• Sprinterwegs
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Südamerika

Ein Jahr unterwegs in Südamerika mit unserem Sprinter. Grobe Planung: Montevideo - Ushuaia - Cartagena. Alles Weitere ergibt sich.... Lue lisää
  • San Agustín

    2. elokuuta 2024, Kolumbia ⋅ ☀️ 22 °C

    Gestern hat der Regenwald seinem Namen alle Ehre gemacht - es regnet den ganzen Tag. Wir nutzen das Wetter, um weiter nach Norden zu fahren. Bei San Agustín finden wir einen netten Stellplatz im Garten eines Hostels inmitten von Kaffeeplantagen.
    Heute morgen dann wieder strahlender Sonnenschein. Wir machen einen größeren Spaziergang zum Parque Arqueológico San Agustín. Wieder eine über 2000 Jahre alte Kultur, über die fast nichts bekannt ist. Weder wo sie herkommt, noch warum sie vor gut 500 Jahren ausgestorben ist. Es gibt ein kleines Museum und es führt ein herrlicher Weg durch einen Laub- und Bambuswald durch den Komplex. Es gibt mehrere Grabhügel und unzählige Statuen mit teils menschlicher, teils tierischer Symbolik zu sehen. Alle Erklärungen sind auch auf Englisch und größtenteils im Konjunktiv gehalten, man weiß einfach zu wenig über die Kultur. Auf dem Rückweg gönnen wir uns noch ein kolumbianisches Almuerzo. Insgesamt eine schöne, über vierstündige Runde durch den Park.
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  • Desierto de la Tatacoa

    6. elokuuta 2024, Kolumbia ⋅ ☀️ 32 °C

    Wir bleiben noch einen weiteren Tag in San Agostin und machen uns dann auf nach Norden in die Desierto de la Tatacoa, die Klapperschlangenwüste. Eine kleine, nur gut 300 km2 große Savannen- und Wüstenlandschaft, in der es bis über 40 Grad heiß werden kann. Wir haben Glück, es ist teilweise bewölkt und nur gut 30 Grad warm. Es gibt tolle graue und rote Errosionsformationen, es erinnert ein bisschen an den Bryce Canyon und die Badlands in den USA. Als besonderes Schmankerl finden wir ein Schwimmbad mitten in der Wüste.
    Wir übernachten an einem schönen, neuen Wüsten-Hostel mit Campingplatz im Valle del Cardón. Relaxte Atmosphäre, gutes Essen und Schattenplätze für unsere Hängematten.
    Klapperschlangen sind uns übrigens bis jetzt noch keine begegnet.
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  • Bogotá

    10. elokuuta 2024, Kolumbia ⋅ ⛅ 19 °C

    In den letzten Monaten haben wir immer einen Bogen um Großstädte wie Lima und Quito gemacht. Dafür geben wir uns jetzt Bogotá, mit fast 10 Mio Einwohnern eine der größten Städte Südamerikas. Wir stehen quasi mitten in der Stadt auf einem bewachten Parkplatz und brauchen mit Uber trotzdem noch über 30 min ins Zentrum. Die zwei Tage vergehen wie im Flug. Bogotá ist bunt und laut. Abends sind wir von Lärm und Hektik der Stadt erschlagen.
    Auf einer Free Walking Tour lernen wir wieder viel über die kolumbianische Geschichte. Highlight aber ist das Goldmuseum. Hier ist so ziemlich sämtlicher präkolumbianischer Goldschmuck, der nicht von den Spaniern geraubt und vor dem Transport nach Europa eingeschmolzen wurde, ausgestellt. Gold hatte in den präkolumbianischen Kulturen keinen materiellen Wert und wurde ausschließlich zu Schmuck und Kultgegenständen, vor allem auch als Grabbeigaben verarbeitet. Das Museum gibt mit über 35.000 Exponaten einen phantastischen Überblick über 4000 Jahre Goldschmiedekunst in Südamerika.
    Aber auch das Boteromuseum begeistert uns. Botero, der ursprünglich aus Kolumbien stammt, vermachte seine Sammlung dem Staat unter der Auflage, sie in einem Museum ohne Eintrittsgebühr der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Das Museum zeigt nicht nur seine Werke, Botero war auch Kunstsammler und so sind auch viele Werke des Impressionismus und der klassischen Moderne von unter anderem Monet und Degas bis Picasso und Beckmann zu sehen. Ein tolles Museum, mit genau der richtigen Größe, dass es einen nicht erschlägt.
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  • Villa de Leyva

