• Anna Koslowski
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Shippy MacShipface

Wir - das sind mein Verlobter Gregor und ich, Anna - machen uns mit unserem mega gemütlichen Boot "Shippy Mac Shipface" auf den Weg ins Mittelmeer. Unsere Stationen sind u.a.: Trier, Metz, Lyon, Marseille, St. Tropez, Nizza, Korsika, Sardinien... Read more
  • Trip start
    July 13, 2018
  • Tag 1 - Worms bis Koblenz

    July 13, 2018 in Germany ⋅ ☁️ 17 °C

    Heute ist Freitag, der 13.7. und der erste Tag unserer wundervollen Reise ins
    Mittelmeer.

    Um 13 Uhr sind wir losgefahren, nachdem die Keilriemen, auf die wir seit
    Dienstag gewartet haben, endlich angekommen sind und mit freundlicher
    Unterstützung der Firma "Boote Moser" in Worms angebracht wurden.

    10 Stunden sind wir von Worms aus den Rhein runter gefahren, vorbei an
    malerischen Landschaften - gegen Abend sogar eingetaucht in das Licht
    eines traumhaften Sonnenuntergangs - und kamen gegen 23 Uhr schließlich
    im Dunkeln in Koblenz an. Wir haben es tatsächlich an nur einem Tag bis zur
    Mosel geschafft. Yes:-) In der Rhein-Marina in Koblenz fanden wir noch ein
    Plätzchen zum Anlegen und einer der anderen Bootseigentümer namens
    Walter, nahm uns nicht nur netterweise in Empfang, sondern lud uns auch
    spontan noch auf ein Bierchen auf seinem Boot ein. Außerdem gab er uns
    auch viele wertvolle Tipps für die weitere Reise, besonders zu den
    Schleusen auf der Mosel und war super gastfreundlich. Insgesamt ein echt
    sehr, sehr schöner 1. Reisetag.
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  • Tag 2 - Koblenz bis Pommern

    July 14, 2018 in Germany ⋅ ☁️ 20 °C

    Inzwischen fahren wir mit'Shippy’ auf der Mosel und haben bis zum
    Pommerner Goldberg, wo wir heute Nacht ankern schon 3 Schleusen hinter
    und gebracht. Das Schleusen ist gar nicht so schlimm wie erwartet. Gregor
    hat's schon voll drauf:-). Oft gibt es eine separate Schleuse für Sportboote,
    die automatisch betrieben wird und die man über einen grünen Hebel selbst
    starten kann.

    Mittags haben wir einen kurzen Zwischenstopp nach der zweiten Schleuse
    gemacht und sind dort schwimmen gegangen, was bei der angenehmen
    Wassertemperatur der Mosel mega gut tat.

    Unser derzeitiger ausgewählter Spot zum Ankern und übernachten ist
    wunderschön oder wie Gregor meinte: "Unser kleines tropisches
    Moselparadies". Hier gehen wir gleich nochmal schwimmen, nachdem wir
    unser Abendessen - Salat mit Schafskäse, Thunfisch & Zitronenöl - verputzt
    haben. So lässt es sich leben:-)
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  • Tag 3 - Irgendwo im Nirgendwo

    July 15, 2018 in Germany ⋅ ☁️ 21 °C

    Es ist kurz vor 20 Uhr und wir haben gerade geankert. Wir schlafen heute
    irgendwo im Nirgendwo - ungefähr auf halber Strecke zwischen Cochem
    und Trier. Wenn alles gut läuft, kommen wir morgen Abend in Trier an.
    WENN alles gut läuft - heute ist nämlich leider beim Schleusen einiges
    schiefgegangen. Besser gesagt vor der Schleuse, denn die Strömung hat
    uns 2x ganz schön unterspült, so dass wir unser Boot kaum noch halten
    konnten und uns beim 2. Mal sogar das Seil, mit dem wir uns festgemacht
    hatten, abgerissen ist - inklusive der Holzhalterung unseres Bootes.
    Außerdem hat 'Shippy’ einige blaue Flecken davongetragen. Aber ansonsten ist alles nach wie vor super, die Landschaft links und rechtsseitig der Mosel ist traumhaft schön, das Wetter spielt mit und wir sind begeistert:-) und abends ziemlich platt.
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  • Tag 4 - Willkommen in Trier

    July 16, 2018 in Germany ⋅ ☁️ 27 °C

    Es ist jetzt genau 22 Uhr und wir ankern heute etws 10km vor Trier. Morgen
    früh wollen wir in Trier anlegen, um unseren Proviant aufzustocken & im
    Bauhaus Leim für das abgebrochene Holzdingsbums zu kaufen.
    Was gibt es über den heutigen Tag zu berichten?
    Tja heute war der bisher turbulenteste Tag unserer Reise. Das Schleusen
    klappt doch noch nicht so gutwie geglaubt jedenfalls nicht mit der
    Berufsschffiahrt. Als wir zusammen mit der dicken Pönte (einem fetten
    kr) eingefahren sind, hatten wir schon leichte Probleme beim
    Festmachen,da ja am Vortag, das Holzdingsbums abgefallen ist
    Gregor musste Shippy so stark mit dem Seil an den Schleusenklampen
    anziehen, dass dabei unsere Taucherbrle von Bord gegangen ist Gragor
    bat mich sofort die Taucherbrle zu holen. Ich meinte jedoch: "Ach, das ist.
    doch jetzt egal. Wir kaufen 'ne Neue‘. Das dachte ich such noch, is auch
    (der Schleusenwärter uns weniger freundlich darauf hinies unseren Schieß
    einzussmmeln“ Also sprangich todesmutig ins Wesser und hate sie raus.
    So, jetzt konnten wi endlich schleusen, was an sich problemlos verlief, bis
    die Schleuse sich öffnete...
    ...dann setzte sich nämlich die dicke Pönte in Bewegung: Sie gab Gas und
    ir strömten davon. Da wi ja kein Holzdingsbums hatten, musste Gregor a.
    die Leine halten, was aber bei unseren 28 Tonnen schweren Shippy under
    Schubleistung der dicken Ponte kein einfaches Unterfangen war. Heißt
    (Gregor wäre fat über Bord gegangen, wir hätten fast ein anderes
    Fmitgeschleustas Segelboot gerammt mir wäre vor Schreck fast wieder ie
    ucherbrlle ins Wasser gefallen und auch der Schleusenwärter fand das
    garnicht lustig.
    Aber: Gregorhatsich (durch seine Herkuleskräft-) an Bord halten können.
    undistmit einigen Brendblasen an den Händen davan gekommen. Shippy
    hat diesmal kaum Lack gelassen und ch hab jetzt viel weniger Angst vorden.
    Sportbootschleusen.
    Der Rest des Tages wurde aber umso besser-Nicht nur habenwires
    tatsächlich bis Trier geschafft, wir haben auch noch einige wunderschöne.
    Landstriche bestaunen können und einen super Ankerplatzzum
    Übernachten gefunden, wieihraufden Fotos sehen werdet.
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  • Tag 11 - Epinal

