ladies – sie sind seit geraumer Zeit verheiratet – auf Fotos ihr Haus direkt an der Costa Blanca, wo sie von Kapstadt ausgewandert waren. Ihre Einladung an uns sei keine leicht dahingeredete „Ferieneinladung“, sondern vielmehr ernst gemeint. Mit Freude würden sie uns in ihrem Hause begrüssen. Ihre Wohnung sieht vielversprechend aus und scheint sehr gross zu sein.
    Der Austausch mit ihnen beiden war sehr schön, und so verabreden wir uns für das Abendessen am nächsten Tag.
    Ein weiterer erlebnisreicher Tag neigte sich seinem Ende zu. Auch an diesem Tag staunten wir wieder über die Intensität der Gespräche und die Offenheit der Menschen, denen wir begegneten. Auch das war eine grosse Bereicherung auf unserer Reise. Dazu kam, dass das Englischsprechen von Tag zu Tag leichter vonstatten ging. Es kam sogar vor, dass Claude und ich zusammen auch englisch sprachen oder wir beide englisch dachten. Ein willkommener Nebeneffekt für uns.
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  • Day21

    ganzer Tag in Santiago

    June 19 in Spain ⋅ 🌧 13 °C

    Am Morgen mussten wir uns zeitig bereit machen um zu packen, da wir nur eine Nacht in diesem Hotel bleiben konnten. Da Kathy zwei Nächte blieb, konnten wir unser Gepäck in ihrem Zimmer einstellen.
    Zuerst gönnten wir uns ein feines Frühstück im superschön designten Café Marie Miner in der Hauptgasse von Santiagos Altstadt. Wir bestellten uns feine Croissants, feinen Orangensaft und Kaffee (ich einen legendären Café Bombon - unten gesüsste Kondensmilch und oben Espresso-Kaffee).
    Anschliessend gingen wir gemeinsam die Kathedrale besuchen. Dort stand schon eine riesige Schlange vor der Kirche, die darauf wartete, die Pilgermesse zu besuchen.
    Später holten wir noch unsere Rucksäcke in Kathies Zimmer ab, um sie ins AirB&B zu bringen. Da unsere Rucksäcke sich tonnenschwer anfühlten, gönnten wir uns eine gut 5-minütige Taxifahrt ins AirB&B. Dort begrüssten uns die Hosts Samuel und Montse sehr herzlich.
    Nachdem wir uns eingerichtet und einen feinen Capucchino getrunken hatten, begaben wir uns ins Tattoo-Studio von Dr. Mortiis in Santiago, um dort Kathy zu treffen. Wir waren ein bisschen später dran, so dass Kathy bereits mit ihren Tattoos fertig war. Sie hatte sich eine Muschel auf die Wade und einen gelben Pfeil auf den Fuss tätowieren lassen.
    Dr. Mortiis war ein bäriger Tattoo-Stecher, der mit einem riesigen Bild auf dem Rücken und einer gespaltenen Zunge "geschmückt" war. Er soll schon über 20 Jahre im Geschäft sein.
    Anschliessend begaben wir und wieder in die Altstadt und besuchten die beeindruckende Kathedrale.
    Zum Abendessen gingen wir ins Mercado Galiciana, einem trendigen Restaurant in einer riesigen Markthalle, wo die verschiedenen Küchen bzw. Restaurants am Rande ihre spezifischen Menus zubereiteten.
    Es wurde ein lustiger Abend, bis wir dann schliesslich satt und zufrieden nach Hause gingen.
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  • Day20

