• Ostuni, du schießt uns in den Norden 🇮🇹🔥🚐

    June 29 in Italy ⋅ ☀️ 30 °C

    Oder wie uns 42 Grad einmal komplett den Reiseplan umgeworfen haben

    Italien empfing uns nicht einfach nur warm.
    Italien empfing uns wie ein geöffneter Backofen, in den jemand noch aus Spaß einen Föhn gelegt hatte 😄🔥

    Fast 42 Grad.
    Nicht gefühlt. Nicht „ach, bisschen heiß“. Nein. Diese Sorte Hitze, bei der selbst der Schatten sagt:
    „Ich bin raus, macht euren Kram allein.“

    Und was machen zwei vernünftige Menschen bei dieser Temperatur?

    Richtig.
    Sie steigen auf den Roller und fahren nach Ostuni. 🛵😂

    Aber von Anfang an.

    Wir waren gerade in Italien angekommen, die neuen Vorderreifen waren drauf, Britti hatte ihren Geburtstagsreifen auf der Beifahrerseite erhalten, also war technisch alles wieder auf Kurs. Und dann lag da Ostuni vor uns. Diese berühmte weiße Stadt auf dem Berg. Schön, hell, verwinkelt, mediterran, einfach ein Traum.

    Zumindest aus der Entfernung.

    Rauf auf den Roller, rein in diese Affenhitze, und schon nach wenigen Minuten hatte ich das Gefühl, als würde mir jemand einen heißen Föhn direkt auf Beine, Arme und Gesicht halten. Fahrtwind? Vergiss es. Bei 42 Grad gibt es keinen Fahrtwind. Da gibt es nur heiße Luft mit Geschwindigkeit 😅

    Ab diesem Moment ging es auch nicht mehr um Windschatten.
    Es ging um Sonnenschatten.
    Das ist ein ganz neues Fahrkonzept, das nur Menschen verstehen, die schon mal in Süditalien auf einem Roller langsam gegart wurden.

    Dann kamen wir an.

    Ostuni lag wunderschön auf dem Berg. Weiß, hell, stolz, als hätte die Stadt vergessen, dass Menschen bei Hitze schmelzen können. Und natürlich musste diese weiße Stadt erklommen werden. Zu Fuß. Bergauf. Bei 42 Grad.
    Kai empfand das nicht als Spaziergang. Kai empfand das als Prüfung. Als Expedition. Als leicht übertriebene Form von Stadtbesichtigung 😄

    Aber siehe Video:
    Ich habe es geschafft.
    Natürlich habe ich es geschafft.
    Langsam, aber würdevoll. Also zumindest langsam.

    Britti dagegen war sofort wieder in ihrem Element.
    Kaum waren wir in den Gassen, hüpfte sie los. Von einer Gasse in die nächste, durch kleine Durchgänge, um Ecken, Treppen hoch, Treppen runter, immer mit diesem Blick, als hätte sie gerade wieder ein geheimes Stück Italien entdeckt.

    Und jedes Mal, wenn sie irgendwo wieder auftauchte, rief sie fast empört vor Begeisterung:
    „Hast du den Balkon gesehen?“
    „Hast du die Gasse gesehen?“
    „Hast du diese Blumen gesehen?“

    Und ich, leicht gegart, leicht glänzend und innerlich schon auf Energiesparmodus, sagte natürlich jedes Mal:
    „Ja.“

    Das ist wichtig bei Britti.
    Sie muss wissen, dass ich bei ihr bin. Auch wenn ich manchmal nur noch mit einem Auge sehe, weil mir die Sonne das andere gerade weichkocht 😄❤️

    Oben angekommen gab es dann diese gigantische Aussicht. Weite. Dächer. Landschaft. Dieses weiße Ostuni unter uns, so schön, dass man kurz vergisst, dass man eigentlich kurz vor der Selbstentzündung steht.

    Und dann kam der Wasserhahn.

    Ein einfacher Wasserhahn.
    Dachte ich.

    Aber dieser Wasserhahn funktionierte nicht einfach so. Nein. Der hatte offenbar ein eigenes Geheimnis, eine bestimmte Technik, einen kleinen griechisch italienischen Zaubercode. Und wer kannte ihn?

    Natürlich Britti. 😂💧

    Ich saß gemütlich auf einer Bank im Schatten, schaute über die große weite Aussicht und dachte: Jetzt kurz Ruhe. Jetzt kurz einfach sitzen.

    Aber Britti hatte plötzlich eine neue Aufgabe im Leben.

    Sie wurde zur Wasserhahnmeisterin von Ostuni.

