Sweden
Arjeplogs Kommun

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Travelers at this place
    • Day 2

      Heading North

      July 7 in Sweden ⋅ ☁️ 8 °C

      Noch vor dem Wecker bin ich wach. Die Sonne scheint durchs Fenster meines spartanischen Zimmers im Fjällcenter von Hemavan. Nichts wie aufstehen, Kaffee kochen, frühstücken, Rucksack packen und los.
      Gegen kurz nach acht stehe ich schließlich am südlichen Trailhead vom nördlichen Kungsleden, welcher mir schon solange im Kopf rumgeistert. Ab hier warten ungefähr 470Km Strecke auf mich mit allem was das Hikerherz begehrt. Natur pur weitab von Strassenverkehr und Alltagshektik.
      Das Wetter am Morgen ist perfekt. Blauer Himmel und Sonne satt, so fliegen auch die ersten Kilometer mir nichts dir nichts dahin. Ich durchstreife kleine Birkenwäldchen und blicke von der Höhe in eine unfassbare Landschaft. Unter mir endlose Wälder von Seen durchsetzt, Strassen? Fehlanzeige! Kurz darauf und ein paar Hm weiter stehe ich im Fjäll. Unendliche Weiten tun sich auf, ausschließlich von den umliegenden Bergen begrenzt.
      Vormittags erreiche ich die Viterskaletstugan, in welcher ich eigentlich gestern übernachten wollte, doch ihr kennt ja das Anreisedesaster. Nach ein paar netten Worten mit der Hüttenwirtin setze ich meinen Weg in Richtung Syterhütte fort.
      Viele Wanderer habe ich bislang nicht gesichtet, schließlich begegne ich doch noch einigen Exemplaren. Ein UL- Hiker aus Tschechien, der den gesamten Trail SoBo in sage und schreibe 13 Tagen thruhiked und ein Pärchen aus Italien mit denen ich gemeinsam zur Syterhütte laufe. Hier trennen sich vorerst unsere Wege, da die Beiden hier die Nacht verbringen und ich noch ein paar Kilometer ziehen will.
      Allerdings beginnt es kurz darauf zu tröpfeln, ich finde noch gerade rechtzeitig einen Campspot an dem ich meinen DCF Palast aufbaue und mich ins Trockene flüchte.

      Trail: 26,8Km + 710Hm ^
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    • Day 4

      Labsburger oder Lachsburger

      July 9 in Sweden ⋅ ☀️ 8 °C

      Bädereinrichtungen in den Fjällstugans sind häufig naturnah gestaltet. Hoffnungsvoll schnappst du dir dein Microfaserhandtuch, die Zahnbürste und auf die Frage wo es zum Waschraum geht antwortet Gunnar der Stugansvard: „Immer den Weg hinunter zum Bach. Ach so, und das Klo steht fünfzig Metern hinter der Hütte“.
      Aha, so ist das also, jojo…

      Wie so oft trödel ich morgens gerne vor mich her als plötzlich die Tür aufgeht und ein ziemlich erschöpft aussehender Typ in die Hütte stolpert. Er spricht ausschließlich schwedisch und das eher wortkarg. Nach kurzer Unterhaltung mit dem Hüttenwirt haut er sich auf eine Bank, kaut auf etwas herum und pennt kurzerhand im Sitzen ein. Auf meine Frage ob alles mit ihm in Ordnung sei erklärt mir Gunnar, dass der Typ seit sechzig Tagen alleine durch die schwedische Gebirgslandschaft zum nördlichsten Punkt läuft. Dann setzt Gunnar dem ganzen noch die Krone auf: „Ist nicht leicht.., jojo“.
      OK, denke ich und ziehe mir bescheiden die Schuhe an. Sechzig Tage alleine durch die schwedische Pampa, ohne jegliche Infrastruktur, so gut wie keine Übernachtungsmöglichkeiten außer Zelt, Temperaturen bis vor Kurzem nachts um die null Grad und Resupply? Mmmh!
      Ist scheinbar nicht leicht, jojo…

