Sweden
Guhkiesluoktta

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Travelers at this place
    • Day 21

      Långviken

      March 14 in Sweden ⋅ 🌫 -7 °C

      Abschied ist scheisse! Ist einfach so, gibt’s auch nix schön zu reden!
      Ich sitze nun im Bus nach Luleå und kann mir die Tränen nicht verkneifen. Aber neben Wehmut und Sehnsucht ist da auch ganz viel Dankbarkeit. Für diese Zeit die ich hatte, die Möglichkeiten die ich nutzen durfte und das Leben das ich leben darf.
      Mein gestriger letzter Tag war am Ende noch einmal komplett anders als geplant.
      Beim Blick morgens aus dem Fenster verschlägt es uns zum ersten Mal die Sprache. Über Nacht hat es locker bis 20 cm Neuschnee gegeben. Alles um uns herum ist eingeschneit. Obwohl ich eigentlich nur für den Großeinkauf am Vormittag eingeteilt bin, heißt es noch vor dem Frühstück nun für alle Schnee schieben. Fast zwei Stunden bewegen wir Unmengen an Schneemassen und schaufeln die Kennels, Garagen, Zufahrten und die Schneemobile wieder frei. Ich habe in meinem bisherigen Leben noch nie so unfassbar viel Schnee gesehen, geschweige denn zur Seite geräumt.
      Das Frühstück danach ist demnach auch das Beste das ich je hatte.
      Im Anschluss fahr ich mit Konstantin und Melissa zum nächsten Supermarkt um den Einkauf für die nächste Woche zu erledigen.
      Dafür müssen wir ins ca 30 Minuten entfernte Arjeplog, ein kleiner Ort in Richtung der norwegischen Grenze.
      Am Nachmittag sind wir dann exklusiv bei der Premiere der Welpen als zukünftige Schlittenhunde dabei. Alle 4 werden das erste Mal vor einen Schlitten gespannt, jeder neben einem älteren erfahrenen Hund.
      Während Maple völlig verwirrt und skeptisch diese komische Leine begutachtet, können es die Jungs kaum erwarten wie die Großen den Schlitten zu ziehen. Als es dann aber losgeht, stolpern doch erstmal alle über die eigenen Pfoten und es dauert ein paar Sekunden bis sich alles sortiert hat. Dann geht die Post ab!
      Nach nur 4 Kilometern ist dieser erste Test schon wieder vorbei. Während Elm noch mit seinem Schicksal hadert, dass sein Kinderleben nun dem Ende zugeht und mit dieser ersten Schlittentour der Ernst des Lebens beginnt, sind die anderen drei völlig aufgekratzt und wollen am liebsten noch eine Ruhe laufen.
      Diese Lebensfreude ist so ansteckend und macht mich jedesmal aufs Neue einfach glücklich.
      Wir spannen alle aus den Geschirren und belohnen mit viel Knuddeleinheiten.
      Und dann kommt er, der unvermeidliche Moment. Zusammen mit Laura die zusammen mit mir abreist, gehe ich von Hund zu Hund und verabschiede mich lange und ausgiebig von jedem einzelnen.
      Als letzter steht mein Krut vor mir. Laura verabschiedet sich zuerst und gibt uns dann noch Zeit für uns. Unglaublich wie schwer ein Goodbye nach nur drei Wochen fallen kann. Ich verspreche ihm, dass ich ihn wieder besuchen werde und weiß, dass er genau an diesem Ort sein bestes Leben lebt. Weinen muss ich trotzdem. Krut leckt mir ein letztes Mal die Tränen von den Wangen und schaut mir noch nach bis ich im Haus verschwinde.
      Manchmal sind Hunde doch einfach die viel besseren Menschen.
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      Traveler

      Da musste ich sofort mit weinen... Hab die ganze Zeit schon gedacht, wie schwer dir der Abschied fallen muss. Hab deinen Krut aus der Ferne mit ins Herz geschlossen. Gute Heimreise! Und danke für die vielen berührenden Momente.

      Traveler

      Auch wenn ich es nicht wollte, ich habe mit geweint😞Wünsche dir noch eine erlebnisreiche Weiterreise.

