• Herumbaronieren, das

    11.–12. jun., Letland ⋅ 🌧 12 °C

    Gemütlichkeit gefunden. Mit 87 km endet der Tag in belohnender Unterkunft. Seit der 4,5-Stündigen Abwetterungspause in Sabile hab ich die verbliebenen 46 km nach Kuldiga in etwas über 2 Stunden abgefrühstückt. Bei andauerndem Niesel- bis Mehr-Regen. Der Wind hat zum Glück sehr vorteilhaft gedreht, bzw. mein Hintern sich relativ zum Wind, da ich über den Tag von Nordwest nach Südwest abgefallen bin.

    Erkenntnis Nummer 1 des Wind- und Wettertages: Bei schneidendem Seitenwind, der mit seinen nadelspitzen(un)artigen Regentropfen-Kumpanen einem die Hornhaut des luvseitigen Auges abzuziehen versucht, wirkt eine Sonnenbrille wahre Wunder. Direkt fühlt sich das Wetter wie hinter einer Wintergartenscheibe an. Wind? Regen? 🤷‍♂️

    Erkenntnis Nummer 2 des Wetter- und Windtages: Ich habe den wahren Grund hinter Klickpedalschuhen erörtert, denn sie haben den offensichtlichen Vorteil eingebauter Drainagelöcher im Zehballenbereich, wo die Cleat-Aufname mit den Gewinden in einer kleinen Metallplatte sitzt: Keine Staunässe. Abgesehen davon eher eine fragwürdige Erfindung diese Klickpedale/-schuhe, denn 4 von 8 Tagen einer Tour ist man mit Einstellungstuning der Schuhe beschäftigt. Leider merkt man eine unideale Einstellung erst, wenn es irgendwo zwickt. Die schmerzende Zwickung schwindet nach Einstellungskorrektur aber erst mit gewissem Delay, was Debugging furchtbar zäh und interleaving mit den verschiedenen Nachkorrekturen macht. Nächste long-distance-Tour auf jeden Fall mal ohne.

    Am nächsten Morgen grüßt wieder eine knackig-frische Kaltfront mit Sonne-Wolken-Mix, Gegenwind und tollem Licht. Ich erkunde Kuldiga mit diesen angeblich breitesten Wasserfällen Europas und finde aber auch meinen Gefallen an den Mohnteilchen beim Bäcker in der urigen Altstadt.
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