Grjótagjá Höhlen
20 de julho, Islândia ⋅ 🌬 19 °C
Dettifoss & Solfoss Wasserfälle
20 de julho, Islândia ⋅ 🌬 20 °C
Stuðlagil Canyon
20 de julho, Islândia ⋅ 🌬 18 °C
Tag 7: Zwischen Erdplatten, gewaltigen Canyons und
20 de julho, Islândia ⋅ ☁️ 14 °C
Heute lagen erneut rund 300 Kilometer vor uns. Ein weiterer Roadtrip durch Islands – und wieder zeigte die Insel, wie schnell sie ihr Gesicht verändern kann.
Zunächst führte uns die Ringstraße noch einmal durch die Landschaft, die wir bereits am Vortag kennengelernt hatten. Links und rechts der Straße erstreckten sich endlose Lavafelder. Schwarzes, erkaltetes Gestein, schroff und scheinbar lebensfeindlich.
Unser erster Halt war die Grjótagjá, eine naturbelassene Thermalquelle, verborgen in einer kleinen Höhle direkt an der Kontinentalspalte zwischen Nordamerika und Eurasien. Allein dieser Gedanke ist beeindruckend: Hier treffen zwei Kontinente aufeinander und bewegen sich – wenn auch unmerklich – jedes Jahr ein kleines Stück auseinander.
Schon beim ersten Blick auf das Wasser verschlug es uns die Sprache. Das intensive, kristallklare Blau wirkte beinahe unwirklich. Die Höhle, das warme Wasser und das dunkle Lavagestein bilden zusammen einen Ort, der fast magisch erscheint. Einer dieser Plätze, an denen man automatisch leiser wird und einfach nur staunt.
Nach diesem besonderen Erlebnis veränderte sich die Landschaft erneut. Die schwarzen Lavafelder gingen langsam in eine offene, rot-orange Sandlandschaft über, die stellenweise an eine Marslandschaft erinnerte.
Unser nächster Höhepunkt waren die gewaltigen Wasserfälle Dettifoss und Selfoss.
Schon von Weitem war das tiefe Grollen der Wassermassen zu hören. Rund 44 Meter stürzt der Fluss hier in einen breiten Canyon. Anders als bei vielen anderen Wasserfällen Islands wirkt das Wasser hier nicht klar und türkis, sondern grau-braun. Unmengen an Schlick werden mitgerissen und verwandeln den Fluss in eine tosende, bedrohlich wirkende Naturgewalt.
Mit unaufhaltsamer Kraft schießt das Wasser durch den Canyon. Auf der einen Seite erheben sich mächtige Basaltformationen, auf der anderen schwarzes Lavagestein.
Mit jeder gefahrenen Stunde wechselte nicht nur die Landschaft, sondern auch das Wetter. Zwar begleitete uns ungewöhnlich viel Sonnenschein bei angenehmen 21 Grad, doch der kräftige Wind hatte deutlich zugenommen. Immer wieder peitschte er feinen schwarzen Lavasand durch die Luft und ins Gesicht. Klar ist, dass Sandstürme hier nichts Ungewöhnliches sind.
Je weiter wir nach Osten fuhren, desto häufiger änderte sich das Landschaftsbild. Weite, grün bewachsene Dünen wechselten sich mit schwarzem Vulkansand und rot-orangefarbenen Sandflächen ab. Mehrfach schien sich die Natur neu zu erfinden, bevor die Landschaft schließlich flacher wurde und in sanften Gelb- und Grüntönen vor uns lag.
Unser letzter großer Stopp war der Stuðlagil Canyon.
Mitten durch die mächtigen Basaltwände fließt hier ein leuchtend türkis-blauer Fluss. Nach den braunen Wassermassen des Dettifoss wirkte dieses Wasser fast unwirklich. Ruhig zieht es seine Bahnen zwischen den geometrischen Basaltsäulen hindurch und strahlt eine unglaubliche Ruhe aus. Man könnte diesem Farbspiel stundenlang zusehen.
Am Abend erreichten wir schließlich das Húsey Hostel & Horsefarm.
Schon der Blick aus dem Fenster machte deutlich, warum dieser Ort etwas Besonderes ist. Weite Wiesen, frei grasende Islandpferde, zahlreiche Wasservögel und dahinter die Silhouette des Hochlands.
