Start Usedom Richtung Osten
April 26, 2024 in Poland ⋅ ⛅ 11 °C
Die Deppen werden nicht alle! Dummerweise bin ich der größte...! Erst hab ich auf dem Hinweg das,falsche "Ahlbeck" eingegeben und bin durch halb Vorpommern gedüst, nur nicht da wo ich hin wollte! Endlich angekommen und dann bei super Wetter losgeradelt. Beim ersten Versorgungsstopp (Bier für heute, Brötchen für morgen) festgestellt, dass ich sowohl meine EC- als auch meine Visa-Karte zu Hause vergessen habe, ich Rindvieh! Montag frage ich im deutschen Konsulat in Danzig nach, ob die Karten dahin geschickt werden können. Egal, Zelt ist aufgestellt, 2 polnische Biere hab ich auch und gleich köcheln die Nudeln mit Tomatenpesto (woran erinnert mich das??!!).
Mein Lied des Tages: Michael Jackson; Care about us!!Read more
Polen umsonst!
April 27, 2024 in Poland ⋅ ☀️ 13 °C
"Deutschland umsonst "! Das Buch von Michael Holzach war über viele Jahre mein Lieblings-Bestseller! Der Buchautor hat sich einen Hund (Feldmann) aus dem Tierheim geholt und ist ohne Kohle durch Deutschland gewandert.
Da meine Geldkarten kuschelig zu Hause liegen, komme ich mir gerade ähnlich vor wie der Buchautor. Zwar habe ich noch ein bisschen Geld, zu Fuß muss ich auch nicht gehen und die Hunde hab ich ja alle zu Hause gelassen! Aber trotzdem...!
Heute bin ich stolze 120 km geradelt, völlig erstaunt über die top ausgebauten Radwege und begeistert von den fleißigen Einheimischen. Die werkeln überall und unentwegt. Alte Omis fegen die Gehwege und junge Bengels streichen die Gartenzäune. Ein feines Land! Und gutes Wetter! In den knapp zwei Tagen hier, hatte ich besseres Wetter als bei der letzten Tour zum Nordkapp in Summe! Habe gerade fein Nudeln mit ordentlich geschmolzenem Käse gespachtelt, gleich gibt's noch ein zweites - sehr feines - Okocim-Pils und dann ab in die Heia! Mein Lied des Tages: "Ich war noch niemals in New York" in der Version von Dieter Thomas Kuhn.Read more
Betonplatten
April 28, 2024 in Poland ⋅ ☁️ 19 °C
Heute gab es alles: quer geriffelte, längs geriffelte, Betonplatten mit großen Löchern und Betonplatten mit riesengroßen Löchern. Aber eines haben sie alle gemein! Spätestens alle 20 m steht eine Platte ca. 5cm höher als die vorige! Das macht irre Spaß, vor allem mit mehr als 30 km Gepäck! Dazu kam permanenter Gegenwind, über dem Weg liegende Bäume und mit dem Rad kaum passierbare Brücken. Als dann eine frei laufende Kuh meinen Weg kreuzte, dachte ich, die umfahre ich schnell. Leider hatte die ihren Lover mitgebracht und der wog bestimmt 800 kg (aufgebrochen)! Dieser blöde Bulle (in dem Fall darf man das sagen!) bewegte sich eine geschlagene halbe Stunde nicht vom Weg runter und mümmelte genüsslich vor sich hin. Allerdings bemerkte ich hin und wieder kleine Flammen aus den Nüstern züngeln und die kleinen Augen blitzten ziemlich böse zu mir rüber. Kurzum, ich hatte Schiss und dazu auch noch ausgerechnet ein rotes Polo-Shirt an (man sagt zwar, die Viecher können keine Farbe sehen, aber hunderte Tom&Jerry und DuffyDuck-Filme beweisen das Gegenteil!). Nach einer halben Stunde schlenderte der Bulle gemütlich seiner Färse hinterher und ich nutze blitzschnell die Lücke und schoss an dem Fleischberg vorbei. Der Arsch hat noch nicht einmal aufgeschaut! Jetzt bin ich nach über 130 km an einem netten Campingplatz angekommen, hab aber vor lauter Müdigkeit gar keinen Hunger mehr. Nicht mal auf Nudeln! Mein Lied des Tages: "Lok auf zwei Beinen" von Peter FoxRead more
Polnisch google nix gutt!
April 29, 2024 in Poland ⋅ ☁️ 10 °C
Nachdem mir der permanente Gegenwind am Vortag ein wenig den Stecker gezogen hatte (leichte Krämpfe im Schlafsack), ging ich früh in mein Zeltbettchen. Wollte früh raus und die windstille Zeit am Morgen nutzen! Leider fanden 2 bis 3 Waschbären meine Nahrungsvorräte in den Satteltaschen wohl ziemlich interessant. Sie fauchten und keckerten die ganze zweite Nachthälfte direkt neben meinem Zelt! Super! Aber die guten Ortlieb-Taschen gaben nix her. Demnächst werde ich für Ortlieb mal eine ordentliche Rezension schreiben, dass deren Taschen nicht nur wasser,- sondern auch wasserbärendicht sind!
Ziemlich müde bin ich um halb fünf raus. Den campingwart hatte ich am Vorabend gefragt, wo die Küche ist und er hat mir seinen Heißwasserkocher gegeben! Mit dieser Küchenvollausstattung schnell Kaffee gekocht und ab aufs Rad. Anfangs ging es top. Nebenstraßen ohne Autos und absolut windstill bei 15°. Dann kam der blöde Nationalpark (wrzozcynszky oder so ähnlich) und sofort gingen die vorher super Radwege in grundlose Feintiefsandwege über. Fahren ging jetzt fast gar nicht mehr. Meinetwegen hätte jetzt ruhig Gegenwind sein können! Als ich endlich aus dem Treibsand raus war, rollte es richtig gut. So gut, dass ich glatt an einem absoluten Highlight vorbei gedüst bin. Die Wanderdünen von Leba. Schade eigentlich, aber umdrehen wollte ich auch nicht mehr. Allerdings habe ich mir die Dünen vor ziemlich genau 30 Jahren schon mal intensiv angesehen. Zu der Zeit holte ich aus der Nähe meine allererste Schwarzwildbracke, den legendären Rüden namens "Günter"!
Da ich schon ziemlich platt war, wollte ich eigentlich schnell den nächsten Campingplatz ansteuern. Google maps geöffnet und per routenplaner den nächstbesten Zeltplatz angesteuert. Aber da war keiner! So ging das mit den nächsten 6 Campingplätzen. Entweder waren die nicht vorhanden oder es waren kleine abgeschlossene Areale mit 3 bis 4 alten schäbigen aus der präholländischen Zeit stammenden Wohnwagen drauf. Beim letzten Campingplatz frug ich dann einen Indigenen, wo denn die ganzen bei Google eingezeichneten Zeltplätze sind. Der meinte aber nur: "polnisch Google nix gutt"! Na bitte
Für die gute Laune mein Lied des Tages: "New Orleans " von den Blues Brothers (den originalen!).Read more
Ostseeküste abgeschlossen
April 30, 2024 in Poland ⋅ ☀️ 20 °C
Der polnische Ostseeküstenradweg soll ja was ganz besonderes sein. Ist er auch! Ein Ostseeküstenradweg ohne Ostsee! Die bekommt man nämlich nur äußerst selten zu Gesicht! Während die ersten 400 km wenigstens in Teilen idyllisch waren (sofern man Sand- und Holperpisten idyllisch finden kann), war es doch heute völlig anders. Erst fing es gut an, endlich mal nah am Wasser. Doch dann kamen die Fliegen. Kleine dunkle Drecksviecher und das in unglaublichen Massen. Also Tuch vor den Mund und Helmvisier runter. Ausgetrickst!
