Juli 2019
  • Day31

    Schwimmen im Seljavallalaug

    August 4, 2019 in Iceland ⋅ ⛅ 11 °C

    Der Naturpool Seljavallalaug wurde 1923 erbaut und ist somit einer der ältesten Islands. Es ist ein Zeichen dafür, wie wichtig den Isländern seit jeher das Baden ist. Surreal erscheinend liegt er inmitten eines Bergtales und ist nur zu Fuß erreichbar. Außer ein wenig Zeit in Form von Gehminuten kostet es nichts, um bei ein paar Längen in dem wohlig warmen Becken die Aussicht zu genießen. Gespeist wird der Pool von einer darunterliegenden Thermalquelle. Das kleine Umkleidehäuschen wird weder betreut, noch ist ersichtlich, welcher Umkleideraum welchem Geschlecht zugeteilt ist. Man arrangiert sich eben.
    Das war der letzte Ort, an den wir während unserer Reise unbedingt hin wollten. Ab jetzt geht es ostwärts Richtung Fähre. Wir wollen nicht, dass wir zum Schluss hin Stress bekommen und machen uns daher schon jetzt auf den Rückweg, um in Ruhe unsere letzten Tage auf Island zu genießen.
    So haben wir spontan beschlossen, nochmals dem Gletscher beim Kalben zuzusehen und die kleinen Eisberge am Strand zu bewundern... diesmal bei Schönwetter. Bisher hatten wir unser Regengewand ja genau ein einziges Mal benötigt und das eben genau hier. Der Stopp hat sich gelohnt.
    Heute ist nicht nur Theresas 11. Monatstag, sondern auch der, von uns erklärte Tag der Flecken. Ich wurde beim Tanken von Swami von oben bis unten mit Diesel vollgespritzt (Ernsthaft, manchmal "spuckt" er, wie Herbie im Film!) Beim Abendessen sind nicht nur Rotwein, sondern auch Balsamicoessig am Polsterbezug gelandet. Das alles wurde aber noch in den Schatten gestellt, als am Herd die Einwegpopcornpfanne plötzlich Feuer fing, und nach dem "Brandaus" der Inhalt übelriechend qualmt und Swami verstinkt. Theresa nutzt jede Sekunde dieses Tohuwabohus zur Gänze aus. Und verschmiert Nutella von Papas Brot überall dort, wo ihre Finger hinkommen (zum Glück, ohne es zu kosten!) Unglaublich wie flink sie ist.
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  • Day30

    Hinter dem Wasserfall Seljalandsfoss

    August 3, 2019 in Iceland ⋅ ⛅ 12 °C

    Heute sind wir es ruhig angegangen und haben lediglich 45min auf der Straße verbracht. Umso mehr Zeit blieb uns, um die Wasserfälle Seljalandsfoss und Gljufrabui genau anzusehen. Ersterer stürzt 66m in die Tiefe. Das Besondere dabei ist, dass ein Pfad hinter den Wasserfall durch führt. Zweiterer fällt inmitten einer kleinen Schlucht zu Boden. Sein Name bedeutet übersetzt also nicht zufällig Schluchtenbewohner. Auch diesen kann man hautnah erleben, wenn man nur die paar Schritte in die enge Schlucht wagt.
    Unser heutiger Schlafplatz liegt in Sicht- und Hörweite des Letzteren. Wir hoffen, dass Theresa das Rauschen beruhigt und für besseren Schlaf sorgt, als die beiden letzteren Nächte.
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  • Day29

