• Stephan Kasteel
  • Mizzy
Semasa
  • Stephan Kasteel
  • Mizzy

Giro d’Italia

Fünf Wochen arbeiten und reisen durch Italien Baca lagi
  • 🇮🇹
    Kini berada di
    Vico del Gargano

    Working day

    Semalam, Itali ⋅ ☁️ 20 °C

    Noch vor dem Frühstück sind wir eine gute Stunde über den wirklich schönen Strand von Vieste marschiert. Es waren kaum Leute unterwegs und es war sehr angenehm.

    Anschließend haben wir den Platz angesteuert, der eigentlich gestern auf der Liste stand. Dabei ging es ca. 40 Minuten durch die bewaldete Berglandschaft des Gargano. Wir stehen wieder wunderbar mit Blick auf das Meer und direkt am Strand, der aber bei Weitem nicht so weitläufig ist wie in Vieste. Ansonsten hat der Ort in der Nähe von Peschici nicht viel zu bieten. Strand und Campingplatz, fertig.

    Das war aber auch bewusst so gewählt, da ich heute einen mehr oder weniger kompletten Arbeitstag einlegen musste. Mit Blick auf das Meer geht es dabei aber zügig vorwärts.

    Stellplatz:
    Lido Azzurro Sosta Camper
    Loc calenella
    71018 Vico del Gargano
    41.9422, 15.9832

    Schöner ruhiger Platz direkt am Strand. € 20,- VE möglich
    Baca lagi

  • Meerblick statt Navi

    14 Oktober, Itali ⋅ 🌬 18 °C

    Das Schöne am Reisen mit dem Camper ist, dass man jederzeit spontan die Pläne ändern kann. Eigentlich war unser Ziel die nördliche Seite des Gargano. Als das Navi mich aber von der schönen Küstenstraße wegführen wollte, bin ich ihm nicht gefolgt. Stattdessen sind wir eine wirklich atemberaubende Berg- und Küstenstraße mit phänomenalen Ausblicken gefahren.

    Diese hat uns nach Vieste geführt, von wo aus unser ursprüngliches Ziel auch locker erreichbar gewesen wäre. Aber ein kleiner Stellplatz direkt am Meer hat mich einfach zum Anhalten gezwungen. Unser Standplatz liegt eigentlich schon auf dem Strand – nur noch durch einen Zaun davon getrennt.

    Von hier aus ging es in 15 Minuten mit dem Fahrrad nach Vieste. Die Altstadt sitzt auf einem schmalen Felsvorsprung, der weit ins Meer hinausragt. Die weiß getünchten Häuser, engen Gassen und Treppenwege vermitteln einen ganz anderen Eindruck als die geordneten Barockstädte im Süden Apuliens. In dem Gewirr aus Gassen, in denen gerade einmal zwei Personen nebeneinander laufen können, kann man sich auch schnell verlaufen. Wie die Bewohner und Geschäfte ihre Einkäufe bzw. Waren zu den Häusern bekommen, ist mir ein Rätsel.

    Am Strand südlich der Altstadt steht mit dem rund 25 Meter hohen Pizzomunno ein weißer Kalksteinfelsen, der als Wahrzeichen von Vieste gilt.

    Interessant ist auch der Trabucco di San Francesco. Das ist eine traditionelle Fischfangkonstruktion aus Holz. Mit langen Balken, Seilen und großen Netzen konnten Fischer direkt vom Felsufer aus Fische fangen, ohne mit einem Boot aufs offene Meer hinauszufahren. Heute sind diese außergewöhnlichen Anlagen ein wichtiges Zeugnis der historischen Fischereikultur des Gargano.

    Nach ein paar Stunden Homeoffice mit Meeresrauschen sind wir noch ein wenig am schönen Sandstrand entlanggelaufen. Für Mizzy war das ohne Leine das absolute Highlight. Sie hatte so einen Spaß und ist wie verrückt herumgetobt.

    Stellplatz:
    Camping Piccolo Paradiso
    104 Lungomare Enrico Mattei
    IT-71019 Vieste
    41.8608, 16.1740

    Sehr empfehlenswert! Schöner kleiner und einfacher Platz direkt am Strand. € 14,-, VE bedingt möglich.
    Baca lagi

  • Apuliens wilder Sporn

    13 Oktober, Itali ⋅ 🌬 18 °C

    Der Nationalpark Gargano wird auch als der Sporn des italienischen Stiefels bezeichnet. Der Nationalpark überrascht mit einer Landschaft voller Gegensätze: schroffe Kalksteinküsten, versteckte Buchten, silbrig schimmernde Olivenhaine und im Landesinneren die dichten Wälder der Foresta Umbra. Hier zeigt sich Apulien von seiner grünen, bergigen und ursprünglichen Seite.

    Unser erster Stopp auf dieser Halbinsel liegt in der Nähe von Mattinata, auf einem Stellplatz in einem dichten Olivenhain direkt am Meer.

    Von hier aus haben wir eine kurze, aber sehr schöne Wanderung auf den Monte Saraceno, einen Berg voller Geschichte, gemacht.

    Schon vor mehr als 2.500 Jahren bestatteten die Dauner hier ihre Toten. Über 500 Gräber zeugen noch heute von dieser frühen Kultur. Später hinterließen auch die Sarazenen und militärische Nutzungen ihre Spuren. Den eigentlichen Gipfel konnte ich zwar nicht über einen markierten Weg erreichen, doch auf dem felsigen Bergrücken gab es unfassbar tolle Ausblicke auf das Meer und den Nationalpark.

    Stellplatz:
    Elianti Mare Mattinata
    Contrada Funni
    IT-71030 Mattinata
    41.6980, 16.0625

    Schöner Platz zwischen Olivenbäumen direkt am Strand. Wanderweg startet kurz nach dem Ausgang. € 22,- VE möglich.

    Übersetzung der Tafel auf dem Foto

    Nekropole von Monte Saraceno

    Die Heiligtums-Nekropole von Monte Saraceno bewahrt die bedeutendsten Zeugnisse der Dauner (um 1000 v. Chr.). Es handelte sich um eine friedliche Kultur, die von Landwirtschaft, Jagd und Fischfang lebte.

    In der Umgebung können die Gräber der Nekropole besichtigt werden. Sie enthielten die Verstorbenen nach einem aus eurasischen Regionen stammenden Bestattungsritus in zusammengekauerter Haltung. Die Gräber wurden in den kalkhaltigen Felsen eingearbeitet und haben die Form einer Gebärmutter oder eines Beutels.