Fast alle Fahrradhelme haben hinter den Lüftungsschlitzen feine Gaze, damit nicht irgendwelche Viecher in die Platte stechen. Bei meinem teuren High-end-Produkt hat man allerdings auf diese überflüssige Kleinigkeit verzichtet. Also, alle paar 100m Helm ab, Viecher rausschütteln, weiter. Die stechen zwar nicht, aber es kribbelt widerlich! Der nächste Ort hieß Puck. Wahrscheinlich hatte die gleichnamige Fliege Geburtstag und alle Kumpels waren auf dem Weg zur Party. Hinter Puck hörte dann auch erwartungsgemäß die Plage auf, dafür kamen die Automassen. 6 Stunden bin ich ausschließlich auf und neben höchst und schnell befahrenen Straßen geradelt. Von Gdynia bis Danzig, ohne Unterlass. Mir klappern immer noch die Ohren. Eigentlich wollte ich mir Danzig, die Geburtsstadt meines Papas, in Ruhe anschauen, aber eigentlich hatte ich die ganze Zeit das Gefühl, ich fahre von Herne West nach Lüdenscheid Ost! Nächstes Mal!
Hinter Danzig hab ich mir den ersten kleinen Campingplatz geschnappt und hoffe nun auf etwas Ruhe! Passend dazu mein Lied des Tages: "enjoy the silence" von Depeche Mode.
Gute NachtRead more
Überführungsetappe Elblag zum GreenVelo
May 1, 2024 in Poland ⋅ ☀️ 23 °C
Ein zwei geteilter Tag. Die erste Hälfte war mehr als bescheiden. Meine per Post nachgesendeten EC- und Visakarten sind zurück geschickt worden, das Ende meiner Tour droht. Keine Kohle = keine Reise! Aber ich hab ja Pavel, meinen neuen polnischen Freund! Der meint, er könnte mit einer Pin-Nummer über sein Handy mir Geld am Bankautomaten auszahlen lassen. Ein Hoffnungsschimmer? Er würde mit mir dann per WhatsApp Video-call (wasfürnding?) am Bankautomaten alles regeln! Also los. Den WhatsApp-call-dingens haben wir gar nicht gebraucht, weil es in Polen, neben der polnischen, auch eine englische und deutsche Menüführung gibt! Undenkbar in Deutschland! Nach einigem hin und her, hat's geklappt und die sloty purzelten aus dem Automaten. Endlich wieder Reserven in der Reisekasse und es kann weitergehen!
Zur Tour heute: weil ich mich beeilen musste nach Elblag zu kommen (Pavel nimmt Flugunterricht und hatte heute wenig Zeit), bin ich den schnellsten Weg gefahren. 40 km parallel zur Autobahn und zum Schluss noch 20 km auf der Bundesstraße. Wohlfühlfaktor Null! Aber egal, solange das Ergebnis stimmt (Auszahlung Kohle)! Da wegen Feiertag alle Läden geschlossen sind, schnell noch an der Tanke große Flasche Wasser und zwei Snickers gekauft. Falls es unterwegs nix mehr gibt. Es gab nix! Aber in den Parks und an allen Rastplätzen wurde lustig gegrillt. Was ist schon der Duft von knusprigen Nackensteaks gegen 2 Snickers (wenn der Hunger kommt)?! Egal, ich war endlich auf dem green velo. Und schon die ersten 30 km waren wunderschön. Toller Wald, knackige Anstiege, hübsche Häuser in Wiesentälern und am Ende wieder zurück an die Ostseeküste. Diesmal auf Radwegen direkt am Meer. Nix mehr überfüllt, kein Jahrmarkttheater, nur noch weißer Strand mit wenig Menschen. Traumhaft! Allerdings nur noch ein Campingplatz bei Google maps vor der russischen Grenze! Dort angekommen, schnell runter geschaltet und vorbei gedüst. Wer schon mal "the hills have eyes" gesehen hat, wird mich verstehen!
Jetzt bin ich in Tolkmicko und habe mir gerade mittels Google translator ein Zimmer gebucht (mir fällt da nur die Paulaner Werbung ein, "ich möchte den Teppich nicht kaufen"!). Wie auch immer, es hat geklappt und jetzt setze ich dem Luxus noch die Krone auf, gehe duschen und anschließend in ein Restaurant!!
Mein Lied des Tages: "Auf gute Freunde" von den Böhsen OnkelzRead more
Gegen den Wind
May 2, 2024 in Poland ⋅ ☁️ 19 °C
Der macht einen fertig! Der Wind! Die ersten 30 km waren super. Tolle Waldbilder (da lacht das Försterherz), ein spitze ausgebauter und beschilderter Radweg und alle 15 bis 20 km kommt ein Rastplatz mit Hütte Bänken und oft sogar mit Toilette. Wenn ich daran denke, was bei uns zu Hause an Kurtaxe eingerieben wird und was dabei rauskommt. Da hast du 50% Rabatt auf den Eintritt ins Kulturquartier in Neustrelitz, um linksgrünen Fregattvögel beim Häkeln von Regenbogenfahnen zu schauen zu dürfen!
Nach den ersten 30 km mit richtig knackigen Anstiegen gings dann steil bergab, um der Ostseeküste endgültig auf Wiedersehen zu sagen. Und sofort ging es los: Betonspurplatten (tadatt tadatt tadatt) gepaart mit fiesem Gegenwind. Trotz aller Anstrengung kam ich kaum über 10 km/h! Dabei der russischen Grenze so nah, dass man den Geschmack von Wodka, Speck und Zwiebeln (zumindest hatte ich diesen Geruch Anfang der 90er Jahre beim Studium in Eberswalde immer in der Nase) geradezu riechen konnte!
Jetzt bin ich in Pienietzno, einer netten kleinen Stadt voller kohlegrauer Plattenbauten angekommen, habe mir ein nettes Hotelzimmer für 18€ genommen und als einziger Gast eines Restaurants im Biergarten ein Hähnchenschnitzel mit pommes gegessen. Stimmt nicht, ganz alleine war ich nicht. Neben meinem Tisch stand die ganze Zeit ein ca. 20 Jahre alter Seat Alhambra mit laufendem Dieselmotor. Wenn ich nicht Gast wäre in diesem schönen Land...!
Mein Lied des Tages: "Remember russia" von Fischer ZRead more
Masuren
May 3, 2024 in Poland ⋅ ☁️ 19 °C
Ein wenig hatte ich schon an meiner Motivation gezweifelt. Während im letzten Jahr bei der Tour zum Nordkapp praktisch hinter jeder Kurve eine neue Sensation wartete, waren die Highlights in den ersten 6 Tagen doch spärlich, wenn überhaupt vorhanden. Ich redete mir ein, das ist schon ziemlich toll (man hat ja auch mehr als ein halbes Jahr an der Tour getüftelt), aber eigentlich war es das nicht. Die Strecke entlang der Ostseeküste war im Grunde insgesamt Mist. Städte überfüllt, an den Promenaden nur bunter Kitsch, Murks und Tinnef, außerhalb der Städte scheiß Wege und die Ostsee eigentlich nie zu Gesicht. Ab Elblag (gestern glaub ich) mit dem Beginn des GreenVelo wurde es deutlich besser, und heute wurde es phänomenal. So hatte ich mir das vorgestellt. Nicht so spektakulär wie Norwegen, aber so eben weg tolle Natur, ursprüngliche Dörfer und auf einmal nette grüßende Menschen! Vor einem "Skleb" (das sind Tante-Emma-Läden, die es in fast jedem kleinen Dorf gibt) hab ich mir heute bei 28° ein feines Eis gegönnt und schon saß ich umrundet von netten Polskis beim Bier! Die einzigen Wörter, die sie auf deutsch kannten, waren "schönes Wochenende" und das wurde pausenlos wiederholt. Hab mich trotzdem blendend unterhalten!