    Teo - Ankunft in Santiago de Compostela

    June 18 in Spain ⋅ ☁️ 21 °C

    18 06 2022 Von Teo nach Santiago de Compostela
    16,82 km heisst für Claudia 24'741 Schritte
    Wir verbrachten eine Nacht in einem altehrwürdigen Parada de Francos, mit einem wunderbar grosszügigen Zimmer mit Terrasse unmittelbar am Camino, wo wir auch fürstlich dinierten. Entsprechend war natürlich auch die Rechnung. Aber auch als Pilger/Pilgerin soll man sich hin und wieder etwas Feines gönnen.
    Leider wurde die Freude darüber nach dem Essen rapide getrübt, als wir über einen Billiardfreund von Claude vernommen hatten, dass Hansruedi vermisst wird. Wir konnten es kaum glauben, denn vor knapp einer Woche haben sie beide noch zusammen telefoniert. Diese traurige Nachricht hat uns den ganzen Tag begleitet.
    Zum Frühstück ist Kathy zu uns gestossen . Wir hatten keine Eile, denn so konnten wir auf elegante Weise dem grossen Pilgerstrom etwas ausweichen, auch dank den etwas kühleren Temperaturen. Diese letzte Etappe vor Santiago wollten wir einfach noch voll und ganz geniessen. Je näher wir dem Ziel kamen, desto mehr kamen auch eine gewisse Melancholie und zugleich auch Freude auf. Täglich auf dem Camino unterwegs zu sein hat einfach einen besonderen Esprit. Besonders nach einer Weile, wenn sich Körper, Geist und Seele dem Pilgern angepasst haben, dann, wenn das Gefühl entsteht, immer weiter laufen zu können, ohne Schmerzen und Blasen etc., spätestens dann braucht es einen besonderen Effort, den Camino für den Moment abzuschließen .
    So sind wir gegen den späteren Nachmittag in Santiago angekommen, glücklich und zufrieden, natürlich auch stolz. Immerhin haben wir ca. 280km zurückgelegt. Das Ankommen-Ritual auf dem Platz vor der Kathedrale musste natürlich zelebriert werden, mit Fotos, Selfies, und anderen Ausdrucksweisen der Freude. Es gibt hier nur glückliche Menschen, denn der Camino ermöglicht vielen, sich von belastenden Erfahrungen und schmerzvollen Erinnerungen zu befreien, sie loszulassen. Manche geben dem lautstark Ausdruck, für meine/unsere Begriffe oft etwas übertrieben, sodass, wüsste man es nicht anders, man sich eher in einem Fussballstadium denn auf dem Platz vor der Kathedrale von Santiago wähnen würde. Man verzeihe mir diese Bewertung! Für uns drei war klar, wir zelebrieren unsere Ankunft, indem wir mit unseren Muscheln darauf anstossen. Eine wunderbare Idee von Kathy. So sind wir nach dem Einchecken im Hotel in den wunderschönen Park Alameda gegangen, Claude besorgte eine feine Flasche Wein, und wir freuten uns gemeinsam und erinnerten uns an viele schöne Caminoereignisse. Siehe Fotos.
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  • Day19