    Von den über 500 entdeckten Gräbern erscheinen viele heute nur noch als Vertiefungen. Ursprünglich waren sie jedoch durch steinerne Grabzeichen gekennzeichnet, die berühmten daunischen Stelen. Auf diesen waren Inschriften und eingeritzte Darstellungen zu sehen, die Szenen aus dem Leben des Verstorbenen oder der sozialen Gruppe zeigten, der er angehörte.

    Über der Graböffnung befand sich gewöhnlich eine große Steinplatte. In einigen Fällen wurde sie zerbrochen innerhalb der Gräber wiedergefunden. Sie konnte entfernt werden, wenn weitere Bestattungen vorgenommen werden sollten.

    In den Gräbern wurden zahlreiche Beigaben entdeckt, darunter Helme der Dauner und Peuketier, illyrische Fibeln (Gewandspangen) sowie Gegenstände aus Bernstein und Glaspaste.

    Die Siedlung des sehr alten Matino umgab die Nekropole. Wahrscheinlich bestand sie aus Hütten aus Zweigen und Tierhäuten, die kreisförmig oder hufeisenförmig angelegt und von einem zentralen Pfosten getragen wurden.

    Im nördlichen Bereich der Hochebene ist noch heute der Bereich sichtbar, der vermutlich als Zugangstor diente. Von dort führte eine uralte Straße beziehungsweise ein Pfad hinab in die Ebene von Mattinata.
    Baca lagi

  • Von den Trulli zu den Klippen

    12 Oktober, Itali ⋅ ☁️ 21 °C

    Ein kurzer Stopp führte uns nach Alberobello. Der Ort ist vor allem für seine außergewöhnlichen Trulli-Häuser bekannt und steht seit 1996 auf der UNESCO-Welterbeliste.
    Die Trulli wurden aus Kalkstein und ohne Mörtel errichtet. Ihre charakteristischen Kegeldächer bestehen aus übereinandergeschichteten Steinplatten. Auf klassische Holzdachkonstruktionen wurde dabei vollständig verzichtet.

    Viele der heute bekannten Trulli stammen aus der frühen Neuzeit. Ihre Bauweise hatte praktische Gründe: In der Gegend gab es reichlich Kalkstein, und die dicken Steinwände schützen vor der sommerlichen Hitze. Einer Überlieferung zufolge sollten die Häuser außerdem leicht abgetragen werden können, um Steuerprüfer auszutricksen. Tatsächlich gibt es historische Belege dafür, dass 1644 Gebäude abgerissen wurden, um Steuerkontrollen zu umgehen.

    Heute ist Alberobello ein ziemlicher Touristenmagnet. Gemeinsam mit vielen anderen Besuchern bin ich durch die engen Gässchen geschlendert, in denen sich zahlreiche kleine Läden, Cafés und Bars aneinanderreihen.

    Unsere nächste Etappe führte uns nach Polignano a Mare, einem der spektakulärsten Küstenorte Apuliens. Die weiß getünchte Altstadt thront auf bizarren Kalksteinfelsen hoch über der Adria. In den verwinkelten Gassen entdeckt man immer wieder kleine Aussichtspunkte, an denen man direkt über den steilen Klippen steht und tief hinunter auf das Meer blickt.

    Besonders schön ist die berühmte Bucht Lama Monachile, die von hohen Felswänden eingerahmt wird. Auch die zahlreichen Meereshöhlen, die das Wasser über Jahrtausende in den Kalkstein geformt hat, prägen diese außergewöhnliche Küstenlandschaft.

    Wir haben einen tollen Platz mit direktem Blick auf das Meer und die Altstadt erwischt.

    Stellplatz
    Parkplatz direkt an den Klippen
    70044 Polignano a Mare
    40.9997, 17.2131

    Tolle Lage, nichts offizielles. Gebührenfrei und keine VE
    Baca lagi

  • Ostuni - Erinnerung an Mittelerde

    11 Oktober, Itali ⋅ 🌧 19 °C

    Unser Tagesablauf wurde vom Wetterbericht bestimmt. Für die Vormittagsstunden waren Sonne und trockenes Wetter angesagt. Also sind wir zügig aufgebrochen und bereits um 10:30 Uhr in Ostuni angekommen.

    Die weiße Stadt hätte auch gut als Vorlage für Minas Tirith in Mittelerde aus Der Herr der Ringe dienen können. (Anmerkung: Als Inspiration für die Filmkulisse diente tatsächlich Mont-Saint-Michel.)

    Ostuni ist eine der bekanntesten historischen Städte Apuliens. Sie liegt auf drei Hügeln und wirkt mit ihren weiß getünchten Häusern, engen Gassen und der erhöhten Lage über der Küstenebene fast wie eine orientalische Stadt. Wegen ihres charakteristischen Aussehens wird sie La Città Bianca – die Weiße Stadt – genannt.

    Hier ist allerdings vieles sehr touristisch. Das fängt schon am Ortseingang an. Ich hatte mir einen Parkplatz nahe der historischen Altstadt ausgesucht, auf dem auch Camper erlaubt sind. An der letzten Kreuzung, etwa 300 Meter vor dem Parkplatz, standen Leute in Warnwesten und winkten mich in eine andere Richtung. Ich bin natürlich brav gefolgt und wurde auf einen privaten Parkplatz für 10 € gelotst. Wie ich auf meinem Weg in die Altstadt feststellen konnte, war der öffentliche Parkplatz noch längst nicht voll. Dort hätte das Parken nur 1,50 € pro Stunde gekostet – bei unserem dreistündigen Aufenthalt also deutlich günstiger.

    Die Stadt selbst war schön anzusehen. Viele kleine, gepflegte Gässchen, schöne alte Kirchen und eine Menschenmenge, die sich in Grenzen hielt.

    Wir sind kreuz und quer durch die Gassen spaziert und anschließend noch 15 Minuten weiter zu einem Stellplatz am Meer gefahren. Den regnerischen Nachmittag habe ich mit Office-Arbeit verbracht. Vor dem Sonnenuntergang sind wir noch ein wenig am Strand entlangspaziert.

    Ein großer Erfolg: Mizzy war zum ersten Mal komplett ohne Leine unterwegs! Sie hat es großartig gemacht und sofort auf meine Rückrufe reagiert.

    Stellplatz:
    Rastplatz „Getsemani“
    Via Consolato Veneziano
    72017 Villanova
    40.7877, 17.5888

    Großer Stellplatz nicht weit von Ostuni, 500 Meter bis zum kleinen Strand. Sehr freundlicher Empfang. € 18,- und zur Begrüßung gibt es noch eine Flasche Wein. VE möglich.
    Baca lagi

  • Apuliens kleine Schwester von Étretat

    10 Oktober, Itali ⋅ ☁️ 23 °C

    Das Glück ist auf unserer Seite. Nach einer regnerischen und gewittrigen Nacht konnten wir unseren morgendlichen Strandspaziergang mit nur ein paar Regentropfen wieder in vollen Zügen genießen.