Heute ist übrigens Feiertag in Polen, Tag der Verfassung. 1791 wurde in Polen eine der ersten demokratischen Verfassungen begründet, alle Polen sind mächtig stolz drauf und an allen Häusern wehen polnische Flaggen. Die Freude hielt damals allerdings nur kurz an, 4 Jahre später wurde Polen aufgeteilt und von der Landkarte getilgt!
Aber zurück zur Tour! Traumhafte Landschaften, überall Störche, Kiebitze und vom Biber angestaute Teiche. Ein permanentes Konzert von Rotbauchunken begleitete mich unablässig, so dass ich sogar auf meine geliebten Kopfhörer verzichtet habe. Kein Wunder, dass Ostpreußen damals DAS geliebte Land vieler Deutscher war. Wer schon mal Walter Kempowskis Roman "Alles umsonst!" gelesen hat (für Lesefaule gibt es das auch als Hörbuch original von Kempowski gesprochen), der weiß wo ich heute gewesen war! "Ist ja alles nicht so einfach!"
Bin jetzt angekommen in Heilsberg, eine wirklich nette und lebendige kleine Stadt, hab gut gegessen (Zurek, eine säuerlich schmeckende leckere Suppe und mit Rindfleisch gefüllte Pirogi) und sitze in meinem super netten Privatquartier bei einem Feierabend-Bier (Zywiec).
Mein Lied des Tages ist für Maren, weil sie meine ganzen Fahrrad-Eskapaden mitmacht: "Songs für Liam" von KraftklubRead more
Das alte Ostpreußen
May 4, 2024 in Poland ⋅ ☁️ 19 °C
Jetzt bin ich mittendrin in alter deutscher Geschichte. Ortsnamen wie Landskron, Klein Wolfsdorf, Fürstenau, Schippenbeil oder aber Rastenburg (da war doch was!) tauchen auf meiner Landkarte neben den etwas weniger einprägsamen polnischen Bezeichnungen auf. Auf der Fahrt standen immer wieder verlassene alte Herrenhäuser am Straßenrand (überall noch die Einschusslöcher zu sehen (wie bei unserem Forsthaus Pelzkuhl ja auch)). Jedes von ihnen hat gewiss eine spannende Geschichte und ständig frage ich mich, was aus den Bewohnern 1945 geworden ist. Konnten sie rechtzeitig fliehen oder sind sie den Russen zum Opfer gefallen?
Im Moment habe ich eine kleine Zwangspause, weil hoffentlich Montag meine zu Hause vergessenen Geldkarten zu einer Adresse in Barten, jetzt Barciany geschickt werden sollen. Habe mich daher für 2 Nächte in einer Agrotouristika-Unterkunft (bei uns Ferien auf dem Bauernhof) eingemietet. Total top Ferienwohnung mit großer Holzveranda für knapp 20€/Nacht. Morgen werde ich dann mal ohne Gepäck (das Rad wird sich fahren wie ein e-Bike auf Stufe Turbo) das Führerhauptquartier bei Rastenburg besuchen.
Mein Lied des Tages (weil ich mich gerade zwischen zwei Welten bewege): "Entre dos tierras" von den Heroes de Silencio
P.s. Immer noch keine Mücken, ChristianRead more
Wolfsschanze und Co
May 5, 2024 in Poland ⋅ ☁️ 21 °C
Eigentlich war ja zwangsläufig Ruhetag angesagt, da ich ja auf meine, hoffentlich Montag per Post ankommenden Geldkarten warten muss. Also erstmal meine drei verschwitzten t-shirts waschen, in Ruhe frühstücken und meine sensationelle Agrotouristika-Unterkunft genießen. Aber, ich hatte es ja angedeutet, das nur 20 km entfernte ehemalige Führerhauptquartier lockt! Also alle unnötigen Taschen am Rad entfernt und ab in die Sonne Richtung Wolfsschanze. Station in Rastenburg am Geldautomaten, wo mir mein Freund Pavel im dritten oder vierten Versuch endlich meine Geldreserven zuweisen konnte. Ohne den in allen organisatorischen Fragen kompetenten Pavel hätte ich schon längst die Heimreise antreten müssen. Jetzt aber, mit beruhigend ordentlich Kohle in der Tasche ab zum Führerhauptquartier. 5 km vor der Wolfsschanze wurde der Weg so schlecht, da wäre der Gefreite aus Braunau mit Sicherheit aus dem offenen Kübelwagen gehupft (nanu, eben war er doch noch da!!??). Endlich angekommen überall Plakate: "hier war Hitlers Garten", "fahren sie mit uns im original Kübel", daneben Militaria-Museen und ausgestellte Russenflugzeuge. Ja, man kann sich sogar ganz romantisch an diesem "wundervollen" Ort das Ja-Wort geben! Wahrscheinlich ist es gegen einen Aufpreis möglich, eine kleine Siedlung zu bombardieren! Ich fand das alles ziemlich ätzend! Den Menschen an der Kasse habe ich dann gefragt, ob denn der Führer überhaupt zu Hause sei. "Führer nich da!" antwortete er und ich bin gegangen! "Das Geld für den Eintritt lege ich stattdessen in Bier an!", nahm ich mir vor.
Allerdings, eins muss man dem Führer oder wer auch immer den Bau der Wolfsschanze dort geplant hatte lassen, die Örtlichkeit war traumhaft gewählt. Gleich dahinter fängt die wunderschöne Masurische Seenplatte an.
Durch eine wirklich sensationelle uralte Eichenallee ging es weiter nach Steinort zum ehemaligen Schloss der preußischen Adelsfamilie von Lehndorff. Eindrucksvoll, obwohl leider noch lange nicht vollständig saniert, liegt das Schloss auf einer Halbinsel zwischen zwei großen Seen.
Beim Fischer nebenan gab's leckere Barschfilets und schon mal die erste Rate für das gesparte Führerhauptquartiereintrittsgeld! Auf dem Rückweg fing mich noch ein ordentliches Gewitter ein und etwas durchnässt holte ich mir bei einem, 7 Tage die Woche geöffneten, Slebsz die zweite Rate und dazu Brot, Wurst und Käse. Heute kann nix mehr schiefgehen!
Mein Lied des Tages: "Mussolini" von der Deutsch-Amerikanisch Freundschaft DAFRead more
Rominten - oder zumindest nahe dran
May 6, 2024 in Poland ⋅ ☁️ 13 °C
Welcher deutsche Jäger hat nicht die Bücher von Walter Frevert verschlungen. All die Erzählungen von kapitalen Hirschen, Nachsuchen mit den Hannoverschen Schweißhunden, Gefechten mit Wilderern. Und heute sollte es Richtung Rominter Heide gehen, dem Inbegriff der deutschen Rotwildjagd! Leider kann man aber nicht mehr wirklich hin, weil es ja nun die Russen haben. Aber ich war nah dran!