    Pontecesures - Teo

    June 17 in Spain ⋅ ☁️ 24 °C

    Nachdem wir unser Albergue in Pontecesures verlassen hatten, überquerten wir die Brücke Richtung Padron. Linkerhand erblickten wir die Rauchschwaden eines absolut hässlichen Industrie-Konglomerates, welches schon am Vorabend die ganze Gegend zu verqualmen schien.
    Ennet der Brücke fanden wir ein hübsches Café vor, wo wir uns zuerst mal kurz stärkten für den kommenden Tag. Wir hatten mit Kathy, die in Padron übernachtet hatte, abgemacht, dass wir uns bei ihr im Hotel melden und anschliessend gemeinsam frühstücken würden.
    Plötzlich sprang Claudia wie von der Tarantel gestochen auf und rannte mit rudernden Armen unter Freudengeheul auf die Querstrasse zu, da sie die zwei deutschen Conny-Mädels erblickt hatte, die gerade daran waren vorbei zu laufen. Nach einer ausgiebigen Begrüssungszeremonie liefen wir mit Kathie weiter und schauten uns dann das Zentrum des kleinen Städtchens Padron an, welches sehr lebhaft war. Kathie hatte aus ihrem Führer eine Caféempfehlung auf Lager, welches sie unbedingt besuchen wollte. So suchten wir es dann auch auf. Dort trafen wir wieder mal auf zwei Schweizerdeutsch sprechende Schwestern, Daniela und Angela, die aus dem Rheintal stammten. Mit ihnen unterhielten wir uns über unsere jeweiligen Caminos und lustigerweise stellte es sich heraus, dass wir just am gleichen Tag wieder in die Schweiz zurückfliegen und das auch noch mit dem gleichen Flugzeug. Als wir dann wieder durch das Städtchen liefen, begegneten wir auch wieder dem Schweizer Geschwisterpaar Margrit und Manfred, die wir schon relativ früh auf unserem Camino noch in Portugal kennengelernt hatten. Nach einer Weile setzten Claudia und ich unseren Weg alleine fort, da Kathy in Padron eine weitere Nacht gebucht hatte.
    Da wir uns bereits viel Zeit gelassen hatten, um Kathy zu treffen und Padron anzuschauen, wurde uns die Zeit ein bisschen knapp und so beschlossen wir, uns mit einem Taxi ein Stück weit transportieren zu lassen. Wir fuhren bis A Picaraña. Von dort aus blieb nur noch eine Wegstrecke von ungefähr acht bis zehn Kilometern, welche durch wunderschöne Wälder führte. Etwa eine halbe Stunde vor unserem Ziel kehrten wir nochmals in ein Café ein und genehmigten uns etwas Feines. Recht gut erholt trafen wir schließlich in Teo ein, wo wir uns ein schönes Hotelzimmer gebucht hatten. Gleich nach dem Nachtessen machten wir noch einen kurzen Spaziergang durchs Dorf, das jedoch total ausgestorben schien, und wir gingen nicht zu spät ins Bett.
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  • Day18