    Anschließend haben wir uns auf den Weg Richtung Apulien (italienisch: Puglia), dem Absatz des italienischen Stiefels, gemacht. Unser erster Stopp hier ist der kleine Küstenort Torre Sant’Andrea.

    Hier ist die Küste von hellen, teils steilen Kalksteinfelsen geprägt, die aus dem türkisblauen Wasser der Adria herausragen. Besonders sehenswert sind die Faraglioni, die markanten Felssäulen, die durch die jahrtausendelange Erosion des Meeres entstanden sind. An manchen Stellen hat das Wasser den Kalkstein so weit ausgehöhlt, dass Felsbögen entstanden sind. Die bizarren Formationen erinnern ein wenig an die berühmten Klippen von Étretat in der Normandie – nur mit mediterranem Flair.

    Wir sind gut sieben Kilometer auf einem Pfad oberhalb der Klippen gewandert und hatten wieder Glück, dabei einen sonnigen Abschnitt zu erwischen. Auch wenn das Wasser bei wechselnder Bewölkung nicht ganz so türkis leuchtete wie auf einigen vorher gesehenen Foto, war die Küstenlandschaft mit ihren hellen Felsen und den kleinen Buchten wunderschön. Ein Ort, der auf einer Italienreise nicht fehlen sollte.

    Mittlerweile ziehen wieder dunkle Wolken auf, und für die Nacht ist erneut Regen angekündigt.

    Stellplatz:
    I Faraglioni
    1 Via Lungomare Matteotti
    IT-73026 Torre Sant' Andrea
    40.2550, 18.4433

    Schöner Platz direkt an der Steilküste mit Meerblick. Sehr freundlicher Betreiberin. € 25,-. VE möglich
    Baca lagi

  • Vom Tyrrhenischen zum Ionischen Meer

    9 Oktober, Itali ⋅ ☁️ 26 °C

    Das Tyrrhenische Meer haben wir nun endgültig hinter uns gelassen. Auf einer längeren Fahretappe durch das landschaftlich schöne Kalabrien haben wir einen Zwischenstopp am Ionischen Meer eingelegt, bevor es weiter nach Apulien und an die Adria geht.
    Das Ionische Meer ist ebenfalls Teil des Mittelmeers. Es liegt zwischen Süditalien, Albanien und Griechenland und grenzt im Westen an Kalabrien und die Ostküste Siziliens. Das Tyrrhenische Meer liegt dagegen westlich von Kalabrien und ist durch die Straße von Messina mit dem Ionischen Meer verbunden.

    In dem kleinen Badeort Lido di Metaponto gibt es nichts besonders zu entdecken. Der Ort wirkt bereits wie im Winterschlaf. Mit Ausnahme eines Campingplatzes, auf dem sich nun jede Menge Wohnmobile tummeln, ist schon alles geschlossen. Der Sandstrand ist nicht besonders breit und, wie so oft in Süditalien, leider auch nicht sonderlich sauber.
    Wir sind eine Stunde am Strand entlanggelaufen, Mizzy komplett frei – die Schleppleine war nur zur Sicherheit dabei. Das Timing hätte kaum besser sein können: Mit den ersten Regentropfen eines kräftigen Gewitters erreichten wir gerade noch rechtzeitig unseren Camper.

    Zum ersten Mal seit unserem ersten Stopp in Italien zeigt das Thermometer deutlich weniger als 20 Grad an. Ich überlege, einen Pullover anzuziehen. Nach den vielen warmen Tagen im Süden fühlt sich das ungewohnt herbstlich an.

    Stellplatz:
    Camping Internazionale
    Viale delle Nereidi
    IT-75012 Lido di Metaponto
    40.3587, 16.8336

    Nahe am Meer gelegener, ordentlicher Campingplatz. Preis: 24 € pro Nacht. VE möglich.
    Baca lagi

  • Spektakulärer Stellplatz

    8 Oktober, Itali ⋅ ☀️ 28 °C

    Sizilien ist sicher eine interessante Insel, und ich hatte mehrere Punkte auf der Liste, die sich zu besuchen gelohnt hätten. Aber die Insel ist auch sehr groß. Bis zum westlichsten Punkt mit seinen schönen Küsten und der Hauptstadt Palermo wären es noch rund 300 Kilometer gewesen. Da ich das Bergfest schon hinter mir habe und den Rückweg ebenfalls lieber in kleineren Abschnitten zurücklegen möchte, habe ich mich nach zwei entspannten Tagen auf dem schönen Platz Oasi San Marco entschieden, wieder zurück aufs Festland zu fahren.

    Gelandet sind wir auf einem spektakulären Platz in der Nähe von Villa San Giovanni, wo die Fähre anlegt. Wir stehen oberhalb des Meeres an der Steilküste und blicken auf Sizilien und die Straße von Messina.

    Heute Nachmittag hat der Wind hier ordentlich geblasen und ein paar Gewitterwolken vorbeigetrieben.

    Stellplatz:
    Area Sosta Camper
    Località Pacì
    IT-89058 Scilla RC
    38.2519, 15.7018

    Einfacher Stellplatz mit super Aussicht. €25,- (für die Aussicht) . Keine wirklich Infrastruktur, Strom möglich - sonst keine VE.
    Baca lagi

  • 100 Meter Vollgas

    7 Oktober, Itali ⋅ ☁️ 26 °C

    Ohne großes Ziel sind wir am Vormittag insgesamt 25 Kilometer am Meer entlanggeradelt. Es war recht warm, trotzdem ist Mizzy gut 10 Kilometer nebenhergelaufen. Sie war, glaube ich, ganz froh, mal nicht auf den schlechten italienischen Straßen durchgeschüttelt zu werden.

    Am Nachmittag musste ich dann noch ein wenig Büroarbeit erledigen und habe dabei schattig unter der Markise gesessen. Mizzy hat sich zunächst ganz entspannt im Schatten unter das Auto gelegt. Das Arbeitsende wurde schließlich durch ein paar wenige Regentropfen eingeläutet.

    Wir sind dann noch ein knappes Stündchen am fast menschenleeren Strand entlanggelaufen und haben dabei ein wenig Freilaufen trainiert. Am Strand klappt das sehr gut. Mizzy mag kein Wasser, was das Gebiet zu einer Seite klar abgrenzt. Hasen haben wir auch noch keine gesehen – und so darf die Maus es genießen, einfach mal 100 Meter Gas zu geben.