      Dann mache ich mich auf den Weg. Ausgeschlafen und frohen Mutes biege ich rechts ab und sehe einen jungen Mann beim Zeltabbau, der trotz Headnet von den biestigen Moskitos übelst zugerichtet ist. Es stellt sich heraus das David aus Augsburg kommt und einen Tag vor mir in Hemavan gestartet ist.
      Ich gehe weiter und finde auf einer Anhöhe die passable Möglichkeit den gestrigen Footprint durch den Äter zu jagen.
      Dann wird die Szenerie spektakulär, eine unfassbare Weite umgibt mich, es gibt nur Mutter Natur und mich. Bis auf den Wind dringen keinerlei Geräusche an meine Ohren, hier und da Vogelgezwitscher sonst nichts. Unten im Tal blicke ich auf riesige Seenlandschaften, umrahmt von Wald und imposanten Bergketten. Grandios und einprägsam fürs Leben.
      Über mir, auf der Passhöhe erkenne ich bereits von Weitem eine kleine, vom Wind umtoste Schutzhütte. Schrittweise komme ich näher, stoße die Tür auf und erblicke eine junge Frau, welche ziemlich erschöpft auf der Holzpritsche sitzend an einem Keks rumkaut. Wir kommen ins Gespräch und sie outet sich als Amerikanerin mit Wohnsitz in Upsala/ Schweden. Sie braucht noch eine Weile zur Regeneration und läuft dann bis zur Aigertstugan. Mein Hirn flüstert mir seit gestern ständig etwas von einem Labs- oder Lachsburger Lokal in Ammarnäs zu, eine Empfehlung Gunnars,
      also auf Richtung Ammarnäs. Ich passiere die Aigertstugan, kraxele über Stock und Stein weiter abwärts und komme ins Grübeln, ist Ammarnäs ein guter Plan? Komme ich dort früh genug an und hat das erste Seelendorf auf dem Kurs seine Pforten noch geöffnet? Labsburger hin und Lachsburger her ich passe. Morgen bei Anbruch des permanent andauernden Tages werde ich nach Ammarnäs absteigen. Heute den DCF-Palast im Schoß von Mutter Natur aufgebaut, futtern und ab auf die Thermorest. Guet‘s Nächtle.

      Trail 21,3Km + 600Hm^
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    • Day 3

      Mittsommertage = Mückenplage

      July 8 in Sweden ⋅ ☁️ 10 °C

      Nach einer unruhigen Nacht, verspäteter Start in den Tag, obwohl Tag ist hier zur Zeit vierundzwanzig Stunden. Sonnenauf- bzw. -untergänge zu fotografieren is nich, es ist permanent hell, nachts um 03.00 Uhr genau wie tags um 15.00 Uhr.
      Für schlafgestörte Mitteleuropäer garantiert der blanke Horror.
      Ein weiterer Alptraum ist die Überpopulation von Mücken, insbesondere in den unteren Regionen, wo Bäche und Flüsse im Überfluss sprudeln und Sumpfgebiete durchlaufen werden. Mein Tipp? Weiter Laufen und Mückenschutz!

      Ansonsten wieder ein grandioser Tag auf dem Kungsleden. Die Natur ist komplett unberührt und intakt, dagegen ähnelt selbst der Schwarzwald mancherorts einem menschgemachten Aufzuchtsbiotop.
      Keine Borkenkäfer, keine Forststrassen,Trinkwasser filterfrei aus jedem Fluss- oder Bachlauf, Sumpfhühner etc. ohne Scheu, Abfälle nirgendwo ein Schnipselchen… Trotzdem darf jeder sein Zelt aufbauen wann und mit einigen Ausnahmen, auch wo er/sie will, dem Jedermannsrecht sei Dank. In Deutschland? Unvorstellbar!