    Zurück in die Zivilisation

    August 2, 2019 in Iceland ⋅ ⛅ 13 °C

    Nach einer klaren kalten Nacht, wurden wir auch heute wieder mit strahlendem Sonnenschein belohnt. Nach einem leckeren Frühstück mit Blick auf die Berge und den Bach vor uns, machten wir uns auf den Weg nach Landmannalauga hinein. Dieser Campingplatz ist komplett überfüllt, man fühlt sich, wie auf einem Jahrmarkt, Busse fahren hin und her, einen eigenen kleinen Supermarkt in einem alten Bus gibt es (mit natürlich komplett überteuerten Preisen), jede Menge Wanderrouten führen von hier weg. Die beiden Furten, die man an der Zufahrt nehmen muss, sind gar nicht mal so niedrig, aber nichts desto trotz fahren Touristen mit Dacia Duster, VW Passat etc hier durch 🙈
    Wir nutzen Theresas Vormittagsschläfchen und machen eine kleine Rundwanderung. Der Weg führt durch ein riesiges Lavafeld. Von oben sehen wir später richtig gut, wo dieser breite Lavafluss sich seinen Weg gebahnt hat. Immer wieder steigt Dampf auf und uns dringt der mittlerweile gut bekannte Geruch von heißen Schwefelquellen in die Nase. Landmannalauga ist besonders für seine prächtigen Farben bekannt. Wir kommen uns vor, wie in einem Märchenland. Solche Farben sieht man bei uns in der Natur nicht. Orange, violett, purpur, petrol, es leuchtet überall und über uns ist strahlend blauer Himmel. Rs ist für unsere Vorstellung von Island eindeutig zu warm.
    Immer wieder ernten wir anerkennende Blicke dafür, dass wir unsere kleine Maus hier mit dabei haben und immer wieder werden wir auch darauf angesprochen. Nach unserer Wanderung gönnen wir uns eine Dusche am Campingplatz und genießen eine frisch gekochte Fischsuppe. Bei unserer Abfahrt Richtung Süden fallen uns Autostopper auf. Wir fragen einen jungen Mann und sein Ziel liegt in unsere Richtung. Kosta ist Finne und mit 2 Österreichern auf Island. Nach einer 4 Tageswanderung von Süden nach Landmannalauga suchen die 3 jetzt eine Mitfahrgelegenheit zu ihrem Auto zurück. Ein Stück können wir ihn mitnehmen, sagen wir ihm, wahrscheinlich bis zum nächsten Campingplatz, weil Theresa nicht so lange Autofahren will. Schlussendlich ist unsere kleine Maus mustergültig, und die Straße deutlich besser, als erwartet. Die etwa 30 Furten machen Spaß und dazwischen sind kaum holprige Passagen. Wir unterhalten uns gut mit unserem Reisebegleiter und erreichen die, von Kosta angestrebte Ringstraße mit einem zufriedenen Baby und entscheiden uns, noch weiter nach Vik zum nächsten Campingplatz zu fahren. Und Kosta noch ein Stück weiter mitzunehmen. Hier sind wir jetzt auf dem Campingplatz und die Waschmaschine mit unserer Schmutzwäsche läuft schon. Nach den Tagen im Staub freuen wir uns auf frische, saubere Wäsche.
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  • Day28

    Mitternachtssonne

    August 1, 2019 in Iceland ⋅ ⛅ 7 °C

    Den inneren Schweinehund musste ich schon bekämpfen, als ich kurz vor neun Uhr abends noch den Rucksack packte und in die Wanderschuhe schlüpfte. Ich hatte mir zum Ziel gemacht, eine Bergtour in der Mitternachtssonne zu machen, wenn wir in Landmannalauga sind. Es hat sich ausgezahlt.

