• Radtour mach Melle über Kirchlengern und Bünde

    August 26 in Germany ⋅ ☁️ 19 °C

    🚴‍♀️ 😳Von einer schönen Radtour war heute leider nicht viel übrig

    Mittwoch ist Radelzeit! 🚴‍♀️🚴‍♀️ Das Wetter sieht zwar nicht besonders vielversprechend aus, aber immerhin soll es trocken bleiben. Und wir haben ein schönes Ziel: Unsere Freundin Christel hat uns nach Melle eingeladen. Sie wohnt dort in Westhoyl auf einem tollen Hof, und obwohl wir in diesem Jahr schon mehrmals bei ihr gewesen sind, ist es immer wieder schön. Auch die Strecke dorthin gefällt uns richtig gut.

    Heute fahren wieder Gitti und ich mit dem Fahrrad. Für Anne und Doris ist der Weg zu weit, deshalb wollen sie später mit dem Auto nachkommen. Wir treffen uns wie immer an der Werre an der Heinrich-Steiner-Brücke. Von dort geht es Richtung Löhne, am Hallenbad vorbei. Auf dem Mehrzweckplatz können wir schon sehen, wie die Vorbereitungen für die Küchenmesse vorangehen.

    Langsam nähern wir uns Kirchlengern. Hinter Kirchlengern machen wir zwischen Bünde und Kirchlengern eine kleine Rast. Wir essen und trinken etwas, denn heute wollen wir nicht – wie sonst – in Bünde einkehren und gemütlich Kaffee trinken. Wir wollen durchfahren, damit wir ungefähr zeitgleich mit Anne und Doris bei Christel ankommen.

    Eigentlich sollte es ein schöner und unbeschwerter Tag werden. Aber der Tag hatte wohl etwas anderes mit uns vor. 😡

    Als wir in Bünde am Elsedamm entlangkommen, sehen wir es schon von Weitem: Durchfahrt verboten. Schranken und Schilder versperren den Weg. Beim letzten Mal sind wir dort hineingefahren, kamen nicht weiter und mussten umdrehen. Heute nehmen wir deshalb gleich den Fußweg oberhalb.

    Doch wir sollten nicht weit kommen.

    Nach ungefähr 50 Metern kommt uns ein Mann mit seinem Hund entgegen und geht mich regelrecht an und holt mich, die ich als erste fahre, regelrecht vom Rad. Er schreit uns an, dass das hier ein Fußweg sei und der Fahrradweg unten verlaufe. Ich erkläre ihm, dass dort unten die Schilder stehen und die Durchfahrt gesperrt ist. Doch für eine Erklärung ist er überhaupt nicht zugänglich. Im Gegenteil: Er wird immer aggressiver.

    Seit gestern Abend sei der Radweg wieder frei, sagt er, und wir sollten gefälligst zurückschieben und den Radweg nehmen. Dabei fasst er sogar mein Fahrrad an und schiebt mich beinahe mit dem Fahrrad die Böschung hinunter.

    Als ich ihm sage, dass er mir überhaupt nichts zu sagen hat, dass er weder von der Polizei noch vom Ordnungsamt ist und ich hier meinen Weg fortsetzen werde, bis ich an der nächsten Möglichkeit auf den Radweg wechseln kann, wird er richtig aggressiv.

    Ganz ehrlich: Dass er nicht zugeschlagen hat, ist eigentlich alles.

    Ich war total entsetzt darüber, wie aggressiv Menschen sein können. 😳 Wir hatten ihm doch überhaupt nichts getan. Wir glaubten, dass der Radweg noch gesperrt sei und wir wie beim letzten mal den Fußweg nehmen müssten, auf dem zu dem weit und breit kein Mensch unterwegs war– außer diesem Mann mit seinem Hund. Aber er wollte offenbar das Gesetz in die eigene Hand nehmen und selbst bestimmen, wer wo zu fahren hat.

    So etwas habe ich noch nie erlebt.

    Und ehrlich gesagt hat mir das den ganzen Tag zu denken gegeben. Wenn unsere Gesellschaft aus immer mehr solchen Menschen besteht, dann weiß ich auch nicht mehr weiter. Ich musste sofort an die Diskussion um Bürgerwehren denken. An Menschen, die meinen, sie müssten selbst für Recht und Ordnung sorgen und anderen sagen, was sie zu tun haben. Mir wird ganz schlecht bei dem Gedanken, dass irgendwann überall Menschen herumlaufen könnten, die glauben, sie stünden über anderen und dürften selbst bestimmen, was richtig und falsch ist.

    Das kann und darf es in unserem Land nicht geben.

    Wir schieben unsere Fahrräder an ihm vorbei. Eigentlich will er uns auch das noch erschweren, aber irgendwie kommen wir mit genügend Abstand an ihm vorbei. Sobald wir weit genug weg sind, setzen wir uns wieder auf unsere Räder und fahren schnell weiter. Bei der nächsten Möglichkeit wechseln wir dann natürlich wieder auf den Radweg.

    Doch am Ende des Fußwegs steht noch eine Frau, die uns ebenfalls laut anschreit, dass wir dort oben nichts verloren hätten.

    Warum kann man nicht einfach vernünftig miteinander umgehen? Warum kann man nicht sagen: „Der Radweg ist seit gestern wieder frei. Nehmt doch bitte den Radweg.“ Dann hätten wir geantwortet: „Ja, machen wir. Bei der nächsten Möglichkeit fahren wir runter.“

    Aber nein. Stattdessen gleich Druck, Geschrei und Aggression.

    Wo sind wir eigentlich gelandet? 😔

    Diese ganze Attacke beschäftigt mich noch auf dem restlichen Weg zu Christel. Mein Adrenalin braucht eine ganze Weile, bis es endlich wieder unten ist. Ich habe so etwas wirklich noch nie erlebt.

    Zum Glück wird es bei Christel dann langsam wieder besser. Sie hat draußen alles schön gedeckt, und kurze Zeit später kommen auch Anne und Doris mit dem Auto an. Gemeinsam verbringen wir einen schönen und vergnüglichen Nachmittag auf der Terrasse. ☕🥧🍰🚴‍♀️

    Gegen 15.30 Uhr machen Gitti und ich uns wieder mit den Rädern auf den Rückweg. Einen kleinen Zwischenstopp machen wir noch an der Brückenstraße, bevor dann wieder jeder seinen eigenen Weg fährt: Gitti Richtung Eidinghausen und ich nach Gohfeld.

    Anne und Doris sind da schon längst zu Hause. Doris muss ja immer rechtzeitig wieder da sein.

    Eigentlich möchte ich sagen, dass es eine schöne Radtour war.

    Aber wenn ich ehrlich bin, war sie das heute überhaupt nicht. 😔🚴‍♀️

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