    12. elokuuta 2024, Kolumbia ⋅ ⛅ 22 °C

    Villa de Leyva ist ein Ort mit gut erhaltener Kolonialarchitektur. Einer der schönsten, den wir bis jetzt besucht haben. Ca. 200km nördlich Bogotá ist es ein beliebter Ausflugsort für die Hauptstädter. Es gibt unzählige nette Restaurants und Hotels. Aber jetzt unter der Woche ist es sehr angenehm, wir genießen es durch das Städtchen zu schlendern.
    Wir entdecken einen Schokoladenladen, aus dem wir nicht ohne mehrere Tafeln handgemachter Schokolade rauskommen. Beim Mittagessen halten wir uns zurück und nehmen nur eine Ajiaco Criollo Suppe, eine kolumbianische Spezialität, die wir schon in Bogotá probiert hatten. Abends gibt es dann Lasagne aus dem Omnia. Sehr lecker, fast wie zu Hause. Dazu den obligatorischen Malbec.
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  • Piedra el Peñol

    14. elokuuta 2024, Kolumbia ⋅ ☀️ 22 °C

    Von Villa de Leyva sind es über 400km nach Medellín. Die Strecke geht durch eine ehemalige FARC Hochburg. Hier haben sich in den 1980er und 90er Jahren Guerillas und Todesschwadrone blutige Kämpfe geliefert. Ganze Landstriche wurden dabei entvölkert. Auch Pablo Escobar hatte hier sein Märchenschloss. Bis heute hat der Staat keine hundertprozentige Kontrolle über das Gebiet. Wir erkundigen uns, ob die Strecke sicher sei und jeder bestätigt uns “null problemo, es seguro”. Uns wird lediglich davon abgeraten, außerhalb der Ortschaften zu übernachten.
    Wir entschließen uns, in einem Rutsch bis Guatapé, einem touristischen Ort 50km vor Medellín durchzufahren. Eine tolle Strecke, erst auf und ab durch die Berge, dann durch das tropische Tal des Rio Magdalena, zum Schluss wieder hoch zum Stausee Embalse del Peñol. Insgesamt brauchen wir fast 10h für die knapp 400km.
    Heute vormittag erklimmen wir die 659 Stufen des Piedra el Peñol, einem skurril aus der Landschaft ragenden Granitblock. Erinnert irgendwie an eine Mischung aus Zuckerhut in Rio und den Felsen der Meteoraklöster in Griechenland. Von oben hat man einen spektakulären Blick auf die zerklüftete Seenlandschaft des Embalse del Peñol, dessen Kraftwerke Medellín mit Energie versorgen.
    Nachmittags geht’s dann weiter nach Medellín.
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  • Medellín

    15. elokuuta 2024, Kolumbia ⋅ ☀️ 27 °C

    Seit gestern stehen wir inmitten eines schicken Wohngebiets in Medellín. Den Platz haben wir von anderen Overlandern in San Agostin empfohlen bekommen und er liegt wirklich ideal. 5min zur Metro und in unter 15min ist man mit dem Uber im Zentrum. Neben uns stehen noch zwei weitere Busse mit einer Familie aus Argentinien und einem Pärchen aus Argentinien und Guatemala. Wir kommen sofort ins Gespräch und uns wird wieder vor Augen geführt, warum wir uns in Argentinien so wohl gefühlt haben.
    Während des Bürgerkriegs in den 1980ern sind über 1 Million Menschen nach Medellín geflohen was zu einer unkontrollierten Ausbreitung der Stadt führte. In diesen Bezirken kam es dann zu Drogenkriegen, Schießereien und Bombenanschläge waren quasi an der Tagesordnung. Erst Anfang der 2000er wurde die Gewalt unter massivem Militäreinsatz und vielen zivilen Opfern beendet. Medellín war bis dahin die gefährlichste Stadt der Welt mit über 6000 Morden pro Jahr. Mittlerweile hat sich das Blatt komplett gewandelt. Es wurde massiv in Infrastruktur wie öffentlicher Verkehr, Schulen, Bibliotheken und Nachbarschaftsprojekte investiert. Man sieht zwar zum Teil noch extreme Armut, viele Obdachlose und offene Prostitution mitten in der Fußgängerzone, aber die Stadt ist zumindest tagsüber sicher.
    Auf dem palmengesäumten Hauptplatz stehen Bronzeplastiken des berühmtesten Sohns der Stadt, Fernando Botero. Wir machen wieder eine Free Walking Tour und nachmittags besuchen wir das Museo Antioquía, wo es natürlich wieder unzählige Werke von Botero zu sehen gibt. Gegen Abend fahren wir noch eine Runde mit der Hochbahn und einer der Seilbahnen, um die Stadt von oben zu betrachten.
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  • Comuna 13

