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Inseltraum 2026: Kurs auf griechische Küsten 🏝️🧭

2026 geht die Reise weiter! 🌍⛵ Kurs auf Griechenland, Italien, Sizilien, Sardinien & Korsika. Das ist der Plan, bevor das Abenteuer startet. Alles kann sich drehen, alles kann wachsen. Wir bleiben flexibel. 🌊✨ Abfahrt! 🌞📱Aus der nähe von Hamburg Okumaya devam et
  • ...tatsächlich ein Bär auftaucht.

    14 Haziran, Yunanistan ⋅ ☀️ 28 °C

    Karpero, Griechenland 🐻🌾🚐
    Oder wie wir auf dem Weg zu den Mönchen plötzlich mitten in der Pampa hängen blieben

    Manchmal plant man einen heiligen Ort.
    Und landet erstmal auf einem Gemeindeplatz mit Bärenwarnung 😄

    Eigentlich wollten wir direkt weiter nach Meteora. Zu den Mönchen. Zu diesen unglaublichen Klöstern auf den Felsen. Zu einem Ort, von dem man schon auf Bildern denkt: Wer hat denn bitte damals gesagt, lass uns das Kloster mal da oben hinbauen? 🏛️⛰️

    Aber die Fahrt von den Fingern der Chalkidiki war einfach lang. Sehr lang. Und irgendwann sagt selbst der mutigste Silberpfeil:
    „Freunde, ich rolle zwar gern, aber irgendwann ist auch mal gut.“ 🚐😄

    Also legten wir einen Zwischenstopp ein.
    In Karpero, griechisch Καρπερό, in der Gemeinde Deskati, im Regionalbezirk Grevena.

    Und was soll ich sagen…
    Wir wollten eigentlich nur eine Nacht bleiben.

    Natürlich.

    Wie oft haben wir diesen Satz schon gesagt?
    „Nur eine Nacht.“
    Das ist bei uns inzwischen ungefähr so glaubwürdig wie:
    „Britti geht nur mal kurz gucken.“ 😂

    Wir kamen also dort oben an, auf einem Gemeindeplatz oberhalb des Dorfes. Mitten in der Pampa. Und mit Pampa meine ich nicht so ein bisschen ländlich. Ich meine: nichts. Null. Ruhe. Weite. Himmel. Kornfelder. Berge. Und wir. 🌾🌄

    Am Anfang standen noch fünf Camper dort. Das gab uns dieses angenehme Gefühl von: Okay, wenn hier etwas Seltsames passiert, sind wenigstens noch Zeugen da.

    Am nächsten Tag waren sie alle weg.

    Alle.

    Kein Mensch mehr weit und breit.
    Nur wir, der Silberpfeil und diese unglaubliche Stille.

    Und genau da passierte es.
    Wir sagten uns:
    Hier bleiben wir.

    Nicht weil es dort viel zu tun gab. Sondern gerade weil es dort nichts zu tun gab. Kein Hafen. Kein Stadtbummel. Keine Tavernenmeile. Kein Strand mit Liegen in Reih und Glied. Einfach nur dieser Platz, diese Aussicht, diese Ruhe und dieses Gefühl, einmal nicht irgendwohin zu müssen.

    Britti konnte natürlich trotzdem nicht komplett stillhalten.
    Das wäre ja auch unnatürlich. Wahrscheinlich medizinisch bedenklich 😄

    Also hüpfte sie von Aussichtspunkt zu Aussichtspunkt. Und davon gab es dort oben gleich fünf. Fünf Möglichkeiten, in die Weite zu schauen, fünf kleine Bühnen für ihre Neugier, fünf Chancen für Britti, irgendwo hinzustapfen und zu sagen:
    „Komm mal her, das musst du sehen!“

    Ich kam natürlich meistens nicht sofort. Einer muss ja beim Silberpfeil bleiben. Und beim Kaffee. Und beim Leben an sich ☕😎

    Oben auf dem Berg waren auch Feuerwehrpatrouillen unterwegs. Sie beobachteten das Umland, falls irgendwo ein Feuer entstehen sollte. Das hatte etwas Beruhigendes und gleichzeitig etwas sehr Griechisches. Da sitzt man völlig friedlich in der Landschaft, und irgendwo steht jemand mit Blick über die Berge bereit, falls die Natur beschließt, kurz durchzudrehen.

    Dann kam Brittis große Frage.

    Sie ging zu einem netten Feuerwehrmann und fragte auf Englisch, ob er hier oben schon einmal einen Bären gesehen habe. Und ob es hier überhaupt Bären gebe.