    July 23, 2018 in France ⋅ ☁️ 27 °C

    Die letzten 3 Tage waren sich sehr ähnlich, wir sind nämlich seit vorgestern
    auf dem Vogesenkanal unterwegs - und der ist nicht nur sehr lang. sondern
    hat auch noch jede Menge Schleusen. Gefühlt stoßen wir alle 900 Meter auf
    eine neue Schleuse, die allesamt automatisch funktionieren. Dafür haben wir
    bei der letzten großen Schleuse in Neuves-Maison eine Fernbedinung
    bekommen, was auch sehr gut funktioniert. - Außer, wenn die Schleuse
    kaputt ist, was wir auch schon zweimal erlebt haben. Da standen wir dann
    mit Shippy. in der randvoll gefüllten Schleuse... aber das andere
    Schleusentor öffnete sich nicht. In diesem Fall ruft man dann den
    zuständigen Schleusenwärter an, der auch wirklich innerhalb der nächsten
    Viertelstunde auf der Matte steht und einem das Tor öffnet. Also alles kein
    Problem.

    Ein Problem ist eher, dass der Vogesenkanal alles andere als tief ist, wir
    sprechen hier wirklich zwischenzeitlich von nicht mehr als einer Hand breit
    Wasser unterm Kiel... Das erklärt wahrscheinlich auch, wieso einem auf dem
    Vogesenkanal so wenig Boote begegnen (seit Samstag haben wir genau 3
    andere Boote gesehen). Es hat den Anschein als wären wir die einzigen
    Verrückten auf dieser Strecke.

    Eine weitere Herausforderung auf dem Kanal ist es einen geeigneten Platz
    zum Übernachten zu finden, denn offiziell ist es verboten auf Kanälen zu
    ankern bzw. anzulegen, aber Häfen oder ausgezeichnete Anlegestellen sind
    hier rar gesät bzw. gar nicht erst vorhanden odee voll. Und da die Schleusen
    - auch die automatischen - nur bis 18 Uhr am Wochenende betrieben
    werden, mussten wir uns am Samstag Abend unter einer Brücke festbinden
    und gestern Abend über einem Abwasserloch.

    Die Nächte haben wir such überlebt, aber heute morgen wäre Gregor beim
    ‚Ablegen fast von Wespen zerstochen worden, die in dem Geländer über
    dem Abwasserloch, an dem wir Shippy festgebunden hatten, offensichtlich
    ihr Nest gebaut hatten. Auch das haben wir dann schließlich hingekriegt -
    Dank Handschuhen, Lederjacke und gaaanz viel Autan;-)

    Gegen 16 Uhr heute Mittag haben wir dann Epinal erreicht. Zum ersten Mal
    seit gefühlt hundert Schleusen und vielen einsamen Kilometern auf dem
    Vogesenkanal wieder in der Zivilisation. Das haben Gregor und ich auch
    gleich genutzt und waren Eis essen und haben uns ordentlich mit Vorräten
    eingedeckt. Jetzt lassen wir den Abend ausklingen und morgen geht es
    weiter - auf dem Vogesenkanal ;-) - Richtung Corre.
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  • "Schatz, hol die Schwimmwesten"

    September 1, 2018 in France ⋅ 🌙 17 °C

    Der Tag beginnt ganz spaßig: Da Gregor und ich beide wegen des nächtlichen Geschaukels wieder nicht so gut geschlafen haben und auch am nächsten Morgen an unserer Ankerstelle ordentlich durchgeschüttelt werden, fahren wir los um im nächsten Hafen anzulegen.

    Es ist heute nicht so warm, da ein ordentlicher Wind weht und wir haben richtig schön Wellengang, so dass wir regelmäßig nass gespritzt werden. Wir drehen lustige Videos und freuen uns des Lebens, während wir die Bucht verlassen und das Geschaukel zunimmt. Irgendwann werden wir von den Wellen jedoch unangenehm hin und hergeworfen, dass Gregor beschließt das Vorsegel zu hissen - zur Stabilsierung.

    Ich steuer und bemerke, dass die Wellen immer höher werden und irgendwie an Heftigkeit zu nehmen. Gregor hat bei dem Wellengang ganz schön mit dem Segel zu kämpfen, schafft es aber schließlich und wir liegen tatsächlich etwas ruhiger im Wasser.

    Da mir inzwischen richtig kalt ist, gehe ich in die Kajüte und höre wie Gregor mir nachruf: "Schatz, hol die Schwimmwesten!" Ich denke natürlich, er will mich verarschen, bring aber trotzdem die Schwimmwesten mit - nur vorsichtshalber.

    Eine halbe Stunde später sitzen Gregor und ich mit angezogener Schwimmweste und bleichen Gesichtern je rechts und links festgeklammert an Shippys Deck.
    Die Wellen sind jetzt so hoch wie Häuser, mindestens 6-7 Meter (kein Scheiß! Und in meiner Erinnerung werden sie von Tag zu Tag größer) und fangen an kurz vor uns zu brechen.

    Gregor und ich sagen uns, dass wir wohl noch nie größeren Mumpitz gemacht haben und dass wir uns lieben, dann sagt keiner mehr ein Wort. Bei einigen Wellen denke ich, dass wir kentern und hoffe, dass wir nicht untergehen. Und irgendwann frage ich mich, ob wir uns dann wohl auf die Felsen retten könnten, doch bei dem Wellengang stehen die Chancen eher schlecht, denke ich.
    Im Innenraum herrscht Chaos, alles fliegt rum oder liegt schon auf dem Boden, aber das ist uns jetzt sowas von egal.

