L‘Aquila
October 15 in Italy
☁️ 15 °C
Heute waren wir wieder in L’Aquila, der Landeshauptstadt der Abruzzen. Obwohl wir schon oft dort waren, fasziniert uns die Stadt jedes Mal aufs Neue.
Das verheerende Erdbeben von 2009 hat tiefe Spuren hinterlassen. Es kostete Menschenleben, zerstörte zahlreiche Gebäude und legte große Teile der historischen Altstadt für lange Zeit lahm. Viele Bereiche waren abgesperrt und als „rote Zone“ gekennzeichnet. Doch auch nach dem Beben kehrten wir jedes Jahr zurück. So konnten wir miterleben, wie Schritt für Schritt wiederaufgebaut wurde. Noch immer liegt viel Arbeit vor der Stadt – und doch kehrt mit jedem Jahr mehr Leben zurück.
Heute flanieren wieder Einheimische und Besucher über den Corso Vittorio Emanuele. In den Straßencafés wird verweilt, und in den Gassen und auf den Plätzen genießt man ein gemütliches Mittagessen. Es ist schön zu sehen, wie L’Aquila nach all den schweren Jahren wieder mit Leben erfüllt ist.
Bei jedem Besuch nehmen wir uns eine besondere Sehenswürdigkeit vor. Beim letzten Mal beschäftigten wir uns mit Papst Coelestin V., dem „Papst, der keiner sein wollte“. Dieses Jahr führte uns unser Weg in die wunderschöne Basilika San Bernardino.
Schon beim Betreten empfing mich eine besondere Stille. Es war, als bliebe der Lärm des Alltags draußen. In dieser Ruhe konnte ich innehalten und etwas von dem Frieden spüren, für den der heilige Bernardino stand.
Mein Blick wanderte immer wieder zur kunstvoll verzierten Decke. Besonders die Sonne mit den Buchstaben IHS – dem Zeichen für den Namen Jesu – zog mich in ihren Bann. Die vielen Details und die prachtvolle Gestaltung ließen mich staunen. Ich wusste kaum, wohin ich zuerst schauen sollte.
Auch das Grabmal des heiligen Bernardino beeindruckte mich. Die Figur wirkte auf mich so groß und eindrucksvoll, dass ich mich fragte, ob die Menschen damals tatsächlich so groß gewesen sein konnten. Natürlich ist das Grabmal ein Kunstwerk – doch seine Größe und Ausstrahlung überraschten mich sehr.
Der Besuch war für mich mehr als eine Besichtigung. Inmitten der stillen Atmosphäre, der beeindruckenden Kunst und der Gedanken an den heiligen Bernardino konnte ich für einen Moment zur Ruhe kommen und Frieden spürenRead more