    16. elokuuta 2024, Kolumbia ⋅ ⛅ 27 °C

    Heute besuchen wir noch die Comuna 13, lange Zeit eines der gefährlichsten Stadtteile Medellíns. In den letzten Jahren hat es sich allerdings zu einem bunten Touristenspot gewandelt. Eine Mischung aus Disneyland und Ballermann.
    Wir machen eine Walking Tour durch das Viertel mit einem „echten“ Bewohner des Viertels, und seine Erklärungen zur Geschichte und Wandlung von einem der gefährlichsten Gebiete in eine bunte, laute und fröhliche Nachbarschaft sind super interessant und lassen einen den Ballermann-Teil ausblenden. Wo früher von den Todesschwadronen halböffentliche Erschießungen inszeniert wurden, ist jetzt ein Fußball- und Basketballplatz, im Andenken an einen dreijährigen Jungen, der zwischen die Fronten geriet und erschossen wurde, wurde ein Platz mit bunten Rutschen errichtet, überall Farben, Musik und bunte Graffities. Zur Verbesserung der Anbindung an die Innenstadt wurde eine Seilbahn sowie Rolltreppen gebaut. Aber noch immer gilt: Je weiter oben am Berg, desto ärmlicher. Das ganze Viertel ist mittlerweile an die städtische Infrastruktur mit Wasser, Abwasser und Strom angeschlossen. Es ist größtenteils selbstverwaltet und die Geschäfte sind von der Steuer befreit. Mit all diesen Maßnahmen hat man den Wandel geschafft. Wäre es 2016 als Tourist noch undenkbar gewesen, das Viertel zu betreten, kann man sich mittlerweile selbst abends bedenkenlos dort aufhalten.
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  • Barichara

    18. elokuuta 2024, Kolumbia ⋅ ☀️ 29 °C

    Von Medellín geht es wieder nach Osten. Auf teils bester Autobahn kommen wir flott voran. Wir wollen nach Barichara, angeblich das schönste Kolonialdorf in Kolumbien. Doch dummerweise haben wir auf der Karte einen Gebirgszug übersehen. Aus der Autobahn wird eine Gebirgsstraße mit unzähligen Serpentinien, über die sich auch unzählige LKW im Schritttempo hochschleppen. Die Straße zieht sich über einen Grat und wir werden mit tollen Aussichten in die darunterliegende Schlucht entschädigt. An einem Ausflugslokal stoppen wir. Wir dürfen auf dem Parkplatz übernachten, der Restaurantbesitzer zeigt uns sogar WC und Duschen, die wir mitbenutzen dürfen. Wir sind mal wieder begeistert von der kolumbianischen Gastfreundschaft. Selbstverständlich gehen wir in dem Restaurant Abendessen. Leckere lokale Kost, natürlich sehr fleischlastig. Spezialität: Ziege.
    Am nächsten Morgen ist im nächstgrößeren Ort erst mal Service angesagt: Großeinkauf im Supermarkt und auf dem Gemüsemarkt, an der Tankstelle Diesel- und Wassertanks auffüllen und zuletzt gönnen wir unserem Sprinter noch eine gründliche Außenwäsche.
    Danach geht es endlich nach Barichara. Das komplette Dorf ist im weißen Kolonialstil gehalten. Wenn die Autos nicht wären, würde man sich 200 Jahre in die Vergangenheit versetzt fühlen. Wir stehen am Ortsrand an der Klippe ins Tal. Heute ist Sonntag und viele Sonntagsausflügler sind unterwegs. Dauernd kommen sie an unseren Bus, wir kommen vor lauter Fragen beantworten und Hände schütteln gar nicht zum Siesta machen.
    Abends gehen wir nochmal ins Städchen für ein Kaltgetränk und Abendessen am belebten Plaza.
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  • Camping Guaimaro