      Wie lief der Tag? Losgezogen gegen
      09.30 Uhr ging es erst bergabwärts mit Blick auf ein Seenparadies. Um sich diesem zu nähern hieß es vorerst Birkenwald zu durchstreifen.
      Der Trail ist dabei nicht zu unterschätzen, denn Koordinationsfähigkeit ist gefragt! Stolpersteine überall, auch ich bin mehr als einmal umgeknickt.
      Schließlich Ankunft in der Tärnesjöstugan, hier komme ich mit einem amerikanischen Hiker ins Gespräch, welcher direkt das Zpacks Symbol auf meinem Käppi erkennt. Unter anderem ist er den PCT gelaufen sowie diverse weitere große Trails in Europa. Very interesting!!
      Auf den folgenden fünf Kilometern geht’s bergauf,
      die Hitze und die umherschwirrenden Mücken tun ihr übriges. Irgendwann ist es geschafft, auf den folgenden Kilometern heißt es noch einmal Höhenluft schnuppern bevor es dann wieder bergab geht.
      Angekommen in der Servestugan lasse ich mich vom hiesigen Stugansvard Gunnar überzeugen für die Nacht einzuchecken, ein Angebot das ich nicht ausschlagen kann.

      P.S.: Mit dem Netz ist hier schwierig. Daher FP‘s teilweise verspätet.

      Trail: 26,9Km + 530Hm^
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    • Day 5

      Durch’s Vindelfjällen

      July 10 in Sweden ⋅ ☁️ 12 °C

      Bei bestem Wanderwetter ging es heute in den neuen Tag. Weit unter mir glitzerte ein See aus dem Grün des Waldes hervor. Zwei vorbeikommende Trailrunner bestätigen das dort die Ortschaft Ammarnäs liegt. Also los geht’s stetig bergab über einen ziemlich holprigen Waldpfad. Konzentration ist gefragt, denn schnell haut‘s einen hin. Nach knapp anderthalb Stunden wilder Kraxlerei erreiche ich schließlich Ammarnäs, wo ich mich im erstbesten Lokal niederlasse und alle Akkus auflade. Strom ist leider oftmals Mangelware.
      Währenddessen gönne ich mir zur eiskalten Coke einen Rentierburger, geschmacklich sehr zu empfehlen. Die Powerbanks brauchen eine Ewigkeit zum Laden, nach anderthalb Stunden gebe ich auf und laufe weiter. Erst unendliche Kilometer bergauf um dann, auf einer wunderschönen Hochebene, dem Vindelfjällen, durch die unendliche Weite des Fjälls zu laufen. Kilometer um Kilometer fliegen an mir vorbei bis ich endlich vor der Rävelsvjällstugan stehe. Theodor ein junger schwedischer UL-Hiker bereitet sich gerade sein Tütenfutter zu und bietet mir einen Platz in seinem Schlafgemach an. Ziemlich fertig, schnappe ich mir meinen Hygieneebeutel und schleppe mich in die zur Hütte gehörige Sauna unten am Fluss….

      P. S.: Demnächst müssen die FP’s kürzer werden, Strom um die Akkus zu laden ist hier Mangelware

      Trail: 29,2Km + 690Hm^
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    • Day 6

      Von Mücken, Matsch und Regen

      July 11 in Sweden ⋅ ⛅ 11 °C

      Geschlafen wie ein Stein, wache ich vom prasseln des Regens vor dem Fenster auf. Der Himmel ist komplett verhangen und die Lust nach draußen zu gehen hält sich in Grenzen.
      Theodor, mein schwedischer Zimmergenosse, hat in null Komma nix das Raingear übergezogen und bewaffnet sich mit einer Tüte Erdnussflips samt Nüssen, bevor er mir ‚Breakfast is ready‘ zuruft. Etwas erstaunt bereite ich mir Porridge und Kaffee zu, während Theodor seine Erdnussflips mampft und mir erklärt das die Nüsse und Flips seinen morgendlichen Kalorien- und Energiebedarf ausreichend decken, er macht heute schließlich nicht mehr als maximal 35Km. Ok!! Kurz darauf schnappt er sich sein Minirucksäckchen und verschwindet im Nebel.
      Als ich vor die Tür trete hat es sich eingenieselt.
      Auch ich stecke mittlerweile im kompletten Regendress, welches diverse andere Vorzüge mit sich bringt, denn es ist keine schlechte Idee sich bei diesem Wetter mit Regenhose, -jacke und Kapuze, gegen das permanente Mückenaufkommen und entsprechend hinterhältigen Angriffen zu schützen.