    Nachdem wir auch noch einer Beinahe-Kollision mit einem plötzlich im Wasser auftauchenden Felsen entegehen können, steuert uns Gregor in eine Bucht. Hier ankern wir im Schwimmbereich in unmittelbarer Nähe zum Strand. Die Leute gucken zwar ein bisschen blöd, aber überall sonst sind die Wellen zu hoch und auch hier ist es noch sau-kabbelig, aber immerhin kann man sich jetzt wieder im Innenraum bewegen ohne ich alle Knochen zu brechen oder eine Gehinrerschütterung zu bekommen. Unser Heck wird zwar regelmäßig von einer Welle komplett überspült, aber wir sitzen auf den Bänken auf dem Trockenen und genehmigen uns ein Bier. Wir leben noch! Das muss gefeiert werden.
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  • Porto Pollo

    September 2, 2018 in France ⋅ 🌙 23 °C

    Nachdem wir den Sturm überlebt und die schützende Bucht verlassen
    haben, erreichen wir gegen 12 Uhr den Hafen Porto Pollo und machen
    erstmal nichts.

    Eigentlich wollte ich joggen gehen, aber ich bin so fertig, dass ich nur noch
    Nertflix gucken kann. Gregor schaut youtube-Videos und schläft dabei an.
    Der Sturm hat uns echt geschafft.

    Gegen Nachmittag kann ich mich endlich zu einer Joggingrunde aufraffen
    und gehe danach noch zum Strand, der sehr hübsch ist, während Gregor das
    neuste Video schneidet und hochlädt.

    Abends gehen wir noch in eine Bar und lassen den Abend bei ein paar
    Bierchen und schönem Blick über die Bucht ausklingen.
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  • Bonifacio

    September 4, 2018 in France ⋅ 🌙 24 °C

    Der Hafen von Bonifacio ist komplett von Felsen umschlossen und vom Meer aus nicht zu sehen, daher bin ich überrascht als Gregor am Samstag Abend nach einer achtstündigen Segeltour entlang der Küste zu mir sagt "Wir sind da."

    Häh, wie "da"?. Da sind doch nur Felsen. Wo soll denn da ein Hafen. geschweige denn eine Stadt sein?! Doch wirklich, sobald wir in die Felsschlucht hinein fahren wir die Fahrrinne wieder breiter und schlängelt sich entlang der Felsen bis zum Hafen von Bonifacio.

    Dort stehen mal wieder Luxusyachten erster Güte. aber das Städtchen ist niedlich und entlang des Hafens reihen sich Cafes, Bars und Restaurants aneinander und wir fühlen uns hier auf Anhieb wohl.

    Deshalb klappern wir gleich nach dem Anlegen die Bars ab und als ich bei meiner Jogging runde am nächsten Morgen entdecke, dass es auf dem Hügel nicht nur eine Burg. sondern noch viiiiel mehr Bars gibt, bleiben wir gleich noch eine Nacht:-)
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  • Spiaggia della Costa Corallina

    September 19, 2018 in Italy ⋅ ☁️ 27 °C

    Da es uns in Porto San Paolo - dem Paradies - so gut gefallen hat, haben wir
    beschlossen eine Zeit lang zu bleiben. Ergo sind wir immer noch da:-)

    Am Sonntag haben wir ein bisschen die Gegend erkundet und sind zur
    ebenfalls wunderschönen Bucht und dem Strand von Costa Corallina
    gewandert.

    Hier gibt es neben dem kleinen Strand nicht nur einen niedlichen
    Yachthafen, sondern auch eine coole Brach Bar. Ein Traum!
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  • La Maddalena - Fast verhaftet!

    September 29, 2018 in Italy ⋅ 🌙 23 °C

    Am Donnerstag Abend erreichen wir gegen 20 Uhr den Stadthafen vonLa
    Maddalena - und sind so müde von der Fahrt, dass wir direkt einschlafen.

    Als ich am nächsten Morgen zu meiner Joggingrunde aufbreche, bin ich
    etwas verwundert über die vielen Mauern und hohen Zäune, die den Hafen
    umgeben. Überhaupt scheinen wir mit Shippy regelrecht eingesperrt zu sein
    und die drei Männer, die mir auf dem Gelände nach dem Steg begegnen,
    sehen mich erst iritiert, dann missbilligend an. Komisch!

    Ich breche nichtsdestotrotz zu meiner Joggingrunde suf, aber als ich wieder am Hafen ankomme ist das Tor verschlossen und die Männer in Uniform, die
    diesmal auf dem Vorhof rumlaufen, schicken mich empört weg und
    verweisen auf die Schilder am Eingang: Porto Militare - Area riservatal

    Oh Scheiße, wir stehen im Militärhafen!

    Und die lassen mich nicht mehr zu Shippy zurück. Hoffentlich werden wir
    nicht verhaftet!

    Als ich dem Pförtner am Haupteingang, der leider kein Englisch spricht, in
    einer Mischung aus Italienisch und Zeichensprache erkläre, dass es ein
    Missverständnis gegeben hat und ich nur durch das Marinegebäude zu den
    Anlegeplätzen möchte um dann ganz schnell mit meinem Freund und
    unserem Boot wegzufahren, lässt er mich endlich passieren.

    Gregor, den ich schon telefonisch vorgewarnt hatte, als die Soldaten mich
    nicht mehr reinlassen wollten, ist schon aufgestanden und überraschend
    wach für die frühe. "Ich dachte ehrlich die verhaften uns jetzt, als du
    angerufen hast, meint er erleichtert, als er mich sieht. Dachte ich auch.
    Vielleicht sollten wir ab jetzt, vor allem wenn es schon dunkel ist, besser
    darauf achten, wo wir überhaupt angelegt haben".