      Einfach sehr berührend, Deine Tochter ist ein ganz besonderes Mädchen, wunderbar. 👏👍😪 [Bruno]

       
    • Day 3

      Långviken

      February 24 in Sweden ⋅ ☀️ -6 °C

      Meiner erster Tag als offizielles Teammitglied startet 7.30 Uhr. Ich bin heute für Indoor eingeteilt, was bedeutet dass der erste Weg in den Keller geht. Dort befindet sich der Ofen, den wir jetzt schnell ans Laufen bringen müssen, denn das Thermometer zeigt heute morgen schattige -19 Grad.
      Unser altes Schwedenhaus wird noch zentral über einen Holzofen beheizt, den ich nun gemeinsam mit Johanna auf Temperatur bringe.
      Im Anschluss bereiten wir das Frühstück für alle vor. Gegessen wird hier zu allen Mahlzeiten immer gemeinsam mit dem Huskyfarm Pärchen Johanna und Konstantin, ihrem Angestellten Johannes und allen Volunteers am großen Holztisch im Esszimmer. Fühlt sich an wie eine große Familie. Gefällt mir.
      Am Frühstückstisch selbst erfahre ich dann die große Überraschung für heute.
      Da die gebuchten Husky-Touren für den heutigen Tag abgesagt wurden, die Hunde aber dennoch ihren Auslauf und das Training benötigen, müssen also wir heute alle auf die Schlitten. Ich lerne Husky-Schlitten fahren!
      Johannes gibt uns als erstes eine ausführliche Lehrstunde über die Beschaffenheit und Aufbau eines Hundeschlittens, wie man ihn richtig bedient und was man auf gar keinen Fall tun sollte.
      Danach werden wir in 2er-Teams eingeteilt mit jeweils 6 Hunden und ich starte mit Anna-Maria die Vorbereitung für unseren Schlitten.
      Wir haben in unserem Gespann mit Nobel und Marshall die beiden Superhelden unter den Führungshunden, mit unwahrscheinlich viel Kraft und noch mehr Power. Als wir beiden das Geschirr anlegen und wir dabei schon Probleme haben sie zu bändigen, werde ich zum ersten Mal nervös.
      Anna-Maria und ich knobeln aus wer von uns den ersten Teil der Strecke fährt. Dummerweise verliere ich. Soll heißen ich bin diejenige die dieses Bündel an überschwänglicher Energie als erstes Auspowern darf.
      Anna-Maria schafft es gerade noch im Schlitten Platz zu nehmen, kurz darauf schiessen wir schon die Einfahrt runter. Ich stemme mich mit allem was ich habe auf die Bremse, fühle mich aber in den ersten Momenten leicht überfordert.
      Die erste Kurve nehmen wir im Highspeed und tatsächlich schaffen wir es gerade so noch den Schlitten auszubalancieren und nicht umzukippen. Auf den folgenden Metern bekomme ich dann mehr und mehr Sicherheit in meine High-Energy-Bande sodass wir recht schnell das für uns passende Tempo finden und ich ein Gefühl für diesen explosiven Schlitten bekomme. Ich bekomme meinen Adrenalinpegel in den Griff und fange an dieses Erlebnis zu realisieren und zu genießen. Ich fahre einfach einen Hundeschlitten! Unfassbar!
      Die Sonne gibt heute alles was sie hat und wir gleiten durch unfassbaren Glitzerschnee zwischen Bäumen und auf zugefrorenen Seen entlang. Ich kann nicht aufhören zu grinsen und sauge jeden einzelnen Moment in mich auf.
      Nach einer Stunde ist Fahrerwechsel. Anna-Maria übernimmt jetzt das Cockpit, ich darf mich auf dem Schlitten zurücklehnen und genießen.
      Nach 2 Stunden geht dann die Energie so langsam aus, bei uns. Die Hunde haben noch lange nicht genug, für heute reicht‘s dann aber doch.
      Zurück auf der Farm wird uns erklärt, dass es ein Ritual ist alle Hunde als erstes abzuknuddeln und sich bei ihnen für die Fahrt zu bedanken. Das lass ich mir natürlich nicht zweimal sagen. Jeder unserer 6 Hunde bekommt von uns die Knuddeleinheiten seines Lebens.
      Danach wird abgeschirrt und die Welpen sind dran. Denn die müssen jeden Tag zum Puppy-Walk, was bedeutet, dass ihnen ein Geschirr angelegt wird das mit einem Bauchgurt am Mensch verbunden ist.
      Mir diesem Training und einem ca einstündigen Spaziergang mit jeweils zwei Hunden die mich an meinem Gurt durch die Wälder ziehen, werden die Welpen daran gewöhnt nebeneinander ziehend zu laufen. Klappt ganz gut, aber auch nicht immer. Hier ein Zweig, dort Rentierkacke. So vieles ist im Moment noch interessanter, als nur rennen und arbeiten. Ist aber auch ok. Der Instinkt allerdings ist tatsächlich schon da. Immer mal wieder schaffen es meine beiden Babyhunde mich hochkonzentriert und mit allem was sie haben durch den Schnee zu schleifen.
      Beim Abendessen spüre ich dann schon sehr schwere Beine und heiße den morgigen Muskelkater schonmal willkommen.
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      Traveler

