Thessaloniki
23 Jun, Greece ⋅ ☀️ 32 °C
560 Seemeilen (ziemlich genau 1.000 Kilometer) liegen hinter uns und wir haben den nördlichsten Punkt unserer Segelreise durch Griechenland erreicht! Ganz sicher war es nie dass wir doch nach Thessaloniki kommen, denn der Wind war oft gegen uns oder gar nicht vorhanden.
Den ersten Tag hier verbrachten wir mit Wäscherei checken, etliche Bestellungen im Nautikladen tätigen, Mietauto buchen, diverse Besorgungen, und am Abend mit Sheenagh und Jonathan ausgezeichneten Fisch zu essen. Auch der Absacker in einer wirklich stylishen Bar mit den Beiden war erstklassig.
Tags drauf sind wir mit dem Bus in die City und gleich mal den weißen Turm nebst Umgebung besucht.
https://de.wikipedia.org/wiki/Thessaloniki
Anschließen ließen wir uns zu einer Hop On - Hop Off Tour hinreißen. Na ja, das war nicht so prickelnd. Erstens sind wir viel zu spät draufgekommen dass wir mit dem vorletzten Bus unterwegs waren, somit war das System Hop On - Hop Off hinfällig, zum Anderen war es drückend heiß und wir sind in der Galerie trotz ausreichend Wasser fast dehydriert und des Weiteren ist der Fahrer wie Niki Lauda unterwegs gewesen, die spärliche Info vom Tonband ist kaum mitgekommen und war regelmäßig asynchron, und die letzte halbe Stunde der Fahrt war eher wie eine Werbefahrt. Hätte nur noch gefehlt dass uns jemand Heizdecken verkaufen will...
Nachdem wir diesen Folterbus verlassen hatten sind wir zu Fuß zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt, das war wesentlich besser!
Leider waren wir nicht mehr auf der alten Festung, es war einfach zu heiß!
Am Abend holten wir Sheenagh und Jonathan von ihrem Hotel ab und fuhren zu einem erstklassigen traditionellen Restaurant. Das Lokal dürfte bei den Griechen absolut beliebt sein, denn 30 Minuten nachdem wir eingetroffen sind, war es auf gut österreichisch bummvoll!
Es ist immer wieder schön wenn man interessante Menschen kennenlernt und dann feststellt, dass man eine ähnliche Weltanschauung hat und die gleichen Werte vertritt!
Die Beiden sind seit fünf Jahren unterwegs, von Nordengland über die französischen Kanäle ins Mittelmeer und zur Zeit in Griechenland.
Besuchen kannst du sie auf deren Youtubekanal: https://youtube.com/@sailingoptions?si=cFlOo_60…Baca lagi
Die Ausgrabungen von Dion
24 Jun, Greece ⋅ 🌧 27 °C
Ein Auto muss her. In der Rezeption wollte man uns Eines für 6 Tage um 250€ aufschwatzen.
Eine kurze Recherche ergab ein Auto vom Flughafen um 60€ für den selben Zeitraum. Da fährt man auch gerne um 26€ mit dem Taxi zur Abholung und Rückgabe.
Unser kleiner weißer Ford Ka+ wurde vollgetankt und los ging es nach Dion.
Dion ist eine recht große Ausgrabungsstätte am Fuße des Olymp, wo König Phillip II von Makedonien, der Vater von Alexander dem Großen schon Hof gehalten hatte und in den diversen Tempeln Isis und Zeus Opfer dargebracht hatte.
https://de.wikipedia.org/wiki/Dion_(Makedonien)
Wir wählten den Weg über die Landstraßen und fuhren kilometerweit durch Kiwihaine, Marillen- und Kirschenwälder, auch Olivenhaine immer wieder, Pfirsiche, Nektarinen und Walnussplantagen, vereinzelt durchbrochen von Zuckermaisfelder.
Am beeindruckendsten waren die tausenden und abertausenden Kiwiplantagen. Griechenland ist Europas größter Produzent von grünem und gelben Kiwi, und auch weltweit ist Griechenland in den Top 10!