      Zu Beginn geht es auf Waldpfaden bergan, bis sich einmal mehr die Landschaft öffnet und ich in Unendlichkeit und Weite blicke. Der Regen hat mittlerweile aufgegeben und eine Nebelsuppe sorgt für entsprechend mystisch landschaftliche Würze. Heute ist hier scheinbar niemand, einzige Begleiter sind mir komplett unbekannte Vogelarten mit äußerst interessanten Stimmen. Sonst nichts! Kein Laut, kein Lärm, außer Ruhe! Stunden später sehe ich den einzigen Wanderer in entgegengesetzter Richtung auf mich zukommen. Kurzer Austausch von woher, wie weit, wohin und weiter geht’s. Die letzten fünf Kilometer bis zur Sjnultje Schutzhütte gestalten sich zäh. Einsetzender Regen, Pfützen, Matsch und Moskitos verlangen einiges an mentaler Stärke ab. Schließlich erreiche ich mein heutiges Tagesziel und öffne die Tür, keiner da! Also häuslich einrichten, Trekn’Eat richten und Footprint schreiben…
      Ich habe fertig!

      Trail 27,1Km + 640Hm^
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    • Day 7

      Muss auch mal sein…

      July 12 in Sweden ⋅ ⛅ 9 °C

      Sch…. schreit‘s aus mir heraus, zum wiederholten Male kann ich einen Sturz gerade so verhindern. Heimtückische Stolperfallen allerorten. Pfade gepflastert mit hervorstehenden Felsbrocken, Holzplankenwege gezeichnet von der Feuchtigkeit im Moor, Matsch der für nötige Rutscheinlagen sorgt und Ablenkung hinter jeder Biegung. Es bleibt nicht aus wenn du dein gesetztes Tagespensum halten willst! Du läufst im Flow und Sch….

      Die letzte Nacht könnte eine fürs Geschichtsbuch sein. Das nach außen so idyllisch wirkende Sjnultje Shelter stellte sich sehr bald als Mückenbrutstätte heraus. Draussen Regen, drinnen Mücken! Stellt sich die berechtigte Frage was tun?!
      Nicht lange fackeln Headnet überstülpen, Daunenjacke, Handschuhe sowie Funktionsunterwäsche an und mitsamt dem Quilt auf die zur Verfügung stehende Bank fläzen. Gemütlich ist anders, aber wer Grenzen sucht muss Grenzen aushalten. Naja, habe überlebt!

      Zurück zum Trail...
      Heute möchte ich frühzeitig Feierabend machen, denn von Adolfsström, meinen heutigen Etappenort, erhoffe ich mir ein Zimmer mit Strom, Dusche und fließend Wasser. Sechs Tage ohne Dusche und permanent im eigenen Saft ist nämlich doof und die Akkus brauchen unbedingt Komplettladungen.
      Also, nach einigen Stolperern (s.o) und entsprechend bergauf, bergab erreiche ich das Ferienidyll Adolfsström (krasser Name) und frage im erstbesten Laden nach einer Unterkunft. Siehe da, die nette Frau vermietet kleine Ferienwohnungen und Wasser mit Dusche sind in den Gemeinschaftswaschräumen. Perfekt!

      Jetzt hocke ich hier auf der Veranda, bei einer Dose Bier und Pringles und setze den letzten Punkt.

      Trail 23,4Km + 220Hm^
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    • Day 8