  • Day28

    Landmannalaugar

    August 1, 2019 in Iceland ⋅ ☀️ 16 °C

    Wüste, Wüste, Wüste, Tankstelle, Wüste, Wüste, Wüste. Fast könnte man den heutigen Tag so zusammenfassen. Aber eben nur fast.
    Heute sind wir bereits eine Stunde früher losgefahren, als üblich. Unser kleiner Reiseleiter wollte ab 05:30 Uhr einfach nicht mehr schlafen.
    Gut 2 Stunden hatten wir die F26 Wellblechpiste vor uns um die Sprengisandur final zu durchqueren. Wenn der Ausblick auch beeindruckend war, lustig wars nicht. Nicht für Swami, Julia oder mich . Theresa hat das meiste davon verschlafenen. Unglaublich, wie man bei dem Geschüttel so fest schlafen kann.
    Die Tanksäule, von der wir gestern berichtet hatten, war in Betrieb und wir tankten voll. Gleich danach machten wir uns wieder auf den Weg. Ein Hinweisschild erinnert noch einmal mit der Information, dass erst in 243km wieder eine Tankstelle kommt und dass wir weit weg vom Schuss sind... gut so... das wollten wir ja auch.
    Unser Mittagspicknick nehmen wir an einem Wasserfall zu uns. Theresa hat heute nur mäßigen Hunger. Wir vermuten, dass ein weiter Zahn im Anmarsch ist.
    Danach geht es wieder auf Wellblech. Ich wollte eigentlich eine andere Route nehmen. Wie sich zu meinem großen Ärger herausstellen sollte, wäre das auch die bessere Entscheidung gewesen. Leider haben wir uns von einem isländischen "Kenner" an der Tankstelle etwas anderes erzählen lassen. Wir sind wohl die schlechteste Piste unserer ganzen Reise gefahren. Die andere Route wäre landschaftlich und straßentechnisch 100mal schöner gewesen. "Ärgern hilft jetzt auch nix mehr", meinte Julia. Recht hat sie. Und schließlich kommen wir trotzdem dort an, wo wir hinwollten. Landmannalaugar. Grüne Berge, Flüsse und Seen, wie man sie sich schöner nicht ausdenken könnte. Das Grün der Berge ähnelt den schimmernden Moosgrün, wie man es bei uns in manchen Trachtenkleidern findet.
    Ich erkunde mit Theresa die Gegend und wir unternehmen eine kleine Wanderung. Als wir nach etwa 1 1/2h retour kommen, duftet es uns schon von einiger Entfernung süß entgehen. Julia hat es in der Zwischenzeit tatsächlich geschafft, in einer Pfanne einen äußerst leckeren Bananenkuchen zu zaubern. Nun hat auch Theresa wieder Appetit. Nachdem wir drei uns den Kuchen schmecken ließen, darf Theresa noch nackig im Swami herumturnen. Sie powert sich dabei völlig aus und schläft nun seelig in ihrem kleinen "Nesterl" in unserem Bett.
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  • Day27