Am Weg dort hin erhaschten wir immer wieder einen Blick durch die Wolken auf den Gipfel des Olymp, der sich vor uns mit 2.918 Meter mächtig und beeinduckend aufbaute.
In Dion angekommen erwartete uns eine riesige Ausgrabungsstätte. Bei drückender Hitze quälten wir uns durch das weitläufige Areal, von den Ruinen diverser Tempel zum römischen Theater, weiter zum hellenischen Theater welches rekonstruiert wurde und heute noch bespielt wird bis in die Reste der alten Stadt mit Odeon und Agora. Viele Ruinen wurden der üppigen Vegetation abgetrotzt. Der Kampf gegen Vegetation und dem Versumpfen durch den Fluss scheint stellenweise hoffnungslos zu sein!
Irgendwann hat es uns dann gereicht und wir sind ein paar Kilometer am Fuß des Olymp hinauf zu einem malerischen Wasserfall, in dem angeblich Daphne schon gebadet haben soll.
Nach einem Fußbad im eiskalten Wasser und der Darbietung einiger Jugendlicher als Klippenspringer machten wir noch eine kurze Bierpause beim Food Truck und sind dann aufgebrochen nach Petras Olympos, einem winzigen Bergdörfchen an den nördlichen Flanken des Olymp.
Während wir die Serpentinen Kurve für Kurve höher fuhren trokneten die Wolken auf den Gipfeln (es gibt derer Drei) immer mehr ab und wir konnten den Sitz der Götter endlich klar und deutlich sehen! Was für ein Anblick!
In der einzigen Pension des Dörfchens wurden wir freundlich empfangen und nach einer üppigen Grillplatte ging es bald ins Land der Träume...Baca lagi
Der Olymp ruft!
26 Jun, Greece ⋅ ⛅ 24 °C
Nach einer totenstillen Nacht in dem abgeschiedenen Bergdorf Petras Olympus erwachten wir etwas gerädert, denn die Matratzen und Pölster unseres Quartiers waren bretthart!
Die Vögel zwitscherten und in der Ferne hörten wir Kuhglocken. Das Ambiente ähnelte schon sehr alpin, wäre da nicht die komplett andere Vegetation.
Die Wirtin zauberte uns ein Frühstück was Seinesgleichen suchen muss! Eine fluffige Eierspeise von den eigenen Hühnern mit Gewürzen und Käse, Gurken, Paprika und Paradeiser, alles aus eigenem Anbau. Und dazu pikante Plätzchen die herrlich nach Dille rochen und schmeckten.
Nach einem kleinen Rundgang durch den verschlafenen Ort düsten wir los, wieder durch Obstplantagen so weit das Auge reicht!
Irgendwann tat sich rechterhand eine Schlucht am Fuße des Olymp auf. Der Straße folgten wir, immer höher und höher, das Tal und die Straße wurde enger und dann waren wir endlich am Talschluss. Dort befindet sich Prionia 1100 (Meter über Meer), die höchstgelegene Möglichkeit mit dem Auto den Berg zu erreichen. Der Parkplatz war völlig überfüllt, da die Veranstaltung "Olympus vertcal" stattfand.
https://www.olympus-marathon.com/olympus-vertical
Wir hatten aber Glück und ergatterten doch einen Platz.
Prionia ist nicht nur Ausgangspunkt etlicher Laufevents.
Von dort startet man auch die zweitägige Besteigung des Berges.
https://greece-moments.com/olymp-gebirge/
Wir wollten nur ein paar Dutzend Höhenmeter wandern. Grade mal so viel wie unsere Ausrüstung und Monis neue Hüfte zulässt.
Also hatten wir erstmal in der Prionia Hütte eine traumhaft gute Ziegensuppe genossen und uns danach auf den Aufstieg gemacht.
Das Olymp Massiv ist unglaublich dicht bewaldet, und durch diesen angenehm kühlen Wald stiegen wir Meter für Meter hinauf.