    Caldas de Reis - Pontecesures

    June 16 in Spain ⋅ ☁️ 20 °C

    Da wir und Kathy in unterschiedlichen Hotels wohnten, hatten wir am Vorabend abgemacht. dass wir uns um 8:30 Uhr bei einem Supermercado treffen würden. Vorher wollten wir jedoch noch in eine Bar gehen und einen Kaffee und einen Orangensaft trinken.
    Um 8:30 Uhr war Kathy nirgendwo zu sehen, und wir riefen sie an, um zu prüfen, ob sie sich verirrt hatte. Er stellte sich jedoch heraus, dass sie verschlafen hatte. So begaben wir uns abermals in eine Bar und warteten dort auf sie. Als sie dann angekommen war, gingen wir mit ihr zusammen in den Supermarkt, um uns ein Picknick zusammenzustellen.
    Anschliessend machten wir uns auf den Weg. Unterwegs kamen wir bei einer Kirche vorbei, wo gerade ein Begräbnis im Gange war. Es machte den Anschein, dass das ganze Dorf zusammen gekommen war, um der verstorbenen Frau das letzte Geleit zu geben. Gemäss Anschlag handelte es sich um eine Frau, die 91 Jahre alt geworden war. Bevor der Leichenzug heranfuhr, begab sich ein Mann in den Glockenturm und begann mit den verschiedenen Glocken von Hand eine rituelle Melodie zu spielen. Alsbald setzen wir unseren Weg fort, und nach einer Weile erblickten wir auf der linken Seite eine Schule, wo offenbar die Kinder gerade Pause hatten. Aus einem Zimmer schaute ein Mädchen, das ungefähr zehn Jahre alt war, freundlich heraus und grüsste uns. Dann war plötzlich der Lehrer zu sehen. der auf uns zukam und erklärte, dass eben ein Kind eine Jacke oder etwas Ähnliches auf das Dach geworfen hätte und er nun jemanden anrufen müsse, um das wieder herunter zu holen. Das Dach war sehr hoch; das hätte sicher eine halsbrecherische Aktion abgegeben. Plötzlich begab sich der Lehrer ins Schulzimmer zurück und kam mit einer Schweizer Fahne wieder zurück. Zugleich begann auf dem Pausenplatz ein Kind zu weinen und der Lehrer versuchte das Kind zu trösten.
    Die Schule war offenbar eine Primarschule. Allzu viele Schüler schienen die Schule jedoch nicht zu besuchen.
    Eine Weile später überquerten wir eine große Strasse und setzen unseren Weg fort. Nach ein bis zwei Biegungen erschien auf der rechten Seite ein neueröffnetes Restaurant, wo wir uns etwas zu trinken bestellten und im schönen Garten unsere mitgebrachten Esswaren verspeisten.
    Obwohl am frühen Morgen die Temperaturen noch kühl waren, stiegen die Temperaturen und die Luftfeuchtigkeit im Laufe des Tages erheblich an, sodass wir schließlich froh waren. in Pontecesures anzukommen.
    Unsere Pension hiess "Casa do Horreo". Horreos sind die Kornspeicher, die in Galizien sehr zahlreich zu sehen sind. Da sie eng mit der galizischen Kultur verbunden sind, sind sie geschützt. Nachdem wir im Hotel eingecheckt hatten, gingen wir auf unser Zimmer und nahmen eine Dusche.
    Im Zimmer war es ebenfalls recht warm und insbesondere sehr sehr feucht, was Claudia sehr störte.
    Am Abend liefen wir noch über eine Brücke und gingen in eine Bar, um noch etwas Kleines zu essen. Dort treffen wir noch auf drei deutsche Frauen, die sich recht intensiv über aktuelle und vergangene Show-Größen der deutschen Fernseh-Szene unterhielten. Wir kamen mit ihnen ins Gespräch, und es war noch recht lustig.
    Wir assen einen Thon-Salat und eine Schale mit den weitherum berühmten Pimientos de Padron, die ihre Namensgebung dem Nachbardorf Padron zu verdanken haben.
    Nach dem Nachtessen war es schon deutlich dunkler geworden und wir begaben uns auf den Heimweg in die Pension.
    Auf einem Fenster im Zimmer war eine Schnecke gerade daran das klare Fenster-Glas hochzukriechen, was Claudia nicht gerade in Verzückung geraten liess.
    Nicht viel später begaben wir uns ins Bett.
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  • Day17