    Stellplatz wie gestern
    Baca lagi

  • Benvenuta, Sicilia

    6 Oktober, Itali ⋅ ☀️ 25 °C

    Wir haben mit Sizilien nun das südlichste Ziel unserer Reise erreicht und werden hier ein paar Tage die Insel erkunden. Am bekanntesten ist natürlich der Ätna, den wir eigentlich von unserem Stellplatz aus sehen müssten, wenn er nicht in Wolken gehüllt wäre. Er ist mit rund 3.350 Metern Europas höchster und zugleich einer der aktivsten Vulkane. Leider ist der Wetterbericht für die nächsten Tage recht unbeständig, was Aktivitäten in den höheren Regionen eventuell verhindert. Ganz nach oben können wir ohnehin nicht. Ab etwa 2.000 Metern ist das Wandern in bestimmten Bereichen nur mit einem Wanderführer erlaubt, und Hunde sind dort teilweise nicht gestattet.

    Sizilien selbst wirkt auf den ersten Blick eher arm. Die Straßen sind noch schlechter und die bisher gesehenen Häuser noch baufälliger als im übrigen Italien. Viel mehr haben wir allerdings noch nicht gesehen, da die Anreise mit der Fähre doch mehr Zeit in Anspruch genommen hat als gedacht.

    Auf Sizilien leben rund 4,8 Millionen Menschen, was für die Größe der Insel vergleichsweise wenig ist. Die Insel blickt auf eine über 2.500-jährige wechselvolle Geschichte zurück. Griechen, Römer, Araber, Normannen und Staufer prägten die Insel und hinterließen ihre Spuren in Städten, Sprache, Architektur und Küche. Erst 1860 wurde Sizilien durch Garibaldi Teil des späteren Italiens.

    Auf unserem heutigen Stellplatz am Meer stehen übrigens ein Haufen Morelos, Wohnmobile der Luxusklasse. Es scheint so, als hätten viele Deutsche auf dem ganzjährig geöffneten Platz bereits ihr Winterquartier eingenommen.

    Stellplatz:
    Oasi San Marco Camper Park
    Via San Marco
    IT-95011 Calatabiano
    37.8000, 15.2462

    Netter Platz direkt am Meer. € 15,- pro Nacht. VE gegen Aufpreis möglich
    Baca lagi

  • Rauch über dem Stromboli

    5 Oktober, Itali ⋅ ☀️ 23 °C

    Wer Tropea auf einer Süditalien-Reise auslässt, ist selber schuld. Über eine sehr schöne Küstenstraße haben wir die Stadt an der Costa degli Dei („Küste der Götter“) am Tyrrhenischen Meer erreicht.
    Die Altstadt liegt spektakulär auf einem etwa 40–60 Meter hohen Tuffsteinfelsen direkt über dem Meer und bietet schon tagsüber eine tolle Aussicht. Ein Bummel durch die wirklich schöne Altstadt lohnt sich und ist zudem überschaubar.

    Noch besser wird es zum Sonnenuntergang, der auch jetzt in der Nebensaison von mehreren hundert Menschen von einer Terrasse aus beklatscht wurde. Und nicht nur der Sonnenuntergang war toll anzuschauen: Nur rund 70 Kilometer entfernt liegt der Stromboli.
    Der Vulkan gehört zu den wenigen Vulkanen der Welt, die über lange Zeiträume nahezu kontinuierlich aktiv sind. Auch heute Abend war eine Rauchwolke über dem Stromboli sichtbar. Wegen seiner regelmäßig sichtbaren Feuer- und Rauchaktivität trägt er den Beinamen „Leuchtturm des Mittelmeers“.
    Wir werden vor dem Schlafengehen noch einmal schauen, ob wir etwas leuchten sehen.

    Tropea gehört jedenfalls zu den Top-Highlights meiner bisherigen Reise.

    Stellplatz:
    Da Ciccio Parking Camper
    7 Largo Vaccari
    IT-89861 Tropea
    38.6785, 15.8949

    Guter Stellplatz in Tropea direkt am Meer. Die Altstadt ist über eine Treppe in fünf Minuten erreichbar. Es sind zwar nur kleine Zellen und man steht dicht an dicht, aber dafür ist der Platz schön schattig. € 20,- zzgl. Kurtaxe. VE möglich.
    Baca lagi

  • Von Kampanien nach Kalabrien

    4 Oktober, Itali ⋅ ☀️ 24 °C

    Obwohl Sonntag war der Verkehr in Kampanien – an der Amalfiküste und im Großraum Neapel – alles andere als entspannt. Die Region ist sehr dicht besiedelt und kommt, so scheint es, einfach nicht zur Ruhe.
    Umso krasser ist der Gegensatz in Kalabrien. Auf der Autobahn wurde es schlagartig ruhiger, und die letzte Stunde sind wir durch eine sehr schöne, bewaldete Berglandschaft und auf erstaunlich guten Straßen sehr entspannt voran gekommen. Überhaupt wirkt Kalabrien deutlich ursprünglicher und weniger hektisch als die Gegend rund um Neapel und Sorrent.

    Scalea, wo wir unseren Übernachtungsplatz haben, ist zwar eine größere Stadt, aber auch hier wirkt alles viel ruhiger – wobei die Saison schon vorbei ist. Die Strandbars sind geschlossen und am Sand-Kies-Strand waren nur noch eine Handvoll Leute unterwegs. Das Meer ist noch angenehm warm, aber der Sommerbetrieb ist eindeutig vorbei.

    Unser Stellplatz ist etwas urig. Ein total entspannter und freundlicher Italiener, der nur ein paar Brocken Englisch spricht, liegt am Eingang in einer Hängematte. Wenn ein Camper kommt, wird er mit Handschlag begrüßt. Anschließend wird gemeinsam ein Platz ausgesucht. Fragt man nach der Bezahlung, bekommt man zur Antwort: „Alla partenza“ (bei der Abreise).

    Kein Name wird notiert, kein Kennzeichen aufgeschrieben. Einfach ankommen, Platz suchen und bleiben.

    Die Lage ist prima: direkt am Strand, einige Plätze haben sogar Meerblick. Dort stehen allerdings nur italienische Kennzeichen.