Der Reihe nach.
Heute morgen brachte die Bekannte von der Frau von meinem Freund Pawel überraschend den lang ersehnten Brief mit meinen Geldkarten. Weil sie gehört hatte, dass ich schon voller Ungeduld wartete, hat sie den Briefträger nicht abgewartet, sondern ist direkt zum Postamt gefahren, den Brief geholt und zu meiner Unterkunft gebracht. Da war ich mal sprachlos! Als ich sie fragte, ob ich ihr was Gutes tun könnte zum Dank, schüttelte sie den Kopf. Ich solle Polen wie geplant durchradeln und das Land immer in guter Erinnerung halten.
Das tue ich schon jetzt. Patente Frau!
Endlich ging es richtig los, unbeschwert mit Kohle und den Geldkarten in der Tasche. Die Strecke heute war gleichbleibend schön. Tolle Landschaften, kleine und große Seen, klasse Waldbilder und es wurde immer einsamer und hügeliger. Auf halber Tour traf ich ein junges Schweizer Pärchen mit ca. 2 jährigem Jungen vorne in der Kiepe vom Lastenrad. Sie waren - genau wie ich - ebenfalls die Ostseeküste lang geradelt (fanden diese im Gegensatz zu mir ganz himmlisch), wollten aber hinter Kaliningrad nach Norden abbiegen und durch Litauen nach Klaipeda und von dort mit der Fähre zurück. Respekt! Und das mit dem Schnulli in der Kiepe!
In Goldap angekommen (hier ließ Frevert immer die Sesamkuchen einfliegen mit denen die Hirsche gefüttert wurden wegen der besseren Geweihbildung. Und das, obwohl die Bevölkerung während des Krieges kaum was zu essen hatte! Was tut man nicht alles für gute Trophäen!
Jetzt ist hier von Hirschen nix mehr zu spüren, zumindest habe ich auf den 100 km Sandweg heute nicht eine Fährte gesichtet. Außerdem wächst hier ein toller Wald mit viel Naturverjüngung komplett ohne Zaun. Das gefällt mir deutlich besser als ein leergefressener Wald voller Hirsche. Zum Schluss bin ich noch mal ordentlich nass geworden, hab mir leicht frierend 2 Bier im Slebsz gekauft und dabei ein Hinweisschild entdeckt: Agrituristika 600m . Das passt! Ein kleines sauberes Zimmer und im Keller ein Bistro. Was kann es schöneres geben? Da Internet im Keller für den google Übersetzer nicht funktionierte, hab ich als erstes eine Zupa bestellt (Suppen schmecken in Polen immer!) und für die Hauptspeise einfach auf ein Gericht auf der Karte gezeigt. Das allerdings war ein Fehler. Da lagen zwei aus Gallert bestehende und wie Froschlaich aussehende runde Teile auf meinem Teller. Ich hab tapfer aufgegessen, weil der Wirt und seine Frau ihren einzigen Gast ständig fragten, ob es denn schmecke. Hmmmm, lecker mit der kreisenden Hand vor dem Bauch. Ich glaube, das waren Flusspferdhoden! Schön abgehangen!
Egal, müd und satt, wie schön is dat!
Mein Lied des Tages: "Am Strand" von Farin UrlaubRead more
Die Suwalki-Lücke...
May 7, 2024 in Poland ⋅ 🌙 9 °C
... ist geschlossen! Der wunde Punkt der Nato-Ostflanke, das mögliche Einfallstor der Russen nach Europa, diese etwa 100 km Breite Lücke zwischen Russland (Kaliningrad) und Weißrussland wurde heute von mir zugefahren! Endlich mal wieder ruhig schlafen, dank mir!
Leider muss ich morgen weiter, obwohl die Gegend um Suwalki bis jetzt die schönste auf meiner Tour de Polska war! Und die einsamste! Heute habe ich kaum einen Menschen zu Gesicht bekommen, weder Auto noch Trecker kreuzten meinen Weg. Es gab auch keine Orte und damit auch keine Slebsz. Hätte ich nicht meine zwei Reserve-Snickers in den Tiefen meiner Radtaschen gefunden (sie waren schon ganz zerschmolzen und klebten am Papier, lecker!), hätte ich kaum überlebt. Es hätte mich hier auch keiner gefunden!
Dieser Radtag war der beste bisher, umso geringer die Bevölkerungsdichte desto besser die Radwege. Und dann auch noch Rückenwind, phänomenal! Zum Ende wurde es noch mal knapp mit der Unterkunft (die sind hier unten jetzt auch dünner gesät), bei zweien musste ich anrufen (weil keiner öffnete). Die Hoffnung jedoch, dass irgendjemand nur ein klitzekleines Wort englisch oder deutsch versteht, hat sich wieder nicht bewahrheitet. Das ist die große Schwäche der Polen! Die sind fleißig, in jedem Ort werden neue Häuser gebaut, es gibt unglaublich viele junge Familien mit ordentlich Kindern, aber es scheitert an den Sprachen. Ansonsten hätten die uns in der Wirtschaft schon überholt!!
Zum Ende bin ich "all-inn" gegangen und hab eine abseits gelegene Agrotouristika-Unterkunft angesteuert und siehe da, eine junge Frau hat geöffnet, sie sprach gut englisch und die Wohnung ist klasse (für unter 20€)! Nach den undefinierbaren Flusspferdhoden von gestern hab ich mir lieber mal wieder Nudeln gekocht, mit Thunfisch und Tomatensauce. Dazu ein Bier aus dem Eisschrank! Kanns was schöneres geben??!!
Da es die Nacht und heute morgen ordentlich geregnet hatte, mein Lied des Tages: "raining again" von Betoko (ein sensationeller Song!)
Gute Nacht, NachbarnRead more
The Dembster Highway
May 8, 2024 in Poland ⋅ ☁️ 10 °C
Da hab ich mal eine Reportage im Fernsehen geschaut. Der Dembster Highway ist eine schnurgerade Straße im Yukon-Territorium/USA. Da geht es stundenlang nur gerade aus, immer gerade aus! Das hat mich ziemlich fasziniert und da wollte ich immer mal hin. Brauch ich aber gar nicht mehr, ich war heute auf dem polnischen Pendant. Auf meinen heute geradelten 130 km bin ich, glaube ich, nur 3-4 mal Kurven gefahren. Ansonsten immer geradeaus. Die ersten 50 km führten durch ein von Flüssen durchzogenes feuchtes Grasland. Und wenn ich in den Masuren von der Anzahl an Störchen geschwärmt habe, das hier hat alles übertroffen! Hunderte oder sogar vielleicht Tausende. Immer und überall Störche. Begleitet von einem unheimlich lauten Frosch - und Unkenkonzert. Bei letzteren denkt man immer an weit entfernte Kirchenglocken. Dazu die gerade Straße, immer eben und permanent Rückenwind. Geil!