Side Note:
Während unserer Reise fällt immer wieder auf, wie weitläufig das Leben in Island ist. Viele Familien leben auf Farmen mit riesigen Landflächen, der nächste Nachbar ist oft mehrere Kilometer entfernt. Jahrzehntelang bedeutete das ein ruhiges, fast abgeschiedenes Leben. Erst seit den vergangenen Jahren – besonders seit etwa 2016 – hat der Tourismus stark zugenommen. Das bringt Chancen, aber auch Herausforderungen mit sich. Liegt beispielsweise ein Wasserfall oder eine andere Sehenswürdigkeit auf privatem Grund, müssen die Eigentümer Wege anlegen, Parkplätze schaffen und für die Sicherheit der Besucher sorgen. Während einige Isländer vom Tourismus leben, empfinden andere ihn als Eingriff in ihre Ruhe und ihre Lebensweise. Ein spannender Gegensatz, der das moderne Island ebenfalls prägt.
Fazit des Tages:
Heute lagen Faszination und Respekt vor der Natur wieder dicht beieinander. Kristallblaue Thermalquellen, gewaltige Wasserfälle, tiefe Canyons und die Kontinentalspalte zeigen eindrucksvoll, wie eng Schönheit und rohe Naturgewalt miteinander verbunden sind. Island ist eine Insel, auf der Wasser, Feuer und Erde seit Jahrtausenden gemeinsam an einer Landschaft arbeiten, die man mit Worten kaum beschreiben kann. Jeder neue Tag zeigt eine andere Facette – und jede ist auf ihre ganz eigene Weise überwältigend.Leia mais
Reittour auf Islandpferden
21 de julho, Islândia ⋅ ⛅ 14 °C
Wanderung durch die Vogelreviere
21 de julho, Islândia ⋅ ☁️ 13 °C
Robben beobachten
21 de julho, Islândia ⋅ ☁️ 14 °C
Hochland
21 de julho, Islândia ⋅ ☁️ 15 °C
Fjord Berufjörður
21 de julho, Islândia ⋅ ☁️ 12 °C
Tag 8: Im Sattel der Islandpferde, durch Hochland
21 de julho, Islândia ⋅ ⛅ 12 °C
Der heutige Tag begann mit einem lang ersehnten Highlight. Unser Guesthouse liegt mitten auf einer Horsefarm – und was wäre das für ein Aufenthalt, wenn man sich die Gelegenheit zu einer Reittour auf Islandpferden entgehen ließe?
Schon am Morgen wurden die kleinen, kräftigen Pferde gestriegelt und gesattelt. Wenig später ritten wir hinaus in das weitläufige Gelände der Farm, welches zwischen den Gletscherflüssen Jökulsá á Dal (Brú) und Lagarfljót, unweit der Bucht Héraðsflói liegt. Feuchte Wiesen, kleine Wasserläufe und sumpfige Flächen prägen diese einzigartige Landschaft. Hier brüten unzählige Wasservögel – und sie machen unmissverständlich klar, dass sie ihre Nester beschützen.🤭
Egal ob zu Fuß, mit dem Auto oder hoch zu Pferd – wir wurden lautstark begleitet.
Einige Vögel kreisten dicht über unseren Köpfen und wenn man sich ihrer Meinung nach zu langsam entfernte, gingen sie sogar zum Sturzflug über. Dann hieß es nur noch: Kopf einziehen und weiter. Ein beeindruckendes Schauspiel, das zeigt, wie entschlossen Tiere ihren Nachwuchs verteidigen.
Am Ufer der Gletscherflüsse wartete bereits das nächste tierische Highlight. In der Ferne lagen mehrere Robben auf sonnengewärmten Felsen, eine schwamm verspielt im türkis-blauen Wasser oder beobachtete neugierig ihre Umgebung. Es war ein unglaublich friedliches Bild, diese Tiere in ihrer natürlichen Umgebung zu erleben – so entspannt, sicher und völlig ungestört. Einfach großartig.
Side Note:
Auf den ersten Blick wirken Islandpferde wie Ponys. Tatsächlich gelten sie jedoch offiziell als Pferde. Sie sind äußerst robust, trittsicher, mutig und für ihre freundliche, menschenbezogene Art bekannt.