    3 Minuten später und keine 100 Meter weiter legen wir mit Shippy am
    richtigen Stedthafen von La Maddalena an und erkunden ein bisschen die
    Insel bzw. den Stadtkern. Der gefällt uns so gut, dass wir beschließen noch
    eine Nacht hier zu bleiben und nach einem ausgiebigen Badestopp am
    Nachmittag in der wunderschönen Bucht der Nachberinsel Santo Stefano,
    gehen wir abends nochmal in die Altstadt von La Maddalena. Dort feiern
    Gregor und ich mit einer super reichhaltigen und sehr leckeren Fischplatte
    im “Il Gotto" (sehr zu empfehlen!) unseren ersten Jahrestag:-)
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  • Porto Torres oder Pott Hässlich

    October 3, 2018 in Italy ⋅ 🌫 15 °C

    Am Dienstag morgen beschließen Gregor und ich trotz immer noch nicht ganz so doller Wetterlage den Hafen von Isola Rossa zu verlassen und endlich die Überfahrt nach Stintino zu wagen.

    Unsere 5 bayrischen Nachbarn, die die Segelyacht neben uns gechartert haben, scheinen offensichtlich beeindruckt von unserem Entschluss zu sein, denn sie selbst haben entschieden "bei der neuen Wetterlage" lieber im Hafen zu bleiben und die Yacht dort vom Charterer abholen zu lassen.

    Als wir den Hafen verlassen, winken sie uns zum Abschied, wünschen uns "Viel Glück" und zwei von ihnen schießen Fotos von uns oder filmen sogar.

    Kurz nachdem wir den windgeschützten Bereich hinter der Kaimauer verlassen haben, wird mir bewusst, dass es vielleicht doch keine so gute Idee war "bei der rauen Wetterlage" rumzufahren. Ein Blick in Gregors Gesicht verrät mir, dass er genau das gleiche denkt und mir kommt der Gedanke, dass die Beyern vielleicht weniger von uns beeindruckt als besorgt oder sogar erschrocken waren.
    Naja, hilft alles nix, jetzt sind wir draußen.

    Nach kurzer Zeit flaut der Wind ab, die Wellen werden zum Glück auch ein wenig kleiner und die Sonne kämpft sich hinter den Wolken hervor. Trotzdem bleiben wir zur Sicherheit in Küstennähe, was sich nach etwa 4 Stunden doch recht gemütlicher Fahrt auch als weiße herausstellt. Denn kurz vor Porto Torres, frischt der Wind plötzlich wieder auf, die Wellen beginnen Shippy und uns ähnlich von links nach rechts zu werfen wie in dem Sturm vor der korsischen Küste. Hinter uns ist der Himmel plötzlich schwarz und auch wenn ich noch sehr nach Stintino möchte und an dem Glauben festhalte, dass wir es vor dem Sturm dorthin schaffen könnten, muss ich irgendwann eingestehen, dass es wahrscheinlich die bessere und lebensbejahendere Idee ist, in Porto Torres zu halten. Gregor hat das eh schon entschieden und dreht vor der riesigen und sehr hässlichen Kaimauer kurz hinter Porto Torres um.

    Im Hagen ist es durch den inzwischen sehr starken Wind recht schwierig anzulegen bzw. einzuparken, doch wir werden tatkräftig von drei älteren Herrschaften unterstützt. Erst als wir in der Riesenlücke zwischen zwei anderen Segelbooten stehen, erfahren wir vom Hafenmeister, dass die eigentlich für den Katamaren, der kurz vor uns in den Hafen gefahren ist, vorgesehen war. Tja, so ist das Leben..... Wir haben Glück und dürfen stehen bleiben.

    Ich bin ein bisschen schlecht drauf, als der Himmel etwa 30 Minuten später aufreißt und ich wieder das dringende Gefühl habe, doch noch nach Stintino fahren zu können. Gregor möchte aber bleiben und überredet mich zu einem Spaziergang in der Stadt Obwohl Porto Torres und vor allem der dortige Hafen das hässlichste ist was ich neben Olbia auf Sardinien gesehen habe. entspannt mich die Bewegung und als Gregor und ich uns zum Abendessen einen Burger und eine Quattro Formaggi Pizza (in der Bei hefolge)gönnen. ist meine Laune gerettet Am nächsten Morgen ist es immer noch recht windig, aber sonnig. also breche ich zu einem weiteren Spaziergang auf. Gregor schläft noch und ich beschließe diesmal lieber direkt an der Küste entlang zu laufen. was sich als gute Entscheidung herausstellt denn dort entdecke ich tatsächlich einige schöne Seiten von Porto Torres.
    Gegen 15 Uhr soll es laut Wetter-App wieder ruhiger werden, so dass wir es wagen nach einem späten Mittagessen Porto Torres zu verlassen. Der Wind ist tatsächlich etwas abgeflaut aber in zwischenzeitlichen Böen immer noch sehr stark und was die Wetter-App nicht angibt ist die Stärke und Höhe der Weilen. Denn die sind es, die uns schon kurz nach Verlassen des Hafens von Porto Tones so heftig hin und her werfen. dass Gregor mich schon nach etwa 5 Minuten die Schwimmwesten holen lässt.
    Ich steuere uns an der Kaimauer entlang. während Gregor am Bug steht um zur Stabilisierung unser Vorsegel zu hissen. In dem Moment rollen und brechen die Wellen um Shippy herum so stark dass Gregor fast den Halt verliert Um nicht über Bord zu gehen, klammert er sich an der Reling fest und verliert dabei den Karabiner zum Hochziehen des Segels aus den Händen, so dass dieser nun 3-4 Meter und damit unerreichbar über unseren Köpfen schwebt. Während Gregor erst flucht und dann brüllt dass wir umdrehen müssen. kommt schon die nächste Welle und die überspült nicht nur komplett unser Heck sondern nimmt auch noch gleich unsere beiden 5-Liter-Wasserkanister. sowie 2 Tassen und 2 Teller aus unsern Spüleimer als Abschiedsgeschenk Mit über Bord_ Wir sind ungefähr auf der gleichen Höhe der Kaimauer. en der wir am Vortag schon umgedreht hatten, als die Wellen uns endgültig zum Rückzug zwingen. Die letzten beiden Wellen haben uns den Rest gegeben Zweimal standen wir ungelogen senkrecht zu der Wasseroberfläche und ohne unseren Kiel hätten wir uns mit Sicherheit Überschlagen. Als Gregor uns in den sicheren Schulz der Kaimauer des Industriehafens von Pott Hässlich zurückgefahren hat, ist unsere Laune auf dem Tiefpunkt. Nicht nur. weil wir schon wieder fast gestorben wären. sondern weil wir darüberhinaus auch noch unser Vorsegel 'verloren haben, ohne das es in diesem Sturm so gut wie unmöglich ist wieder rauszufahren es wer ja quasi sovaas wie unsere Sturmfock. Außerdem können wir in dem Industriehafen nicht steheb bleiben, nicht nur weil er für riesige Container -und Fahrschiffe gedacht ist sondern auch weil es hier keinen Strom und kein Wasser gibt.