    Stellplatz:
    Lido Zio Tom
    Pista Ciclabile
    IT-87029 Scalea
    39.7954, 15.7923

    Schöner Platz etwas außerhalb, direkt am Strand. € 18,- pro Nacht. VE möglich
    Baca lagi

  • Verlaufen

    3 Oktober, Itali ⋅ ☁️ 24 °C

    Italienische Wanderwege zeichnen sich durch wenig Beschilderung und noch weniger Markierungen aus. Eigentlich wollte ich auf einen kleinen Gipfel hinauf, habe aber einen Abzweig verpasst. Den zweiten möglichen Abzweig habe ich dann gefunden. Doch trotz vierbeinigem Navigationsgerät wurde der Weg immer schlechter erkennbar. Da wir uns bereits im alpinen Gelände befanden, habe ich irgendwann abgebrochen.
    Wir sind dann den gut erkennbaren Weg bis zu einem kleinen Strand gelaufen, der am Wochenende wohl ein beliebtes Ausflugsziel der Einheimischen ist.

    Am Nachmittag haben wir genau nichts gemacht. Einfach nur im Liegestuhl gesessen und das Meer beobachtet. Da wir aktuell auf einem richtigen Campingplatz stehen, konnte ich endlich einmal meinen neuen Scotti-Grill einweihen und Gegrilltes mit Meerblick genießen.

    Stellplatz wie gestern.
    Baca lagi

  • Unter Asche begraben

    2 Oktober, Itali ⋅ ☀️ 24 °C

    Das Besondere an Pompeji ist, dass die Stadt nicht von einem Lavastrom begraben wurde, sondern beim Ausbruch des Vesuvs im Jahr 79 n. Chr. zunächst von einer meterdicken Schicht aus Bimsstein und Asche verschüttet wurde. Später erreichten pyroklastische Ströme die Stadt und begruben sie unter weiteren Ablagerungen.
    Diese schnelle Verschüttung ist der Grund, warum Pompeji heute so außergewöhnlich gut erhalten ist: Häuser, Wandmalereien, Alltagsgegenstände und sogar die Abdrücke von Menschen blieben über fast 2.000 Jahre konserviert. Bei den Ausgrabungen, die im 18. Jahrhundert – also rund 1.700 Jahre nach dem Unglück – begannen, wurden auch zahlreiche Opfer entdeckt. Manche von ihnen hatten Geld oder Wertgegenstände bei sich, offenbar in dem Versuch, damit zu fliehen.
    Leider wurden einige Gebäude während des Zweiten Weltkriegs durch Bombenangriffe der Alliierten beschädigt oder zerstört.
    Noch heute ist etwa ein Drittel der antiken Stadt nicht ausgegraben und liegt weiterhin unter der Erde.

    Unser Plan, schon um 9 Uhr zur Öffnung des Parks da zu sein, ist gut aufgegangen. Vor den Toren warteten zwar schon einige andere Besucher, die sich aber schnell über das weitläufige Gelände verteilten. Gegen 11 Uhr, als sich unsere Runde bereits dem Ende zuneigte, wurde es dann überall richtig voll, und für den Besuch einzelner Gebäude musste man sogar anstehen.

    Danach sind wir weiter auf die Halbinsel von Sorrent gefahren – eine ziemlich mühsame Etappe auf engen Straßen. Vom Campingplatz aus, der mit einem Mietwagenverleih geworben hat, wollte ich morgen eigentlich die Amalfiküste erkunden. Auf der dort verlaufenden Küstenstraße gilt ganzjährig ein Verbot für Campingfahrzeuge. Auf die Fahrerei mit einem Mietwagen habe ich aber tatsächlich nach der heutigen Etappe so gar keine Lust mehr.
    So werden wir morgen lieber ein wenig an den Steilküsten wandern und ansonsten den Tag am Meer genießen.

    Stellplatz:
    Camping Nettuno
    13 Via Amerigo Vespucci
    IT-80061 Massa Lubrense
    40.5832, 14.3541

    Schöner kleiner Campingplatz mit Blick auf das Meer und mit kleinem Strand.
    € 24,30, mit direkten Meerblick € 44,30. VE möglich.
    Baca lagi

  • Im Schatten des Vesuvs

    1 Oktober, Itali ⋅ ☀️ 27 °C

    Mein schattiger Parkplatz war eigentlich ideal, um ein paar Stunden zu arbeiten. Die Internetverbindung war allerdings unterirdisch und ich habe nach einer halben Stunde aufgegeben. Stattdessen sind wir bis hinter Neapel gefahren und stehen nun auf einem ebenfalls schattigen Campingplatz im Schatten des Vesuvs.

    Der Vesuv ist 1.281 Meter hoch und liegt unmittelbar am Golf von Neapel. Er ist einer der bekanntesten Vulkane Europas und der einzige noch aktive Vulkan auf dem europäischen Festland. Sein bekanntester Ausbruch ereignete sich im Jahr 79 n. Chr., als Pompeji und Herculaneum unter Asche und vulkanischem Gestein begraben wurden. Der letzte Ausbruch liegt inzwischen über 80 Jahre zurück: 1944.

    Morgen werden wir die Ausgrabungsstätten von Pompeji besuchen.

    Stellplatz:
    Pompei Parking Zeus
    3 Via Villa dei Misteri
    IT-80045 Pompei

    Direkt am Eingang zu den Ausgrabungsstätten, € 23,- ordentlich Platz mit allen Einrichtungen.
    Baca lagi

  • Katzenbesuch

    30 September, Itali ⋅ ☀️ 25 °C

    Das Treiben der Großstadt haben wir fürs Erste hinter uns gelassen und den Kontrast an der Küste gesucht. Gelandet sind wir im kleinen Ort Gaeta, der etwa 90 km südlich von Rom auf einer weit ins Tyrrhenische Meer ragenden Halbinsel liegt.

    Von unserem ruhig und schattig gelegenen Stellplatz, leider ohne Meerblick, sind wir auf den nahegelegenen „Gipfel“ des Monte Orlando gewandert. Das war keine anspruchsvolle Tour, aber dafür mit wahnsinnigen Ausblicken. Auf dem „Gipfel“ befindet sich eine kreisrunde Befestigungsanlage, die sogenannte Ringbatterie. Sie entstand im späten 19. Jahrhundert als Teil der modernen italienischen Küstenverteidigung. Die in den Berg integrierte Anlage diente dazu, den Golf von Gaeta mit Geschützen gegen Angriffe vom Meer zu sichern.

    Am späten Nachmittag hatten wir dann noch Besuch von einer kleinen Katze, die zusammen mit zwei Artgenossen über den Parkplatz streunt. Mizzy war sehr interessiert – ich habe aber die kleine Barriere des Fliegenschutzgitters bestehen lassen.