      Da wär deine 🦮Lotte sehr happy gewesen, wenn sie hier hätte mitmachen können🥰

      Traveler

      Wenn das die Babys sind, dann gute Fuhre🫣die ziehen dich doch glatt weg😅

      Traveler

      9 Monate Babys 😎

       
    • Day 8

      Långviken

      March 1 in Sweden

      Und plötzlich ist schon eine Woche vorbei. Völlig ungläubig beobachte ich Hannah und Anna-Maria beim Koffer packen und kann gar nicht begreifen wo die Zeit geblieben ist. Schon heute Abend kommen zwei neue Volunteers und ich wechsel die Seiten und
      gehöre nun zu den routinierten Helfern deren Aufgabe es ist neue Volunteers einzuarbeiten.
      Ich habe mittlerweile auch endlich Konstantin kennenlernen dürfen, der männliche Teil des Inhaberduos dieser Huskyfarm. Konstantin war in den letzten Tagen auf Familienbesuch in Deutschland und hat dort noch einige Sachen erledigt. Seit gestern ist er wieder zurück und wir sind direkt auf einer Wellenlänge.
      Dummerweise spielt das Wetter in den letzten Tagen nicht so mit wie es eigentlich sein sollte, denn es ist einfach viel zu warm.
      Tagsüber klettert das Thermometer auf bis zu 3 Grad was zur Folge hat dass die obere Schneedecke auf Straßen, Wegen und in den Gehegen anschmilzt über Nacht wieder anfriert und damit nun alles spiegelglatt ist. Ohne Spikes unter den Schuhen geht gerade überhaupt nix.
      Allerdings lerne ich durch dieses Wetter auch die Unterschiede zwischen unseren Huskies und Sibirischen Huskies kennen. Alle hier auf der Farm lebenden Hunde sind Alaskan Huskies, drahtiger und mit kürzerem Fell als Sibirische Huskies. Dadurch machen denen die wärmeren Temperaturen also recht wenig aus, sie laufen trotzdem mit voller Power alle Distanzen. Johanna erklärt mir darüber hinaus, dass Alaskan Huskies auch nochmal deutlich sozialer, familiärer und weniger aus der Ruhe zu bringen sind, als ihr sibirisches Pendant. Der große Vorteil davon ist, dass sie keine feste Bezugsperson benötigen, sondern so ziemlich jeden Menschen als Führungsperson akzeptieren, was die Arbeit für die Touren wesentlich vereinfacht.
      Allerdings stelle ich diese wahnsinnig tolle und liebenswerte Eigenschaft auch jeden Tag selbst fest. Bei jeder meiner morgendlichen Begrüßungsrunden durch die Gehege werde ich vom ersten Tag an von ausnahmslos allen Hunden mit überschwänglicher Herzlichkeit und Liebe überschüttet, sodass es quasi unmöglich ist diese Powerpakete nicht in sein Herz zu schließen.
      Bis auf Krut. Krut ist 5 Jahre alt und wirkt auf mich von Anfang an anders als alle anderen Hunde, irgendwie traurig und zurückhaltend. Johannes erklärt mir, dass sein Mitbewohner gestorben ist, die beiden waren ein Herz und eine Seele. Er hat daraufhin lange Zeit nicht gefressen, wollte nicht mehr vor den Schlitten und kam aus seiner Hütte nicht mehr raus. Der Tierarzt hat eine Depression diagnostiziert, was mich echt schockiert. Mir war bis hierhin nicht bewusst, dass Hunde genauso wie Menschen an Depressionen erkranken können.
      Die Krankheit ist zwar mittlerweile behandelt und er hat auch den Spaß am Laufen zurück gewonnen. Allerdings bleibt er in seinem Gehege trotz neuer Partnerin Mio immer noch gerne für sich alleine.
      Mich berührt dieser Hund ungemein, vor allem seine wunderschönen blauen Augen und dieser traurige Blick treffen mich immer wieder.
      Ich nehme mir also ab jetzt jeden Tag die Zeit und setze mich ausgiebig lange in Krut‘s Gehege. Anfangs kommt er nicht aus seiner Hütte, sodass ich mich immer eher mit Mio beschäftige. Irgendwann wird er aber doch neugierig. Erst wird nur geschnüffelt, nach ein paar Tagen lässt er auch zu, dass ich ihn streichel.
      Heute an Tag 8 springt er das erste Mal am Zaun auf und ab und bellt mir sein freudiges Hallo entgegen, als er mich schon von Weitem sieht. Tatsächlich ist das einer der emotionalsten und schönsten Momente für mich in diesem Projekt.
      Mittlerweile bin ich auch fest im Team angekommen und habe meine Aufgaben. Ich kümmere mich um das An- und Abschirren der Hunde, erkläre Gästen den Schlitten und worauf sie beim Fahren achten müssen und fahre mittlerweile recht sicher auf dem Schlitten die ersten Meter als Stabilisator mit was bei den aktuellen Glatteisverhältnissen dringend notwendig ist.
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      Traveler