An einem romantisch malerischen Wasserfall legten wir ein Päuschen ein, um unsere heiß gelaufenen Füße zu kühlen.
Nach gut eineinhalb Stunden mussten wir ein ausgetrocknetes Bachbett queren. Diese Kletterei über die großen runden Steine war für uns Beide nicht einfach. Nach einem Blick aufs GPS stellten wir fest dass wir knapp 170 Höhenmeter zurückgelegt hatten. Ein schönes Stück mehr als die angepeilten 150 Meter!
Lächeln mussten wir beim Abstieg als uns eine deutsche Familie mit Kleinkind entgegen kam und uns fragte, ob wir irgendwo Schnee gesehen hätten. Jo eh... der Berg ist 2.918 Meter hoch und wir waren grade mal auf 1.250 Meter.
Kurz drauf eine rumänische Familie, in Sandalen, ausgestattet mit einer halben Flasche Wasser fragte uns allen Ernstes wie weit es noch zum Gipfel ist. Ungläubig lauschten sie mir als ich erklärte, das wären noch zwei Tage und andere Ausrüstung wäre dringend angeraten!
Nach dem Abstieg gönnten wir uns in der Hüttte noch ein eiskaltes Bier und erstanden ein großes Glas Honig um wohlfeile 11€.
Bei der Fahrt vom Berg stoppten wir immer wieder bei diversen Aussichtspunkten. Der Anblick ist unbezahlbar: der mächtige Berg im Rücken und vor uns die fruchtbare Ebene von Dion und der thermaische Golf...
Vorbei an der mächtigen Burg Platamonas ging es weiter in das malerische Tal von Tembi. Doch wir bogen rechts ab, wieder hinauf in ein kleines Bergdörfchen namens Rapsani, wo wir wieder Quartier mit herrlicher Aussicht über die Weinberge hatten.Baca lagi
Die schwebenden Klöster von Meteoa I
27 Jun, Greece ⋅ ☀️ 30 °C
An der Südflanke des Olymps liegt auf etwa 550 Meter über Meer die kleine Weinbaugemeinde Rapsani.
In einer der raren Gästehäuser dort hatten wir Quartier bezogen.
Am nächsten Morgen wollten wir in der örtlichen Konditorei frühstücken. Leider waren wir 10 Minuten zu spät dran, denn als wir uns setzten wurde das Lokal von Dutzenden Dorfbewohnern in Beschlag genommen um den Geburtstag eines offenbar honorigen Mannes der Gemeinde zu feiern. Somit war für uns kein Platz und kein Frühstück!
Wir sind dann eben los, durch das schmale Tembe Tal Richtung Kalambaka beziehungsweise zu den Meteora Klöster.
Dort angekommen suchten wir uns erst mal ein Quartier.
Schon der Anblick von der Stadt hinauf auf die Klöster auf den Sandsteinzinken ist schwindelerregend und unglaublich schön!
Aber vom Balkon unseres Zimmers hatten wir freien Blick auf diese Kulisse und wir konnten uns kaum satt sehen.
Nach einer Dusche machten wir uns auf den Weg in die Berge und in diese unglaublichen Felsformationen, auf denen die Klöster teilweise wie Schwalbennester kleben.
https://de.wikipedia.org/wiki/Meteora
Wir fuhren von einem Aussichtspunkt zum Nächsten und kamen uns vor wie kleine Kinder die den Überblick über ihre Weihnachtsgeschenke verloren hatten! So unwirklich, utopisch und fern jeder Vorstellungskraft präsentierte sich die Landschaft.
Nach zwei Runden über die Panoramastraße meldete sich einerseits der Hunger, und andererseits brauchten wir adäquate Bekleidung, weil wir ja zumindest eines dieser beindruckenden Bauwerke besuchen wollten. Männer in langen Hosen, Frauen in überknielangen Rock und Schultern bedeckt! Obwohl wir Beide mit keiner Religion was am Hut haben respektieren wir solch heilige Hallen und die Vorschriften.