Als die riesige Grasebene zu Ende ging, fing der Wald an. Ein großer Wald. Um nicht zu viel Akku am Handy zu verbrauchen, schaue ich nur ab und zu mal drauf, wann das Komoot-Navi die nächste Abbiegung befiehlt (eigentlich braucht man das kaum, weil der GreenVelo perfekt ausgeschildert ist). Normalerweise zeigt komoot an, dass man in 600 m oder vielleicht in 2,1 km wieder abbiegen muss. Dieses mal zeigte das Navi an, in 56 km das nächste rechts weg. 56 km ohne eine Kreuzung, ein Dorf oder sonst eine Unterbrechung. Bin dann noch mal schnell zurück ins letzte Dorf gefahren und hab Snickers und Wasser gekauft. Die Straße durch dieses Waldgebiet war nicht etwa der hier sonst übliche Sandweg, sondern eine top geteerte absolut gerade Rennbahn. Und das nur für mich! Andere waren kaum zugegen. Bei dem Waldgebiet und wahrscheinlich der Grasebene vorher handelt es sich um den größten Nationalpark Polens, dem Biebrza-Nationalpark. Ein wirklich sagenhaftes Gebiet. Das Waldgebiet ist ein einziger riesiger feuchter Erlenbruchwald, durchzogen mit nassen Wiesenschlänken und ausgedehnten Schilfgebieten. Die Heimstatt unzähliger Elche!
Und nun zu Christian: Die Berichte, die Mücken in Polen erreichen teilweise Schäferhundgröße sind völlig übertrieben. Sie sind höchstens groß wie Eichhörnchen! Allerdings reichen drei davon aus, um dich in 30 Sekunden in eine leere Hülle zu verwandeln. Pause war dementsprechend nicht möglich!
Jetzt bin ich in einem tollen Hotel, hab Zupa und Pirogi gegessen und freue mich auf den Urwald von Bialystok morgen.
Mein Lied des Tages: "On the road again" von Cannot heatRead more
Rote Ampeln in Bialystok
May 9, 2024 in Poland ⋅ ⛅ 15 °C
Wir können es kurz machen. Da war nix dolles heute. Die meiste Zeit hab ich an roten Fußgängerampeln rumgehangen. An jeder Ampel mehrere Minuten und Bialystok ist voll von Ampelkreuzungen. Die Ansicht in der Stadt war auch nicht berauschend, erinnert an die Plattenbausiedlungen von Berlin/Marzahn. Als ich raus war aus dem schönen Bialystok und ich mich freute, endlich wieder in der Natur zu sein, kamen die Sandwege. Auf voller Breite geriffelt (ähnlich meinem Waschbrettbauch!), ohne Chance auszuweichen, ging es über zig Kilometer datdatdatdatdatdat! Gut, dass ich meine Zahnplomben schon hab rausnehmen lassen! Sehr selten, aber doch hin und wieder, kam ein Auto. In den Kurven mit ausgebrochenem Heck wie der gute alte Walter Röhrl bei der Rally Montecarlo, alles in eine riesige Staubwolke einhüllend. Zum ersten Mal auf ca. 1500 km durch Polen musste ich mehrmals die "Halsabschneidergeste" zeigen. Heute wäre ich wohl doch gern völlig entspannt mit 2-3 Hefeweizen in einem Mecklenburger Biergarten beim Vatertagsumtrunk gewesen. Morgen wirds spannender, da steht der letzte verbliebene Urwald Europas auf dem Plan. Zum Schluss bin ich dann noch bei der Quartiersuche reingefallen, ein wirkliches Loch! Naja, Wäsche gewaschen, Nudeln gekocht und weil der Kühlschrank funktioniert, kaltes Bier! Also doch alles gut!
Mein Lied des Tages: "Sweet dreams", aber die Version von Marylin Manson (passend zu meiner Stimmung!).Read more
Im Urwald
May 10, 2024 in Poland ⋅ ☁️ 12 °C
Die Nacht war der reinste Horror. Ich hätte gestern stutzig werden müssen, die Vermieterin sah aus wie die Mutter bei den Flodders. Nur rauchte sie keine Zigarre, sondern Zigaretten. Dafür hatte sie eine pinke Jogginghose an, auf der Taschen und Nähte gemalt waren, damit die wie eine Jeans aussieht. Kurzum, meine Wohnung war unglaublich keimig, alles voller Mist und Dreck. Hätte man mal unter dem Bett gefegt (das hat aber noch nie jemand getan!), ein Kehrblech voll davon könnte zwei bis drei Doktoranden der Endo- und Ektoparasitologie jahrzehntelang forschen lassen. Ich hab mir also meine Nudeln mit meinem Kocher draußen gebruzzelt und lieber in meinem Schlafsack geschlafen als unter der verwesten Bettwäsche. Hab nicht wirklich gut geschlafen, dafür saß ich dann schon um kurz nach sieben auf dem Rad. Rein ins Abenteuer, rein in den Urwald von Bialowieza und der war wirklich sehenswert. Tolle Waldbilder, uralte Eichen, eine Fülle von Baum- und Straucharten in allen Schichten und das kilometerlang! Dafür keine Menschen, keine Dörfer, nix als Wald.
Da haben Reichsjägermeister Scharping und Oberforstmeister Frevert ganze Arbeit geleistet, als sie während des 2. Weltkriegs aus Bialowieza einen Idealtypus des Deutschen Urwaldes schaffen wollten. Nachgezüchtete Wiesente und Aurochsen auswildern und im Gegenzug die polnische Bevölkerung vertreiben. Über 90 Dörfer wurden in Brand gesteckt und die Einheimischen vertrieben (im besten Fall nur vertrieben!).
Vielleicht hab auch ich die Auswirkungen dieser Kampagne heute gespürt, über 60 km hab ich keine Ortschaft gesehen, nur sehr selten einzelne Häuser. Da ich bei den vielen Mücken und Bremsen keinen Bock aufs zelten hatte, bin ich gefahren wie ein Mann. 160 km! Dafür sitze ich jetzt im Hotel etwas abseits meiner Route und trinke Paulaner Hefeweizen! Nicht übel!
Mein Lied des Tages (wenn nach 30 km tiefer Sandweg plötzlich eine frisch asphaltierte Straße erscheint): "Booty swing" von Parov Stelar (unbedingt reinhauen!)Read more
Am Bug
May 11, 2024 in Poland ⋅ ☁️ 11 °C
Der Bug ist ein wunderschöner Fluss. Er entspringt in der Ukraine bei Lemberg, fließt dann durch Weißrussland, bildet lange die Grenze zwischen Belarus und Polen. Letztendlich biegt er dann Richtung Westen ab und mündet in die Weichsel. Links und rechts vom Bug bilden großflächige Durchströmungsmoore und ausgedehnte Erlenbruchwälder einen natürlichen Hochwasserschutz und nebenbei ein Eldorado für seltene Tier- und Pflanzenarten. Insgesamt ein toller Fluss, wenn man nicht hinüber muss ("Alles was sich reimt ist gut!" sagt Pumuckel). Ich musste aber rüber. Der Radweg GreenVelo hatte heute das erste mal Schwächen bei der Ausschilderung. Zuerst hatte er mich direkt bis zur weißrussischen Grenze geführt (vor dem Krieg konnte man vielleicht noch auf der Grenze entlang fahren), dort sprang sofort ein wenig vertrauenserweckender weißrussischer Soldat aus einem grob zusammen gezimmerten Holzverschlag und schrie irgendwas. Ich wollte ja nur ein Foto machen, aber er schrie noch lauter hinter seiner Stacheldrahtwand. Da bin ich lieber schnell abgehauen. Also wieder zurück, da soll eine Fähre über den Bug führen. Die Beschilderung war noch da, aber die Fähre nicht. Schon ein wenig angefressen ging es weiter zurück auf der Suche nach einer Überquerungsmöglichkeit. Ständig über mir bzw genau über der Mitte des Grenzflusses patrollierten alte russische Hubschrauber (Mil Mi 24; die Älteren von uns kennen die noch aus Rambo 2) und machten einen Heidenradau. Endlich nach ca. 35 km in der falschen Richtung war eine weitere Fähre in der Karte eingezeichnet. Der Sandweg hinunter zum Fluss ließ mich nichts Gutes ahnen, doch der Schein trog: da war eine klitzekleine Fähre für maximal 2 Autos. Ein Auto stand schon da und ich mit meinen Rad dazu. Beide rauf! Statt die Kraft der Strömung zu nutzen (wie es eigentlich alle Flussfähren tun), malochten die zwei Fährmänner und zogen an einem Eisenseil die Fähre per Hand über den Fluss. Wie Galeerensträflinge! Endlich drüben konnte es in der richtigen Richtung weitergehen. Etwas nach dem Mittag kam ich an die Stelle, wo ich mit der ersten (nicht vorhandenen) Fähre den Fluss hätte überqueren sollen. Da wollte ich ein Foto machen, schlug den Lenker zu stark ein, kam mit den Radschuhen nicht schnell genug aus den Clickpedalen und legte mich männermäßig voll auf die Fresse. Das Schöne an der weißrussischen Grenze ist, dass da kaum einer wohnt und mich so keiner sehen konnte wie ich leise weinend unter meinem Fahrrad lag. Nix passiert, weiter! In der Zwischenzeit zeigte mein Tacho 1610 km an, dies entspricht ziemlich genau 1000 Meilen. Dies war ein mit mir selbst abgemachtes Ziel:
