Ein Tag voller Wunder
2. marts, Singapore ⋅ ☁️ 29 °C
🌇 Singapur – Zwischen Dachpool, Tropenhitze und Kulturenmix
Es tut zur Abwechslung richtig gut, wieder ein Bett unterm Hintern zu haben – und dann noch so ein tolles. Ich schlafe wie in Abrahams Schoß und bin erstaunlich schnell eingeschlafen. Dabei ist es in unserer Zeitrechnung – also in Löhne – gerade mal fünf Uhr morgens.
Hier in Singapur ist es halb sieben. In Löhne 1:30 Uhr. Und ich bin wach.
Also koche ich mir erst einmal einen Kaffee. In meiner kleinen Küche entdecke ich zwei Wasserhähne – einer davon extra gefiltertes Trinkwasser. Alles hier ist durchdacht. Der Wasserkocher will zunächst nicht, bis ich merke: Nicht nur die Lampen, auch die Steckdosen werden hier über separate Schalter aktiviert. Und sie sind mit kleinen Plastikdeckeln gegen Spritzwasser geschützt. Strom und Wasser – hier geht man kein Risiko ein. Im luxuriösen Bad gibt es deshalb auch keine Steckdose. Föhnen heißt: zurück ins Zimmer.Gut, dass ich mir Adapter besorgt habe.
Nach dem Kaffee nutze ich den Luxus eines Dachpools. Eine Runde Schwimmen über den Dächern von Singapur – besser kann ein Tag kaum beginnen.
Leider konnte ich gestern keine Bilder hochladen – ich bin aus dem WLAN geflogen und finde das Passwort nicht mehr. Das muss ich heute nachholen.
Gegen neun Uhr ist auch der Rest der Familie wach. Für uns drei reicht ein Kaffee to go und ein Croissant. Clara und Jan Michel decken sich im kleinen 7-Eleven mit Bananenbrot, Onigiri, Schokomilch und Eiskaffee ein. Eine Bank unterwegs wird zum Frühstückstisch.
Wir machen uns auf den Weg Richtung Arabisches Viertel. Unterwegs bestaunen wir die ausgefallenen Hochhäuser mit horizontaler Begrünung. Überhaupt: Singapur ist grün. Sehr grün.
Mit dem „Green Plan 2030“ will die Stadt zur „City in Nature“ werden – eine Million neue Bäume, begrünte Fassaden und Dächer, neue Parkflächen. Man spürt: Hier wird Zukunft gestaltet.
Wir überqueren die Elgin Bridge über den Singapore River. Von hier starten auch die traditionellen Bumboat-Fahrten in kleinen Holzbooten. Dafür reicht unsere Zeit leider nicht.
In der Ferne sehen wir das Wahrzeichen der Stadt: den Merlion – Löwenkopf, Fischkörper, 8,60 Meter hoch. Dahinter die Skyline mit dem berühmten Marina Bay Sands – drei Türme, gekrönt von einem schiffsförmigen Dach.
Auf der anderen Seite leuchtet weiß die St Andrew's Cathedral. Vor der City Hall stehen Sicherheitskräfte.
Es ist schwül. 32 Grad. Die Luftfeuchtigkeit klebt auf der Haut. Wir sind klitschnass geschwitzt. Der Vorteil: Man kann trinken, so viel man will – und braucht keine Keramikabteilung
Im nächsten Einkaufszentrum kühlen wir uns erst einmal herunter.
🕌 Arabisches Viertel
Bunte Häuser, orientalische Läden, Restaurants mit schimmernden Laternen. Doch mittags haben viele Geschäfte noch geschlossen. Ich glaube, abends ist es hier viel lebendiger.
Wir suchen lange nach einem kühlen Plätzchen. Schließlich landen wir in einem kleinen Restaurant. Gebratene Hähnchen hängen dekorativ im Fenster. Wir sind die einzigen Gäste. Die Klimaanlage läuft auf Hochleistung – ein eiskalter Luftstrom trifft auf unsere verschwitzten Körper. Kein angenehmer Wechsel. Wir rutschen in eine Ecke, wo es weniger zieht.
Dieses ständige Hin und Her zwischen tropischer Hitze draußen und eisiger Klimaanlage drinnen ist anstrengend.
🇮🇳 Little India
Nur ein kurzer Fußweg – und wir stehen in Little India. Gewürzdüfte, bunte Stoffe, kleine Läden. Auch hier haben einige Geschäfte noch geschlossen, doch das Flair ist sofort da. Man fühlt sich versetzt – jede Ecke erzählt von Einflüssen und Geschichte.
Singapur ist ein Mosaik aus Kulturen: Chinatown, Arabisches Viertel, Little India, Holländer Viertel.Und alles liegt nah beieinander.
🚇 Metro statt Ticket
Von Little India fahren wir mit der MRT zurück Richtung Chinatown. Wir probieren das Metro-System zum ersten Mal aus. Kein Ticketkauf – einfach Handy an den Scanner halten, Schranke öffnet sich, Betrag wird automatisch von der Kreditkarte abgebucht.