      Sehr interessante Geschichte mit Krut.

      Traveler

      wunderschön

      Traveler

      ❤️

      3 more comments
       
    • Day 2

      Långviken

      February 23 in Sweden

      Mein Tag beginnt kurz vor 9 Uhr. Mein erster Blick geht aus dem Fenster und ich sehe zum ersten Mal bei Tageslicht Unmengen an Schnee und Wald und realisiere wo ich eigentlich gelandet bin.
      Im Gegensatz zu meinem Volunteering in Afrika, wo wir die Mahlzeiten von einer dem Resort zugehörigen Küche erhalten haben, sind wir hier für alle Mahlzeiten selbst verantwortlich. D.h. diejenigen die für den betreffenden Tag eingeteilt sind, kümmern sich um die Verpflegung des kompletten Hauses.
      Ich habe heute meinen Eingewöhnungstag und schnupper erstmal in alle Bereiche mit rein.
      Allerdings bleibe ich dann recht schnell beim Team hängen, die sich um Pflege und Fütterung der 30 Huskys kümmert.
      Mir wird jeder Husky mit Namen und seinen Erkennungszeichen vorgestellt und wirklich alle freuen sich überschwänglich mich kennenzulernen.
      Auf einer Wellenlänge bin ich sofort mit Felix. Nicht gerade der schlaueste, aber einfach immer nur glücklich. Glücklich wenn man ihn knuddelt, glücklich beim arbeiten, glücklich beim spielen, glücklich beim Fressen. Denkt nicht viel, ist einfach nur glücklich.
      Wir verstehen uns sofort.
      Ich helfe im Laufe des Tages noch mit die einzelnen Kennels vom Neuschnee der letzten Nacht zu befreien und erlebe am Abend dann das erste Mal in meinem Leben Polarlichter.
      Völlig fasziniert und begeistert, merke ich viel zu spät dass mir bei -15 Grad gerade die Finger einfrieren. Aber in diesem Moment ist das irgendwie unwichtig und die Welt steht für eine kurze Zeit einfach nur still.
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      Traveler