Ihre größte Besonderheit sind ihre fünf Gangarten. Neben Schritt, Trab und Galopp beherrschen sie auch Tölt und Pass. Vor allem der Tölt macht das Reiten auf Island so einzigartig: Diese Gangart ist außergewöhnlich weich und erschütterungsarm, sodass man selbst über unebenes Gelände nahezu sanft dahingleitet. Genau dieses besondere Reitgefühl macht Islandpferde für viele Reiter zu etwas ganz Besonderem.
Alles hat ein Ende, auch eine Reittour... denn auch heute wartete noch ein Roadtrip auf uns. Unsere Route führte von Húsey quer durch den Osten Islands bis nach Höfn.
Schon nach kurzer Zeit wurde klar, dass dieser Tag landschaftlich wieder alles bisher Gesehene übertreffen würde.🤯
Zunächst führte uns die Ringstraße durch das Hochland. Da tauchten plötzlich die ersten steinernen Giganten am Horizont auf. Gewaltige Berge erhoben sich vor uns und wirkten beinahe unwirklich. Die Straße schlängelte sich mit ihren steilen Anstiegen, Senken und engen Kurven wie eine Achterbahn durch die Landschaft. Hinter jeder Biegung eröffnete sich ein neues Panorama.
Immer wieder stürzten Wasserfälle aus schmalen Felsspalten tief ins Tal. Nebel- und Wolkenfelder zogen zwischen den Bergen hindurch und hüllten uns zeitweise vollständig ein. Innerhalb kürzester Zeit fiel die Temperatur von angenehmen 18 Grad auf nur noch 9 Grad. In diesen Momenten fühlte man sich tatsächlich wie ein kleiner Spielball zwischen den Naturgewalten.
Einige Zeit später änderte sich die Szenerie erneut. Die Ringstraße verlief nun zwischen zwei völlig unterschiedlichen Welten. Auf der einen Seite öffneten sich die weiten Fjorde des Berufjörður bis hinaus zum Ozean. Auf der anderen Seite ragten steile Felswände und mächtige Bergketten empor. Manche Gipfel waren scharf gezackt, andere sanft gerundet – doch jeder einzelne wirkte gewaltig. Egal in welche Richtung man blickte, bot sich ein neues, atemberaubendes Bild.
Es war einer dieser Tage, an denen man kaum noch Worte findet. Jede Kurve schien schöner zu sein als die vorherige - und wenn das Bergmassiv-Ozean-Panorama dann noch mit einer Herde Islandpferden gekrönt wird - ja, dann findet man einfach gar keine Worte mehr.
Am Abend erreichten wir schließlich Höfn. Selbst hier hörte das beeindruckende Landschaftskino nicht auf. Die kleine Stadt liegt eingebettet in ein überwältigendes Bergpanorama, das den perfekten Abschluss eines weiteren unvergesslichen Tages bildete.
Fazit des Tages:
Heute stand (mal wieder) alles im Zeichen der Tiere und der Weite Islands. Die sanften Islandpferde, relaxte Robben, angriffslustige Wasservögel - und anschließend eine Fahrt durch eine Landschaft, die mit jedem Kilometer dramatischer wurde. Zwischen Hochland, Fjorden und mächtigen Bergketten zeigte Island heute erneut, dass die eigentliche Sehenswürdigkeit oft nicht das Ziel ist – sondern der Weg dorthin.
Jede Straße erzählt hier ihre eigene Geschichte, und mit jedem Tag wächst die Faszination für diese außergewöhnliche Insel.🥹Leia mais
Diamond 💎 Beach
22 de julho, Islândia ⋅ ☁️ 16 °C
Fjallsárlón Gletscher
22 de julho, Islândia ⋅ 🌧 11 °C
Landschaftsbilder entlang der Route1
22 de julho, Islândia ⋅ 🌧 13 °C
Tag 9: Der Tag des Eises
22 de julho, Islândia ⋅ ☁️ 11 °C
Heute führte uns unser Roadtrip von Höfn weiter entlang der Südküste bis nach Vík. Nach Tagen voller Vulkane, Lavafelder und dampfender Schwefelquellen stand dieser Tag ganz im Zeichen des Eises. Wir ließen die heißen Seiten Islands hinter uns und machten uns auf den Weg zu schwimmenden Eisbergen und gewaltigen Gletschern.
