• Die Bergankunft

    July 29, 2024 in Denmark ⋅ ☁️ 21 °C

    Ich bin gleich der erste der sein Zelt wieder zusammen gepackt hat und ab in die Bucht zum Strand. In Kolvo liegt eine kleine Insel mit herrlichem Blick auf die Ostsee und ich muss nicht gleich wieder auf die Fernstraße um vorwärts zu kommen.

    Das ist heute aber das Stichwort. 90 km Luftlinie trennen mich und meinen Gastgeber heute Abend. Und die Straße kann endlos sein! Überall gibt es gut ausgebaute Radwege, keine Frage, da kann Deutschland nicht mithalten. Im Schnitt nutzen den am Tag über Land aber auch 300 bis 500 Radfahrer. Auch da kann Deutschland nicht mithalten.

    Auf dem Weg nach Kolding komme ich an die Grenze wo einst König Christian gegen den Adel von Holstein ankämpfte um dass Dänemark nicht deutsch würde. In Kolding selbst steht aus dieser Zeit heute noch die dänische Festung Koldinghus. Von der Architektur der Städte darf man sonst nicht viel erwarten. Sie sind zum teil schön anzuschauen, wirken jedoch nicht so typisch wie eine Altstadt in Deutschland. Der historische. Charakter ist meistens den letzten 100 Jahren gewichen als zweckmäßige Handelshäuser eine größere Rolle spielten. Nach meinem ausgiebigen Spaziergang bin ich ein wenig Verzug denn noch immer sind es 70km bis zum heutigen Ziel. Und der Wind kommt immer schön von vorne.

    Doch wer denkt Dänemark sei flach, der irrt! Flacher wie Schottland, ja. Aber meist sind die Dörfer unten am Meer und der Weg verläuft oben auf einer Reisehöhe um die 80m also immer schön hoch und runter. Das gute ist dass gerade die Mirabellen reif sind. Zwar verzögert dass die Weiterfahrt nur noch weiter aber es ist stets eine genüssliche Pause.

    Und dann kommt es zum Schlussanstieg. Aus den 90km sind mittlerweile 120km geworden als ich feststelle dass ich heute mal eben noch auf dem höchstgelegenen Dorf in Dänemark vorbeikomme. Uff. Da lässt die Kraft doch gleich doppelt nach. Aber der Ausblick entschädigt bestimmt, denke ich. Und so freue ich mich auf meine Gastgeber, wir genießen den Abend auf der Veranda und geschlafen wird in der Hängematte. Was eben zu einem Miniabenteuer so alles dazu gehört.
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