      Jäckvik

      July 13 in Sweden ⋅ 🌙 14 °C

      Gibt es eigentlich mehr blau als blau? Seit heute bin ich überzeugt, es gibt ein blau von einer derart unverfälschten Intensität, dass es in der heimischen Industrielandschaft, aufgrund von CO2 Emissionen, selten bis nie zu Sehen ist. Heute hatte ich Glück dieses Phänomen hautnah zu erleben.
      Beim verlassen meines Komfort 5***** Palastes strahlt die Sonne vom wolkenlosen Himmel und scheint die Umgebung in einen Farbkasten zu tauchen.
      Schnell lasse ich Adolfström hinter mir und verschwinde im Wald. An einer Abzweigung werde ich vom Hauptweg auf einen ziemlich wilden Singletrail gelenkt. Dieser begleitet mich auf den nächsten fünfzehn Kilometern über Stock und Stein Richtung Pieljekaise Nationalpark.
      Vorbei an diversen großen Seen, durch Sumpfgebiete und viel Birkenwald verlangt der Weg einiges an Aufmerksamkeit ab.
      Hin und wieder tauchen vereinzelt andere Hiker auf, die den Trail SoBo laufen. Die NoBos sind aus verschiedensten Gründen klar in der Minderheit. Ein Grund dafür mag die angeblich schlechtere Infrastruktur im südlichen Teil des nördlichen Kungsleden sein. Ein weiterer, mir völlig unverständlicher, der mangelnde landschaftliche Reiz im Vergleich mit dem Norden, so heißt es zumindest in einschlägigen Medienartikeln. Bin gespannt was mich in einigen Tagen im Norden erwarten wird?!
      Als ich den scheinbar unendlichen Waldtrail verlasse, stehe ich plötzlich in einer anderen Welt, vor mir türmt sich der Gipfel des Pieljekaise auf und ich bin umhüllt von Heideland. Die Sonne strahlt was das Zeug hält und sorgt für entsprechende Transpiration, was den anschließenden Abstieg zum Etappenziel nach Jäckvik nicht leichter macht. Endlich in Jäckvik angekommen stürme ich den dortigen ICA-Supermarkt und kaufe Junkfood vom Feinsten.
      Später, auf dem Campingplatz, treffe ich eine Holländische und eine Deutsche Hikerin, wir hocken ein paar Stunden zusammen und quatschen über Trails, Gear und anderen Hikertrash. Jetzt liege ich im Zelt und morgen geht’s mit der Holländerin an die erste Ruderpassage.
      Na denn man tau…

      Trail 21,9Km + 490Hm^
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    • Day 9

      Into the forest and across the lake

      July 14 in Sweden ⋅ ☁️ 15 °C

      Ruckzuck ist das Frühstück in der zum Campingplatz gehörigen Küche zubereitet. Dann Zelt abbauen und das gesamte Geraffel im Rucksack verstauen. Annemiek ist mittlerweile startklar und so laufen wir bei besten Wanderwetter in den neuen Tag. Die nächsten sechs Kilometer bis zum Bootanleger 1.0 führen auf einem Singletrail Deluxe mitten durch traumhafte Waldabschnitte. Das Licht der Sonne bricht sich im Grün der Blätter und gibt den Konturen des Waldes einen scharfen Kontrast. Seen werden passiert und Plankenwege müssen ausbalanciert werden. In ständigen auf und ab führt der Pfad schließlich zum Bootsanleger, wo natürlich nur ein Boot zur Verfügung steht. Pech gehabt! Das bedeutet die Strecke muss drei Mal gerudert werden, damit mindestens ein Boot auf jeder Seite des Ufers steht. Annemiek als erfahrene Ruderin übernimmt diesen Teil und ich als Skipper darf navigieren. Also einmal fünfhundert Meter zur Gegenseite ein zweites Boot holen, mit Beiden zurückpadeln und letztlich wieder zurück zur Gegenseite um den Trail fortzusetzen. Käpt’n Ahoi!
      Dann setzen wir unseren Weg fort. Annemiek muss ihre Schrittgeschwindigkeit nach und nach drosseln, wodurch auch mein gewohnter Gangrhythmus indirekt beeinflusst wird.
      Also trennen wir uns vorläufig um uns später, am zweiten Bootsanleger des Tages, wiederzusehen. Ich fliege jetzt förmlich über den Trail und erreiche gegen 14.00 Uhr den Bootsanleger 2.0.
      Von hier aus fährt um 16.00 Uhr ein Motorboot, welches die Wanderer einsammelt und sieben Kilometer über den See zum Gutshof Vuonatjaviken bringt.
      Zehn Minuten vor Abfahrt kommt schließlich Annemiek gerade rechtzeitig aus dem Wald. Dann fährt das Boot auch schon mit Volldampf los…
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    • Day 10