    20. elokuuta 2024, Kolumbia ⋅ ☀️ 25 °C

    Gestern sind wir nur 3km weit gekommen. Gleich hinter Barichara entdecken wir einen Campingplatz, der von einem holländischen Pärchen betrieben wird. Sie haben eine ehemalige Tabakfarm in ein kleines Paradies verwandelt. Schattige Stellplätze, eine gemütliche Gemeinschaftsküche und liebevoll gestaltete open-air Sanitärs. Unserer Meinung nach der bisher schönste Campingplatz in Südamerika. Bis auf zwei Volunteers sind wir die einzigen Gäste. Eigentlich wollten wir nur einen Tag bleiben, aber jetzt sind drei draus geworden.
    Heute machen wir eine kleine Wanderung auf alten, von den Spaniern vor 400 Jahren angelegten Wegen in den kleinen Weiler Guane. Hier scheint die Zeit vollends stehengeblieben zu sein. Weißgetünchte Häuser, Kopfsteinpflaster und bis auf Ziegenhirten, die ihre Herde durchs Dorf treiben und ein paar Touristen wie wir nichts los. Zurück zum Campi nehmen wir uns eins der hier in Kolumbien auch allgegenwärtigen Tuktuks.
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  • Área Natural Única Los Estoraques

    22. elokuuta 2024, Kolumbia ⋅ ⛅ 24 °C

    Mit schweren Herzen reißen wir uns von Guaimaro los. Auf kleinen, unasphaltierten Straßen geht es durch die Berge langsam nach Norden. Auf Nachfrage war uns versichert worden, dass die Strecke gut fahrbar sei. Als wir links und rechts der Straße größere Cocaplantagen entdecken, stellt sich jedoch ein etwas mulmiges Gefühl ein. Aber der Rest fühlt sich normal an, die Menschen an der Straße und in den Dörfern sind alle freundlich wie immer. Zu medizinischen Zwecken darf Coca auch legal angebaut werden. Vielleicht ist es ja das.
    Heute ging es dann weiter nach Norden und dann wieder ein Stückchen nach Osten in die Berge, nach La Playa de Belén. Bei einer Straßensperre des Militärs werden wir von den schwer bewaffneten Soldaten mit Handschlag begrüßt. Die Soldaten fragen höflich, wo wir herkommen und wo wir hinwollen und ob sie unseren Bus mal von Innen sehen können.
    Ziel ist das Área Natural Única Los Estoraques. Eine weitere Errosionslandschaft mit teils spektakulären Felsformationen. Am Eingang werden wir von einem Ranger freundlich empfangen, wir sind die ersten und einzigen Besucher heute und können auf dem Parkplatz am Eingang des Parks übernachten. Ein schöner Rundweg führt über und zwischen die Felsen, es macht Spaß, sich durch schmale Gänge zwischen den Felsspitzen durchzuschlängeln.
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  • Mompós