    Pontevedra - Caldas de Reis

    June 15 in Spain ⋅ ☁️ 23 °C

    Pontevedra nach Caldas de Reis
    19km /28364 Schritte
    Am Morgen, nicht so früh wie gestern, trafen wir uns mit Kathy am Start einer weiteren Etappe in einem Café. Viele Pilger waren bereits unterwegs, entsprechend wurde uns schon die erste Geduldsprobe beim Bestellen des Café con Leche abverlangt. Kathy übernachtete in einem anderen Hotel. Wir verständigten uns seit geraumer Zeit per «Standort» miteinander, damit wir uns immer wieder fanden. So waren wir wohl gemeinsam unterwegs und dennoch unabhängig.
    Gestärkt, aber weniger motiviert als die vergangenen Tage - mir ging es jedenfalls so - zogen wir los. Die vielen Pilger auf dem Weg, der alsbald einer Pilgerautobahn glich, sowie die Biker gingen mir zunehmend auf die Nerven. Was mach ich also mit diesem Ärger, einer Emotion, welche mir eigentlich auf dem Pilgerweg bis anhin noch nie begegnet ist? Das passt doch gar nicht zum Camino! Und ja, schließlich kann ich ja nicht den Camino für mich allein beanspruchen. Aber mir wird bewusst, dass Hektik, Lärm und viel «Geschwätz» überhaupt nicht kompatibel sind mit dem Camino. Interessant auch: Je mehr Menschen, desto anonymer die Begegnungen. Auch wieder verständlich, denn dann müsste man andauernd «Buen camino» rufen. Ich erinnerte mich daran, dass ich eben genauso aus diesem Grunde auf dem Camino Frances jeweils später los bin, sodass die meisten schon lange unterwegs waren. So kam ich wohl abends später an, dafür hatte ich meine Ruhe. Nur geht das nicht immer mit den Temperaturen auf, denn bei 30° tut man gut daran, eben frühmorgens loszugehen, denn ab 15/16h wird es fast unerträglich heiss. Wir haben dann auch unser Tempo gedrosselt und haben da und dort angehalten, wenn eine Bar/ein Café vorhanden war, und auch etwas getrunken. Auch haben wir beschlossen, uns für den letzten Teil ein paar km zu schenken, weil wir keine Lust hatten, einer vielbefahrenen Strasse entlang zu laufen. Claude suchte uns daher eine Busverbindung heraus. Pünktlich waren wir an der entsprechenden Bushaltestelle. Aber ja klar doch, kein Bus kam!!! So entschieden wir uns Autostopp zu machen. Das Glück war uns hold, denn kaum gesagt und getan, fuhr ein Taxi daher, das uns nach Caldas de Reis führte. 6€ hat uns dieser Spass gekostet. 10’ später konnten wir im Hotel einchecken. Abgesehen davon hätte mich schon noch interessiert, ob auch in meinem «hohen» Alter das «Autostopp machen» noch funktioniert hätte!
    Alles in allem dennoch ein schöner Tag mit vielen Eindrücken, lustige Passagen. Wir gaben uns Übernamen, auch Claude hat ausnahmsweise einen bekommen. Er ist Professore Calamari, Kathy Princessa Pulpo und ich last but not least mit Verlaub, Contessa Baccalao.
    Ja es war so, mittlerweile würde uns Kathy wohl fehlen. Das Zusammenlaufen, auch wenn wir bei weitem nicht immer miteinander reden, lässt Beziehung und ein Füreinander entstehen. Ein Phänomen des Caminos, vielleicht? Kathy meint, unsere Begegnung sei schicksalhaft. Überhaupt gibt es immer wieder Begegnungen mit anderen Pilgern, mit welchen wir vor Tagen ein Gespräch hatten, oder sonst einen Kontakt. Immer wieder ist in solchen Momenten die Freude sehr gross.
    Der Camino ist wohl einfach magisch. Übrigens hat sich natürlich mein Ärger im Laufe des Tages gelegt. Eigentlich unmittelbar nachdem ich ihn registrierte.
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  • Day16

