• Auf der Karlsroute

    September 11 in Germany ⋅ ☁️ 17 °C

    Vielleicht habe ich es Karl IV zu verdanken dass er ein Faible für Thermalbäder hatte. Vielleicht wurde so Karlsbad gegründet und vielleicht ebenjene Verbindung von Norden nach Süden über das Erzgebirge ohne Große Steigungen hinein nach Böhmen. Heute ist die Karlsroute ein Radweg der mich auf kürzester Verbindung ohne viel Verkehr gen Süden bringt und zugleich durch die schönste Heimatregion des Bergbaus.

    Doch zuerst muss ich da mal hinkommen. Zu Hause trödelt man ja doch noch ein wenig, selbst wenn schon alles gepackt ist. Und so nehme ich den ersten Anstieg des Tages doch erst wieder nach dem Mittag auf mich. Nach zwanzig Kilometern kommt ein schöner Rastplatz den ich bereits kenne. Hier tummeln sich im Sommer immer die Perlhühner. ich lasse die letzte Autobahn hinter mir. Und fortan soll es bis zum Abend nur noch Bergauf gehen.

    Aber erstmal den Eingang zum richtigen Weg finden. Das Erzgebirge ist ein Labyrinth. Unterirdisch kann man sich in den Stollen verirren. Einer davon diente zB. dem Prinzenraub von Altenburg den Kunz von Kaufungen veranlasst hatte (einer meiner Gebietsfürsten aus grauer Vorzeit). Oberirdisch kann man sich in den Tälern irren, falsch abbiegen und plötzlich bei der Wismut in Bad Schlema oder Schneeberg landen. Das gleicht dann einem fast perfekten Kreis anstatt vorwärts zu kommen.
    Das schöne daran ist dass es selbst auf Umwegen immer wieder etwas zu entdecken gibt.

    Das schlimme, dass es im Spätsommer immer schon so zeitig dunkel wird und ich noch 25km Bergauf vor mir habe. Im dunkeln sieht man wenigstens nicht wie weit der Anstieg noch ist sage ich mir und trete fleißig in die Pedale bis mich langsam aber sicher an der Tschechischen Grenze die Kraft verlässt. Morgen ist ein Neuer Tag!
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