    Sprengisandur

    July 31, 2019 in Iceland ⋅ ☀️ 10 °C

    Das Wetter könnte in den nächsten drei Tagen nicht besser sein. Dieses Wetterfenster nutzen wir, um Island einmal zu durchqueren. Und zwar mitten durch eine der grösten Wüsten Europas, die Sprengisandur.
    Die Route wurde akribisch genau geplant und Lebensmittel, Frischwasser, sowie Diesel wurden randvoll aufgefüllt. Schließlich werden wir das Hochland planmäßig 4 Tage nicht verlassen. Am Weg liegt eine einzige Möglichkeit den Tank aufzufüllen. Darauf darf man sich jedoch nicht verlassen... es kommt, laut unserem Trackbook, schon mal vor, dass eben genau dieser eine Zapfhahn defekt oder leergetankt ist. Wir haben vorgesorgt und unser Dieselvorrat sollte für die geplante Strecke zweimal reichen. Julia lässt es sich nicht nehmen Swami vor seiner Tortur nochmal gründlich zu waschen. Der Dreck unserer letzten Hochlandtour liegt noch dick über seinem Lack und ist Beweis dafür, dass Swami allerhand geleistet hat. Als Julia nach Wasserwäsche, Shampoo und erneuerter Wasserwäsche auch noch eine Waxschicht vorschlägt, interveniere ich... schließlich wird er spätestens in einer Stunde wieder von oben bis unten voller Staub und Dreck sein.
    Unsere Fahrt führt nicht über die klassische Strecke, sondern über eine wenig befahrenen, jedoch ausgesprochen schöne Nebenstrecke, die F821. Anfangs fahren wir ein sattgrünes Gebirgstal entlang, welches von kleinen Wasserfällen übersäht und darausfolgenden Gebirgsflüssen durchzogen wird. Unzählige dieser furtet Julia, sie fährt den ersten Teil der heutigen Etappe. Sie wird wohl eine der landschaftlich schönsten und fahrerisch anspruchsvollsten Strecken werden. Theresa schläft 75min tief und fest. Schade fast, denken wir, denn erst als wir in die karge Wüstenlandschaft eintauchen wacht sie auf. Ein besonders steiler und steiniger Pass ist zu überwinden. Wir schaffen in 2h etwa 20km. Die Belohnung dafür ist zum einen das Gefühl zu haben, wirklich im Mitten von Nirgendwo zu sein (wir hatten nur 1x Gegenverkehr...zufällig Salzburger) und ein weiteres Mal eine kleine Oase inmitten der Steinwüste. Laugafell. Dort hatten wir den wohlig warmen (38°C) Naturpool für uns alleine. Weiter ging es auf der F752... nichts als Wüste und in der Ferne die Gletscher des Hochlands. Die Piste hat mit einer Straße nichts mehr gleich. Lediglich gelbe Markierungen zeigen einem in größeren Abständen, dass man noch am richtigen Weg ist. Zusätzlich wird von uns auch mittels Trackbook und Landkarte durchgehend die Position bestimmt. Schließlich gelangen wir auf die F26, die klassische Route durch die Sprengisandur. Bevor wir unser Tagesziel erreichen, gibt es noch zwei Furten zu bewältigen, welche es am Nachmittag bei Schönwetter, aufgrund der Schneeschmelze am Gletscher, in sich haben. Laut den Rangern am Laugafell sollten diese auch am Nachmittag für unseren Swami kein Problem darstellen. Wir beschließen, dies vor Ort zu entscheiden, und gegebenenfalls davor stehen zu bleiben, um sie am nächsten Morgen zu nehmen. Wie sich herausstellen sollte, waren die Furten, trotz Hochwasser leicht zu durchfahren. Lediglich die letztere der Beiden hatte aufgrund der Strömung,w etwas bockige Abrisskanten an den Ufern. Unser Toyota hat sich davon jedoch wenig beeindruckt gezeigt. Laut Werksangabe sollte 90cm Wasser ohne Bedenken möglich sein. Spätestens jetzt sei auch Neuhauser Franz recht herzlich gedankt. Er hat uns die wichtigsten Dinge beim Offroadffahren mit größter Geduld und sehr verständlich beigebracht. Dieses Wissen lässt uns nun nicht nur sicher unterwegs sein, sonder gibt uns auch genügend Selbstvertrauen, um das Fahren genießen zu können.
    Schließlich erreichen wir sicher, wohlbehalten und gut gelaunt unser heutiges Ziel Nyidalur. Ein weiteres Fahrzeug steht zur Übernachtung in Parkposition. Zur Begrüßung bekommen wir von den örtlichen Rangern kostenlos Tee, Kakao und Pfannkuchen serviert. Wir bekommen den Eindruck, dass man sich hier über Gäste freut. Speziell Theresa ist für alle, die uns auf der Reise begegnen ein Highlight. Unser kleiner Sonnenschein fühlt sich mittlerweile überall fast wie Zuhause, erkundet neugierig die neue Umgebung und ist kontaktfreudig, wenn sich jemand für sie interessiert. Wir haben den Eindruck, das Reisen bekommt ihr sehr gut.
    Von Zuhause haben wir zwei Flaschen Rotwein mitgebracht. Eine davon machen wir heute zum Abendessen auf, uns stoßen auf die erfolgreich absolvierte Tagesetappe an.
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  • Day26

