Mit den Vögeln aus den Federn
July 27 in Sweden ⋅ ⛅ 18 °C
Die Vögel sind natürlich drin geblieben in ihren Federn - aber wachtgezwitschert haben sie mich heute früh um fünf (!) in meiner Holzlodge mit Terrasse und Kochinsel gleich am Naturschutzgebiet. Gänse machen schon eine Menge Krach beim Formationsflug - mehr noch als der Specht beim Hämmern, dessen Schicht dann gegen halbsieben begann. Neugierig beäugt beim Zusammenpacken hat mich derweil ein kleines Rotkehlchen, das zwischendurch sogar für bessere Aussicht auf das Geschehen den Sitzplatz gewechselt hat.
Es gibt Reiseradelnde, die morgens Matte rollen, Zelt packen und weg - manche sind abends genauso fix in ihrer Einmanntüte verschwunden, als wären sie Graf Dracula und das Tageslicht droht. Ich selbst kann locker zwei Stunden rumtrödeln beim Auf- wie Abbau - noch ein paar Beeren sammeln fürs Frühstück, was nachschlagen, umsortieren, zweite Tasse Kaffee… zum Glück habe ich niemanden dabei, dem das auf den Keks gehen könnte.
Der Sonntag war trocken, richtiges Ausflugswetter. Also gegen den Rat aus meinem privaten Expertinnen-Kreis 🇸🇪🇳🇴Besuch des Wild-Reservats Nordens Ark am Vormittag. In locker der Hälfte der riesigen Gehege waren die Bewohner nicht zu entdecken, nur nordische Flora und Gehölz, und irgendwie freut man sich ja darüber (die Eltern enttäuscht quengelnder Kinder vielleicht etwas weniger), weil hier keine Großkatzen mit Hospitalismus hin und her tigern. Wie war das: ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe, und zwischen tausend Stäben keine Welt… dann lieber keine Erdmännchen heute.
Who knows, vielleicht gibt es diese andere Hälfte der angepriesenen Wildtier-Rassen dort auch gar nicht, sondern nur ein gutes Marketingkonzept und sehr viele freundliche Volunteers 😜. Und Mehrfachbesucher, denen das irgendwann auffällt, werden an den Tiger verfüttert… (einen hab ich gesehen, wirkte wohlgenährt).
Fröhlich ging‘‘s weiter nördlich, in Wellen und Kurven durch Wälder und Küstenorte. In Hamburgsund musste ich natürlich einen Stopp machen, auch wenn der Name mit dem ‚richtigen‘ Hamburg so wenig zu tun hat wie beides mit den Fleischklopsen. Für meinen Urlaubsgeschmack bisschen zu Sylt-schicki in Hamburgsund und der dazugehörigen Insel Hamburgö. Vielleicht lag‘s am Sonntag. Ortsschild hätte ich trotzdem gern geklaut.
Dort auf ner Bank mit nem Eis in der Hand und Blick in den kleinen Reiseführer bemerkte ich mit Schrecken und Freude, dass es nur noch max. 60 km bis Strömstad waren, von wo ich nach Norwegen übersetze. Was für ein plötzliches Ende des Schweden-Parts! Das wäre früher mit der Falk Karte nur passiert, wenn man sie falsch gefaltet hätte.
Das hier schreibe ich drum auch schon von der Fähre, bis gerade Polstersessel, jetzt Laderaum. Die zweieinhalbstündige Überfahrt kostet umgerechnet gerade mal zwölf Euro - sechs für mich, sechs fürs Rad. Ob das schwedischerseits subventioniert wird für den Einkaufstourismus? Palettenweise Bier, aber auch Softdrinks bekannter amerikanischer Marken werden hier von den Mitreisenden in ihre Campervans verfrachtet.
Bevor sich die wilden Theorien mehr als die wilden Tiere zeigen, schreib ich mein kleines Schweden-Fazit vielleicht besser beim nächsten Mal und lass mich jetzt ins unbekannte Land spucken 😎 Ha det!Read more
















Traveler
Sehr fein:)
Traveler
Brunost zum Beispiel....
TravelerWunderbar geschrieben, es macht große Freude mitzulesen, Dankeschön!
Traveler
So ein traumhaftes Foto!!!