• Im Egerland

    September 12 in Czech Republic ⋅ ⛅ 19 °C

    Als ich aufwache bin ich voller Tatendrang. Ich bin super zufrieden dass ich gestern noch bis auf den Erzgebirgskamm geradelt bin. In meinem Kopf geht es gedanklich den halben Vormittag nur noch bergab. Ich passiere die Grenze nach Böhmen und das Bergabfahren hat nach drei Kilometern schon wieder ein jähes Ende. Zudem, was gestern noch ein Waldweg war, ist der Weg heute ausgewaschen, vom Winter gezeichneter, rauer Asphalt und was außer Schlaglöchern von ihm noch übrig ist. Am liebsten Schiebe ich bergab.
    Bergauf geht es einigermaßen, aber ich wollte gar nicht bergauf fahren! Ich habe heute noch 137km vor mir, da will ich mich doch früh nicht schon wieder kaputt machen. Hilft ja aber nix. Dafür entdecke ich am Wegrand die ersten Pilze der Saison die ihrem Namen Ehre machen. Und mit ihnen kommen die Pilzsammler bereits um 8.30 Uhr mit vollen Körben aus dem Wald.
    Jeder Meter runter will mühsam mit einem halben bergan erkauft werden bis ich endlich in Eger ankomme. Das Tal weitet sich. Die Berge hinter rücken plötzlich weit weg. Jetzt ist aber auch schon wieder Mittag! Eine alte Steinsäule weißt seit vierhundert Jahren dem Pilger den Weg von und nach Karlsbad. Das Erzgebirge aber, war auch auf dieser Seite das „unzugängliche Land“. Jetzt kann ich verstehen warum.
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