Nach der meditativen Rausfahrt aus Riga – schön entlang einer Bahntrasse meandrierend – verläuft die Route in Richtung Küste. Eigentlich will ich nicht diesen R1-Hauptradweg nehmen, da ich an der Küste zu viel bunten Touri-Bullshit erwarte. Daher versuche ich es mit dem lokalen 133er-Radweg. Der entpuppt sich aber wieder als Mountainbike-Trail über sandige Pisten und hüfthohe Graspfade. Eigentlich geil, auch ganz OK zu fahren, aber mit "Vorankommen" ist da nicht viel. Mir läuft ein bissl die zeitliche Flexibilität bis zur Fähre davon und ich will es an diesem halben Radltag noch bis Tukums schaffen. Außerdem fühlen sich meine Unterbeine seit den Gauja-Wanderwegen eher rampuniert an und bräuchten lieber etwas Schonung. Nicht so meine Art, aber nach 1-2 Kilometern Pistentest drehe ich also wieder um und suche den asphaltierten R1 auf.
An der Küste dann die Erfreuung: Die Gegend ist gar nicht so touristisch, wie ich sie mit dem Auto in Erinnerung hatte. Zumindest habense den Radweg sehr ansprechend durch eine noble Wohngegend mit absurd krassgeilen Villen gelegt. Man kommt aus dem Staunen kaum raus und ist auch schon hindurchgehuscht. Beim Armenier schnabuliere ich herrschaftlich und düse alsbald nach Westen durch den Kemeru-Nationalpark durch. Anfangs sehr nett, dann leider nur eine schnurgerade Schotterpiste durch Monokulturnadelwald.
Der Schlussteil nach Tukums wieder abwechslungsreich und Tukums selbst ist irgendwie ein zuckersüßes, verschlafenes Nest. Es ist erst irgendwo 1900 Uhr und da geht noch eine Kvass-Pause mit Schokokuchen und Eis. Bis zum anvisierten Campingplatz ist es nicht mehr weit und die Sonne steht gerade so schön.Læs mere
Rejsende
Voll gut, dass man dort Nachwuchsarchitekten auch ne Chance gibt :)