    Jeder, der dort trinken wollte, scheiterte erst mal. Dann kam Britti. Ein Griff, eine Bewegung, zack, Wasser lief. Die Leute staunten. Einige grinsten. Ich meine, es fehlte nicht viel und sie hätten angefangen zu klatschen 😄👏

    Ich saß da und dachte:
    Wir kommen hier nie wieder weg.

    Denn bei über 40 Grad und einem Wasserhahn, den nur Britti bedienen konnte, waren wir praktisch systemrelevant. Wir hätten fast Geld verlangen können.
    „Einmal Wasser, zwei Euro. Mit Erklärung fünf.“ 😂

    Irgendwann schafften wir es dann doch weiter. Runter ging es leichter, Gott sei Dank. Und danach landeten wir in einem kühlen Kellergewölbe zum Mittagessen. Dicke Wände, Schatten, Ruhe, Essen. Für einen Moment war die Welt wieder in Ordnung 🍽️❤️

    Und genau dort, an diesem Mittagstisch, passierte es.

    Die große Planänderung.

    Eigentlich sollte Italien jetzt weitergehen. Sizilien. Sardinien. Fähren. Süden. Meer. Große Pläne.
    Aber draußen brannte die Hitze wie eine Wand. Das Meer war nicht mehr erfrischend, sondern badewannenwarm. Keine Abkühlung. Kein Aufatmen. Kein „ach komm, morgen wird’s besser“.

    Wir kannten dieses Gefühl schon. Letztes Jahr sind wir vor der Hitze Richtung französische Seealpen geflüchtet. Und plötzlich war klar:
    Wir machen es wieder.

    Nicht nach Süden.
    Nicht weiter in die Hitze.
    Nicht Sizilien.
    Nicht Sardinien.

    Sondern: Auf in den Norden. 🚐🏔️

    Direkt Richtung Rimini, die lange Autobahn hoch, weiter nach Österreich. Irgendwo ein kleiner gemütlicher Campingplatz. Grüner Rasen. Ein kleiner See vielleicht. Ein netter Betreiber. Freundliche Menschen. Kühle Luft. Berge. Ruhe. Genau das, wonach sich der ganze Körper plötzlich sehnte.

    Britti schaute mich erst mit großen Augen an.
    Dann wurde sie still.
    Dann nickte sie.

    Und ich wusste: Wir sind uns einig.

    Die italienische Gassenschlacht bei über 40 Grad musste hier enden. Nicht weil Italien nicht schön ist. Ostuni war wunderschön. Aber Schönheit hilft dir wenig, wenn du dich fühlst wie ein Grillhähnchen mit Sonnencreme 😄🔥

    Und dann, nur einen Moment später, ging Brittis Kopf wieder hoch. Ihre Augen wurden groß. Und sie rief fast:
    „Auf in den Norden!“

    Genau da war sie wieder. Die Energie. Der neue Plan. Das Funkeln.
    Weg aus der Hitze. Hin zu Bergen. Seen. Almen. Vielleicht wieder hoch hinaus.

    Jeder, der uns kennt, weiß:
    Wir haben kein Drehbuch.
    Wir haben keinen festen Plan.
    Wir haben eine Richtung, bis wir eine andere haben 😄

    Und genau das ist unsere Reise.
    Nicht stur durchziehen. Nicht beweisen, dass ein alter Plan richtig war. Sondern spüren, was jetzt gerade passt.

    Spontan ist unsere Passion.
    Planänderung ist unser Reisebüro.
    Und der Silberpfeil macht mit. Meistens jedenfalls 🚐❤️

    Freunde, wenn ihr bis hierhin gelesen habt, dann seid gespannt.

    Demnächst erfahrt ihr, ob wir diesen urigen, gemütlichen Campingplatz in Österreich wirklich gefunden haben. Ob es grünen Rasen gab. Ob es einen kleinen See gab. Und ob Britti endlich wieder ihren Traum leben durfte: eine Alm oben auf dem Berg genießen 🏔️☀️

    Britti wird also nicht mehr durch italienische Gassen hüpfen.
    Vielleicht hüpft sie bald von Berg zu Berg.

    Wir werden es sehen.

    Vielen Dank an alle, die uns durch Italien begleitet haben.
    Aber ganz ehrlich: Diese Hitze über 40 Grad ist nicht unser Freund.

    Also sagen wir:
    Ciao Italien, du warst schön. Aber du warst uns heute einfach zu heiß. 🇮🇹🔥😄

    Und jetzt:
    Auf in den Norden.
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