    Stellplatz
    Wohnmobilstellplatz Gaeta
    2 Via Firenze
    IT-04024 Gaeta
    41.2123, 13.5733

    Einfacher Stellplatz, mit € 23,- ohne jeden Service recht teuer.
    Baca lagi

  • Qualmende Füße und Pfoten

    29 September, Itali ⋅ ☀️ 28 °C

    Rom ist schon eine wahnsinnige Stadt. Der erste Wahnsinn ist der Verkehr. Schon die Zufahrt zu unserem Stellplatz war ein kleines Abenteuer. Eigentlich wollte ich von dort Teile der Strecke wieder mit dem Fahrrad zurücklegen. Irgendetwas hat mich davon abgehalten – und das war auch gut so. Kopfsteinpflaster, sehr wenige Radwege und gefühlt gilt in Rom eine Mindestgeschwindigkeit und keine maximale Geschwindigkeit. Autos und Motorräder brettern durch die Gegend, als wenn der Leibhaftige hinter ihnen her wäre.

    Wahnsinnig ist Rom aber auch wegen seiner unfassbar vielen Sehenswürdigkeiten. Man hat das Gefühl, durch ein riesiges Museum zu laufen. Das Stadtbild wird schon durch die über 900 Kirchen geprägt, die gefühlt an jeder Ecke zu finden sind.

    Mizzy, für die es teilweise ziemlich stressig war, und ich waren sechs Stunden unterwegs und haben eine Menge gesehen. Das erste Highlight waren die Terme di Caracalla, eine der beeindruckendsten römischen Ruinen. Die Thermen wurden unter Kaiser Caracalla errichtet und 216 n. Chr. eröffnet. Sie waren keine kleine Badeanstalt, sondern ein riesiger öffentlicher Freizeitkomplex für die Bevölkerung Roms.
    Das Gelände war ungefähr 11 Hektar groß. Der eigentliche Badebau war etwa 220 × 114 Meter groß und konnte gleichzeitig mehrere tausend Menschen aufnehmen.

    Als Nächstes haben wir den Circus Maximus passiert. Er war das größte Stadion des antiken Rom und vor allem für Wagenrennen gedacht. Die Anlage war ungefähr 600 Meter lang und 150 Meter breit – also riesig. Hier konnten vermutlich weit über 100.000 Zuschauer Platz finden.
    Das Spektakel war ziemlich brutal: Viergespanne rasten mehrfach um die Rennbahn, und Unfälle waren häufig. Die Wagenlenker konnten enorm berühmt werden – ähnlich wie Sportstars heute.

    Wenig später standen wir schon vor dem berühmten Kolosseum, das zwischen 72 und 80 n. Chr. unter den Kaisern Vespasian und Titus errichtet wurde. Das fast 50 Meter hohe Amphitheater bot vermutlich bis zu 65.000 Zuschauern Platz. Hier fanden vor allem Gladiatorenkämpfe, Tierhetzen und aufwendige öffentliche Schauspiele statt.

    Von hier aus haben wir uns Richtung Vatikan bewegt und dabei noch das Pantheon besucht. Dieses wurde unter Kaiser Hadrian um 120 n. Chr. neu errichtet und gehört zu den am besten erhaltenen Bauwerken der römischen Antike. Seit 609 n. Chr. wird das Pantheon als Kirche genutzt – unter anderem deshalb blieb es über fast 2.000 Jahre so gut erhalten.

    Am Tiber entlang sind wir zum Abschluss auf den Petersdom zugelaufen. Der Petersplatz selbst war gar nicht so voll, wie es zum Beispiel rund um das Kolosseum war. Möglicherweise liegt es aber auch an der unfassbaren Größe. Die Fläche des Platzes ist riesig und gehört bis zur äußeren Begrenzung der Kolonnaden bereits zum Staatsgebiet der Vatikanstadt. Mit gerade einmal 0,44 km² ist sie der kleinste unabhängige Staat der Welt.

    Hier haben wir im Schatten eine längere Pause gemacht, bei der Mizzy tief und fest geschlafen hat. Zurück haben wir dann den direktesten Weg gewählt und sind beide völlig erschöpft, aber wohlbehalten am Camper angekommen.

    Stellplatz:
    Camper Stop Area
    32/a Via Appia Antica
    IT-00179 Roma
    41.8691, 12.5016

    Stellplatz hinter einer Autowerkstatt. Nach Betriebsschluss verschlossen, daher sicherer Stellplatz in Zentrumsnähe. € 35,- nur Barzahlung. VE möglich.
    Baca lagi

  • Vatikanstadt - Land Nummer 19

    29 September, Vatican City ⋅ ☀️ 28 °C

    Der Petersplatz ist bereits vatikanisches Staatsgebiet.
    Der Euro ist hier nur 50 Cent wert.

  • Zurück ans Meer

    28 September, Itali ⋅ ☀️ 25 °C

    Überwiegend auf Landstraßen mit schönen Ausblicken haben wir die Toskana verlassen und sind zurück an die Küste gefahren. Auf einem kostenlosen Camperparkplatz direkt am Meer haben wir Quartier bezogen. Hier kann man schön am Strand entlanglaufen, und alles wirkt schon ein wenig wie im „Winterschlaf“.

    Trotz angenehmer Temperaturen um die 30 Grad ist die Saison hier bereits zu Ende und die meisten Strandbars haben geschlossen. Am Strand selbst tummeln sich nur noch eine Handvoll Leute, und mit mir stehen hier vielleicht 20 Camper, obwohl der Platz für ein Vielfaches davon ausgelegt ist.

    Den Nachmittag habe ich am Schreibtisch verbracht.

    Morgen wollen wir versuchen, Rom zu besuchen. Aber auch hier gibt es nur wenige Möglichkeiten, mit dem Camper nah ans Zentrum zu gelangen. Mal sehen, ob der ausgewählte Stellplatz hält, was er verspricht.

    Stellplatz:
    Offizieller Wohnmobil Parkplatz
    13 Lungomare dei Navigatori Etruschi
    00052 Marina di Cerveteri
    41.9748, 12.0371

    Direkt am Meer, gebührenfrei, keine VE
    Baca lagi

  • Zwischen Zypressen und Thermalwasser

    27 September, Itali ⋅ ☀️ 25 °C

    Florenz hat mir gut gefallen – aber für Mizzy war es recht anstrengend. Darum musste ein hundefreundlicheres Programm her. Also sind wir weiter Richtung Süden ins Val d’Orcia gereist.