Unser erster Halt war der berühmte Diamond Beach.💎
Schon beim Aussteigen empfing uns ein eisiger Wind, der den Regen waagerecht über den Strand peitschte. In der angrenzenden Gletscherlagune und draußen im Ozean trieben riesige Eisberge, deren türkis-blaues Leuchten einen wunderschönen Kontrast zum dunklen Wasser bildete.
Der tiefschwarze Lavasand des Strandes verlieh dieser Szenerie noch mehr Ausdruck. Hinter der Gletscherlagune erhoben sich mächtige Bergketten, deren schneebedeckte Gipfel die eisige Landschaft eindrucksvoll einrahmten. Es war wieder einmal eines dieser Naturbilder, die man kaum mit einer Kamera einfangen kann.
Weiter entlang der Ringstraße erreichten wir den Fjallsárlón-Gletscher – und damit eines der größten Highlights unserer gesamten Reise.
Warm eingepackt, mit dicker Jacke, Helm, Klettergurt, Sicherheitsweste und Spikes unter den Schuhen ausgestattet, bestiegen wir gemeinsam mit unserer Gruppe eines von zwei Booten. Langsam glitten wir über den Gletschersee Fjallsárlón, vorbei an riesigen Eisbergen, die lautlos im Wasser trieben.
Dabei hielten wir bewusst Abstand. Niemand weiß genau, wie groß der Teil eines Eisbergs unter der Wasseroberfläche ist. Gerät ein solcher Koloss aus dem Gleichgewicht, kann er sich plötzlich drehen oder kippen – eindrucksvoll und einschüchternd zugleich, angesichts der gewaltigen Eismassen.
Auf der anderen Seeseite angekommen, standen wir nur wenige Minuten später mit beiden Füßen auf dem Gletscher.
Anfangs war das Eis noch von schwarzem Sand und feinem Gletscherschlamm bedeckt. Doch je weiter wir liefen, desto mehr öffnete sich die eigentliche Schönheit des Gletschers. Strahlend weißes Eis mit satten Türkistönen in seinen Tiefen erstreckte sich vor uns aus.
Unsere Guides führten uns sicher über den Gletscher, vorbei an tiefen, wassergefüllten Gletscherspalten und steilen Abbruchkanten, die wir ohne ihre Erfahrung vermutlich gar nicht erkannt hätten.
Dann wurde es plötzlich ganz still. Unser Guide erinnerte uns, diesen Moment absolut bewusst wahrzunehmen. Kilometerweit keine Straße, kein Motorengeräusch, keine Häuser – nur unsere kleine Gruppe inmitten dieser gewaltigen Eislandschaft. Eine fast meditative Ruhe legte sich über alles.
Side Note:
Der Gletscher, auf dem wir heute standen, reichte vor rund 100 Jahren noch bis zur Höhe des Eyðnatindur Berges, etwa 800 Meter über dem heutigen Eis. An seiner Felswand sind die ehemaligen Eisstände deutlich erkennbar. Sollte die Gletscherschmelze in diesem Tempo weitergehen, könnte in weiteren hundert Jahren kaum noch etwas von diesem gewaltigen Eisstrom übrig sein.
Nach einigen letzten Eindrücken, ging es weiter auf unserer Route. Kaum hatten wir den Gletscher verlassen, änderte sich das Wetter schlagartig.
Die Sonne, die uns während der gesamten Tour begleitet und das Eis in den schönsten Blau- und Weißtönen leuchten ließ, verschwand hinter einer dichten Wolkendecke. Wenige Minuten später senkte sich der Nebel immer weiter herab, bis wir nur noch knapp hundert Meter weit sehen konnten.
Die Isländer schätzen diese Nebeltage. In einem Land voller unendlicher Weiten nimmt der Nebel der Landschaft ihre überwältigende Größe. Alles wird kleiner, ruhiger und stiller. Man fühlt sich fast wie in Watte eingehüllt – allein mit sich selbst und der Natur.