1000 Meilen ostwärts!!
Auf der westlichen Seite vom Bug wurden die Häusern neuer und größer (jetzt auch wieder aus Stein), der Verkehr stärker und die Radwege hörten auf. Leider auch die kleinen Tante-Emma-Läden und die günstigen Agrotouristika-Unterkünfte! Landschaftlich war das hier auch nicht mehr der Bringer! Um nicht wieder so einen Marathon wie gestern machen zu müssen (mit fast 160 km), um eine Unterkunft zu bekommen, mietete ich mich in einem schmucklosen weit außerhalb gelegenen Hotel mit angeschlossenem Restaurant ein. Nach dem einchecken merkte ich, dass das Restaurant geschlossen ist. Da ich nichts einkaufen konnte, verzehre ich gerade auf meinem Zimmerchen die eisernen Reserven: 2 Snickers, 1 polnische Kokoswaffel, 2 Äpfel und ein Carlsberg. Ich werds überleben!
Mein Lied des Tages: "Keine Sterne in Athen" von Stefan Remmler (dem ehemaligen Frontsänger von Trio), blasmusikalisch untermalt von the BrassaBandaRead more
# stand with Ukraine
May 12, 2024 in Poland ⋅ ☀️ 11 °C
Heute mag ich eigentlich gar nicht schreiben! Die Stimmung war für mich sehr bedrückend, da nur wenige Kilometer von mir entfernt ein erbarmungsloser Krieg tobt. Mit unendlich viel Leid, zerbombten Städten, zerstörten Krankenhäusern und vielen unschuldigen Opfern. Auch hier auf polnischer Seite bestimmt der Krieg und die Angst vor einem Angriff das Leben. Bei den Gottesdiensten passten die Menschen nicht in die Kirchen, auch viele Ukrainer nehmen teil. Auch heute Abend noch waren überall kleine Gruppen von Menschen an den Christuskreuzen versammelt und sangen leise gemeinsam. Dazu überall Militär, Patriot-Staffeln, Grenzpolizei. Selbst die unglaublich vielen Störche konnten mich nicht aufheitern.
Nach 150 km bin ich heute in der schönen Stadt Chelm angekommen, hab ein nettes Hotel gefunden und wollte nur noch essen und schlafen! Da das ganze Haus mit drei großen Feiern völlig ausgelastet ist, war kein Platz mehr im Restaurant für mich. Weil ich aber wohl so hungrig (und durstig) ausgesehen haben mag, haben die beiden Mädels von der Rezeption mir eine tolle Mahlzeit kurzerhand aufs Zimmer gebracht + 2 kalte Flaschen Bier! Spätestens jetzt bin ich wieder aufgeheitert!
Mein Lied des Tages: "Get up stand up" von den Pink Turtles
P.s. don't give up the fightRead more
Der Zeitsprung
May 13, 2024 in Poland ⋅ 🌙 15 °C
Heute bin ich ca. 100 km weniger Rad gefahren als die ganzen Tage zuvor. Trotzdem bin ich platter als sonst. Wollte mal ein wenig schummeln und die landschaftlich weniger interessante Gegend zwischen der ukrainischen Grenze und der Weichsel (Wisla) mit dem Zug überbrücken. Die Online-Buchung des Zugtickets hat natürlich nicht geklappt, weil die Fahrradmitnahme als Option nicht vorhanden war. Nicht schlimm, ich war ja vor Ort und im Gegensatz zu deutschen Bahnhöfen gibt es ja hier noch mit richtigen Menschen besetzte Ticketschalter! Die nette Dame hinter der Panzerglasscheibe sprach natürlich kein Englisch, dafür war sie aber auch besonders kurzsichtig (und hatte - war ja klar - keine Brille dabei). Alle Fragen auf meinem handydisplay mittels Google translator konnte die gute Frau nicht lesen, obwohl sie wie ein Scheibenputzerwels direkt am Panzerglas klebte. Die Schlange hinter mir wurde immer länger! Als ich gerade aufgeben wollte, kamen mir zwei Frauen zu Hilfe. Eine Inderin, die schon in Heidelberg gearbeitet hatte und eine Polin (Dokumentarfilmerin und gerade aus der Ukraine zurück). Jetzt gings Schlag auf Schlag. Erst buchten sie mein Ticket + Fahrrad und dann nahmen sie mich an der Hand und geleiteten mich zum richtigen Gleis und auch zum Fahrradwaggon. So dankbar war ich schon lange nicht mehr, ich würde jetzt noch mit dem Klingonisch-Polnisch-Translator in Chlem am Bahnhof stehen. Nach einigen Stunden stieg ich dann in Warschau aus. Größer kann ein Gegensatz nicht sein! Eben noch Störche und alle 2-3 Stunden mal ein Mensch und nun Sirenengeheul, Hupkonzerte und tausende hastig rennende Hauptstadtbewohner. Die Störche waren mir lieber! Alleine um Warschau mit dem Rad zu verlassen, brauchte ich Stunden. Jetzt sitze ich in einer kleinen Pension, das Zimmer doppelt so teuer wie die Agrotouristika-Unterkünfte im hinteren Osten (dafür viel viel kleiner) und kaue an meinen 2-Tage alten Reserve-Brötchen aus meiner Radtasche (hier gibt's nur Dönerbuden in der Nähe). Egal, morgen versuche ich mich so viel Kilometer wie möglich von der polnischen Hauptstadt abzusetzen.