    Die Landschaft hier prägt das Bild, das man bei „Toskana“ direkt vor Augen hat: sanfte, von Zypressen gesäumte Hügel, goldene Felder, einsame Bauernhöfe und geschwungene Wege ziehen sich durch das Tal des Flusses Orcia. Dabei ist diese Landschaft keineswegs völlig naturbelassen. Über Jahrhunderte wurde sie von den Menschen kultiviert und geformt. Die berühmten Zypressen sind zum Beispiel nicht einfach nur zur Dekoration gepflanzt worden. Sie waren traditionell nützlich – etwa als Windschutz, zur Markierung von Zufahrten und Wegen oder rund um Höfe und Friedhöfe. Heute gehört das Val d’Orcia zum UNESCO-Weltkulturerbe.

    Der von mir favorisierte Stellplatz auf einem Bauernhof mit tollem Landschaftsblick war leider komplett voll. Die Alternative war ein Stellplatz in San Quirico d’Orcia. Von hier aus haben wir zur Freude von Mizzy eine 12 Kilometer lange Wanderung unternommen.

    Dabei kamen wir auch durch Bagno Vignoni, einen kleinen Ort mit einer ziemlich ungewöhnlichen Piazza. Statt eines Brunnens befindet sich dort ein fast 50 Meter langes Becken, aus dem seit Jahrhunderten heißes Thermalwasser sprudelt. Schon die Römer kannten die Quellen. Das rund 49 Grad warme Wasser war allerdings nicht nur zum Baden da. Über ein ausgeklügeltes System wurde es früher weitergeleitet und trieb mehrere Mühlen an.

    Stellplatz:
    Area Sosta Camper San Quirico d‘Orcia
    Via delle Scuole 1
    IT-53027 San Quirico d'Orcia
    43.0559, 11.6067

    Ruhiger Stellplatz am Ortsrand. Ca. € 20,-/24 Std. VE möglich
    Baca lagi

  • Inferno

    26 September, Itali ⋅ ☀️ 24 °C

    Florenz ist eine der bekanntesten Städte der Toskana und durfte natürlich auf unserem Trip nicht fehlen. Wir sind dabei auf den Spuren von Professor Langdon aus Dan Browns Roman Inferno gewandelt.

    Erster Punkt unserer Tour war der Piazzale Michelangelo, von dem man einen tollen Ausblick über Florenz hat. Den Platz passieren Robert Langdon und Sienna Brooks im Roman auf einem kleinen dreirädrigen Moped auf ihrer Flucht durch den südlichen Teil von Florenz in Richtung Porta Romana. Das große historische Stadttor haben wir am Ende unserer Tour ebenfalls passiert.

    Richtig voll und für Mizzy recht stressig wurde es auf der Ponte Vecchio. Auf der Brücke über den Arno stehen seit Jahrhunderten kleine Geschäfte – heute vor allem Juweliere. Die heutige Brücke stammt aus dem Mittelalter und wurde 1345 fertiggestellt. Oben darüber verläuft der Vasari-Korridor, ein knapp einen Kilometer langer, abgeschlossener Gang. Diesen nutzen Langdon und Brooks im Roman auf ihrer Flucht aus den Boboli-Gärten zum Palazzo Vecchio.
    Dort finden die beiden Hauptfiguren im Salone dei Cinquecento mit Giorgio Vasaris riesigem Wandgemälde Schlacht von Marciano den entscheidenden Hinweis für ihr Rätsel: die geheimnisvolle Botschaft „Cerca trova“.

    Nächster Punkt unserer Runde war die Casa di Dante. Im Roman suchen Langdon und Brooks dort nach einer Ausgabe von Dantes Göttlicher Komödie, um den Hinweis „Paradiso 25“ zu entschlüsseln. Das Museum ist allerdings geschlossen, sodass sie schließlich in der nahe gelegenen Chiesa di Santa Margherita dei Cerchi, der sogenannten Kirche Dantes, weiter nach einer Ausgabe suchen.

    Die Santa Maria del Fiore, der Dom von Florenz, spielt im Roman eine eher untergeordnete Rolle – ist aber eines der großen Wahrzeichen der Stadt und durfte bei unserer Tour nicht fehlen. Die riesige Kuppel von Filippo Brunelleschi war bei ihrer Fertigstellung 1436 eine technische Sensation. Langdon und Brooks kommen im Roman später auf ihrer Suche über die Piazza del Duomo und damit direkt am Dom vorbei. Hier war es heute besonders voll. Vor den Toren des Doms gab ein Opernsänger sein Bestes und erntete dafür viel Applaus von den unzähligen Touristen.

    Mizzy und ich haben Florenz teils auf dem Fahrrad und im Innenstadtbereich zu Fuß erkundet. Durch die Zufahrtsbeschränkungen in der Stadt gibt es für Wohnmobile nur wenige wirklich praktische Möglichkeiten, zentrumsnah zu stehen. Der von uns gewählte Platz war gut gefüllt und liegt in einer verkehrsberuhigten Zone. Er war ein guter Ausgangspunkt und sollte auch für eine angenehme Nacht im Herzen von Florenz reichen.

    Der Besuch hat sich in jedem Fall gelohnt. Länger als die etwa vier Stunden, die wir unterwegs waren, hätte ich Mizzy die Stadt allerdings nicht zumuten können. Für sie waren die tausenden Menschen schon sehr stressig. Unsere Tour habe ich aus meiner Erinnerung an den Roman mit Hilfe von Dr. Google und Professor ChatCPT zusammengestellt.

    Stellplatz:
    Area Sosta Camper Gelsomino
    11 Via del Gelsomino
    IT-50125 Firenze
    43.7517, 11.2440

    Empfehlenswert für den Besuch von Florenz. Einfacher Parkplatz ca. € 15,- / 24 Std. VE gegen Zahlung möglich
    Baca lagi

  • Umgeben von Privatstränden

    25 September, Itali ⋅ ☁️ 24 °C

    Von Pisa aus sind wir in einer halben Stunde wieder zurück ans Meer gefahren. So richtig gefallen mir die Küstenabschnitte in der Toskana aber nicht. Hier gibt es jede Menge „Privatstrände“, meist in Verbindung mit einer Bar oder einem Restaurant. Schöne Strandwanderungen, wie wir sie aus der Normandie oder von der polnischen Ostseeküste kennen, sind hier nicht möglich. Vielleicht wird es weiter südlich ja besser?

    Große Unternehmungen waren heute aber auch nicht vorgesehen. Vom einfachen Stellplatz hatte ich von meinem „Camper Office“ aus Blick auf das Meer. Die erste Woche konnte ich meine Arbeit gut einteilen und trotzdem schon eine Menge unternehmen. Nun beobachten wir vom Camper aus bei einem kühlen „Birra“ (Mizzy bekommt Wasser) den Sonnenuntergang.