    Durch Wasser und Rauch

    July 30, 2019 in Iceland ⋅ ☁️ 10 °C

    Nach einem gewaltigen Gewitter heute Nacht, dass zum Glück an uns vorbei und nicht über uns hinweg gezogen ist, aber nichts desto trotz gewaltigen Radau gemacht hat, sind wir heute alle drei nur wenig ausgeschlafen aufgewacht. Trotzdem machten wir uns an die, mittlerweile schon gewohnte und eingespielte, und daher immer schneller absolvierte Morgenroutine, bei der wir die Aufgaben immer wieder abwechselnd übernehmen; noch ein bisschen im Bett kuscheln, Theresa benützt uns dabei als Klettergerüst und Kuscheltier, was dazu führt, dass Kopf gegen Nase, Fuß im Gesicht, Hüpfen auf der vollen Blase,... keine Seltenheit sind. Dann Kind wickeln, anziehen, Kaffee kochen, Frühstück fürs Kind und für uns, abwechselnd auf die Toilette, Zähneputzen, einer von uns mit Theresa, Geschirr abwaschen, Wasserflaschen auffüllen, Mittagsbrei für Theresa vorbereiten, Swami zusammenräumen, zusammenkehren, alles rüttelfest verstauen, Zeltbalg einklappen, Abwasserkanister ausleeren, nochmal auf die Toilette, weil seit dem Kaffee schon wieder soviel Zeit vergangen ist, Theresa bei Laune halten und so gegen 9 Uhr Aufbruch.
    Weiter gings durch die Wüste nach Norden. Zwei tolle Furten wurden von Roman bravourös gemeistert, Swami bekam gerade mal nasse Füße.
    Nach und nach besserte sich die Straße, ging von Lavafeldern wieder über in Wellblechpisten (nähere Erklärung beim Foto!), die Umgebung wurde wieder grüner und schließlich erreichten wir unweit von Myvatn wieder die Ringstraße. Da Theresa bereits wach und es Zeit für eine längere Pause war, nützten wir die Nähe zum Naturbad Myvatn und gönnten uns ein entspanntes Plantschen im schwefelhaltigen Thermalwasser. Da haben wir heute alle 3 nach altem Rauch gestunken, was wir aber zum Glück in den Duschen vor Ort wieder loswurden. Da es Zeit fürs Mittagessen war, bekam Theresa in der Kantine ihren Brei und für uns gab es "leckere" Brötchen... wir haben ja von unserer Erfahrung mit den isländischen Süßigkeiten berichtet, und dass sich unser Geschmack so gar nicht, mit dem der Isländer deckt. Das optisch sehr ansprechende Brötchen mit geräuchertem Lachs entpuppte sich als weitere Geschmacksfalle der Isländer. Geräuchert war er eindeutig, ob es Lachs war, war nicht zu erschmecken, den das "Raucharoma" überdeckte jeden weiteren Geschmack. Und was bei uns eine leichte rauchige Note ist, ist bei den Isländern eine volle Ladung Aschenbecher. Im Ernst, das Brötchen schmeckte, als würde man gerade eben einen Löffel voll aus dem überquellenden Aschenbecher vom Vortag nehmen. Nein Danke, liebe Isländer, das ist nichts für uns!
    Müde vom Baden, ist Theresa im Auto sofort eingeschlafen und für uns gings weiter nach Akureyri. Bei unserem vorherigen Aufenthalt war Wochenende und wir hatten uns nichts von der "Hauptstadt des Nordens" angeschaut. Dies holten wir heute nach und gingen anschließend isländisch essen. (Ja, ihr ahnt es wohl schon...) Nach einem leckeren Steinbutt auf Wildpilzrisotto für mich und einem Pulled Lamb Burger für Roman wagten wir uns an den "Taste of Akureyri"-Teller, mit lauter kleinen Kostproben lokaler Spezialitäten. Tja, einmal dürft ihr raten, wonach die letzte Spezialität - geräuchertes Lammmfleisch - schmeckte! Ja genau, ein Löffel Aschenbecher deluxe! Also ich für meinen Teil werde in Zukunft vorsichtiger sein, was ich an isländischem Essen kosten werde! 🤦‍♀️
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  • Day25