    23. elokuuta 2024, Kolumbia ⋅ ⛅ 27 °C

    Wir verlassen endgültig die Berge und kommen in das breite Delta des Río Magdalena. Es wird richtig heiß und schwül. Wir fahren nach Mompós. Mit ihrer Kolonialarchitektur ist die Stadt UNESCO Weltkulturerbe. Auch Alexander von Humboldt war schon hier. Die Architektur und auch das Lebensgefühl strahlen schon deutlich einen karibischen Einfluss aus. Wir finden einen Stellplatz neben einer Kolonialkirche direkt an der Uferpromenade. Auf einem Pontonboot machen wir eine gechillte Flußfahrt in den Sonnenuntergang.
    Als wir vom Abendessen zu unserem Bus zurückkommen, findet auf dem Platz vor der Kirche ein öffentliches Gelöbnis statt. Bei einer solchen Militärpräsenz fühlen wir uns gut behütet.
    Obwohl wir alle Fenster aufhaben, kühlt es nicht ab im Bus. Minuten nach der kühlen Dusche sind wir wieder durchgeschwitzt. Plötzlich geht ein tropischer Gewitterregen auf uns nieder, es kühlt etwas ab und wir können richtig gut schlafen.
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  • In der Karibik angekommen

    27. elokuuta 2024, Kolumbia ⋅ ☀️ 29 °C

    Am vergangenen Samstag sind wir in der Karibik angekommen. Ein unwirkliches Gefühl, im eigenen Auto die Karibikküste entlangzufahren. Vor ziemlich genau 8 Monaten standen wir in den Fjorden Feuerlands und haben die ins Meer kalbenden Gletscher bestaunt. Und jetzt stehen wir unter Palmen am Karibikstrand.
    Einziger Wermutstropfen dabei ist, dass wir so langsam ans Ende unserer Reise kommen. Die Fähre für den Bus und unser Heimflug sind gebucht. Die letzten zwei Wochen werden wir es ruhig angehen lassen und hier am Strand verbringen. Edith und Alex, die wir in Montevideo im Hafen kennengelernt und im letzten Jahr immer mal wieder getroffen hatten, sind auch schon hier. Wir werden zusammen mit dem gleichen Schiff zurück verschiffen.
    Zur Zeit ist Nebensaison und so stehen wir fast alleine am Strand. Wir achten darauf, nicht direkt unter einer Kokospalme zu stehen. Denn ab und an fällt eine Nuss mit Getöse vom Baum. Mit der Zeit optimieren wir das Öffnen. Frische Kokosnuss direkt vom Baum!
    Wir genießen das Nichtstun. Aus der Hängematte können wir die Fischer beobachten, wie sie vor uns am Strand auf archaisch anmutende Art mittels eines Schleppnetzes fischen. Das Meer ist badewannenwarm, fast schon zu warm zum Abkühlen.
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  • Strandleben

    1. syyskuuta 2024, Kolumbia ⋅ ☀️ 29 °C

    Wir stehen jetzt schon seit einer Woche hier am Strand westlich von Palomino. So lange an einem Ort waren wir schon seit einem Jahr nicht mehr. Aber man gewöhnt sich dran. Und es ist wohl nicht die schlechteste Resozialisierung in Vorbereitung unserer Heimkehr. Über die ganze Woche verteilt führen wir abwechselnd Bewerbungsgespräche. Auch das ein weiterer Schritt zurück in unser altes Leben.
    Ansonsten vergehen die Tage unspektakulär, aber nie langweilig. Baden, Lesen, Kochen, Mittags eine Siesta in der Hängematte, und schon ist der Tag vorbei.
    Wir versorgen uns in Palomino, einem kleinen ehemaligen Fischerdorf und jetzt Hippie-Surfer-Spot mit kleinem Supermarkt und mehreren Obst- und Gemüseläden. Am Strand machen wir eine Bar ausfindig, in der Mittags ab 4 Uhr die Happy Hour beginnt. Es gibt sensationell gute Caipirinha und Mangodaiquiri für umgerechnet um die 2€. Da vergeht der Nachmittag wie im Flug.
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  • Vertreibung aus dem Paradies