Für unsere Weiterfahrt nach Vík hätten wir uns natürlich noch ein paar spektakuläre Ausblicke gewünscht. Stattdessen kämpften wir uns durch dichte Regenfelder und blickten meist nur auf eine weiße Nebelwand. Doch immer wieder öffnete sich der Vorhang für wenige Augenblicke.
Im Süden begleien uns natürlich schneebedeckte Berge und gewaltige Gletscher. Dazwischen lagen die bekannten Lavafelder – doch zwei neue Landschaftsbilder prägten diesen Abschnitt besonders.
Zum einen erstreckten sich kilometerweit völlig flache, tiefschwarze Sandebenen. Keine Hügel, keine Felsen, keine Bäume – nur endlose schwarze Weite.
Zum anderen waren riesige Lavafelder vollständig von dickem, hellgrünem Moos überwachsen. Das weiche Moos ließ die schroffen Lavasteine beinahe sanft wirken, als hätte die Natur ihnen eine schützende Decke übergelegt.
Am Abend erreichten wir schließlich Vík, erfüllt von den Eindrücken eines Tages, der uns die eisige Seite Islands nähergebracht hatte.
Fazit:
Heute stand alles im Zeichen des Eises. Zwischen eisigem Regen am Diamond Beach, strahlendem Sonnenschein auf dem Gletscher und dichtem Nebel auf der Weiterfahrt zeigte Island innerhalb weniger Stunden wieder sein ganzes Wetterrepertoire. Gewaltige Eislandschaften trafen auf schwarze Strände, flache Sandebenen und moosbewachsene Lavafelder. Es war ein Tag voller Kontraste – und einer, der eindrucksvoll zeigte, wie vergänglich selbst die mächtigsten Landschaften dieser Insel sein können.Leia mais
Black Beach
23 de julho, Islândia ⋅ 🌬 11 °C
Tag 10: Ein Tag zum Durchatmen
23 de julho, Islândia ⋅ ☁️ 11 °C
Nach neun erlebnisreichen Tagen war klar: Ein Rest-Day muss sein.
Die vergangenen Tage waren voller Wanderungen, Roadtrips und unzähliger Eindrücke. Irgendwann braucht nicht nur der Körper, sondern auch der Kopf eine kleine Pause, um all das Erlebte überhaupt verarbeiten zu können.
Deshalb ließen wir den Tag ganz entspannt beginnen und machten uns lediglich zu einem kurzen Spaziergang von unserem Guesthouse in Vík bis zum Black Beach auf.
Natürlich zeigte sich Island dabei wieder von seiner ganz eigenen Seite.
Dichter Nebel lag über der Küste, während kräftige Wellen unaufhörlich auf den endlos langen schwarzen Strand trafen. Mit jeder Welle wurden die unzähligen runden Steine gegeneinander geschoben. Ihr rhythmisches Klirren und Klackern vermischte sich mit dem tiefen Rauschen des Ozeans zu einer ganz besonderen Klangkulisse.
Massive Felsformationen rahmten den Strand ein und verliehen ihm eine fast mystische Atmosphäre. Die tief hängenden Wolken und der Nebel nahmen der Landschaft nahezu jede Farbe. Himmel, Meer und Strand verschmolzen zu einem Bild aus Schwarz-, Weiß- und Grautönen – ruhig, melancholisch und gleichzeitig wunderschön.
Auf der gegenüberliegenden Landseite zeigte sich ein völlig anderes Bild. Der Bodden bot zahlreichen Wasservögeln einen geschützten Lebensraum. Zwischen dem schwarzen Vulkansand kämpften sich kleine Kriechpflanzen mit ihren kräftig grünen Blättern und zarten weißen Blüten ans Licht. Selbst dort, wo die Landschaft zunächst lebensfeindlich erscheint, findet die Natur ihren Weg.
Wir ließen uns Zeit, hörten einfach dem Meer zu und genossen die Geräusche. Kein straffer Zeitplan, keine langen Wanderungen, keine hunderten Kilometer auf der Straße – nur der mächtige Ozean.