    "Bier?" frage ich Gregor nachdem er Shippy an der meterhohen Kaimauer festgemacht hat und er nickt '"Ja bitte!" Nicht dass Alkohol die Lösung wäre oder wir ein Alkoholproblem hatten. wir haben einfach kein Wasser mehr:-)
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  • Drei Tage in Stintino

    October 6, 2018 in Italy ⋅ 🌧 17 °C

    Nach 3 Anläufen erreichen wir am Mittwoch Abend endlich zusammen mit
    den letzten Sonnenstrahlen Port Mannu, einen der 3 Häfen von Stintino.

    Und das ist auch gut so, denn einige Stunden später wird es wieder
    wesentlich stürmischer und die See noch kappeliger als am Nachmittag.

    Am Hafen selbst ist leider niemand und auch eine Capitaneria finden wir
    nicht. Das ist schlecht, da für die Benutzung von Strom und Wasser
    anscheinend ein Aktivierungsschlüssel erforderlich ist. Zum Glück sind
    unsere Batterien voll geladen, so dass wir damit etwa 2 Tage ohne externe
    Stromzufuhr auskommen sollten.

    Auch am nächsten Tag ist der Hafen zwar voller Boote aber immer noch
    menschenleer und auch der kleine Ortskern scheint, obwohl er mit seinen
    vielen bunten Häusern, kleinen Gässchen und den vielen Treppen sehr
    schön angelegt ist, ein wenig verlassen zu sein. Wahrscheinlich ein Effekt
    der bereits begonnenen Nebensaison, schließen wir.

    Da der Wind mit Böen bis 65 km/h viel zu stark und die See zu kabbelig zum
    Rausfahren ist, entschließen wir uns an dem ansonsten herrlich sonnigen
    und immer noch warmen Herbsttag zu einem Spaziergang durch den
    hübschen Ort - und landen schließlich bei einigen Gläsern Weißwein an
    einer großen Fensterfront in einem Cafe mit Blick auf den Hafen und das
    dahinter liegende, offene und sehr stürmische Meer.

    Auch am Freitag ist der Wind noch zu stark und die Wellen zu groß um das
    Capo Falcone, die Nordspitze Sardiniens, zu umfahren und zudem regnet es
    nun auch noch fast den ganzen Tag. Gregor und ich machen das Beste
    draus und tun das, was man an Schlecht-Wetter-Tagen eben so macht: Wir
    bleiben im Bett, starten einen Serienmarathon und stehen nur auf um
    Junkfood aus dem Kühlschrank zu holen. Als uns gegen 2 Uhr nachts bei
    den letzten Folgen von "The Leftovers" schon die Augen zufallen, fühle ich
    mich nicht nur so richtig schön faul und vollgestopft, sondern bei einem

    Blick aus dem Fenster auf die schummrigschöne, regnerische Hafenkulisse,
    auch fast als wäre ich in Hamburg.
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  • Alghero - Perle der Westküste

    October 8, 2018 in Italy ⋅ ☁️ 21 °C

    Alghero ist uns gleich sympathisch, als Gregor und ich hier Sonntag Abend nach einer sehr kabbeligen Überfährt von Stintino aus ankommen.

    Der riesige Stadthafen liegt direkt unterhalb der Stadtmauern und nicht nur die Altstadt mit ihren vielen kleinen Gässchen, sondern auch die hübsche Barcelona-Promenade entlang des Hafens und der Stadtstrände haben es uns angetan, so dass wir beschließen noch einen Tag zu bleiben.

    Hier treffen wir auch auf ein älteres deutsches Pärchen, die ebenfalls von Deutschland aus hierher gesegelt sind und uns viele wertvolle Tipps für die Weiterfahrt nach San Pietro und Tunesien geben. Den Montag nutzen wir um endlich mal wieder unsere Klamotten zu waschen, durch die Altstadt zu flanieren und genießen ein leckeres Mittagessen in einem der zahlreichen Restaurants.
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  • Chillen in der Hängematte

    October 12, 2018 in Italy ⋅ 🌙 21 °C

    In einer Hängematte kann man keine Sorgen haben. Das ist meine Erkenntnis des Tages, während ich in einer solchen vor mich hinschaukel, Kaffee trinke und diesen Blog schreibe.

    Gestern Morgen, kurz vor unserer Abfahrt aus Bosa, hat Gregor unsere Hängematte, die wir seit Worms ungenutzt mit uns mitschleppen zwischen Bug und Mast befestigt und damit einen absoluten Traumplatz geschaffen.

    Es ist unbeschreiblich, wie frei man sich hier fühlt, wenn der Wind einem als angenehm kühle Brise um die Nase weht und man vor sich nichts sieht als die endlose Weite des Mittelmeeres, während einem gleichzeitig die Sonne auf den Bauch scheint und man von den sanften Wellen leicht hin und her geschaukelt wird wie in einer Wiege.

    In einer Hängematte lässt es sich echt gut leben, habe ich festgestellt und sie daher auch seit gestern Morgen nur zum Schlafen verlassen, wobei auch das hier super einrichten ließe;)

    Gregor hat gerade angekündigt, dass er heute dran sei mit der Matte. Das heißt wohl, dass ich heute steuern muss. Es wird höchste Zeit, dass wir Personal einstellen! Und eine zweite Hängematte aufhänge:-)

    Must-Haves für die Hängematte:

    1."Days like this" von Van Morrison
    2. Kaffee oder ein kühles Getränk
    3. Ein gutes Buch oder dieser Blog;)
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  • San Pietro - La Isla Bonita

    October 13, 2018 in Italy ⋅ ☁️ 19 °C

    Seit ich vor einigen Jahren einen Reisebericht über San Pietro in einer Zeitschrift gelesen habe. hat es mir diese Insel angetan. die man nur mit der Fähre bzw. dem eigenen Boot erreichen kann und die schon Madonna vor Urzeiten als Isla Bonita besungen hat.

