• Julia Fischer
August 2024

Alpenüberquerung Via Claudia

Papa wollte schon länger eine Fahrradtour machen. So here we are. Wir können täglich zwischen einer leichteren und einer schweren Variante wählen. Read more
  • Trip start
    August 17, 2024

    Tag 1 - Anreise

    August 17, 2024 in Austria ⋅ ☁️ 19 °C

    Heute Morgen gab es ein kleines Warmup für die anstehende Radtour. Während mein Koffer schon seit Anfang der Woche in Papas Auto bereitlag, mussten mein E-Mountainbike und ich noch von Rastatt nach Karlsdorf (ca. 50 Kilometer) kommen. Andi hatte kurzerhand beschlossen, mich zu begleiten und so saßen wir bereits um Punkt 8 Uhr fertig bepackt auf unseren Rädern. Während meine Sporteinheit dann allerdings bei Papa mit einer kühlen Dusche endete, verlängerte meine bessere Hälfte die Tour mit seinem nicht elektrisierten Bike auf insgesamt über 120 Kilometer (Respekt).
    Für Papa und mich hieß es dann aber: Räder auf den Fahrradträger und ab nach Österreich. (Im ersten Anlauf kamen wir allerdings nur nach Karlsruhe, weil Papa sein Insulin vergessen hatte). Der zweite Versuch klappte trotz zahlreichen Stop und Gos deutlich besser und so kamen wir am späten Nachmittag wohlbehalten im wunderschönen aber auch touristischem Ehrwald an. Ein entspannter Blick in die Berglandschaft von unserem Balkon war mir allerdings nicht gegönnt (immerhin 20 Sekunden), denn Papa wartete schon voller Tatendrang auf mich für einen Spaziergang. Frische Luft tut tatsächlich sehr gut - und danach gabs dann auch endlich was zu essen. Zum Tagesabschluss noch einen Abstecher in die Sauna, die wir für uns alleine hatten und bis zur letzten Sekunde ausgereizt haben. Und jetzt liegen wir müde im Bett.
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  • Tag 2 - Von Ehrwald nach Wenns

    August 18, 2024 in Austria ⋅ 🌧 17 °C

    Österreichische Dorfidylle. Um Punkt 7 Uhr läuteten die Kirchenglocken so laut, dass Papa und ich senkrecht im Bett standen. Nun gut, wir wollten ja eh aufstehen…
    Nach dem leckeren Frühstück ging es erstmal steil bergauf und dann über den Tag wechselnd hoch und runter. Die Höhe (im wahrsten Sinne des Wortes) war zweifelsfrei die Steigung der letzten fünf Kilometer, die uns nochmal ordentlich ins Fluchen brachte. In Summe sind wir über 60 Kilometer (inkl. 1.400 Höhenmeter bergauf) gefahren.

    Erkenntnis des Tages: Papa ist deutlich fitter als ich und düst ganz schön schnell den Berg hoch (sympathisch wie ich bin, hab ich ihn erstmal bezichtigt, mit mehr Unterstützungsleistung als ich zu fahren - dem war jedoch nicht so).
    2. Erkenntnis: Es ist wirklich ein Abendteuer hier. Von jetzt auf nachher wechselt die Strecke von geteerten Fahrradweg zu „schieb dein Rad durchs Geröllfeld“, „versuche bei 30 Grad Steigung den Berg hochzufahren“, „der in der Karte eingezeichnete Weg existiert nicht“ und „bitte mach das Ganze auch bei Regen“.
    Naja, immerhin bestätigte sich meine Angst, dass die Strecke zu anspruchsvoll für uns MTB-Ungeübte ist, glücklicherweise nicht. Es war zwar hart an der Grenze, aber dadurch ultra abwechslungsreich und ziemlich cool. Bis auf den Regen, der uns seit der Mittagspause begleitete und insbesondere die Wurzeln ganz schön glatt werden lies. Es gibt ja aber bekanntlich kein schlechtes Wetter, also Regenklamotten an und weiter geht’s.

    Da wir völlig durchnässt im Hotel ankamen, sind wir nach der warmen Dusche in die heiße Sauna. Umfangreiches Abendessen gab es auch schon. Regeneration läuft also.
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  • Tag 3 - Von Wenns nach Nauders

    August 19, 2024 in Austria ⋅ ☁️ 12 °C

    Papas ganzer Rucksackinhalt war gestern vom Regenwetter nass geworden; so auch sein Handy, welches heute Morgen erstmal nicht mehr laden wollte und uns beiden Handysüchtigen ganz schön nervös werden lies. Spoiler: Glücklicherweise hat das Smartphone im Laufe des Tages wieder seinen Dienst aufgenommen.