    Der Mann antwortete ganz ruhig:
    „Ja. Hier gibt es definitiv Bären.“

    Britti schluckte.

    Ich sah sie an, legte meine wahrscheinlich heldenhafteste Miene auf und sagte:
    „Kein Bär wird dir etwas tun, solange ich in deiner Nähe bin.“ 🐻😎

    Das war natürlich gelogen. Also nicht böse gelogen. Eher eine dieser Ehemann Aussagen, die gut klingen sollen, bis tatsächlich ein Bär auftaucht.

    Denn stellen wir uns das mal ehrlich vor.

    Wir sitzen beim Frühstück. Alles friedlich. Kaffee dampft. Britti schmiert irgendwas. Ich tue so, als wäre ich komplett entspannt. Und plötzlich bewegt sich mitten im Kornfeld etwas. Erst langsam. Dann größer. Dann sehr groß.

    Ein Braunbär.
    So groß wie eine Litfaßsäule.
    Mit dem Blick eines Tieres, das offenbar auch frühstücken möchte. 😳🐻

    Ich stelle mich natürlich sofort schützend vor Britti. Breite Brust. Fester Stand. Der Mann aus Schleswig Holstein gegen die Wildnis Griechenlands.

    Ich rufe noch:
    „Britti, dir wird nichts passieren!“

    Dann kurze Pause.

    Und direkt danach:
    „Ich hole Hilfe!“

    Und weg bin ich 😂

    Natürlich ist das nicht passiert.
    Wir haben keinen einzigen Bären gesehen. Nicht mal einen kleinen. Nicht mal einen, der so tat als wäre er einer.

    Aber spannend war es trotzdem. Denn an den Straßen sahen wir tatsächlich große Abfangzäune, teilweise so massiv, dass klar war: Die stehen da nicht für besonders sportliche Kaninchen. Hier nimmt man das Thema Wildtiere ernst.

    Und genau das machte diesen Platz noch besonderer.
    Diese Mischung aus Ruhe, Weite, leichter Abenteuerstimmung und diesem Gefühl, dass man irgendwo steht, wo die Natur noch nicht gefragt hat, ob sie gerade fotogen genug ist.

    Wir saßen dort, schauten in die Landschaft, ließen uns treiben und merkten wieder einmal:
    Manchmal sind die ungeplanten Stopps die besten. Die, bei denen man nichts erwartet. Die, die nicht in großen Reiseführern schreien: Komm her, hier musst du gewesen sein. Sondern die einfach still dastehen und warten, bis du merkst, wie gut sie tun. ❤️

    Die Mönche mussten also noch ein paar Tage warten.

    Aber wenn du bis hier gelesen hast, dann bleib unbedingt dabei. Denn in der nächsten Geschichte geht es wirklich zu den Mönchen. Und ich werde dir erzählen, was ich mit einem Mönch besprochen habe, warum wir uns plötzlich richtig nahe waren und wie er mir sogar geschworen hat, wie alt ich werde.

    Und glaub mir…
    das Alter wirst du nicht erraten 😄⛰️🧔‍♂️

    Die nächste Geschichte wird anders.
    Ruhiger. Tiefer. Und vielleicht eine der besonderen unserer ganzen Reise.
    Okumaya devam et

  • Warum Kai 100 Jahre alt wird 😄⛰️

    16–20 Haz, Yunanistan ⋅ ⛅ 29 °C

    Oder warum die Meteora Klöster für Kai unbezwingbar waren und für Britti nur ein kleiner Spaziergang!

    Manche Orte sehen auf Fotos schon verrückt aus.
    Und dann kommst du wirklich dort an und merkst: Nein, das Foto hat sogar noch untertrieben.

    So war es mit Meteora.
    Diese Klöster oben auf den Felsen wirken, als hätte irgendwann jemand gesagt:
    „Lasst uns ein Kloster bauen.“
    Und ein anderer antwortete:
    „Gute Idee. Aber bitte nicht da unten, wo normale Menschen hinkommen. Lieber da oben, wo selbst Ziegen kurz nachdenken.“ 😄🐐⛰️

    Aber von Anfang an.

    Wir kamen spät abends ganz gemütlich auf dem Campingplatz in Kalambaka an. Eigentlich hätte ein normaler Mensch gesagt: Ankommen, hinstellen, Stuhl raus, Beine hoch. Aber wir sind ja nicht normal. Wir sind Kai und Britti. Und Britti hatte natürlich schon wieder dieses Funkeln in den Augen.