    Ganzer Tag in Pontevedra

    June 14 in Spain ⋅ ☀️ 25 °C

    Am Morgen liessen wir uns Zeit mit dem Aufstehen und kehrten ins erste Café in der Nähe unseres Hotels ein, wo wir uns mit Gipfel und frischem Orangensaft eindeckten. Anschliessend unternahmen wir einen ausgedehnten Stadtrundgang und kehrten am frühen Nachmittag in ein Strassencafe ein. Da stellten wir fest, dass es an der Zeit war, uns die nächsten Tage bzw. die Übernachtungen bis nach Santiago zu organisieren. Bald stellten wir fest, dass es ziemlich schlecht aussah mit den Unterkünften, besonders in Santiago. Es stellte sich heraus, dass dort just an diesem Wochenende ein Musikfestival stattfindet, wo Leute aus ganz Spanien anreisen und sämtliche Hotelzimmer belegen mit entsprechenden Auswirkungen auf die Zimmerpreise. Da gab es Zimmer in Massenschlägen, die über 100 Franken pro Übernachtung kosteten. In der Zwischenzeit meldete sich Kathy bei uns, die auch schon Panik schob wegen den raren Übernachtungsmöglichkeiten. Sie kam zu uns ins Café und wir berieten gemeinsam, wie es weitergehen sollte. Nach langen Beratungen und Schiebereien konnten wir schließlich eine gute Lösung für alle Tage finden. Das ganze Prozedere nahm schließlich insgesamt ungefähr drei bis vier Stunden in Anspruch 🥴 . Verständlich, dass die Frauen zur Entspannung noch einen kleinen Rundgang durch die Läden der Altstadt unternehmen wollten 😆, während ich mich in einem Park auf eine Bank setzte und es mir dort gemütlich machte. Doch es dauerte nicht lange, da wurde es mir zu kühl und ich beschloss ins Hotel zurückzukehren und mich aufzuwärmen. Rund eine Stunde später kam auch Claudia ins Zimmer, wo wir uns für das Nachtessen bereit machten. Ich hatte in der Zwischenzeit einen Tisch in einem Restaurant in der Altstadt reserviert, der im TripAdvisor empfohlen wurde. Die Portionen waren gut zubereitet/gekocht, jedoch mickrig und dies zu absolut übersetzten Preisen. Wir hatten noch nie so wenig für so viel Knete bekommen. Aus lauter Frust schrieb ich noch am Tisch eine vernichtende Rezension im TripAdvisor. Unter den Bildern ist noch ein Bild der Lasagne für 13 € zu sehen. Die Guacamole-Sauce wurde wenig stilvoll in einer Tube serviert die vor allem mit Luft gefüllt war 🙄. Allerdings hat jede Schattenseite auch eine Sonnenseite: Der Vorteil war, dass wir an diesem Abend nicht mit überfüllten Mägen ins Bett steigen mussten 😄.Read more

    Traveler

    😅 Das war vielleicht ein Tag! 🍲 👋

    6/16/22Reply
     
  • Day15

    Saxamonde - Pontevedra

    June 13 in Spain ⋅ ☀️ 28 °C

    Bevor wir uns auf den Weg machten, nahmen wir in der Bar noch einen Kaffee zu uns.
    In der Morgenfrische zogen wir zügig aus und erreichen schon bald Redondela. Plötzlich traten aus einem Albergue die deutschen Mädels heraus, die wir in der Casa Alternativo kennengelernt hatten. Ein Riesenhallo war die Folge. Auf dem Weg nach Pontevedra galt es zwei Hügel zu überqueren. Von Anfang an beschlossen wir, uns den zweiten zu schenken und von Arcade aus mit dem Zug nach Pontevedra zu fahren. Auf dem Aufstieg zum ersten Hügel begegneten wir in einem Café erneut den deutschen Mädels. Nach einer kurzen Pause ging es weiter bergauf. Kathy war für einmal an der Spitze der Dreiergruppe und zog zügig den Berg hinauf. Ich war wie oft als Letzter unterwegs. Plötzlich streckte eine ältere Frau den Kopf aus einem Haus am Strassenrand und machte mich darauf aufmerksam, dass wir eine Abzweigung verpasst hätten. Sofort rief ich die zwei Frauen zurück und wir korrigierten unseren Weg. So setzten wir unsere Wanderung fest. Am Dorfeingang von Arcade gingen wir noch in einen Supermercado, um uns mit Esswaren einzudecken. Rechtzeitig trafen wir beim Bahnhof ein. Bald fuhr der Zug ein und wir gelangten in rund 10 Minuten nach Pontevedra.
    Von dort aus nahmen wir Kurs auf unsere Hotels. Kathy und wir hatten unsere Hotels im historischen Kern gebucht. Als wir vor unserem Haus standen, sah es von unten ein bisschen heruntergekommen aus, was sich aber als Irrtum herausstellen sollte. Unser Zimmer war sehr schön eingerichtet und geräumig. Es gefiel uns sehr. Nachdem wir geduscht hatten, zogen wir ins Zentrum und trafen Kathy vor einer Eisdiele.
    Während im Anschluss die zwei Frauen shoppen gingen, blieb ich in der Eisdiele. Später machten wir uns auf den Weg in eine Pizzeria, wo wir sehr fein tafelten. Anschließend ging es dann wieder zurück ins Hotel.
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