So unkompliziert. So modern. Da kann sich Deutschland wirklich etwas abschauen.
Eine nette asiatische Frau spricht uns auf der Rolltreppe an, fragt, woher wir kommen, und gibt uns Restauranttipps. Sie zeigt Clara sogar einen Süßigkeitenstand mit Fruchtspießen.
So freundlich sind die Menschen hier...
Zurück im Hotel sind wir platt. Erst einmal in den Pool. Abkühlen. Durchatmen.
Eigentlich wollen wir am Nachmittag noch etwas unternehmen, doch es gibt erst einmal ein Gewitter. Also nutzt jeder die Zeit anders: Poolpause, Massage gegen den verspannten Rücken, Tagebuch schreiben, Bilder sortieren.
Gegen Abend hat sich das mit Gewitter und Regen erledigt. Die Luft ist frisch gewaschen, warm bleibt sie trotzdem. Also laufen wir noch einmal los – Richtung Chinatown.
Und natürlich landen wir wieder dort, wo das Leben tobt: in einem Hawker Centre. Diese riesigen Hallen sind mehr als nur Foodcourts. Hier pulsiert Singapur. Unzählige Stände bieten chinesisches, indisches, malaiisches, koreanisches Essen an. Dazu Getränke, frische Säfte, Eis, Obst – alles, was das Herz begehrt. Und die Preise? Sehr viel freundlicher als in manchem Touristenrestaurant in Chinatown.
Hier essen Einheimische. Familien, Geschäftsleute, junge Leute – alle durcheinander. Wir ergattern endlich einen Tisch. Dann schwärmt jeder los und holt sich, was ihn anlacht. Ein kleines kulinarisches Abenteuer. Als wir wieder zusammen sitzen, wird probiert, getauscht, gelacht. Ausgesprochen lecker. Und wir? Mehr als satt. 😊
So gesättigt lassen wir die U-Bahn links liegen und laufen zu Fuß Richtung Marina Bay. Und dann dieser Anblick: Die funkelnden Hochhäuser spiegeln sich in der Wasserfläche. Es glitzert, es leuchtet, es wirkt fast unwirklich. Traumhaft.
Aber das ist noch nicht der Höhepunkt.
Wir gehen weiter zu den Gardens by the Bay. Schon tagsüber beeindruckt diese 2012 eröffnete Parkanlage, die auf gewonnenem Land an der Marina Bay entstanden ist. Über 100 Hektar Zukunftsvision: Nachhaltigkeit, Botanik und Architektur verschmelzen hier miteinander. Die gekühlten Gewächshäuser – Flower Dome und Cloud Forest – gehören zu den größten Glasgewächshäusern der Welt.
Doch jetzt zieht es uns zu den ikonischen Supertrees.
Im Supertree Grove stehen 18 dieser künstlichen Baumriesen – zwischen 25 und 50 Meter hoch. Zwölf davon erleben wir aus nächster Nähe. Tagsüber spenden sie Schatten, sammeln Regenwasser und erzeugen sogar Solarenergie. Vertikale Gärten, bepflanzt mit Farnen, Orchideen und tropischen Kletterpflanzen. Natur neu interpretiert – architektonische Meisterwerke.
Und dann beginnt die Licht- und Musikshow.
Es ist kaum zu beschreiben. Musik erfüllt die Luft, Farben wechseln, die Supertrees verwandeln sich im Takt der Klänge in immer neue Kunstwerke. Wir setzen uns – wie viele andere – einfach auf den Boden, schauen nach oben und genießen. Für einen Moment ist alles still in uns.
Über unseren Köpfen verläuft der OCBC Skyway, eine schmale Brücke zwischen den Baumkronen. Dafür fehlt uns heute die Zeit – morgen klingelt der Wecker gnadenlos früh.
Nach der Show gehen wir noch zum Flower Dome und zum Cloud Forest – beide sind heute geschlossen. Also bringt uns die MRT zurück nach Chinatown, von dort laufen wir zum Hotel.
Koffer packen. 22000 Schritte heute.
Morgen heißt es: spätestens 4.30 Uhr aufstehen. Um 8.20 Uhr geht unser Flug nach Cebu. Und von dort wollen wir versuchen, eine Fähre nach Bohol zu bekommen. Dort haben wir heute ein Zimmer reserviert.
Singapur verabschiedet sich mit Licht, Klang und ganz viel Staunen.
Was für ein vierter Tag. ✨🌴Læs mere





















RejsendeBei meiner Chinareise nach Hongkong habe ich mich sehr stark erkältet. Erst draußen so warm, dann in den Räumen kalt, ist mir nicht gut bekommen.
RejsendeSo toll lebendig beschrieben, als wäre man dabei. Danke und weiterhin ganz viel Spaß.
RejsendeSingapur ist so bunt, so toll, weil man alles auf eigene Faust und mit öffentlichen Verkehrsmitteln machen kann. Ein Stop over ist viel zu kurz.