    Dieses Funkeln bedeutet meistens: Gleich muss jemand irgendwo hin.
    Und dieser jemand bin dann in der Regel ich. Als Fahrer. Mit der Honda. 🛵😄

    Also ging es noch am Abend los Richtung Meteora Klöster. Einfach mal hochfahren, schauen, fühlen, Lage prüfen. Keine Ahnung, ob es sieben oder acht Klöster sind. Auf jeden Fall genug, um einen erwachsenen Mann bei 30 Grad ernsthaft über sein Leben nachdenken zu lassen.

    Wir fuhren mit dem Roller diese gigantische Felsenlandschaft ab. Ein Kloster nach dem anderen tauchte vor uns auf, oben auf diesen irren Sandsteinfelsen, als hätte sie jemand mit viel Mut, viel Glauben und sehr wenig Rücksicht auf Kniegelenke dort hingestellt. 🌄

    Kai bekam dabei das gute Gefühl, dass er vielleicht ein Kloster schaffen würde.
    Britti hatte das gute Gefühl, dass sie vielleicht fünf oder sechs schaffen würde.

    Damit war die Wette praktisch schon entschieden, bevor sie überhaupt begonnen hatte 😂

    Am nächsten Tag ging es dann ernsthaft los.
    Treppen. Sonne. Hitze. Menschen. Felsen. Und wieder Treppen.
    Freunde, diese Klöster zu besteigen, das ist kein kleiner Ausflug. Das ist ein Glaubenstest für Oberschenkel. Bei über 30 Grad diese Stufen hochzukraxeln, da muss man früher im Leben irgendwo falsch abgebogen sein, um das freiwillig zu machen 😄☀️

    Aber Kai hat geliefert.
    Jawohl.
    Das erste Kloster wurde bezwungen: Varlaam.

    Und ich sage es ehrlich, die Treppen dort reichten mir völlig. Ich war oben angekommen und dachte:
    „So. Schön war’s. Das war mein Beitrag zur Weltkultur. Mehr muss heute wirklich nicht sein.“ 😅

    Britti grinste mich nur an und sagte sinngemäß:
    „Das schaffe ich locker noch vier oder fünf Mal.“

    Und genau so kam es.

    Kai blieb ab da meistens bei den Pferden.
    Also bei der Honda. 🛵😂

    Mit ihren starken 8,7 PS schob uns die kleine Honda jeden Tag aufs Neue zu den Klöstern. Drei Tage lang fuhren wir diese Meteora Runde, immer wieder hoch, runter, links, rechts, Kloster hier, Aussicht dort. Britti stieg aus, hüpfte los, verschwand in Treppen, Türen, Innenhöfen und heiligen Räumen. Ich blieb unten oder irgendwo in der Nähe und bewachte Honda, Helm und Würde.

    Irgendwer muss das ja machen.

    Aber natürlich habe ich auch selbst genug gesehen. Und was ich gesehen habe, war wirklich gewaltig. Diese Klöster sind nicht einfach nur alte Gebäude. Sie sind ein Trotz gegen die Schwerkraft. Eine Mischung aus Glaube, Wahnsinn, Architektur und der Frage: Wie zur Hölle haben die das damals alles da hochbekommen?

    Die Treppen wurden erst später in den Stein geschlagen. Früher ging es dort noch viel härter zu. Und wenn man dann als Zimmermeister davorsteht, guckt man nicht nur fromm, sondern auch fachlich. Man sieht Stein, Höhe, Material, Lasten, Wege, Aufwand, und irgendwann denkt man nur noch:
    Respekt. Wirklich Respekt.

    In einem der Klöster entdeckte Britti einen ganz besonderen Ort für sich.
    Dort zündete sie eine Kerze für ihren Stiefvater an. 🕯️❤️

    In diesem Moment war kein Hüpfen mehr. Kein Grinsen. Kein „komm mal schnell“.
    Sie sah mich nur an, still, bedächtig, weich. Ich sagte nichts. Manchmal wäre jedes Wort zu viel. Ich machte nur ein Foto. Und genau dieses Foto sagt vermutlich mehr als jede Erklärung.