Mein Lied des Tages: "Timewarp" aus der Rocky-Horror-Picture-Show (it's just a jump to the left...)Read more
Der wunderschöne Weichselradweg
May 14, 2024 in Poland ⋅ ⛅ 19 °C
Wenn ich gewusst hätte, wie scheiße der ist, hätte ich gestern meine Bahnfahrt bis Bisgzslzswsz oder so ähnlich verlängert! Hatte mich eigentlich auf einen entspannten Flussradweg gefreut. Wir kennen das von Donau, Elbe, Weser, Rhein und und und. Immer schön dicht am Fluss, top ausgebauter Radweg, immer schön eben und ab und zu ein Biergarten. Nicht so beim Weichselradweg. Die Beschreibung im Netz war toll, die Realität wirklich die Hölle. War man abseits der Straßen am Deich kam man schnell in eine grundlose Sandwüste. Teilweise musste ich das schwer bepackte Rad ziehen, weil schieben nicht möglich war. Aber dann kam dem Verkehrsplaner, zuständig für Radwege, die einleuchtende Idee: der Ausbau der Radwege ist teuer, aufwändig und in Polen fährt eh niemand Rad, wir verlegen den Radweg einfach auf die Straße. Das hat er sich vom Radwegeplaner vom Landkreis Mecklenburgische Seenplatte abgeguckt. Ist ja auch viel einfacher, Hauptsache die Statistik stimmt (wir haben soundsoviele neue Radwege ausgeschildert...)! Kurzum, ich bin heute von meinen 134 km 120 auf höchst befahrenen Straßen geradelt (die restlichen 14 km hab ich geschoben!). Dabei muss man wissen, dass in Polen der Abstand beim Überholen von 2 Metern offensichtlich nicht gilt. Es ist also egal, ob von vorne was kommt und die Straße dazu eng ist, Blinker setzen und mit 20 cm Abstand von meinem linken Lenkerende wird überholt! Das ist mir heute tausendfach passiert! Man traut sich nicht zu trinken oder an der Nase zu kratzen, einmal kurz den äußersten Fahrbahnrand verlassen = roadkill!
Nach 100 km und mehr als tausendfachen "Arschloch"-Rufen (den Teleskopschlagstock immer griffbereit!) und meine Meinung über die Polen kräftig nach unten korrigiert, kam mir ein bepackter älterer Radler entgegen. Er hielt an und fragte mich etwas auf polnisch. Wie immer entgegnete ich, daß ich nur englisch oder deutsch spreche. Normalerweise ist dann alle Kommunikation sofort beendet. Nicht in diesem Fall. Der ältere Herr erzählte mir in fließendem Englisch, dass er früher auch lange Radtouren in verschiedene Länder absolviert hat und lud mich sofort zu ihm zum Übernachten ein. Mein leichter Groll gegen die Polen war wie weggefegt. Leider wohnte der Kollege 20 km in der anderen Richtung (wo ich hergekommen bin) und ich musste die Einladung schweren Herzens absagen. Das wäre seit langem mal wieder ein nettes Gespräch geworden.
Seis drum, weiter Richtung Heimat, irgendwann wird der Feierabendverkehr ja mal vorbei sein und die Straße ruhiger werden. Wurde sie aber nicht! Plötzlich ein Schild mit den Piktogrammen "Bettchen" und "Teller, Messer, Gabel"! Sofort rechts ran und noch bevor ich das Zimmer bezogen habe, schnell ein kaltes Bier geschlürft. Das Leben ist wieder schön! Hier sah ich dann auch zum ersten Mal heute die Weichsel!!!
Mein Lied des Tages: "Goodbye horses" von Q Lazzarus (bekannt aus Schweigen der Lämmer). Es wird jetzt die Lotion nehmen!
Gute Nacht...Read more
Der noch wunderschönere Weichselradweg
May 15, 2024 in Poland ⋅ ☀️ 18 °C
Das war ein kleines wirklich nettes Hotel. Das Frühstück war top und zum ersten Mal lief kein offensichtlich wirklich witziger Radiosender (zumindest lachen die sich auf polnisch pausenlos kaputt) mit Lautstärke V-max zum Morgenkaffee! Angenehm, diese Stille. In Polen scheint das allgemein Usus zu sein, ständig und überall Radiosender in voller Lautstärke zu hören. Meins ist das nicht! Super geschlafen, gut gefrühstückt, es kann los gehen! Der Weichselradweg zeigt sich plötzlich von seiner besten Seite (gestern hatte er diese Seite erfolgreich versteckt!), fein geteert, gut ausgeschildert, schöne Gegend! Wo ist der Haken? Nach ca. 10 km kam er, der Haken! Völlig abrupt verwandelte sich der gerade noch so nette Radweg wieder in die bekannte grundlose Sand/Staubwüste. Wieder schieben angesagt und wieder Richtung Straße. Die nächsten 20 km auf der Straße waren wie gestern, Autos und LKW's von vorne, hinten und von der Seite und mittendrin der radfahrende Fremdkörper! Plötzlich wurde es wieder nett, der Radweg wurde ein Radweg! Wenig Verkehr, schöne Aussichten auf die Weichsel, so hatte ich mir das vorgestellt! Bestimmt 50 km lang das pure Glück. Dass dies nicht anhalten würde, war ja klar, aber man muss jeden Moment genießen. Dann kam die Schnellstraße, teilweise 4-spurig und praktisch ohne Lücken im Verkehr. Da musste ich rüber, eine Aufgabe! Irgendwann tat sich eine kleine Lücke auf. Ähnlich wie der alte Bauer Ickus Riemenschneider aus meinem niedersächsischen Heimatdorf, der immer ohne links und rechts zu schauen mit seinem Trecker auf die Straße fuhr ("sei saht meck doch!") rannte ich im Zickzack über die Schnellstraße. Geschafft! Endlich kanns weitergehen! Und wieder gings in den Staub! Fahren, schieben, fahren, schieben, 15 km lang. Wenigstens sah ich dabei eine Försterin, die annähernd so schnell im Wald fahren kann wie Maren, so ca. 200km/h!
Danach gings wieder an die Schnellstraße. Diesmal durfte ich - top ausgeschildert- direkt daneben einige Kilometer schieben. Radfernwege sind halt die Creme de la Creme aller Radwege. Allein durch das Einatmen des Reifenabriebs habe ich in 2 Tagen mindestens 4 kg zugenommen!
Endlich am Ziel in Bydgoszszszsz (früher Bromberg) Hotel gefunden, top modern, teuer, aber mit gutem Hamburger und dunklem Bier! Morgen geht's ohne Radweg Richtung Westen!