    6. syyskuuta 2024, Kolumbia ⋅ ⛅ 30 °C

    Eigentlich hatten wir geplant, bis Freitag an unserem Traumstrand zu bleiben. Allerdings beobachten wir auch schon seit Tagen die Situation der LKW-Blockaden hier in Kolumbien. Die LKW-Fahrer streiken und blockieren immer mehr der Hauptverkehrsstraßen. Bisher war der Schwerpunkt weiter im Süden um Bogotá und Medellín, aber am Donnerstag gibt es auch erste Sperrungen auf unserer Strecke entlang der Küste nach Cartagena. Wir befürchten vor allem, dass die Brücken über den Río Magdalena blockiert werden. Wenn das der Fall ist, haben wir keine Chance, nach Cartagena zu kommen. Wir beschließen während des Frühstücks kurzfristig, zusammenzupacken und zumindest bis an die westliche Seite des Flusses zu fahren. Bis auf eine Blockade ist es ruhig auf unserer Strecke. Und dort werden wir durchgewunken, nur LKW können nicht passieren. Mal wieder Glück gehabt.
    Ca. eine Stunde vor Cartagena finden wir nochmal einen schönen Strand an einem Hotel mit Restaurant. Für ein geringes Entgelt dürfen wir den Pool und die Duschen sowie die Liegestühle am Strand nutzen.
    Morgen geht es dann endgültig nach Cartagena. Wir müssen noch das Auto für die Verschiffung vorbereiten und am Dienstag ist dann Abgabe im Hafen.
    Heute Mittag wurde bekanntgegeben, dass die Streiks ab sofort beendet sind…
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  • Abschied von unserem Zuhause

    8. syyskuuta 2024, Kolumbia ⋅ ⛅ 31 °C

    Gestern und heute haben wir unseren Sprinter aufgeräumt, geputzt und fertig für die Verschiffung gemacht. Zusammen mit Alex und Edith sowie Nery, den wir an der kolumbianischen Grenze kennengelernt hatten, stehen wir auf einem bewachten Parkplatz in der Nahe des Flughafens in Cartagena. Auf dem Parkplatz stehen hauptsächlich Sprinterbusse, die hier im Stadtverkehr eingesetzt werden. Sie werden hier auch gewaschen und wir dürfen die gesamte Infrastruktur, vor allem auch die Duschen mitnutzen. Es ist nämlich vor allem heiß. Und schwül. Und laut: Es ist Samstag Abend und so wird in der gesamten Nachbarschaft gefeiert. Und das heißt in Kolumbien vor allem Musik. Vor jedem zweiten Haus stehen riesige Lautsprecher, es schallen karibische Rhythmen durch die Straßen und die Menschen sitzen vor ihren Häusern und feiern. Eigentlich ganz nett, auf die Dauer ist die Kakophonie aus unterschiedlichsten Musikrichtungen gleichzeitig aber nichts für europäische Ohren.
    Es ist unsere letzte Nacht im Bus und wegen der Hitze und der Musik ist an Schlafen fast nicht zu denken. Beim Packen läuft uns die Brühe nur so runter, trotz regelmäßigem Duschen. Ich glaube, ich habe noch nie so geschwitzt.
    Heute sind wir dann in ein Airbnb umgezogen. 28. Stock, direkt am Strand. Und vor allem: mit Klimaanlage.
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  • Fahrzeugabgabe im Hafen

    11. syyskuuta 2024, Kolumbia ⋅ ☀️ 30 °C

    Die letzten zwei Tage war Sibylle mit Abgabe unseres Sprinters beschäftigt, während ich in unserem Airbnb in Hängematte und Pool ausharren musste. Den Hafen darf nämlich nur die in den Fahrzeugpapieren eingetragene Halterin betreten. Gestern war die Zollabfertigung dran. Diese bestand hauptsächlich aus dem Unterschreiben unzähliger Formulare, die von unserem Agenten vorbereitet worden waren. Heute dann die deutlich aufwändigere Drogenkontrolle. Dazu musste das Fahrzeug nochmals komplett ausgeräumt werden, dann kam der Drogenhund und beschnüffelte alles gründlich. Anschließend wieder alles einräumen, dann wurden alle Türen versiegelt. Morgen soll das Schiff anlegen und das Auto verladen werden.
    Wir werden uns die nächsten Tage noch Cartagena anschauen und am Montag heißt es für uns endgültig Adiós Südamerika.
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  • Cartagena