      oh wie wunderbar

      2/24/23Reply
      Traveler

      Willkommen im Team

      2/24/23Reply
       
    • Day 5

      Långviken

      February 26 in Sweden

      Die letzten beiden Tage habe ich im Dog-Team verbracht und mich in die Abläufe mit den Hunden eingearbeitet.
      Der Tag startet dabei regelmäßig kurz vor 8 mit der ersten Fütterung. Dabei wird zerkleinertes Rindfleisch mit heißem Wasser in einem großen Bottich zu einer Art Fleischsuppe vermengt und verfüttert. Das hat den Hintergrund, dass die Hunde zusätzlich Flüssigkeit aufnehmen, was im Winter bei diesen Temperaturen immer etwas zu kurz kommt und auf diesem Weg die effizienteste Lösung ist.
      Dazu bekommt jeder Hund nach Bedarf und nach Konstitution noch entsprechend proteinreiches Trockenfutter. Am Vormittag ist es dann meine Aufgabe die Hunde nacheinander in den Auslauf zu packen, sich mit ihnen zu beschäftigen und die einzelnen Kennels zu reinigen. Wenn Touren durch Gäste gebucht werden, entfällt dieser Punkt und ich bereite alle Schlitten und Hunde für die Fahrten vor, weise die Gäste im Umgang mit Hund und Schlitten ein und nehme die Schlitten nach Beendigung der Tour wieder in Empfang.
      Nach dem Mittagessen steht täglich der Puppy Walk und das damit verbundene Training der Babys an und im Anschluss wird an jedem Tag ein anderer Hund einem Health Check unterzogen. Das bedeutet, dass wir den Hund der für den entsprechenden Tag an der Reihe ist gemäß einer Checkliste untersuchen und seinen Zustand dokumentieren.
      Am Abend steht dann noch die letzte Fütterungsrunde an, bevor alle zusammen zum Abendessen zusammen kommen um den Tag final besprechen.
      Ab und an gibt es immer wieder Überraschungen in Form von Fahrten die wir selbst machen dürfen. So durften die Volunteers die in dieser Woche die Farm verlassen eine große Tour mit einem Einzelschlitten drehen.
      Da auch Anna-Maria in dieser Gruppe mit dabei ist und wir am Vortag schon mit dem 2er-Schlitten leichte Probleme hatten die Kurve in der vereisten Einfahrt zu nehmen und dort viel zu schnell waren, werde ich darauf geschult die ersten Meter als Gegengewicht und zur Stabilität auf dem Schlitten mitzufahren.
      In der ersten Kurve sind wir einfach wieder viel zu schnell, allerdings schaffe ich es tatsächlich durch Gewichtsverlagerung den Schlitten in der Spur zu halten. Diesmal wird uns allerdings die zweite Kurve zum Verhängnis, denn kurz nach der Ausfahrt der Kurve driftet der Schlitten zu weit nach links und fährt auf den aufgeschütteten Schnee am Straßenrand auf, was uns recht schnell auf die Seite wirft und mich mit dem Knie voran auf die eisige Straße. Dummerweise hat Anna-Maria den Schlitten losgelassen, sodass ich den Schmerz im Knie sofort ausblende, voller Adrenalin losrenne und dem Schlitten hinterher sprinte. Natürlich völlig aussichtslos, denn die Hunde sind einfach deutlich schneller als ich.
      Unsere Rettung heißt Phil, ein weiterer Volunteer, der gerade um die Ecke biegt und sich mit allem was er hat in die entgegenkommenden Hunde wirft. Die ersten beiden bekommt er am Geschirr zu packen, lässt sich von beiden ein kurzes Stück mitziehen und bringt sie zum Stehen, allerdings laufen die beiden hinteren Kraftpakete Balloo und Zdenek einfach Knallgas über Hund 1 und 2 und Phil drüber, sodass wir am Ende vor einem Mensch-Hund-Knäuel stehen das wir erstmal entwirren müssen.
      Es gibt zwei Verletzte, glücklicherweise ist kein Hund dabei. Phil‘s Hüfte und mein Knie werden dick und blau, alle Hunde stehen aber Sekunden später wieder unversehrt und mit den Pfoten scharrend vor dem Schlitten, sodass Anna-Maria ihre Tour fortsetzen kann.
      Ich verarbeite dieses kleine Trauma in dem ich mich von meinem Lieblingswelpen Maple trösten lasse und analysiere später am Tag mit Johannes den Unfall um zu verstehen was der Fehler war und wie ich in solchen Situationen anders reagieren und agieren kann um nicht zu stürzen.
      Ich habe Glück und mein Knie ist am nächsten Tag nur dick und blau, aber weiterhin völlig beweglich.
      Manchmal tut lernen halt auch echt weh.
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      Traveler

      Dein Bruder hatte für sich mal den Spruch geprägt....Lernen durch Schmerzen😉

      Traveler

      Sehr Spannend. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.

      Traveler

      ohjee, es wird nicht langweilig bei dir. Aber dz schafft das alles. Bin beeindruckt