Das Lied des Tages kann nur "Rockin in the free World" von Neil Young sein, welches der US-Außenminister Blinken gestern in einer kleinen Kiewer Bar mit der Gitarre begleitet hat! https://youtu.be/eR9pndQ2uTE?feature=shareRead more
Take me home, country roads
May 16, 2024 in Germany ⋅ ☀️ 21 °C
Die letzten zwei Tage waren ordentlicher Dreck, die Motivation sinkt, das Heimweh steigt. Das Hotel war auch nicht der Hit, aber wenigstens ab 6 Uhr 30 Frühstück. Pünktlich war ich auf dem Weg Richtung Frühstücksraum. Um die Zeit ist es bestimmt leer und morgens brauch ich meine Ruhe! Im Saal alles voller Soldaten. Bestimmt über 100. Griechen, Kroaten, Kanadier, Amerikaner, Deutsche, Thommies, Holländer und und und. Die meisten in Uniform (ohne Rangabzeichen), einige in zivil, aber eins hatten alle gemeinsam: das waren ordentliche Büffel! Mit ca. 25 saß ich zusammen an einem langen Tisch und hörte interessiert zu, was die Jungs so zu erzählen hatten. Es waren alles Fallschirmjäger, die im Zuge der großen Nato-Übung "Steadfast defender" einen von den Russen besetzten Flugplatz zurück erobern sollten. Da mich alle ebenfalls für einen Soldaten hielten, wurde lustig erzählt. Der neben mir sitzende Kroate fragte mich dann "where do you come from?" "From germany, but I'm no soldier!" Alle schauten mich an! Kein Soldat! Was machst du denn dann hier! Fahrrad fahren! Und dann musste ich der ganzen Bande einen umfassenden Reisebericht abgeben. Anschließend wollten alle noch mein Fahrrad sehen, das war ne show! Wie verabschiedeten uns wirklich herzlich, wünschten einander Glück und für mich gings los aufs Rad. Zufällig kam ich am Bahnhof vorbei und spontan ging ich zur Information, ob heute vielleicht ein Zug Richtung Westen geht. 10 Uhr 38 nach Frankfurt/Oder. Deal! Noch zwei Tage ohne Radwege auf stark befahrenen Straßen würden mich dem "roadkill" ziemlich nahe bringen. Diese häufig erlebte Situation: ich werde überholt, der mich überholende wird auch überholt und von vorne kommt ein LKW, hab ich eigentlich nur durch den Rückspiegel und meinen schon beim Fußball legendären explosiven Antritt überlebt. Schnell rechts in die Fahrbahnbanketten!
14 Uhr stand ich auf dem Bahnhof Frankfurt/Oder und das erste mal seit Wochen sah ich wieder jede Menge "people of colour, Schwarze, Muslime, Kopftuchträger und und und. In Polen gab's das nicht!
Mit starkem Rückenwind schaffte ich auf dem Oderdeich noch ganze 80 km (Schnitt 26 kmh) und fand am Ende noch eine wirklich geile Kneipe mit Zimmervermietung. Neben mir Skatspieler, an der Theke wird geknobelt, wie früher in der alten Heimat. Schnitzel mit Spargel und ordentlich Bier. Bevor ich jetzt mein Lied des Tages bekannt gebe, bestell ich noch nen Obstler!
"Country roads, take me home" von John DenverRead more
Wo es am Schönsten ist! Pelzkuhl
May 17, 2024 in Germany ⋅ ⛅ 18 °C
Nach 2900 km per Rad mit relativ wenigen Höhenmetern (etwas über 10000; zum Nordkapp hatte ich bei fast gleichen Kilometern 49000!) bin ich wieder im schönen Pelzkuhl. Die größten Herausforderungen bei dieser Tour waren vor allem die wirklich schlechten Wege an der Ostseeküste und vor allem beim Weichselradweg (also quer durch). Der GreenVelo Radweg entlang der russischen, litauischen, weißrussischen und ukrainischen Grenze ist dagegen absolut top, super ausgeschildert, mit ausreichend Unterkünften und vor allem landschaftlich sensationell! Allein die riesige Anzahl an Störchen, der immerwährenden Konzerte von Fröschen und Unken und die vielen noch absolut natürlichen Flüsse, Moore, Graslandschaften, Auwälder und und und sind der Wahnsinn!
So richtig gut gefallen haben mir die unglaublich vielen kleinen Tante-Emma-Läden, genannt Slebs, in denen man sich praktisch in jedem kleinen Dorf mit allem möglichen versorgen kann und die unzähligen Zebrastreifen. Letztere gehören praktisch mehrfach zu jedem Ortsbild und werden auch strikt eingehalten. Ein einziges Mal hielt ein Auto nicht an und das hatte Hanauer Kennzeichen!
Die Polen an sich sind ein freundliches Volk, super hilfsbereit und wenn man erstmal Kontakt aufgenommen hat, die herzlichsten und gastfreundlichsten Menschen, die es gibt. Der Nachteil ist die Sprache. So gut wie niemand (auch nicht die jüngeren) spricht englisch oder deutsch. Eine Verständigung über Google translator ist immer sehr schwierig, weil das eintippen polnischer Wörter durch die vielen sz ck y zs in verschiedenen Reihenfolgen ordentlich aufwändig ist und viel Zeit in Anspruch nimmt. Leider meistens erfolglos! Allein die Auswahl eines Gerichts auf einer Speisekarte dauert länger als der Gasthof auf hat. Meistens habe ich dann eine "zupa" gegessen (Suppe schmeckt in Polen immer!) und ein Kotelett (gibt's aber auch vom Fisch).
Zwei Sachen mag ich noch ausführen, die mir am Herzen liegen.
Zum einen, wie nah ein Krieg in Europa sein kann, den man in kurzer Zeit mit dem Fahrrad erreichen kann! Wir leben hier in Deutschland und urteilen schnell und oberflächlich, wie sich die Betroffenen (nämlich die ohne Schuld angegriffenen Ukrainer) gefälligst zu verhalten haben, damit der Krieg - wie auch immer - endlich beendet werden kann. "Dann sollen die doch die paar Quadratkilometern den Russen überlassen und alles ist gut!"
Nix ist gut und in den paar Quadratkilometern leben Menschen, die nach Einnahme von den Russen gequält, gefoltert und ermordet werden! Ich habe die Angst in den Augen der Menschen an der Grenze gesehen und kann mir ihre Angst vorstellen, vielleicht die nächsten Opfer zu sein!
Mein zweiter Punkt ist der "Lebenswert" der Landschaft. Die polnische Landwirtschaft ist kleinteilig, voller Hecken, Feuchtbiotope, Waldinseln und so fort. Trotzdem produzieren die Bauern dort Lebensmittel, die günstig und höchstwahrscheinlich deutlich gesünder sind als mancher Fraß bei uns zu Hause. Nebenbei - oder eher in der Hauptsache - erhalten sie einen Naturraum, in dem es sich zu leben lohnt! Ich habe nicht ein von Glyphosat gelb gefärbtes Feld gesehen, obwohl ja die Landwirtschaft ohne dieses Totalherbizit praktisch zum Tode verurteilt ist! Zwei Drittel des gesamten EU-Haushalts fließen mittel- oder unmittelbar in die Landwirtschaft. Sollte man nicht besser diese Form der Bewirtschaftung hoch fördern als die bei uns vorherrschende Struktur der riesigen Agrarindustrie?!
Genug gebarmt! Nach 130 km (mit ordentlich Rückenwind) bin ich endlich zu Hause angekommen, das Heimweh hatte mich doch schon ordentlich gepackt! Allerdings bin ich gleich noch mal kurz weg zum Fußballtraining! Aber dann: "Rumpsteaks, Salat, Hefeweizen!" Schön ist es wieder hier!
Mein Lied des Tages und der ganzen Tour geht an Maren: "Für immer und Dich" von Rio Reiser
Machts gut, Nachbarn! Bis zur nächsten Tour! Vielleicht Albanien...?Read more






















































































































































































TravelerIch freue mich schon sehr auf deine Berichte. Hals- und Beinbruch!
Travelerviel Glück!
TravelerHallo Junge, deine Mutter schüttelt nur den Kopf. Gute Reise und viele neue Eindrücke wünsche ich dir.