    Danach gingen wir weiter in den nächsten Raum.
    Und dort war diese perfekte Deckenmalerei. Farben, Figuren, Muster, Geschichte, alles so fein, so tief, so ruhig. Selbst mir blieb kurz die Spucke weg. Und das will etwas heißen. Ich bin ja sonst eher der Mann, der sagt: „Ja, schön, aber wie haben die das befestigt?“ 😄

    Dann standen wir draußen im Garten des Klosters und schauten hinüber zu den anderen Klöstern. Über diese Felsen. Über diese Sandsteinriesen, die einfach nicht in den Kopf passen wollen. So schön. So unwirklich. So groß.

    Plötzlich drehte sich Britti um und rief:
    „Kai, ich habe einen Mönch gesehen! Da, da!“

    Ich drehte mich natürlich sofort um.
    Ich sah keinen Mönch.

    Aber ich wollte ihr glauben.
    Bei Meteora weiß man nie. Vielleicht war er da. Vielleicht war er schneller als ich. Vielleicht haben Mönche hier oben einfach eine bessere Tarnung als Camper aus Schleswig-Holstein 😄

    Irgendwann setzte ich mich in einen Klostergarten. Die Sonne stand hoch, die Treppen steckten mir noch in den Knochen, und diese ganze Landschaft machte etwas mit einem. Man wird stiller. Nicht unbedingt heiliger, dafür kenne ich mich selbst zu gut. Aber stiller.

    Und dann passierte es.

    Ein Mann kam zu mir. Ruhig. Bedächtig. Fast lautlos. Er setzte sich neben mich. Es war ein schöner, stiller Raum, obwohl wir eigentlich draußen waren. Wir sprachen eine ganze Weile. Über das Leben. Über Reisen. Über Alter. Über das, was bleibt.

    Und dann fragte ich ihn:
    „Wie alt werde ich?“

    Er sah mich an, grinste und sagte:
    „Weit über 100 Jahre.“

    Ich schwöre, in diesem Moment glaubte ich ihm sofort. Felsenfest. Ohne Zweifel. Wenn ein Mann in Meteora neben dir sitzt und sagt, du wirst über 100, dann diskutierst du nicht. Dann nimmst du das an 😄

    Ich wollte gerade noch etwas sagen, da war er verschwunden.

    Und dann öffnete ich die Augen.

    Kein Mann.
    Kein Raum.
    Nur diese gigantische Aussicht.
    Nur die Felsen.
    Nur der Wind.
    Nur Meteora.

    Vielleicht war es ein Traum. Vielleicht die Hitze. Vielleicht die Treppen. Vielleicht auch einfach nur mein Körper, der nach einem Kloster dachte: Kai, wir müssen dir jetzt irgendwas Schönes erzählen, sonst machst du das nie wieder 😂

    Britti war währenddessen natürlich längst wieder unterwegs. Überall. In jedem Raum. In jedem Winkel. Sie hüpfte noch mehr, größer, weiter, tiefer hinein. Sogar in den Weinkeller. Keine Ahnung, was sie da gesucht hat. Wahrscheinlich wollte sie prüfen, ob auch dort alles ordnungsgemäß klösterlich gelagert ist 🍷😄

    Am nächsten Tag fuhren wir wieder zu den Klöstern.
    Diesmal war für mich klar:
    Ich bleibe definitiv bei den Pferden. Also bei der Honda.

    Diese Treppen gehe ich ganz bestimmt nicht noch mal hoch. Ein Kloster gleicht doch dem anderen, dachte ich. Und als Zimmermeister war ich mir da völlig sicher. Also fast. Also wenigstens als Ausrede.

    Britti brauchte natürlich Beweise. Und deshalb hüpfte sie jedes einzelne Kloster hoch, das sie sich vorgenommen hatte. Manchmal sah ich sie ganz oben stehen, winkend, strahlend, voller Energie. Und ich stand unten, winkte zurück und dachte:
    Was für eine abenteuerlustige Frau.

    Sie kam immer wieder zurück und erzählte voller Freude, was sie oben entdeckt hatte. Räume, Gärten, Ausblicke, Kerzen, Bilder, Wege, Mauern. Und ich hörte zu, grinste und war ehrlich froh, dass sie all das für uns beide mitnahm.

    Meteora war für mich unbezwingbar.
    Für Britti war es fast ein Spielplatz mit Aussicht.