    Stellplatz
    einfacher Parkplatz für Camper
    Via Litoranea
    IT-56128 Marina di Pisa
    43.6563, 10.2813

    Einfacher Platz mit Blick auf das Meer. Wohnmobile bis 72 Stunden erlaubt. In der Nebensaison kostenfrei. Keine VE
    Baca lagi

  • Hundefreundliche Stadtrundfahrt

    24 September, Itali ⋅ ☀️ 27 °C

    Es ist zwar noch einiges los, aber im Vergleich zum Gardasee ist die Toskana bisher wesentlich entspannter. Meine erste Sorge, in der Stadt Lucca keinen Parkplatz zu finden, war völlig unbegründet. Der in der Nähe der Altstadt gelegene Wohnmobilstellplatz war nur zu einem Drittel belegt.

    Das Besondere an Lucca ist die 4,2 Kilometer lange Renaissance-Stadtmauer. Sie ist ungewöhnlich gut erhalten und vollständig begeh- bzw. mit dem Fahrrad befahrbar. Bei angenehmen Temperaturen haben wir daher die Altstadt einmal komplett mit dem Rad umrundet. Die Strecke war auch für Mizzy schön zu laufen und bot immer wieder gute Ausblicke.

    Anschließend haben wir die nur 15 Kilometer entfernte Stadt Pisa besucht, die natürlich jeder aufgrund ihres schiefen Turms kennt. Der berühmteste Turm Italiens war eigentlich gar nicht als schiefer Turm geplant. Als 1173 mit dem Bau des Glockenturms begonnen wurde, begann er schon nach wenigen Stockwerken wegen des weichen Untergrunds abzusacken. Nach mehreren langen Baupausen wurde der Turm schließlich 1372 fertiggestellt – leicht schief und sogar etwas gekrümmt.
    Pisa war damals allerdings weit mehr als nur eine Stadt mit einem ungewöhnlichen Turm. Die Stadt war eine mächtige Seerepublik. Der Arno, der noch heute mitten durch Pisa fließt, war damals eine wichtige Verbindung zum Mittelmeer. Heute liegt die Küste rund zehn Kilometer entfernt – durch die Ablagerungen des Arno und anderer Flüsse hat sich die Küstenlinie über die Jahrhunderte immer weiter nach Westen verschoben.
    So steht der berühmte Turm heute dort, wo einst eine wohlhabende Seemacht ihren Reichtum zur Schau stellte.

    Stellplatz
    Wohnmobilstellplatz Pisa
    76 Via di Pratale
    IT-56127 Pisa
    43.7211, 10.4207

    ca. 30 Minuten bis zum Schiefen Turm. Gepflegter Platz, netter Betreiber. € 18,- / 24 Stunden. VE möglich
    Baca lagi

  • Heißer Sand der Toskana

    23 September, Itali ⋅ ☀️ 27 °C

    Eigentlich wollte ich der Cinque Terre einen Besuch abstatten. Die Region ist besonders geschützt, die Orte haben enge Straßen und teilweise Verkehrsbeschränkungen. Auch Radfahren ist auf vielen Wegen nicht gestattet. Klassischerweise erkundet man die Region daher zu Fuß und mit der Bahn, Ausgangspunkt hierfür wäre Levanto gewesen.

    Dort gibt es mehrere Campingplätze und einen Wohnmobilstellplatz. Ich habe alle vier Campingplätze angeschrieben – alle ausgebucht. Darum haben wir eine größere Etappe bis in die Toskana, in die Nähe von Pisa, zurückgelegt. Mizzy hat die Fahrt überhaupt nicht gefallen. Die Autobahnen sind hier eine ziemlich rappelige Angelegenheit.

    Dafür haben wir einen Platz direkt am Meer gefunden. Bei 32 Grad sind wir eine Weile über den Strand gelaufen. Der Sand war so heiß, dass Barfußlaufen kaum möglich war.

    Mittlerweile sind es angenehme 23 Grad und wir haben den größten Teil des Nachmittags im Office verbracht.

    Stellplatz
    Parkplatz am Strand für Wohnmobile
    Viale Europa, 59
    IT-55049 Viareggio
    43.8184, 10.2600

    Einfacher Parkplatz mit Blick aufs Meer. ca. € 15,-/Tag. Keine VE
    Baca lagi

  • Fahren aufregender als wandern

    22 September, Itali ⋅ ☁️ 27 °C

    Die bekannteste Bergkette am Gardasee ist der Monte Baldo. Von Malcesine aus kann man mit einer Gondelbahn auf den Berg hinauffahren und von dort den höchsten Gipfel, die Cima Valdritta mit 2.218 Metern, erwandern.

    Durch die Gondelbahn, so zumindest die Berichte in den Foren, ist es dort allerdings immer ziemlich überlaufen.

    Daher haben wir uns auf den Weg zum Monte Altissimo di Nago mit 2.079 Metern gemacht. Hier wird schon durch die Zufahrtsstraße ausgesiebt. Die schmale, einspurige Bergstraße mit zahlreichen Serpentinen ist nichts für schwache Nerven, und meine Fahrzeuggröße war bei den engsten Passagen schon hart an der Grenze. Auf dem Rückweg kamen zudem jede Menge Radfahrer entgegen, was ein wenig Geduld erforderte. Zum krönenden Abschluss habe ich schon fast zurück im Tal einen Abzweig verpasst und musste durch eine Häuserstraße lenken, wo rechts und links bis zu den Außenspiegeln keine 5 cm Platz mehr waren.

    Nicht ganz so herausfordernd war unsere Wanderung. Es war durchgehend ein schöner Bergpfad ohne besonders hohen Anspruch. Dafür gab es immer wieder tolle Ausblicke auf den Gardasee. Vom Gipfel aus hat man einen Wahnsinnsblick über den gesamten See. Die Anzahl der anderen Wanderer war sehr überschaubar – also genau mein Geschmack.

    Anschließend sind wir zur südlichen Seite des Gardasees gefahren, haben uns aber einen Platz weit ab vom Seeufer gesucht. Hier stehen nur wenige andere Camper und es ist sehr ruhig. Zwei Stunden Camper Office waren daher entspannt möglich – mit je einem Glas Primitivo pro Stunde.

    Stellplatz
    Camper Parking Area - Garda Thermal Park
    64 Via Possoi
    IT-37017 Colà
    45.4679, 10.7503

    Abseits vom Massentourismus, € 1,50/Std. VE möglich
    Baca lagi