Nach dem Einkaufen hatten wir schnell eine schöne Taverne gefunden, wo uns endlich wieder mal geschmortes Lammfleisch kredenzt wurde.
Kurz vor Sonnenuntergang sind wir dann nochmal über die Panoramastraße zu einem Aussichtspunkt gefahren, an dem wir das Versinken der Sonne besonders spektakulär genießen konnten! Gesegnet die Nonnen und Mönche, die dieses Schauspiel jeden Abend von deren Sandsteinzinnen erleben dürfen...
Zurück in der Stadt durften wir am Hauptplatz an den Darbietungen der örtlichen Folkloretanzgruppe teilhaben, welche wir mit dem Genuss einiger Gläser Griechenmilch - sprich: Ouzo - abgerundet hatten.
Zurück im Quartier freuten wir uns schon auf den nächsten Morgen, denn dann wollen wir eines dieser Bauwerke besuchen!Baca lagi
Die schwebenden Klöster von Meteora II
28 Jun, Greece ⋅ ⛅ 30 °C
Wieder durch Vogelgezwitscher aufgewacht, geschlafen wie die Götter am Olymp, obwohl wir mittlerweile weit weg von dem Berg waren. Im Speisesaal erwartete uns ein "Buffet". Zwei oder drei verschiedenes Gebäck, ein paar Schinkenblatteln, Käse, sowas ähnliches wie Müsli, O-Saft und Kaffee, ein paar kleine Süßspeisen und griechischs Joghurt. Zu Guter letzt noch Obst.
Nach einem Smalltalk mit der schweizer Betreiberin der Pension begaben wir uns in unser "klösterliches" Outfit und besprachen mal, welches der sechs Klöster (von ursprünglich 24 gebauten) wir besuchen wollen. Ein Einziges Bauwerk ist direkt vom Parkplatz ereichbar, alle Anderen über mehr oder weniger Stufen und Treppen, teilweise über Brücken. Diese Zugänge gibt es aber erst seit den 20er des vorigen Jahrhunderts. Davor konnte man die Klöster nur per Strickleitern, Seile oder mittels händischen Netzaufzug erreichen.
Unsere Wahl fiel auf Varlaam, das zweitgrößte und angeblich schönste. Das ist über etwa 150 Stufen und eine Brücke erreichbar. Für mich mit meiner Höhenangst war das eine echte Herausforderung!
https://www.infotouristmeteora.gr/heilige-meteo…
Nachdem wir die 150 Stufen bezwungen hatten eröffnete sich uns eine verzauberte Welt. Man kann sich einfach nicht vorstellen dass all dieses Baumaterial, Steine, Zement, Dachziegel, das Holz, Gold, Elfenbein und was auch immer hier zu einer Pracht verarbeitet wurde mit einfachsten Mitteln und Muskelkraft auf diese Felszinken gehievt wurde. Alleine die baumeisterliche Leistung ein Gebäude auf einer Sandsteinnadel zu errichten ist unglaublich. Von all dem Schmuck und Verzierungen, die Holzschnitzereien, die Mosaike, Altäre, Schreine mit Intarsien, Wandmalereien und und und... nicht auszudenken!
Die Mönche hatten Zeit und jahrzehntelange Bauzeit war einfach kein Thema!Baca lagi
Die schwebenden Klöster von Meteora III
28 Jun, Greece ⋅ ⛅ 30 °C
Wir haben so viele Fotos von dieser Reise dass wir die letzten Eindrücke, in erster Linie aus dem Museum des Klosters hier präsentieren.

























































































































