    Nach der Rutschpartie am gestrigen Nachmittag, haben wir uns heute (auch aufgrund der schlechten Wettervorhersage) für die einfachere Strecken-Variante entschieden. Ironischerweise wies diese mit 60 Kilometern und 1.400 Höhenmeter die gleichen Daten wie die gestrige (anspruchsvolle) Tour auf. (Die längere Tour für heute hätte noch 600 weitere Höhenmeter im Angebot gehabt, die Papa natürlich gefahren wäre, hätte ich nicht mein Veto eingelegt). Während jedoch gestern jede Menge Trails überfahren und Hindernisse (übrigens auch Treppen) bei teils strömendem Regen bewältigt wurden, sind wir heute ganz entspannt auf geteerten Straßen gedüst. Für ein kurzes „Grüzi“ haben wir auch die Schweiz gestreift und wurden dort direkt vor einer ehemaligen Grenz- und Zollstation „Altfinstermünz“ begrüßt. Zurück in Österreich folgten wir weiter der Inn (Fluss) und umso weiter wir fuhren,desto schöner wurde das Wetter. Zum Abschluss haben wir uns noch die Norbertshöhe hochgekämpft, bevor wir in unserem geisteskrank schönen Hotel ankamen (ein weiterer Unterschied zu gestern). Natürlich sind wir quasi sofort in die Sauna und sogar noch in den Pool, bevor wir uns das umfangreiche Abendessen haben schmecken lassen.
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  • Tag 4 - Von Nauders nach Meran

    August 20, 2024 in Italy ⋅ ⛅ 24 °C

    Halleluja Leute. Wir sind heute Morgen um 9:15 Uhr los und um kurz nach 18 Uhr im Hotel angekommen.
    Heutiges Highlight: wir sind den Reschenpass hochgefahren (direkt zu Beginn 700 Höhenmeter - super Einstieg) und haben oben einen von Menschen angelegten Singeltrail vorgefunden. Die Minihügel, Wurzeln und Holz-Brücken zu überfahren hat richtig Spaß gemacht. Unser Mut nicht außenrum auf der Forststraße zu fahren wurde belohnt mit einem wunderschönen Ausblick über den Reschensee.

    Nachdem wir den Pass wieder runtergedüst sind, ging unser restlicher Weg (ca. 95 Kilometer) immer an einer geteerten Fahrradautobahn entlang. Wir haben schon in den ersten Minuten dort so viele Radfahrer gesehen wie die ganzen letzten Tage nicht. Tja, so touristisch hatte ich es mir schon von Anfang an vorgestellt. Dieser wunderschöne Weg ging dann immer leicht abschüssig und an unfassbar vielen Apfelplantagen durch bis nach Meran. (Wir hatten allerdings ordentlich Gegenwind und ganz schön Tempo gemacht, außerdem unsere Strecke hatte noch ein paar zusätzliche Anstiege drin).

    Heutige Strecke also: 110 Kilometer / 1.300 Höhenmeter bergauf

    Wir haben uns jetzt auf Wunsch einer einzelnen noch was zu essen besorgt und liegen auf der Dachterrasse des Wellnessbereichs.
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  • Tag 5 - Von Meran nach Tramin

    August 21, 2024 in Italy ⋅ ⛅ 31 °C

    Meine Hinterradbremse hat gestern bei einer Abfahrt gänzlich den Geist aufgegeben- daher sind wir heute morgen erstmal zu einer Fahrradwerkstatt. Meine Sorge, dass es ewig dauert und unfassbar teuer wird, war glücklicherweise unbegründet: Der Austausch der Bremsbacken dauerte gerade mal eine halbe Stunde und der nette Typ verlangte im Wesentlichen nur die Materialkosten und ölte dazu auch noch meine Kette. So konnten wir uns gegen 10 Uhr auch schon wieder auf dem Weg aus dem wunderschönen Meran machen - einer sehr grünen Stadt, in der Deutsch wohl noch die Muttersprache ist (Papa konnte sein Glück, keine Sprachbarrieren zu haben, kaum fassen).
    Da die Tour gestern eskaliert ist, haben wir uns heute für die einfachere und bisher kürzeste Variante entschieden: 50 Kilometer und 800 Höhenmeter. Das war auch gut so, denn der erhoffte Sonnenschein und das damit einhergehende Sommerwetter begleitete uns seit heute Morgen. Obwohl wir sehr gemütlich durch die Apfelplantagen und Weinberge fuhren, waren wir somit bereits um halb drei im Hotel. Papa hatte sich beim Mittagessen ein Schwimmbad gewünscht: Praktischerweise hat unser Hotel eins und jetzt liegen wir entspannt am Pool. So darf sich der Rad-Urlaub auch mal anfühlen.
    Liebe Grüße an alle zu Hause
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  • Tag 6 - Von Tramin nach Trento