Fazit:
Ein Ruhetag gehört auf einer Islandreise genauso dazu wie Wasserfälle, Gletscher und Vulkane. Die unendlichen Weiten, die gewaltigen Naturkulissen, die Zeitverschiebung und das nahezu endlose Tageslicht der vergangenen Tage sind überwältigend. Man sammelt so viele Eindrücke, dass sie kaum in einen einzigen Tag passen. Gerade deshalb tut es gut, zwischendurch einfach auszuschlafen, durchzuatmen und die Landschaft ohne Eile auf sich wirken zu lassen.Leia mais
Seljalandsfoss Wasserfall
24 de julho, Islândia ⋅ ☁️ 12 °C
Strokkur Geisier
24 de julho, Islândia ⋅ ☀️ 12 °C
Tag 11: Wasser fällt, fließt und schießt in den Hi
24 de julho, Islândia ⋅ 🌙 10 °C
Langsam neigt sich unsere Rundreise dem Ende entgegen. Die letzten Tage sind angebrochen, und mit jedem Kilometer wird einem bewusster, wie viele Eindrücke diese Insel hinterlassen hat.
Während wir die vergangenen vier Abende in Húsey, Höfn und Vík bereits mit deutlich dunkleren Nächten erlebt haben, begrüßt uns in der ländlichen Region zwischen Laugarás und Reykholt wieder das vertraute Licht der ewigen Abenddämmerung. Ein Anblick, den wir im Norden Islands lieben gelernt haben.
Auf unserer Fahrt von Vík Richtung Westen fiel uns auf, dass die Straßen viel belebter waren, als bisher. Uns kamen unzählige Wohnmobile, Reisebusse und Mietwagen entgegen. Auch an den Sehenswürdigkeiten waren deutlich mehr Besucher unterwegs als in den vergangenen Tagen.
Unsere Entscheidung, die Ringstraße im Uhrzeigersinn zu bereisen – also von Reykjavík zunächst Richtung Norden – hat sich als goldrichtig erwiesen. Während die meisten Touristen den klassischen Weg gegen den Uhrzeigersinn wählen, waren wir in den ersten Tagen oft fast allein unterwegs und konnten viele Orte in aller Ruhe genießen.
Der heutige Tag zeigte sich jedoch von seiner grauen Seite. Dichter Nebel, anhaltender Regen und konstante 12 Grad begleiteten uns fast ununterbrochen. Ehrlich gesagt hielt sich die Motivation, lange Wanderungen zu unternehmen, stark in Grenzen. Deshalb verzichteten wir auf den Weg zum bekannten Sólheimasandur Flugzeugwrack sowie auf den Besuch des mit Wasser gefüllten Vulkankraters Kerið und setzten unsere Fahrt direkt zum Seljalandsfoss fort.
Schon von Weitem war der Wasserfall zu sehen, wie er sich von einer steilen Felswand in die Tiefe stürzt. Gespeist wird er von einem Gletscherfluss vulkanischen Ursprungs. Seine Besonderheit liegt jedoch hinter dem Wasserfall: Ein natürlicher Weg führt durch die große Felsaushöhlung direkt hinter den herabstürzenden Wassermassen hindurch.
Von dort eröffnet sich ein einzigartiger Blick durch den Wasservorhang hinaus auf die weite grüne Landschaft. Ein Bild, das man nicht vergisst.
Der feine Wassernebel machte seinem Namen allerdings alle Ehre. Bereits nach wenigen Minuten waren wir komplett durchnässt. Die Kamera meldete zu hohe Feuchtigkeit, auf den Brillengläsern sammelten sich unzählige kleine Tropfen, und trockene Kleidung war ohnehin längst kein Thema mehr.
Drehte der Wind plötzlich, erwischten uns zusätzlich die Wassermassen eines kleineren Seitenwasserfalls. Das sorgte bei vielen Besuchern für lautes Gelächter – auch wir konnten uns dem nicht entziehen.
Nur wenige Gehminuten entfernt wartete bereits der nächste Wasserfall: Gljúfrabúi.
Versteckt in einer schmalen Felsspalte stürzt das Gletscherwasser hier direkt in eine kleine Höhle. Schon der Weg dorthin führt durch flaches Wasser und endet erneut in einer feinen Dauerdusche aus Wassernebel.
Eigentlich trifft es ein Satz am besten: Duschen unter Wasserfällen.😅
Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, sich von diesem eisklaren Gletscherwasser berühren zu lassen. Kraftvoll, erfrischend und gleichzeitig unglaublich friedlich.