    Bad im Vulkan und Oase in der Wüste

    July 29, 2019 in Iceland ⋅ ⛅ 12 °C

    Nach einer - dank lärmender Motorradtouristen am Campingplatz neben uns, die von Roman um 2 Uhr früh ins Bett geschickt worden waren - kurzen Nacht am Fuße der Askja, haben wir uns bei einer netten Rangerin noch aktuelle Infos zu Streckenzustand und Wasserständen geholt, und sind anschließend aufgebrochen, um die Askja, oder besser gesagt ihre beiden Kraterseen, zu Fuß zu erkunden. Theresa schlief schon nach wenigen Metern in der Trage, und wir spazierten durch die Lavawüste. Zu Beginn führte der Weg durch rot-schwarzen Sand und Schneefelder, ging schließlich über in scharfkantige Lavafelder mit Bimsstein-Topping - Ja, tatsächlich ist dort alles voller Bimssteine in allen Größen. Es sieht sehr seltsam aus, wenn im Bach neben einem auf einmal Steine obenauf schwimmen! Schließlich eröffnet sich uns der Blick auf die beiden Kraterseen. Der Hauptsee ist dunkelblau, riesig und eiskalt und sieht einem österreichischen Bergsee nicht unähnlich. Unmittelbar davor in der tiefen Senke eines zweiten, kleinen Kraters mit etwa 300m Durchmesser, liegt der Viti-See. Dessen Wasser milchig türkis schimmert. Viti bedeutet Teufel. Dies versteht man, sobald man sich ihm in Riechweite nähert und den intensiven Schwefelgeruch wahrnimmt. Dieser kleine See wird durch thermale Quellen gespeist, die von der darunter liegenden Magmakammer aufgeheizt werden. Am Boden des Sees ist es daher an einigen Stellen unangenehm heiß. Das restliche Wasser hat durch einen kalten Schmelzwasserzufluss zwischen 25-28°C. Woher wir das so genau wissen? Weil Roman spontan eine Runde im warmen Nass gewagt hat. Den rauchig-schwefeligen Geruch wird er bis am Abend nicht mehr los, wo er auf Grund defekter Duschen ins 4°C kalte Naturbecken am Bach springt - aber das war es wert!
    Nach einer Mittagspause am Mond - dort, wo die NASA für ihre Weltraumexpeditionen trainiert hat, und heute NASA-Mitarbeiter in Warnwesten herumgelaufen sind - haben wir uns aufgrund der Straßenbeschreibung unserer Ranger (8-10h für eine Wegstecke von ca 80km) gegen den direkten Weg Richtung Süden, und stattdessen für eine Schleife Richtung Norden entschieden. Nach zirka der Hälfte der holprigen Fahrt in den Norden, über Sand, Wellblechpisten, Lavasteine, Lavafelder, durch kleinere und größere Bäche und durch die imposante Lavawüste Ódáđahraun, haben wir nun die Oase Herđubreiđarlindir erreicht. Benannt nach dem Tafelvulkan Herđubreiđ, dem "König der Berge Islands", an dessen Fuße sie liegt, entsteht durch mehrere kleine Bachläufe ein grünes Fleckchen Erde inmitten der schwarzen Wüste, die als Campingplatz genützt wird. Beim Geschirrabwaschen an einem freistehenden Waschbecken, Mitten im Nirgendwo in der Oase, weiß man, dass man noch nie einen schöneren Ausblick bei dieser Tätigkeit hatte! Morgen werden wir die Oase wieder gegen die Wüste tauschen, nur um am anderen Ende wieder ins saftige Grün des Nordens Islands einzutauchen!
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  • Day24

    Mondlandung? NASA? Wo sind wir gelandet?

    July 28, 2019 in Iceland ⋅ ☁️ 9 °C

    Heute Morgen haben wir uns in Laugafell ordentlich gestärkt. Wir haben uns diesmal nicht selbst versorgt, sondern das Frühstück, das in der Berghütte neben der wir stehen bleiben durften, angeboten wird, in Anspruch genommen. Es war ein toller Start in den Tag.
    Die befestigte Straße haben wir heute bereits nach wenigen Kilometern verlassen. Um genau zu sein beim größten Staudamm Europas, dem Kárahnjúkar.
    Wir steigern uns schön langsam was unsere Hochlandtouren betrifft, und haben heute nicht nur anspruchsvolle Sand- und Steinpassagen gemeistert, sondern auch zum ersten Mal einige Flüsse gefurtet. Bei rund 30cm Wassertiefe war das zwar eine Anfängerübung, für uns aber dennoch spannend. Der Schnorchel unseres Swamis kommt wohl erst morgen zum Einsatz... da stehen 50cm (plus) am Plan. Heute ist uns in der abgelegenen Gegend östlich der Askja zum ersten Mal ein Ranger begegnet, der in den endlos scheinenden Weiten für Recht und Ordnung sorgen soll. Es wird empfohlen, sich im Hochland mit dem Gegenverkehr über den Streckenzustand auszutauschen. Außerdem soll man bei Kontakt mit Rangern die Gelegenheit nutzen, um Details zu Wasserstand, Wetter und der voraussichtlichen Streckendauer zu erfragen. Der Ranger von heute (Stefan hieß er) hatte eine gute und eine schlechte Nachricht für uns. Die schlechte zuerst. Für heute und morgen wird das Jahreshoch für die Flüssstände im Hochland erwartet. Zum einen, weil es in den letzten Tagen sehr viel Niederschlag gegeben hat, und zum anderen wegen der Schneeschmelze am Gletscher beim jetzigen Schönwetter, was zu einer zusätzlichen Belastung der Flüsse führt. Sogleich seine gute Nachricht: für unseren Swami kein Problem. Wir sind abermals stolz auf unser Auto, welches eine Wasserfurt von 90cm problemlos schaffen sollte. Insgesamt waren wir heute 2x 2h unterwegs. Davon hat Theresa jeweils 1h geschlafen und 1h munter und fröhlich entweder alleine oder mit Mama gespielt... wir finden, unkomplizierter könnte ein Kind nicht sein. Wir wissen es sehr zu schätzen, dass unsere kleine Maus unsere Reise mit so viel Freude mitmacht... nur so wird es zu dem schönen Abenteuer, dass es ist. Unser Weg wurde von Stunde zu Stunde abenteuerlicher und die Umgebung immer unwirklicher. Von Steppe, über Wüste, bis zu wilden Lavafelder, durch die die Piste nur mühsam und wild verwunden das Durchkommen ermöglicht. (Ein Detail am Rande: wir fahren mittlerweile anstelle von 3 mit 2bar Reifendruck. Das bewirkt Wunder... nicht nur auf Sand, sondern auch bei Wellblechpassagen).