    August 22, 2024 in Italy ⋅ ⛅ 28 °C

    Gestern Abend hatten wir noch einen unerwartet schönen Abend in einem alten Gasthof. Es war die Empfehlung unserer Gastgeberin, ich war zuerst aber skeptisch, da es für mich laut Google fast nichts dort zu essen gegeben hätte. Der Hof war super schön und überraschenderweise gab es auf der Wochenkarte für „Essgestörte“ wie mich Mangorisotto. Außerdem verquatschten wir uns noch mit den netten Tischnachbarn, bevor wir auf den Abend auf dem Dorffest ausklingen ließen.

    Heute morgen starteten wir dann direkt mit einem heftigen Anstieg (1.100 Höhenmeter am Stück). Waren aber drauf eingestellt und lies sich langsam und stetig top bewältigen - außerdem wartete oben ein uriger Hof mit leckerem Mittagessen auf uns. Nach der Mittagspause sollte es nach Routenplanung überwiegen bergab und geradeaus gehen - wir waren also gedanklich schon auf Entspannen im Hotel eingestellt. Leider ein absoluter Trugschluss: der Weg endete mit einem Trail, den ich mich nicht zu bewältigen traute. Alternative? Fehlanzeige. Also erstmal die Strecke zurückfahren bis wir auf einen vermeintlichen Forstweg kamen. Dieser wurde bergab jedoch immer steiler (und war mit sehr sehr losen Steinchen versehen). Also schieben. Leute, ich war so froh, als wir wieder Teer unter den Füßen hatten. Jedoch war der Weg nach wie vor sehr steil, sodass meine angeschlagene Bremse stark beansprucht wurde und trotz Schockbremsen so heiß wurden, dass wir mehrere Pausen eingelegen mussten. (Der Umweg dauerte in Summe ewig, sodass selbst ein Sonnenschein wie ich dann leicht genervt war). Unsere eigentliche Tour wollte uns dann nochmal den Berg hochschicken. Ich streikte und wir stiegen so nach 50 Kilometer und 1.800 Höhenmeter (alleine bergauf) in den Zug nach Trento und schummelten uns so die letzten 30 Kilometer ins Hotel. Nur haben wir leider weder Sauna noch Schwimmbad. Was sollen wir denn jetzt heute Abend noch machen?
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  • Tag 7 - Trento nach Riva de Garda

    August 23, 2024 in Italy ⋅ ☀️ 30 °C

    Insgesamt standen heute nur 56 Kilometer mit knapp über 1.000 Höhenmeter auf dem Plan. Papa hatte irgendwann das Ziel vor Augen und legte zum Schluss noch einen kleinen Sprint auf dem immer touristischer werdenden Fahrradweg hin. Bei strahlendem Sonnenschein erreichten wir so unser Ziel, den Lago di Garda!

    Der klassische Urlaubslifestyle lässt auch heute grüßen: Den Nachmittag verbrachten wir am Pool, bevor wir uns ein schönes Plätzchen zum Abendessen suchten. Obligatorisch beobachteten wir anschließend ziemlich lange die Dämmerung über dem zauberhaften See. Besser spät als nie, streckte ich zumindest die Füße noch ins Wasser. Erkenntnis: Das Wasser ist ja richtig warm! Spontan entschied ich mich daraufhin ein paar Kids hinterher vom Steg ins Wasser zu hüpfen (damit Papa das ganze filmen konnte dann gleich zweimal) nur um anschließend tropfnass im Hotel anzukommen und grad nochmal unter die Dusche springen zu können. Hat aber Spaß gemacht und war ein richtig schöner Abschluss.
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  • Trip end
    August 24, 2024