Zweimal nass – aber mindestens genauso glücklich – setzten wir letzlich unsere Fahrt fort. Am Abend wartete noch ein völlig anderes Wasserschauspiel auf uns.
Im Geothermalgebiet des Strokkur zeigt Wasser eine ganz andere Seite. Hier fällt es nicht vom Himmel oder von Felsen herab – hier schießt es aus der Erde nach oben.
Minutenlang brodelt das Wasser scheinbar ruhig vor sich hin. Dann hebt sich die Wasseroberfläche plötzlich zu einer großen, schimmernden Blase, bevor im nächsten Augenblick eine gewaltige Fontäne mehrere Meter hoch in den Himmel schießt. Sekunden später fällt das Wasser wieder in sein Becken zurück, als wäre nichts geschehen – bis der Kreislauf erneut beginnt.
Auch die kleineren heißen Quellen wie Litli Geysir, Blesi und zahlreiche weitere blubbernde Austritte ringsum zeigen eindrucksvoll, wie lebendig die Erde unter Island ist.
Überall steigen Dampfwolken auf, das Wasser erreicht Temperaturen von 80 bis 100 Grad, und zwischen den leuchtend grünen Wiesen schlängeln sich weiß-gelb schimmernde, angenehm warme Wasserläufe. Dahinter ragen mächtige Bergketten empor. Wieder einmal entsteht eine Landschaft, die unterschiedlicher kaum sein könnte und dennoch vollkommen harmonisch wirkt.
Fazit:
Heute stand alles im Zeichen des Wassers. Kaltes Gletscherwasser stürzte donnernd über hohe Felswände in die Tiefe, während nur wenige Stunden später kochendes Wasser mit gewaltiger Kraft aus der Erde in den Himmel schoss. Zwei völlig gegensätzliche Naturphänomene – und doch Ausdruck derselben gewaltigen Kräfte, die Island formen.
Dazu kehrte im Nordwesten wieder die vertraute Abenddämmerung zurück und erinnerte uns daran, wie sehr wir dieses besondere Licht des Nordens inzwischen ins Herz geschlossen haben.🥹🇦🇽Leia mais
Bruarfoss Trail
25 de julho, Islândia ⋅ ☀️ 15 °C
Gullfoss
25 de julho, Islândia ⋅ 🌬 12 °C
Hrunalaug Hot Pot
25 de julho, Islândia ⋅ ☀️ 12 °C
Tag 12: Wasser in all seinen Facetten
25 de julho, Islândia ⋅ 🌙 8 °C
Wir sind nun den zweiten Tag in der Region um Reykholt und haben uns heute eine wasserreiche Tagestour vorgenommen. Nach all den Vulkanen, Gletschern und Lavafeldern der vergangenen Tage sollte heute noch einmal das Element Wasser im Mittelpunkt stehen.
Unser Tag begann mit einer Wanderung auf dem Brúará Trail. Der Weg führte uns direkt am kristallklaren, türkis-blauen Gletscherfluss entlang. Immer wieder wechselten sich rasante Stromschnellen mit kleinen Wasserfällen und ruhigen Flussabschnitten ab. Das leuchtende Grün der Ufer bildete einen wunderschönen Kontrast zum intensiven Blau des Wassers.
Wir mussten ständig stehen bleiben. Nicht, weil der Weg anstrengend gewesen wäre – sondern weil hinter jeder Kurve ein neues Naturbild auf uns wartete, das man einfach auf sich wirken lassen musste.
Den Höhepunkt des Trails bildete schließlich der Brúará-Wasserfall. Hier stürzt das Wasser nicht einfach nur in die Tiefe, sondern bildet ein faszinierendes Zusammenspiel aus Wasserfällen und Strudeln, bevor es sich in den rasanten Flusslauf einfügt.
Da wir uns unterwegs viel Zeit zum Staunen genommen hatten und auch der Rückweg andauerte, dauerte die Tour deutlich länger als ursprünglich geplant. Trotzdem wollten wir uns ein besonderes Naturschauspiel nicht entgehen lassen.
Also fuhren wir noch einmal zum Geothermalgebiet rund um den Strokkur – diesmal bei strahlendem Sonnenschein.
Und tatsächlich wirkte alles noch beeindruckender als am Vortag.