    14. syyskuuta 2024, Kolumbia ⋅ ☀️ 32 °C

    Nachdem wir jetzt schon fast eine Woche in Cartagena sind, endlich mal ein paar Bilder aus der Stadt und von unserem Airbnb.
    Wir wohnen in Marbella, einem nördlichen Vorort ca 1.5km von der Altstadt entfernt. Zusammen mit Edith und Alex teilen wir uns eine Wohnung im 28. Stock mit Blick auf die Stadt und den Strand. Zumindest vormittags und Abends, wenn es nicht allzu heiß ist, genießen wir unseren großen Balkon. Der Pool hat fast 50m und wir haben schon mal begonnen, wieder an unserer Fitness zu arbeiten. Für die Gym und das Laufband hat die Motivation allerdings noch nicht gereicht.
    Cartagena ist eine interessante Stadt. Lebhaft, bunt und laut. Hauptsaison ist von Oktober bis März, wenn hier täglich mehrere Kreuzfahrtschiffe anlegen. Aber auch jetzt dominieren in der Innenstadt die Touristen. Vor allem in den Stadtteilen innerhalb der Stadtmauer ist die Gentrifizierung quasi abgeschlossen. Die Kolonialgebäude sind größtenteils renoviert, überall Bars, Restaurants und Geschäfte, in denen sich kaum ein Einheimischer verirrt. Der außerhalb der Stadtmauer befindliche Stadtteil Getsemani stemmt sich bisher noch erfolgreich gegen die völlige Gentrifizierung. Eine tolle, quirlige Mischung aus Einheimischen und Touristen. Auch hier findet das Leben Abends auf der Straße statt, macht aber einen deutlich authentischeren Eindruck.
    Meist verbringen wir den Tag am Pool, um dann am späten Nachmittag in die Stadt zu gehen. Bummeln und Bars mit Happy Hour sowie nette Restaurants gibt es hier zuhauf.
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  • Adiós Südamerika, wir kommen wieder!

    16. syyskuuta 2024, Kolumbia ⋅ ☁️ 30 °C

    Gestern hatten wir noch viele „lasts“: Das letzte Mal in der Karibik baden, das letzte Mal ein leckeres Almuerzo in einem einfachen Hinterhofrestaurant, das letzte Club Colombia, ein letztes Mal zusammenpacken und weiterziehen…
    Nachmittags geht es dann zum Flughafen, in der Halle ohne Air Conditioning ein letztes Mal Schwitzen. Und schon sitzen wir im Flieger nach Europa. Cartagena - Stuttgart in 12.5 Stunden. So schnell kommt unser Kopf und unsere Gefühle gar nicht hinterher.
    Südamerika, wir kommen auf jeden Fall wieder!
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  • Nachtrag: Wieder vereint

    18. lokakuuta 2024, Saksa ⋅ ⛅ 19 °C

    Endlich, nach fast 5 Wochen bekommen wir unseren Bus zurück. Die Fahrt nach Bremerhaven gestaltet sich als eine Odyssee. Nachts um drei kommt eine SMS, dass unser Flug um 6:30 gecancelt ist. Also schnell umgebucht auf einen späteren Flug nach Hamburg. Am Bahnhof in Hamburg dann die Nachricht, dass der IC nach Bremen wegen „behördlicher Maßnahmen“ ausfällt. Der Regionalzug bleibt dann auf offener Strecke stehen, weil im Bahnhof Bremen kein Gleis frei ist. Und in Bremerhaven endet der Zug auf Grund technischer Gründe, eigentlich soll er nach Lehe näher an den Überseehafen weiterfahren. Dafür ist die Taxifahrerin zum Hafen super nett. Nach fast 12 Stunden stehen wir am Hafen. Von Cartagena zurück nach Stuttgart hatte 12.5 Stunden gedauert…
    Dafür ist die Abholung super easy. Frachtschein abgeben und 10 min später stehen wir vor unserem Bus. Alles dran und fast alles drin. Lediglich zwei Kaffeetassen, ein Fernglas und unsere Panamahüte fehlen. Soll wer auch immer viel Freude daran haben.
    Wir finden einen ruhigen Stellplatz im Fischereihafen fussgängig zu einem guten Restaurant und feiern die Wiedervereinigung. Und genießen es, endlich wieder im Bus zu schlafen. Wenn es auch nur für zwei Nächte ist. Wir schlafen wie die Murmeltiere.
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    Matkan lopetus
    20. lokakuuta 2024