    Aber genau das ist ja unser Ding.
    Sie hüpft hoch. Ich halte unten die Welt zusammen.
    Sie entdeckt. Ich fahre.
    Sie steigt Treppen. Ich erkläre später, warum das statisch alles sehr beeindruckend ist 😄

    Liebe Leserinnen und Leser, wenn ihr bis hierhin gelesen habt, dann habt ihr mit uns schon sehr viel Griechenland geschafft. Und Meteora war eines dieser Erlebnisse, die man nicht einfach abhakt. Das bleibt. Diese Felsen. Diese Klöster. Diese Treppen. Dieses Licht. Und natürlich diese wichtige Erkenntnis:

    Kai wird über 100 Jahre alt.
    Hat mir schließlich jemand in Meteora gesagt.
    Und wer bin ich, einem Mönch, einem Traum oder meinem eigenen erschöpften Unterbewusstsein zu widersprechen? 😄⛰️

    Als Nächstes geht es weiter zu Elenas Camping.
    Dort fühlten wir uns in zweiter Reihe am Strand richtig schön heimlich und gut aufgehoben. Aber was dort am zweiten Abend passierte, war nicht unheimlich. Es war einfach nur schön.

    Und dann gab es noch ein Geburtstagsgeschenk für Britti.
    Eines, das wahrscheinlich keiner von euch versteht.
    Ich aber schon.
    Und Britti hoffentlich auch ❤️

    Mehr dazu in der nächsten Geschichte.
    Okumaya devam et

  • Wie Griechenland langsam leise Tschüss sagte!

    23–27 Haz, Yunanistan ⋅ ☀️ 31 °C

    Elenas Camping bei Igoumenitsa 🌊🚐🇬🇷
    Oder wie Griechenland langsam leise Tschüss sagte

    Manchmal merkst du erst am Ende einer Reise, wie tief sie eigentlich in dir drinsteckt.

    Wir kamen auf Elenas Camping, irgendwo in der Nähe von Igoumenitsa, und standen dort in zweiter Reihe am Strand. Nicht direkt vorne auf der großen Bühne, aber genau richtig für uns. Ein bisschen heimlich. Ein bisschen geschützt. Ein bisschen so, als hätte dieser Platz gesagt:
    „Kommt her, ihr zwei. Hier könnt ihr noch mal durchatmen, bevor Griechenland euch wieder loslassen muss.“ 🌊❤️

    Und genau so fühlte es sich an.

    Unsere Griechenlandzeit neigte sich langsam dem Ende zu. Acht Wochen waren wir in diesem kleinen, verrückten, wunderschönen Land unterwegs. Acht Wochen voller Orte, die man nicht einfach nur gesehen hat, sondern die irgendwie an einem kleben bleiben.

    Athen.
    Der Kanal von Korinth.
    Olympia.
    Meteora.
    Lefkada.
    Die Peloponnes.
    Die Chalkidiki.
    Und all die kleinen Straßen, Tavernen, Campingplätze, Rollerfahrten, Gespräche, Kaffeepausen und Menschen, die plötzlich Teil unserer Reise wurden 🇬🇷✨

    Und jetzt standen wir also hier. Fast am Ende. Kurz vor der Fähre nach Bari. Italien wartete schon irgendwo da draußen. Aber wir waren noch nicht ganz bereit, Griechenland innerlich loszulassen.

    Der Platz war perfekt für diesen Abschied. Nicht laut. Nicht großartig aufdringlich. Einfach angenehm. Strandnah. Warm. Ruhig genug, um sentimental zu werden, aber nicht so ruhig, dass Britti nicht trotzdem alle fünf Minuten irgendwo hin musste 😄

    Und das Wasser… Freunde, das Wasser war hier richtig gut.

    Jetzt kommt eine historische Meldung:
    Kai war insgesamt sechs Mal baden. 🌊😳

    Ja. Sechs Mal.
    Nicht einmal versehentlich mit dem Fuß reingerutscht. Nein. Richtig baden. Ich weiß selbst nicht, was da mit mir los war. Vielleicht griechische Magie. Vielleicht Abschiedsschmerz. Vielleicht war das Wasser einfach so gut, dass selbst mein innerer Nichtschwimmer kurz sagte:
    „Na gut, aber nur unter Protest.“ 😂

    Britti war natürlich ungefähr dreißig Mal drin. Mindestens. Wahrscheinlich eher mehr. Bei ihr zählt Baden ja nicht als Aktivität, sondern als Grundzustand. Sobald Wasser in der Nähe ist, beginnt bei ihr innerlich irgendein Delfinprogramm 🐬😄

    Dazu bekam sie noch eine neue Luftmatratze. Und damit war endgültig klar: Jetzt wird es sportlich.
    Britti machte Übungen.
    Schmetterling.
    Taucherbrille testen.
    Mich ärgern.
    Sich ziehen lassen.
    Schneller sein.
    Wieder schneller sein.
    Und dann noch mal schneller sein.