    Wo sind wir nun gelandet? Und zwar am Mond... fast zu mindest. Bis vor 20 Jahren hat hier die NASA für Weltraumspaziergänge trainiert. Und seit letztem Jahr wurde dieses Programm wieder aktiviert. So kommt es, dass heute tatsächlich die NASA unsere unmittelbaren Nachbarn sind. Wir sind gleich nach Ankunft mit ihnen ins Gespräch gekommen und haben uns neugierig nach dem bunten Treiben erkundigt. Alle samt US Amerikaner aus verschiedenen Spacecamps, und unseren Anschein nach viel zu extravagant ausgerüstet.. wie von einem anderen Stern eben. In besserer Gesellschaft befinden wir uns da mit unseren anderen Nachbarn, zwei Unimogs, die sind größer, als wir und bieten somit hervorragenden Windschatten. Morgen Früh müssen wir uns entscheiden, ob wir die F88 in den Norden oder die F910 weiter in den Westen nehmen. Eins steht wohl aber schon heute fest... wir sind definitiv im Hochland angekommen...da wo die NASA im Weltraum spaziert.
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  • Day23

    So schließt sich der Kreis

    July 27, 2019 in Iceland ⋅ ⛅ 13 °C

    Wer unsere Reiseroute genau beobachtet, hat es schon erkannt - heute haben wir Island einmal komplett umrundet und sind "fast" wieder am Beginn unserer Reise. Nicht der Fährhafen, sondern Egilstađir (der erste große Ort auf Island, wo alle Camper der Fähre, wie wild die Supermärkte geplündert haben) war ein heutiges Etappenziel um Einzukaufen und uns bei der Touristeninformation über den Zustand der Strecke zu informieren. Geplant war nämlich Richtung Laugafell zu fahren, einer warmen Quelle und hier zu übernachten. Dies ist unser Ausgangsziel für morgen Richtung Hochland.
    Die Strecke hierher führte uns zuerst über den Oxipass, eine sehr idyllische Strecke mit Abermillionen Schlaglöchern, durch die uns unser Swami zuverlässig gebracht hat - hier ein Dankeschön an Mitti, der einige Stunden Arbeitszeit investiert hat, um alle eventuellen elektrischen Problemstellen am Swami zu finden und zu beheben, damit wir ein zuverlässiges Reisegefährt in Island haben.

    Was das Fahren in Island fast noch beschwerlicher macht, als Schlaglöcher, sind Schafe. Überall laufen sie frei herum. Die älteren Tiere zottelig, oft verdreckt, als hätten sie Dreadlocks, die Jungtiere flauschig kugelrund. Angst vor Menschen, bzw vor Autos haben sie nicht, was uns oftmals dazu zwingt, auf die Gegenfahrbahn auszuweichen oder stehenzubleiben, um einen Zusammenstoß mit diesen - von uns scherzhaft genannten - Sushis (Suizide Sheeps) zu verhindern! Auch heute Nacht stehen wir direkt neben einer Herde Schafe, ich freue mich schon auf Theresas fröhliches juchzen morgen früh, wenn sie sie entdeckt! Heute war sie zu sehr mit Baden im warmen Quellwasser und Stiegen hinaufklettern, in der dazugehörigen Herberge, beschäftigt, dass sie komplett erschöpft sofort eingeschlafen ist.
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