    San Pietro - heutzutage auch Carloforte genannt - mit seinen vielen bunten Häuschen, den pittoresken Gässchen und seinen freundlichen und aufgeschlossenen Einwohnern ist wirklich malerisch und hält. was der Zeitungsartikel verspricht. Eine tolle, sehr ursprüngliche Insel mit einem lebhaften. aber dennoch wenig überlaufenen Stadtkern und einem modernen Hafen inklusive einer neuen. hübsch gestalteten Capitaneria. Mi piace!
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  • Sinken vs. Erschossen werden

    October 15, 2018 in Italy ⋅ ☁️ 24 °C

    6.30 Uhr am Montag Morgen, es wird allmählich hell draußen und Gregor und ich stellen uns gegenseitig die Frage: Bleiben wir hier und werden vom Militär erschossen oder fahren wir und gehen im Sturm unter?

    Wie sind wir bloß in diese Zwickmühle geraten? Also das kam so:

    Als wir am Sonntag Nachmittag gegen 15 Uhr San Pietro verlassen, sind wir noch guter Dinge: Die Sonne lacht, es weht ein ordentliches Lüftchen, das wir aber zum Segeln nutzen können und wir haben gute Laune.

    2 Stunden später sieht die Lage deutlich anders aus: Wellen und Wind sind immer stärker geworden und kommen uns jetzt direkt entgegen, wir bergen die Segel und suchen Schutz hinter einer unbewohnten Insel südlich von San Pietro. Wir ankern dort und denken, wir hätten einen guten und relativ ruhigen Ankerplatz für die Nacht gefunden, doch ein Blick auf die Karte macht uns einen Strich durch die Rechnung: Wir befinden uns an der Grenze zu einem ziemlich großen Militärsperr- und Schießgebiet, das sich rund um Capo Teulada erstreckt - und da müssen wir durch, wenn wir es in 2 Tagen nach Cagliari zum Flughafen schaffen wollen.
    Gregor hat nämlich einen Geschäftstermin, daher drängt die Zeit. Nach einem Anruf in der Hafenmeisterei unseres letzten Ports in San Pietro, ist uns klar: Wir müssen noch heute durch das Militärgebiet, denn heute ist Sonntag und da wird nicht geknallt, aber ab Montag Morgen schon.

    Inzwischen ist es aber 18 Uhr, d.h. es bleibt noch etwa 1 Stunde bis zum Sonnenuntergang. Bis Chia, bis zur nächstbesten Ankerbucht, sind es aber noch knapp 50 Kilometer, das bedeutet bei dem derzeitigen Wind und Wellengang mindestens 5 Stunden Fahrt mit Shippy in der Dunkelheit.

    Hilft alles nix, wir müssen da jetzt durch, holen den Anker ein und stellen uns auf eine lange Nacht ein.

    Kaum ist die Sonne untergegangen, umfängt uns die pechschwarze Nacht, vom Mond ist nichts zu sehen und auch an der Küste leuchtet kein einziges Licht, nicht mal ein winziger Leuchtturm blinkt in der Ferne. Es ist stockduster und zu allem Überfluss werden die Wellen immer höher und Shippy, mit seinen beachtlichen 4-5 Tonnen knallt immer heftiger auf und gegen die Wellen, während Gregor und ich trotz mehrlagigen Zwiebellook nach kaum 3 Minuten pitschnass an Deck sitzen und versuchen die Richtung zu halten.

    Es ist so tiefschwarz, dass wir die Küste kaum vom Meer unterscheiden können und fast ausschließlich nach Navi fahren müssen. Ungefähr auf Höhe des Capo Teulada hat auch Shippy keine Lust mehr auf die kabbelige See und tut, was ein 40-Jahre-altes Boot in so einer Situation tun muss: er verabschiedet sich!

    Und mit er, meine ich seinen Motor. Denn der stottert zunächst, wird leiser und langsamer und geht dann schließlich ganz aus. Gregor und ich sehen uns an und denken beide gleichzeitig: Das war's! War schön dich kennenzulernen.

    Doch zu unserer Überraschung springt Shippy nochmal an und zwar lange genug, damit wir um die nächste Landzunge herumfahren können - nur um dort festzustellen, dass die Wellen und der Wind noch stärker sind und wir ohne jeglichen Schutz der See ausgeliefert sind.

    Irgendwie beruhigt es mich plötzlich, dass es so dunkel ist, weil ich so nicht im Voraus sehe, wie hoch die Wellen sind, die uns dann überspülen. Gregor ist mehr damit beschäftigt festzustellen, dass wir uns tatsächlich keinen Zentimeter fortbewegen, weil die Wellen einfach zu hoch und zu stark sind.
    Und Shippy hat wirklich überhaupt kein Bock mehr auf so einen Scheiß und geht aus! Und auch nicht mehr an.

    Die Wellen drücken uns immer mehr gegen die Felswand, während Gregor versucht uns mit der letzten Ruderwirkung um die Felsen in den Windschatten zu manövrieren, was ihm schließlich gelingt. Dort an der Leeseite der felsigen Landzunge hat das Wasser aber leider eine Tiefe von etwa 40 Meter, selbst ganz nah an der Felskante. Viel zu tief also zum Ankern. Doch mit etwas Glück, das sich in dieser Nacht zum ersten Mal bemerkbar macht, finden wir eine Stelle, an der zwei Felsen im Wasser hervorstehen, dort ist es nur knapp 5 Meter tief und wir werfen unseren Anker. Ich wähle die Nummer der italienischen Küstenwache und die internationale Notrufnummer, doch als ich nach mehreren erfolglosen Anläufen endlich durchkomme, spricht am anderen Ende niemand Englisch und nach einigen verzweifelten Versuchen auf Italienisch unsere Notlage zu erklären, bekomme ich mehr und mehr das Gefühl einen etwas lethargischen Italiener beim gemütlichen Fernsehabend gestört zu haben.