Die heißen Quellen leuchteten in einem intensiven Türkis-Blau, das beinahe unwirklich erschien. Minutenlang brodelte der Strokkur scheinbar ruhig vor sich hin. Dann begann sich die Wasseroberfläche langsam zu einer großen, glasklaren Blase aufzuwölben. Für einen kurzen Moment schien die Zeit stillzustehen – bevor die Wassersäule mit voller Kraft durch diese blaue Kuppel hindurchbrach und mehrere Meter hoch in den Himmel schoss.
Jeder Ausbruch war anders.
Mal ließ sich der Geysir Zeit, mal überraschte er uns gleich mit zwei oder drei unterschiedlich hohen Fontänen kurz hintereinander. Selbst nachdem wir dieses Schauspiel bereits am Vortag erlebt hatten, konnten wir uns kaum davon losreißen. Es blieb faszinierend.
Schließlich wartete noch ein weiteres Naturwunder auf uns.
Unsere Route führte weiter zum Gullfoss, dem wohl bekanntesten Wasserfall der Region.
Obwohl uns den ganzen Tag über sonniges Wetter begleitet hatte, empfing uns hier ein überraschend eisiger Wind. Innerhalb weniger Minuten wurde aus T-Shirt-Wetter wieder (Regen-)Jackenwetter.
Mit unvorstellbarer Kraft stürzen die Wassermassen des Gullfoss in die tiefe Schlucht. Dabei entsteht eine riesige Wand aus Wassernebel und Gischt, durch die sich immer wieder Sonnenstrahlen ihren Weg bahnen. Mehrere breite Regenbögen spannten sich gleichzeitig über den breiten Erdspalt.
Zum Tagesausklang gönnten wir uns noch eine Auszeit in einer naturbelassenen Hot Spring. Umgeben von sanften grünen Hügeln saßen wir im angenehm warmen Wasser und ließen die vergangenen Tage noch einmal Revue passieren. Nach all den Wanderungen, Kilometern und unzähligen Eindrücken fühlte sich dieser Moment wie die perfekte Belohnung an.
Side Note:
Während unserer Reise fielen uns immer wieder kleine Baumgruppen auf, die fast unnatürlich in der offenen Landschaft wirkten.
Der Grund dafür ist einfach: Viele dieser Bäume wurden von den Isländern gezielt gepflanzt. Sie dienen als Nutzholz für den Haus- und Zaunbau, als Windschutz für Felder und Höfe oder schaffen rund um Camping Areas und Tiny Houses etwas Privatsphäre. Häufig stehen sie deshalb ordentlich in Reihen oder bilden geschlossene Baumstreifen entlang von Grundstücken.
Ohne diese Aufforstungen gäbe es auf Island kaum Bäume. Die Insel würde fast ausschließlich von Moosen, Gräsern und niedrigen Sträuchern geprägt sein – ein weiterer Beweis dafür, wie eng Natur und Mensch hier miteinander verbunden sind.
Fazit:
Heute zeigte Island noch einmal die ganze Vielfalt des Wassers. Vom glasklaren Gletscherfluss über brodelnde Geysire bis hin zu einem der gewaltigsten Wasserfälle der Insel – jede Station erzählte ihre eigene Geschichte. Dazu Sonne, Regenbögen und zum Abschluss ein Bad in einer heißen Quelle. Es war ein Tag zum Staunen, Genießen und Innehalten. Einer dieser Tage, an denen man merkt, dass die größten Sehenswürdigkeiten Islands nicht nur spektakulär sind – sondern vor allem die Ruhe ausstrahlen, sich einfach Zeit zu nehmen und die Natur wirken zu lassen.Leia mais
Reykjavík
26 de julho, Islândia ⋅ ☀️ 15 °C



























































































































































































