       
    • Day 16

      Långviken

      March 9 in Sweden

      Die Tage vergehen wie im Flug. Ich arbeite jeden Tag mit den Hunden, lerne viel über den Umgang mit ihnen, das Schlittenfahren und das Leben hier in Lappland. Und nach der ersten Woche bin ich mir bereits sicher, dass ich definitiv zurückkommen werde.
      Das familiäre Leben hier in unserem traditionellen Schwedenhaus mit Johanna, Konstantin, Johannes und allen Volunteers ist so eine wertvolle und auch wunderschöne Erfahrung. Wir leben und arbeiten hier in unserem kleinen Dorf mit nur 8 Einwohnern mitten in der Natur Lapplands zusammen. Um uns herum kilometerweit nur Wald, der erste kleinere Supermarkt ist 35 Minuten Autofahrt entfernt. Und trotzdem fühl ich mich nie allein. Es ist immer Gewusel um mich herum. Wenn mir die Menschen zuviel werden, bin ich bei den Hunden. Ich sauge die ungezwungene und ehrliche Freude und Liebe die mir von jedem einzelnen Hund zu jeder Tages- und Nachtzeit entgegen gebracht wird auf.
      Heute nun ist meine letzte Woche angebrochen und ich fühle bereits jetzt schon den Abschiedsschmerz der auf mich zukommen wird.
      Aber bis dahin genieße ich noch jede Minute. Immer wenn es passt, verbringe ich Zeit mit meinem Krut und seiner entzückenden Mitbewohnerin Mio, die sich mittlerweile vor Lebensfreude fast überschlagen wenn ich ihr Gehege betrete. Wir knuddeln viel und unternehmen zusammen lange Spaziergänge.
      Die Nächte teile ich mir mein Bett mit den Hundedamen Shelby und Lucia, die mir im Schlaf auch schonmal die Hand ablecken.
      Und beim Inside-Dienst passiert es Melissa und mir tatsächlich, dass Freya in einem kurzen unbeobachteten Moment die Crêpes fürs Abendessen anfrisst, an denen wir den ganzen Vormittag gestanden haben. Wir retten was zu retten ist, am Ende merkt es auch niemand.
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    • Day 19

      Långviken

      March 12 in Sweden ⋅ ⛅ -17 °C

      Gestern war mein letzter Inside-Tag. Und obwohl mir Feuer machen, kochen, spülen, putzen und waschen für die ganze Mannschaft nicht fehlen wird, hab ich doch recht viele emotionale Momente. Ich werde diese kleine Familie um Johanna, Konstantin, Johannes und diesen so krass unterschiedlich zusammen gewürfelten Haufen Volunteers so derbe vermissen.
      Heute nun ist mein allerletzter Off-Tag. Marlene‘s Opa ist zu Besuch und holt sie ab um mit ihr die Autoteststrecken und seine alten Kollegen hier zu besuchen. Ich überlege einen kurzen Moment ob ich sie begleiten möchte, entscheide mich dann aber doch dagegen, nachdem ich rausfinde, dass sie wirklich nur dahin fahren um zu quatschen und nicht um zu driften. Ist dann doch langweilig.
      Ich verbringe nun meinen letzten freien Tag quatschenderweise mit Melissa in der Küche und mit Phil und Laura im Kennel, genieße unseren Puppy Walk und nutze meine Zeit um jeden einzelnen Hund noch so viel Liebe wie möglich mitzugeben.
      Die Ereignisse der letzten Tage erschweren mir den Abschied um einiges mehr. Das Vertrauen in mich und die Verantwortung die mir am Ende übertragen wird, überraschen mich und machen mich auch irgendwie sehr stolz.
      So darf ich meine erste Tour mit dem Schneemobil begleiten. Es ist nicht die einfachste Gruppe mit vielen Stopp’s wegen verlorener Handschuhe oder Booties (das sind die kleinen Söckchen die die Hundepfoten schützen) und auch einigen Stürzen, sodass ich mehrmals vom Schneemobil springe und mich in die auf mich zustürmenden Hunde schmeißen muss, bevor diese mit dem Schlitten über alle Berge sind.
      Für alle die jemals Hundeschlitten fahren möchten hier nochmal Regel Nummer 1: Wenn ihr stürzt. Niemals. NIEMALS den Schlitten loslassen!
      Völlig überraschend wird mir auch selbst nochmal ein Schlitten überlassen, sodass ich eine ca 2-stündige Tour über eine ziemlich coole und anspruchsvolle Strecke fahren darf. Ich genieße ein letztes Mal in vollen Zügen diese Stille und die zauberhafte Natur, während ich auf dem Schlitten stehe und meine Hunde mich mit ihrer unfassbaren Energie den Trail entlang ziehen.
      Am Abend schneidet Matthias, ein schwedischer Freund von Konstantin noch den männlichen Volunteers die Haare während Marlene und ich allen anderen kölsche Musik anhand von Kasalla näher bringen.
      Bei -20 Grad in der schwedischen Wildnis ein völlig surrealer Moment.
      Mir bleiben nun noch mein letzter Dog-Dienst am Montag, während ich den Dienstag nutzen muss um all meine Sachen zusammen zu suchen und zu packen um dann final den allerletzten schweren Abschiedsgang zu den Hunden zu gehen.
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      Traveler

      😎 schick! So hübsch und weiss es!

       

    You might also know this place by the following names:

    Guhkiesluoktta, Långviken

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