    Es ist inzwischen kurz nach Mitternacht, doch da es trotz Anker und Windschatten immer noch superkabbelig ist, beschließen Gregor und ich in Schichten zu Schlafen und Ankerwache zu halten. Das geht so bis halb 7 am Montag Morgen, bis Gregor und ich uns die bereits bekannte "Regen-oder-Traufe"-Frage stellen.

    Nach kurzen Überlegen entschließen wir uns dazu, das Vorsegel hochzuziehen und einen erneuten Anlauf um die Landzunge zu machen, diesmal hoffentlich mit Unterstützung von Shippys Motor. Der springt auch zunächst an, lässt uns dann aber kurz hinter der Landzunge wieder im Stich. Zu allem Überfluss sind die Wellen diesmal noch höher und der Wind noch stärker als in der Nacht und wir bewegen uns wieder kaum vorwärts, das Vorsegel wird vom Wind derartig mitgenommen, dass es irgendwann reißt und wir schleunigst umdrehen um wieder Schutz an unserem nächtlichen Ankerspot zu suchen.
    Dann doch lieber erschossen werden.

    Als wir schließlich wieder an dem Punkt sind, dass auch das keine günstige Lösung zu sein scheint, beschließen wir den Notfallknopf von Libify zu betätigen, auf den meine Mutter bestanden hat, dass ich ihn mitnehme.
    In meinem Kopf habe ich das Gerät zugegebenermaßen ziemlich oft belächelt und "Schwester Iris"-Notfallknopf genannt, verbunden mit der Erwartung, dass ein ambulantes Pflegeteam in weißen Opel Corsa mit Werbeaufschrift zu unserer Rettung eilen würde.
    Was für eine Ironie des Schicksals, dass es nun tatsächlich dieser Knopf sein sollte, der uns aus unserer Notlage rettete. Denn zwei Stunden nach Betätigen des Alarms und dem Erstkontakt zur Notrufzentrale ist es nicht Schwester Iris die in ihrem Corsa angebraust kommt, sondern ein robustes Marineschiff des Italienischen Militärs.

    Die vier Marinesoldaten an Deck haben uns schnell entdeckt, Shippy ein Abschleppseil verpasst und uns aufgefordert die Ankerleine zu kappen.
    Über die immer noch sehr kabbelige See werden wir zum nächstgelegenen Schifferhafen Porto Pino abgeschleppt. Dort diskutieren die drei Jungs von der Küstenwache, die sich auf halben Wege mit ihrem Boot auch noch zu uns gesellt haben, erstmal einige Stunden mit den Militärs, was denn nun weiter mit uns geschehen soll, während die Marinesoldaten Selfies mit mir machen und mich mit Süßigkeiten und Getränken versorgen und Gregor als Kaptän auf Shippy sitzen gelassen wird. Irgendwann wird Shippy schließlich an einer Ankerboje festgemacht und wir werden von der Küstenwache ohne ein weiteres Wort auf dem Steg abgesetzt.

    Zum Glück sind die Fischerleute in Porto Pino super lieb und hilfsbereit, besorgen einen Mechaniker, der Shippys Motor in weniger als 2 Stunden wieder zum Laufen kriegt, bringen uns in ein nettes Restaurant, damit auch Gregor endlich was zu essen kriegt, gehen Abends noch mit uns einen Trinken und bringen uns sogar zum Flughafen nach Cagliari.

    So endet die Geschichte von der Nacht und dem Tag des 15. Oktobers 2018, die für Gregor und mich die abenteurlichste der ganzen Reise war. Und für Shippy vielleicht sogar DAS Abenteuer seines Lebens.
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  • Cagliari & der Süden Sardiniens

    October 24, 2018 in Italy ⋅ 🌙 21 °C

    Am Wochenende wird im Militärgebiet um das Capo Teulada nicht geschossen, so dass wir Samstag Mittag erfolgreich unseren Anker bergen konnten, der immer noch zwischen den beiden Felsen hinter "unserer" schützenden Felswand lag, wo wir in am Montag Morgen bei unserer Rettungsaktion zurücklassen mussten.

    Samstag Abend ankern wir in einer hübschen Bucht kurz vor Chia und Sonttag Abend erreichen wir schließlich Cagliari. Wir legen in der Marina Piccola am östlichen und sehr langen Stadtrand von Cagliari an, die zwar ganz hübsch gelegen, aber mit 45€ auch der teuerste Hafen ist, in dem wir bis jetzt gehalten haben. Wir können den Hafenmeister auf 40€ runterhandeln und kriegen am nächsten Tag nochmal einen Preisnachlass, da der Strom über Nacht ausgefallen ist und die zum Hafen gehörigen Toiletten und Duschen entweder unter aller Sau oder gar nicht erst betretbar sind. So schlechte sanitäre Einrichtungen hatten wir auf unserer ganzen Reise noch nicht, was zusammen mit dem überteuerten Preis ziemlich paradox wirkt.

    Jedenfalls verbringen Gregor und ich hier zwei schöne Tage, gehen in einem Restaurant am Strand essen und alssen den Tag bei einem Drink ausklingen.

    Nun sind wir in einer kleinen Bucht nördlich des Torre die Chia, in der wir auch heute Nacht ankern werden, bevor die Reise weitergeht.
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  • Geil, schon wieder nicht gestorben!

    October 25, 2018 in Italy ⋅ 🌙 22 °C

    PENG! Gregor und ich schrecken gleichzeitig hoch und wissen, obwohl wir
    vor fünf Sekunden noch tief und fest geschlafen haben, beide sofort was
    passiert ist: Wir sind anscheinend auf Grund gelaufen. #stahlboot

    Während wir an Deck laufen, fällt mir ein, dass ich gestern Nachmittag gar
    keine Felsen im Wasser sehen konnte und wie sich herausstellt sind wir auch
    nicht auf einen Felsen geknallt, sondern an den Sandstrand.