      Im Fjäll

      July 15 in Sweden ⋅ ☁️ 14 °C

      Langsam rückt die Baumgrenze in Sichtweite und ich stehe ein weiteres Mal in den endlosen Weiten des Fjälls. Mückenzerstochen und verschwitzt nehme ich den letzten Anstieg in Angriff und werde oben von einem kühlenden Lüftchen in Empfang genommen, nach einer schweißtreibenden Waldpassage eine wahre Wohltat. Hier oben ändert sich sofort die Stimmung. Das Licht besitzt eine eigentümliche Klarheit und taucht die umliegende Landschaft in eine besondere Atmosphäre.
      Eine weitere Stunde laufe ich eine Anhöhe hinauf, bevor ich mich am Wegesrand niederlasse. Zeit den Flüssigkeitshaushalt auszugleichen und einen Energieriegel zu vernichten. Bis auf Annemiek bin ich heute noch keinen weiteren Mitwanderer:in begegnet, auch wenn ich den Blick in die Ferne schweifen lasse ist niemand zu sehen. In dieser Stille ist Freiheit allgegenwärtig.
      Plötzlich vernehme ich doch eine Stimme im Hintergrund: „Hey, how do you doing?“ Eine ziemlich durchtrainierte junge Frau in Hiker Outfit hält an und wir quatschten über den Kungsleden…, aus welcher Richtung sie gestartet ist und wieweit es bis zum nächstgrößeren Etappenort Kvikkjokk ist. Kurze Zeit später kommt ihr Partner ums Eck und die Unterhaltung wird um interessante Details vertieft. So erfahre ich, dass Er einen Teil der Tour bereits als Wintertour mit Zelt und Schneeschuhen gelaufen ist. Verrückt, wie einige Menschen ihr Leben als fortwährendes Abenteuer gestalten, während andere kaum aus dem Haus kommen. Schließlich sehe ich Annemiek aus der Ferne auf mich zukommen, wir hocken noch einige Minuten zusammen und ich erfahre das wir bereits den Polarkreis passiert haben.
      Mmmh, gar nicht gesehen…
      Dann mache ich mich wieder auf den Weg, unsere Schrittgeschwindigkeiten sind zu verschieden um gemeinsam zu laufen.
      Stunden später geht es auf spektakulären Wegen im Fjäll bergab bevor mich ein weiteres Mal der Wald verschluckt.

      Trail 32,4Km + 600Hm^
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    • Day 11

      Wildwuchs und andere Misslichkeiten

      July 16 in Sweden ⋅ ☀️ 13 °C

      Nach einer entspannten Nacht winde ich mich gegen 07.30 Uhr aus meinem Schlafgemach. Neben mir stehen noch drei weitere Zelte deren Bewohner, bis auf Elisa, scheinbar alle noch im Tiefschlaf verharren. Elisa und ich bereiten ein kleines Frühstück, quatschen über dies und das bis auch der Rest der Nachbarschaft langsam aus ihren Behausungen kriecht.
      Der heutige Plan ist die knapp 27Km in Richtung Bootsanleger nach Kvikkjokk zu laufen um am nächsten Morgen das erste Boot dorthin zu erwischen. Gesagt, getan.
      Kurze Zeit später stehe ich auf dem Trail, laufe über Plankenwege durchs Moor und kämpfe mich durch anderen Wildwuchs auf dem never ending Singletrail.
      Kurz vor der Baumgrenze holt mich Simon, ein junger deutscher Hiker ein und wir laufen gemeinsam weiter. Ich berichte vom NST was ihn sehr interessiert und verweise auf Website und YouTube.
      Plötzlich wird es rabenschwarz am Himmel, wir laufen direkt in einen Regenguss. Schnell in die Regenklamotten und weitergehen! Doch auch dieses Wetter sorgt im Fjäll für einzigartige Stimmungsbilder.
      Kilometer um Kilometer nähern wir uns der Tsielejakkhütte einem einfachen Shelter. Simon verbringt die Nacht nahe der Hütte am angrenzenden Fluss, während ich noch zehn Kilometer weiter gehe um den morgigen Plan, dass erste Motorboot nach Kvikkjokk zu nehmen durchzuziehen.
      Dort wartet eine der großen Fjällstationen des Kungsleden auf seine verschwitze Kundschaft.

      Trail 26,62Km + 670Hm^
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