    Ich habe sie natürlich auch immer mal gezogen. Also theoretisch. Praktisch war ich grundsätzlich langsamer. Keine Ahnung, warum. Doch, eigentlich weiß ich es schon. Ich bin nicht langsam. Ich bin gelassen. Das ist ein großer Unterschied 😎

    Britti dagegen hüpfte, schwamm, tauchte, lachte und war mir ständig einen halben Wasserkilometer voraus. Es ist wirklich erstaunlich, wie viel Energie in so einem Menschen stecken kann, während ich im Wasser schon nach zehn Minuten aussehe wie ein Mann, der einen Friedensvertrag mit seinem eigenen Kreislauf verhandelt.

    Aber es war herrlich.

    Wir tobten im Wasser. Nicht einmal. Nicht zweimal. Immer wieder. So sehr, dass uns manchmal fast die Luft wegblieb. Dieses richtige Lachen, bei dem man nicht mehr weiß, ob man gerade schwimmt, hustet oder einfach nur glücklich ist 😂❤️

    Und danach gingen wir erschöpft ins Restaurant.
    Kaffee. Kekse. Sitzen. Atmen. Leben.

    Ich versuchte natürlich regelmäßig, Brittis Keks zu klauen. Ganz vorsichtig. Ganz unschuldig. Mit der alten Technik: Ich gucke woanders hin und meine Hand macht zufällig etwas anderes.
    Hat nicht funktioniert.
    Britti bewacht ihre Kekse wie ein griechischer Tempel seine Schätze 🍪😄

    Neben all dieser Wasserfreude lag aber auch etwas anderes in der Luft.
    Vorbereitung. Weiterreise. Fähre. Italien. Bari.

    Und dann kam noch diese Sache, die in der nächsten Geschichte eine größere Rolle spielen wird:
    Der Vorderreifen.

    Ich stellte fest, dass er blank war. Nicht so ein bisschen „ach, beobachten wir mal“. Sondern eher so, dass man als verantwortungsvoller Fahrer sofort denkt:
    „Das wird jetzt ein Thema.“ 😬🚐

    Also wurde geschrieben. Viel geschrieben. Mit Italienern. Auf Italienisch. Und ja, ChatGPT sei Dank, denn ohne Übersetzungshilfe hätte ich vermutlich irgendwo zwischen „Reifen“, „Wohnmobil“ und „bitte nicht sterben“ sprachlich aufgegeben 😂

    Ein neuer Reifen musste her.
    Und tatsächlich wurde einer für uns bestellt.
    Aber dazu mehr in der nächsten Geschichte.

    Denn jetzt kam erstmal der Abend vor Brittis Geburtstag. Und genau da wurde es wieder spannend.

    Was schenkt man einer Frau, wenn man mit dem Wohnmobil durch Griechenland reist, kurz vor der Fähre nach Italien steht, ein Reifen blank ist und der Kopf schon halb bei der Überfahrt hängt?

    Richtig.
    Ein Geburtstagsgeschenk der Sonderklasse 😄🎁

    Was genau das war, verrate ich noch nicht. Nur so viel: Es hatte irgendwie mit unserer Weiterreise zu tun. Vielleicht mit der Fähre. Vielleicht mit dem Reifen. Vielleicht mit beidem. Und vielleicht war es eines dieser Geschenke, bei denen man erst nicht weiß, ob man lachen, staunen oder den Schenkenden für komplett verrückt erklären soll.

    Aber was soll man machen auf so einer Reise?

    Griechenland sagte langsam Tschüss.
    Italien winkte schon von der anderen Seite.
    Und wir saßen da auf Elenas Camping, mit Sand an den Füßen, Salz auf der Haut, einem fast blanken Reifen im Hinterkopf und diesem weichen Gefühl, dass acht Wochen Griechenland nicht einfach vorbei sind.

    Sie bleiben.

    In den Bildern.
    In den Geschichten.
    In den Menschen, die wir getroffen haben.
    In den Momenten, in denen Britti durchs Wasser tobte und ich so tat, als wäre mein Tempo eine bewusste Lebensentscheidung.

    Liebe Leserinnen und Leser, wenn ihr bis hier noch dabei seid, dann bleibt unbedingt dran.

    Denn als Nächstes kommt Brittis Geburtstag.
    Und dieses Geschenk…
    das versteht wahrscheinlich nicht jeder.

    Aber genau deshalb passt es perfekt zu uns 😄🚐🎁
    Okumaya devam et