    Verwirrt sieht Gregor mich an: "Wir stehen ja an Land!" "Ist doch toll. Du
    wolltest doch immer mal mit Shippy direkt an den Strand fahren”, erwidere
    ich müde.

    Zum Glück stecken wir nicht fest, so dass wir uns am Anker wegziehen
    können, um danach nochmal neu den Anker zu werfen.

    Es dauert nicht lange, da liegen wir beide wieder in der Koje und schlafen
    tief und fest. Die Nacht war anstrengend, weil wir uns an der Überfahrt nach
    Tunesien versucht haben. Eine Strecke von 186km. Wir sind um Mitternacht
    losgefahren, nachdem Gregor und ich Shippy am Vortag auf Vordermann
    gebracht haben, das Segel genäht, etc.
    Shippy schien jedoch weniger Lust auf Tunesien zu haben, denn nach 12
    Kilometern streikte mal wieder sein Motor und so mussten wir umdrehen
    und gegen die Wellen zurück zur sardinischen Küste segeln. Nur brauchten
    wir diesmal über 3 Stunden für die Strecke, die vorher eine Stunde in
    Anspruch genommen hatte.
    Als wir gegen halb 5 wieder unseren vorherigen Ankerspot unterhalb des
    Torre de Chia erreichten, waren wir nicht nurübermüdet, nass und
    durchgefroren, sondern hatten auch vollends den Kaffee auf.

    Nachdem wir den Anker geworfen hatten, sah Gregor mich an und sagte in
    wehmütigen Ton: " Ich will nach Hause!” und ich stimmte ihm zu.. Aber: Geil,
    wir sind schon wieder nicht gestorben!
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  • Bey Bey Shippy

    October 28, 2018 in Italy ⋅ 🌧 16 °C

    Was soll ich noch sagen? Die Überschrift spricht für sich. Nach einer wundervollen Zeit auf und mit Shippy, hieß es am Sonntag Morgen Abschied nehmen von unserem liebgewonnenen, 42-jährigen, stahlharten Oldtimer. Sein Yanmar-Herzchen wollte einfach nicht mehr regelmäßig schlagen. trotz mehrfach durchgeführten Operationen am offenen Motor.

    Wir hatten eine wundervolle. abenteuerliche. fantastische. unvergessliche, teils stürmische, aber meist sonnige und unbekümmerte Zeit. Großartige. unbeschwerte und traumhafte dreienhalb Monate liegen hinter uns.

    Für Gregor und mich war es eine unglaublich tolle Erfahrung und das größte und schönste Abenteuer, das wir je unternommen haben in unserem Leben und wir können jedem (vor allem auch den jungen Lesern), der auch nur im Ansatz von so einer Bootsreise, einem Segeltrip träumt, nur ans Herz legen: Sail away. dream your dream.

    Für Gregor und mich geht die Reise noch ein bisschen weiter, wir verbringen noch einige Tage in Rom. bevor uns der deutsche Herbst schließlich willkommen heißt, und Shippy verbringt seinen Lebensabend auf Sardinien, wo er in Porto Pino bei einem befeundeten Fischer ein neues Zuhause gefunden hat.

    Bye, bye Shippy. Schön war's mit dir!
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  • Bella Roma

    October 29, 2018 in Italy ⋅ 🌧 20 °C

    Auch wenn die Zeit auf Shippy für uns am Sonntag zu Ende ging, so geht die Reise für uns zumindest noch ein paar Tage weiter. Wir haben uns nämlich entschieden nach Rom zu fliegen, wo wir beide noch nie waren. und die Reise dort bei angenehmen 20 Grad ausklingen zu lassen bevor es nächste Woche nach Hause ins herbstliche Deutschland geht Ein kleiner Puffer also damit der Kultur- und Temperaturschock nicht allzu heftig wird.
    Und damit lagen wir goldrichtig, denn die Stadt ist wirklich ein traumhaft schön. Man hat die ganze Zeit das Gefühl durch eine riesige, antike Auagrabungsstätte zu laufen. An jeder Ecke wimmelt es von imposanten Gebäuden und Ruinen sowie hübschen Plätzen mit einer Vielzahl von gemütlichen Cafés und Restaurants mit rot-weiß-karierten Tischdecken:-)

    Direkt am Montag haben wir uns das Kolloseum angesehen. mussten unsere Besichtigung jedoch leider nach einer halben Stunde abbrechen, da alle Sehenswürdigkeiten in Rom aufgrund eines Sturnes mit Windgeschwindigkeiten von 100km/h geschlossen wurden. Übrigens blieben auch die Schulen sowie die meisten Büros geschlossen und es wurde allgemein empfohlen zu Hause bzw. im Hotel zu bleiben.

    Wir waren heilfroh. dass wir in diesem Sturm nicht mit Shippy unterwegs waren. Ein besseres Timing konnte es wirklich nicht geben. da wir von Palmiro. Shippys neuem Besitzer. erfuhren, dass auch in Porto Pino die Welt unterging mit heftigen Böen und über 5 Meter hohen Wellen! (s. Foto)

    Shippy hat zwar nasse Segel bekommen, aber den Sturm hat er zum Glück überlebt!

    Tipp: Das Best Pantheon B&B ist sehr zu empfehlen. es liegt fußläufig zu allen großen Sehenswürdigkeiten. ist richtig stylisch und modern eingerichtet und sehr sauber. Außerdem bekommt man ein leckeres Frühstück im Cafe nebenan dazu. (s. Foto)
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  • Arrivederci Roma!

    November 6, 2018 in Italy ⋅ ☁️ 20 °C

    Es ist soweit. Die Reise und dieser Blog ist zu Ende.

    Wir hatten eine wundervolle Zeit auf Shippy. auf der Mosel. dem Vogesenkanal. der Saone. der Rhone und dem Mittelmeer und jetzt zum Schluss in Rom.

    Jetzt sitzen wir am Flughafen in Rom und freuen uns auf Zuhause. Auf unsere Familie. unsere Freunde. Glühwein und Spekulatius.

    Danke, dass ihr diesen Blog verfolgt habt.

    Ich wünsche euch allen eine fantastische Vorweihnachtszeit und hoffe, dass ihr bei unserer nächsten Reise wieder mit an Bord seid.
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    Trip end
    November 6, 2018